George Hackenschmidt (1878 – 1968)

 

Am 2. August 1878 wurde Georges Karl Julius Hackenschmidt in Dorpat, Estland geboren. Angespornt von seinem Großvater begann er mit Gymnastik und Gewichtheben. Folgend begann er seine Karriere als Ringer und erlangte dabei bereits einigen Ruhm. Er war aber auch sehr aktiv im schwimmen, laufen und springen. In seinen späten Teenager- Jahren trat er den Millionär Dr. Von Krajewski, welcher sehr interessiert am Ringen war und Hackenschmidt unter seine Fittiche nehmen wollte um ihn zum Pro Wrestler auszubilden. Somit ging Hackenschmidt mit Krajewski nach St. Petersburg. Daraufhin gewann er, 1898 in Wien, den griechisch-römischen Titel von Europa. Im selben Jahr gewann er die russische Meisterschaft im Gewichtheben. Im Laufe des Jahres 1900 wurde Hackenschmidt letztendlich zum Professionell Wrestler und nahm an einem vierzigtägigen Turnier in Moskau teil, welches er gewinnen konnte. Sehr schnell verdiente er auch viel Geld, so verdiente er mehr Geld in einem Monat als ein durchschnittlicher Wrestler im ganzen Leben. Hackenschmidt verstand es seine Stärken zu verbinden, seine Technik, seine Aggression, seine Geschwindigkeit und seine außergewöhnliche stärke. Daher bekam er auch schnell den Beinahmen, "The Russian Lion".

Zwischen 1900 und 1914 wurde Pro Wrestling zur beliebtesten Sportart, sogar vor Leichtathletik oder Boxen. Es war sozusagen das goldene Zeitalter des Wrestlings. Hackenschmidt sprach in dieser Zeit oft eine "All Comers Challenge" aus, er forderte jeden heraus, der es mit ihm aufnehmen wollte. In solchen Nächten besiegte er teilweise zwischen fünf und sieben Gegner. Er kämpfte gegen die stärksten und besten Athleten der Welt, egal ob Boxer, Ringer, Kick-Boxer oder fernöstliche Athleten.

Er tourte mit Von Krajewski durch die Welt und nahm Herausforderungen an. Im April 1901 gewann der russische Löwe den World Greco Roman Wrestling Titel. Im Jahr 1902 wurde er dritter bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben, welche in Wien stattfanden. In der Folgezeit besiegte er Champions aus Asien oder Europa. Dabei besiegte er unter anderem Antonio Perri, Kara Ahmed, Rasso, Lurich, Paul Pons und Adaldi The Turk.
Eine seiner bekanntesten Schlachten schlug Hackenschmidt gegen Madrali the Terrible Turk, welcher viel größer und schwerer als der russische Löwe war. Hackenschmidt hatte jedoch keine Probleme mit seinem Gegner. Durch seine Siege wurde Hackenschmidt auf der ganzen Welt bekannt. Einen seiner größten Kämpfe bestritt er am 5. Mai 1905 gegen Tom Jenkins, welchen Hackenschmidt gewinnen konnte.

Hackenschmidt blieb weiterhin ungeschlagen, bis er auf den American Wrestling Champion Frank Gotch traf. Gotch war ein harter Mann, ein ehemaliger Farmer aus Iowa, der keine Herausforderung ablehnte. Am 3. April 1908 fand der Kampf zwischen Gotch und Hackenschmidt statt, welcher von Gotch gewonnen wurde. Das Match dauerte 2 Stunden und 3 Minuten, wobei keiner der Beiden einen Fall geholt hatte. Hackenschmidt verließ jedoch den Ring, da Gotch mit unfairen Taktiken arbeitete. Am 4. September 1911 fand das Re-Match zwischen Gotch und Hackenschmidt vor 33 000 Fans statt. Hackenschmidt musste das Match jedoch mit einem verletzten Knie bestreiten. Angeblich soll Gotch zudem einen Trainingspartner von Hackenschmidt eine hohe Summe bezahlt haben, um die Verletzung noch zu verschlimmern. Darüber gibt es aber auch viele geteilte Meinungen. Letztendlich konnte Gotch zwei Falls holen und das Match somit gewinnen.

Nach dem Match beendete Hackenschmidt seine Karriere. Fortan lebte er mit seiner Frau in England. Später brachte er einige Bücher heraus, darunter sogar einige Philosophie Bücher. Das bekannteste seiner Bücher trägt den Namen "The Way To Live" und ist eine Autobiografie. Georges Hackenschmidt, welcher in seiner Karriere mehr als 3000 Kämpfe bestritt, davon nur zwei verlor, verstarb am 19. Februar 1968, im Alter von 90 Jahren.

"Throughout my whole career I have never bothered as to whether I was a Champion or not a Champion; The only title I have desired to be known by is simply my name - George Hackenschmidt"