| Der Montreal Screwjob - Survivor Series 1997 |
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(Der „Montreal Screw Job“)
„Ring that damn bell!!!“ Mit diesen Worten verlor Bret „The Hitman“ Hart am 09. November 1997 jegliches Vertrauen in die Menschen, die er in der World Wrestling Federation mit am meisten schätzte. Aber fangen wir am besten etwas früher an, damit auch die Menschen am bisher grössten Betrug der Wrestlinggeschichte teilhaben können, die es nicht live bzw. am Fernsehschirm miterlebt haben. Chronologie der Ereignisse: 20. Oktober 1996 Ja, ihr lest richtig. Über ein Jahr vorher fing die Geschichte an. Bret Hart stand damals vor der Entscheidung, ob er weiter bei der World Wrestling Federation (WWF) bleiben soll, oder ob er zu der Konkurrenzpromotion von Ted Turner, World Championship Wrestling (WCW), wechseln sollte. Immer wieder überlegt er, auf welches Angebot er eingehen soll…Diese Entscheidung fiel ihm nicht leicht. Immerhin hat er sich zwei Wochen lang immer wieder um entschieden. Das Angebot der WCW war vom Geld her bedeutend besser. Auch bot man ihm dort an, ihn zu einem Filmstar zu machen. Genau dieses Ziel wollte Bret Hart während seiner Abwesenheit vom Wrestling erreichen. Ausserdem erklärten ihm Eric Bischoff und Kevin Nash immer wieder, wie vorteilhaft es sei, dass der Terminplan in der Woche nicht so voll gepackt sei wie er ihn zurzeit habe. Das Angebot von Vince McMahon verfügte über den Zusatz, eine so genannte „Anstellung auf Lebenszeit“ zu bekommen. Er legte ihm den berühmten 20 Jahres Vertrag vor. In den drei Jahren vor seinem Rücktritt sollte Bret Hart 1,5 Millionen Dollar pro Jahr verdienen. Nach drei Jahren würde Hart denn vom aktiven zum inaktiven Wrestler wechseln. Ihm wurde für die restlichen 17 Jahre ein Job im Front Office angeboten, allerdings dann natürlich zu weniger Geld, als wie er zu aktiven Zeiten verdienen würde. Mehrere gute Freunde und auch seine Berater sagten ihm, dass er das Angebot der WCW annehmen solle. Es wäre schliesslich attraktiver für die Zeit nach dem Wrestling. Bret Hart machte sich auf den Weg zur nächsten Raw Show, welche in Fort Wayne, Indiana stattfanden. Er hatte dem Vertrag von Eric Bischoff eine Absage erteilt und McMahon mündlich zugesichert zu unterschreiben. Bei den Tapings unterschrieb er den Vertrag der WWF und gab ein Interview. In diesem sagte er, dass er immer der WWF die Treue halten und sich nie verkaufen würde. Auch bekundete er seine Treue zu den Fans. Dies werde er bis zu seinem Rücktritt so halten. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass sich die Beziehung zwischen Vince McMahon und dem „Hitman“ Bret Hart jemals hätte so drehen können. 10. März 1997 Vince McMahon kam zu Bret Hart und meinte, dass sein Gimmick als Top Babyface den Saft verloren hätte und er fragte Bret, ob er nicht Lust hätte, mal den Heel zu mimen. Anfangs war Bret Hart von der Idee sehr angetan. 13. März 1997 Doch nur drei Tage später schlug seine Stimmung etwas um, als nämlich Vince ihm seine eventuell zukünftigen Gegner präsentierte Sollte er Face bleiben, könne er wählen zwischen einer Fehde gegen Mankind, Vader oder Stone Cold Steve Austin. Würde er aber Heel turnen, wären für ihn Shawn Michaels, der Undertaker und nochmals Steve Austin vorgesehen. Wie man sieht, hatte Hart die Möglichkeit als Face oder Heel gegen Austin zu kämpfen…was für ein Zufall. Bret entschied sich für den Heel, da es nach Ansicht beider mehr Geld in die Kassen bringen würde. Allerdings hatte Bret eine Bitte, nämlich dass er vor dem Ende seiner aktiven Laufbahn wieder als Face auftreten darf. Er wolle so den Fans in guter Erinnerung bleiben. Vince lenkte ein. Bret schlug mit der Idee beim Office auf, das gute alte „Anti-American-Angle“ auszupacken. Austin und Hart würden bei Wrestlemania die „Seiten“ (Heel/Face) tauschen. Ausserdem könne er so in seiner Heimat Kanada weiterhin Face bleiben, zumindest bei den Fans. Ebenso in Europa, wo er sehr viele Anhänger hat. Für eine Rückführung zum amerikanischen face gab es auch schon eine Möglichkeit. Diese würde dann bei der richtigen Gelegenheit zum Tragen kommen. Juli 1997 Vince McMahon unterrichtete Bret Hart darüber, dass es der WWF finanziell nicht so besonders gehen würde. Es könne sein, dass besondere Forderungen, die mit Geld zu tun haben würden, eingefroren werden müssten. 08. September 1997 Nur drei Monate nach dieser Nachricht kam Vince wieder auf Bret zu und meinte, dass es nun richtig bergab gehen würde und er ihm das normale Gehalt, was sich auf ca. 30.000 $ die Woche belief, nicht mehr zahlen könne. Vince machte ihm den Vorschlag, sein Gehalt um 50% zu kürzen und ihm das restliche Geld auszubezahlen, wenn die Firma wieder den Gipfel erreicht hätte. Notfalls würde er Hart das Geld auch ausbezahlen, wenn dieser nicht mehr aktiv im Ring stehen würde. Bet Hart war von diesem Vorschlag gar nicht angetan und schlug ihn aus. Er hatte Angst, dass er das Geld niemals zu Gesicht bekäme. 20. September 1997, WWF PPV "One Night Only” Birmingham, England Der „British Bulldog“ Davey Boy Smith, seines Zeichen Schwager von Bret Hart, sollte an diesem Abend seinen European Titel Match gegen Shawn Michaels gewinnen. So lautete zumindest der Plan bis ca. eine Stunde vor dem Beginn der Show. Dann kam nämlich Vince McMahon zum Bulldog und meinte, er solle den Titel heute gegen Michaels verlieren. Smith fand die Idee Schrott, sich im eigenen Land hinzulegen und den Titel abzugeben. McMahon erklärte ihm den Hintergrund. Er wollte dadurch eine zweite noch grössere Show aufbauen, welche auch in England stattfinden wollte, nämlich in der Heimatstadt von Smith: Manchester. Dort sollte sich Smith dann den Titel zurückholen. So ein ähnliches Ereignis gab es schon mal mit Shawn Michaels und Sid. Damals konnten in die Heimatstadt von Shawn Michaels (San Antonio, Houston) über 60.000 Zuschauer gelockt werden. Das komische an der Geschichte war nur, dass dieses Mal Smith erst eine Stunde vor dem PPV davon in Kenntnis gesetzt wurde. Ungefähr zur gleichen Zeit wollte Vince Bret in eine Fehde mit Shawn Michaels einbauen, doch dieser kam damit nicht zurecht, aufgrund der Vergangenheit mit Michaels. Hart meinte, dass auch Shawn die Idee ablehnen würde. Stimmt, denn einige Wochen vorher sagte Shawn, dass er mit den Leuten von der Hart Foundation nicht arbeiten würde. Besonders nicht mit Owen und Bret. Denen vertraue er gar nicht. Zu einer Fehde gegen den Bulldog liess er sich dann aber überreden. So kam zur Fehde Michaels/Bulldog, und nicht Michaels/Hart, wie er es gerne gesehen hätte. 22. September 1997 Es waren die Raw Tapings nach dem „One Night Only“ PPV. Vince McMahon kam auf Bret Hart zu und hatte keine guten Nachrichten für ihn. Er sagt ihm knallhart ins Gesicht, dass die WWF den Vertrag mit ihm nicht einhalten werde, da sie den „Hitman“ nicht mehr bezahlen könnten. Ausserdem sagt Vince, dass Bret doch zur WCW wechseln solle, da er dort mehr Geld verdienen könne als hier. Hart war geschockt. Er könnte nicht glauben, was er dort aus dem mund von Vince McMahon hörte. Bret wusste nicht, was er sagen sollte. Nach all den Jahren kam so etwas. Er fühlte sich irgendwie schlecht bei dem Gedanken, die WWF zu verlassen. Als Hart damals seinen Vertrag verlängerte, liess er sich eine Ausstiegsklausel einsetzen, welche im zusicherte, dass er die WWF innerhalb von 30 Tagen verlassen konnte. Ausserdem wurde ihm kreatives Handling gelassen, das seinen Charakter glaubwürdig aus Promotion entlassen könnte. Vince McMahon sicherte ihm sogar schriftlich sein Einverständnis zu Vertragsverhandlungen mit der WCW zu. Das Zeitfenster zwischen Kündigung und Vertragsverhandlungen hatte auch noch nicht begonnen. Bret Hart kontaktierte daraufhin kurze Zeit später Eric Bischoff. Noch am selben Tag gab es ein Treffen zwischen Bret Hart, Shawn Michaels und Vince McMahon. In diesem erklärte der Heartbreak Kid, dass er sich in der WWF für niemanden mehr hinlegen würde. Weder für Bret Hart noch für irgendeinen anderen Wrestler im Lockerroom. Alle Wrestler hatten dieses Statement abgelehnt und schürten nun noch mehr Zorn auf Shawn. 04. Oktober 1997 Bret Hart und Shawn Michaels einigten sich nun doch darauf, zusammen zu arbeiten…der Liebe zum Business wegen. Bei einem weiteren Meeting wiederholte Shawn Michaels aber seine Worte, dass er sich nicht hinlegen werde. Vince machte den Vorschlag, dass das erste Match in Montreal stattfinden soll. Ein No Contest würde es geben, da sich der Undertaker einmischen würde. Daraufhin soll Bret dann am 07. Dezember 1997 in Springfield, Massachusetts gegen den Taker ein Match bestreiten. Shawn Michaels würde dort eingreifen und Hart so zum Titelgewinn verhelfen. Am 08. Januar 1998 würden sich dann beim Royal Rumble Shawn Michaels und der Undertaker gegenüberstehen, und zwar im Main Event. Bret Hart sagte, dass er sich am Ende dieser Fehde gern für Shawn Michaels jobben würde. Shawn schaute Bret an und meinte, dass er dasselbe aber nicht für ihn tun würde. 12. Oktober 1997 Bret Hart und Shawn Michaels trafen sich nochmals wegen diesem Thema und Michaels machte ihm unmissverständlich klar, dass er sich auf keinen Fall hinlegen werde. 21. Oktober 1997 An diesem Tag kam Vince McMahon mit einer Idee zu Bret Hart, die er absolut nicht in Ordnung fand. Vince meinte, dass Bret den Titel gegen Shawn Michaels in Montreal verlieren sollte, also praktisch in seinem Wohnzimmer. Versprach ihm aber im gleichen Atemzug, dass er sich den Titel am 07. Dezember des gleichen Jahres von michaels zurückholen werde. Bret gingen die unzähligen Kommentare von Michaels nicht aus dem kopf, worin er behauptete, sich nie für Bret hinzulegen. Er fand es absolut nicht gut als Kanadier in seinem eigenen Land zu verlieren und den Titel abzugeben. Es würde zu einem endlosen Rattenschwanz USA vs. Kanada kommen. Dann fragte er Vince, ob es nicht möglich sei, seinen Titel in Montreal zu verteidigen und dann am 07. Dezember in Springfield zu verlieren. Ausserdem meinte er noch, dass er nicht gerne für jemanden jobbt, der nicht dasselbe für ihn tun würde und er betonte nochmals, dass er den Titel auf keinen Fall bei sich zu Hause verlieren möchte. Kurz darauf trafen sich Vince McMahon, Bret Hart und Shawn Michaels sowie Pat Patterson zu einem Meeting. Michaels gab zum Besten, dass er manchmal Dinge sagen würde, die unheimlich unklug seien. Er hätte nun kein Problem damit, sich für Hart hinzulegen, wobei ihm Tränen in den Augen standen. Bret Hart wollte aber immer noch nicht dann Titel in Montreal abgeben. Er traute Shawn nicht. Bereits vor diesem Treffen wurde Bret Hart gefragt, ob er gegen Hunter Hearst Helmsley jobben würde und durch Pinfall den Titel nach Eingreifen von Shawn michaels abgeben würde. Dies solle dann in Oklahoma geschehen. Doch Hart änderte das Ergebnis in einen Count Out. Später wurde Hart darauf angesprochen, ob er sich denn für Ken Shamrock hinlegen würde. Diesmal solle er aufgeben, kurz bevor es zu einem Einriff kommen soll. Dagegen hatte Hart nichts. Er mochte und respektierte Ken. Erneut trafen sich Hart, Michaels und McMahon und erklärten erneut, dass sie zusammenarbeiten wollten. Nun wurde vereinbart, dass die Familien beider aus der Sache herausgelassen wurden. Beide hielten sich daran….ca. eine Woche lang. Shawn gab ein Promo, in welchen er den Vater von Bret, Stu Hart auf übelste beschimpfte. Stu und Owen hart unterrichteten Bret darüber, was Michaels gesagt hatte. Man muss dabei sagen, dass Bret schon seit einigen Wochen keine RAW Show mehr schaut. Dies tat er aus dem Grund, dass seine Kinder, selbst grosse Wrestlingfans, nicht sehen sollte, in welche Richtung der Sport gehen würde. 24. Oktober 1997 Kurz vor der Show im Nassau Coliseum kam Vince McMahon auf Bret Hart zu und sagte ihm, dass es der Promotion wieder besser gehe. Dies bedeute, dass er Bret den ganzen Betrag, den er vertraglich zu erhalten habe, bezahlen kann. Bret freute sich darüber und meinte, dass die WCW ihm bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Angebot vorgelegt habe. Es wäre sein grösster Wunsch, die WWF nicht verlassen zu müssen. Trotzdem fühle er sich nicht wohl, in dieser unbehaglichen Situation sich für Shawn Michaels hinlegen zu müssen. Bret Hart ging danach auf eine Tour durch den Oman. Er war sich sicher, dass er danach weiter für die WWF arbeiten werde. Doch falls er noch wechseln wolle, würde sein Zeitfenster für die Kündigung um Mittenacht am 01. November 1997 enden. 31. Oktober 1997 Wenn Eric Bischoff etwas auf dem Kasten hatte, dann war es die Tatsache, immer bis zum passenden Augenblick zu warten, auch wenn dieser sehr kurzfristig war. Ein Tag vor dem Ende des Zeitfensters, also einer Kündigung oder Vertragsverlängerung bei der WWF, rief Eric Bischoff Bret Hart an. Er machte ihm ein sehr lukratives Angebot, mit vielen kreativen Freiheiten und natürlicher mehr Geld für weniger Arbeitszeit. In einer RAW Show am 10. November nannten Jim Ross und Jerry „The King“ Lawler 3 Millionen Dollar als zukünftiges Gehalt von Bret Hart bei der WCW. Bret sagte zu dieser Aussage, dass JR und Lawler angeblich keine Ahnung gehabt haben, wie viel es wirklich war, doch einige Stimmen behaupten, dass die beiden gar nicht so weit von der Summe entfernt waren. Hart hatte zu diesem Zeitpunkt aber weder „Ja“ noch „Nein“ zu Bischoffs Angebot gesagt. 01. November 1997 Deadline „Zeitfenster“ Um Mitternacht sollte es nun also soweit sein, Bret Hart musste sich entscheiden. Ein weiteres Jahr WWF oder Neuanfang in der WCW? Bret rief Vince McMahon an. Er erzählte ihm von Erics Angebot. Er wollte wissen, was er mit ihm in den nächsten zwei Jahren als Wrestler plane und dass er gar nicht soviel Geld brauche, wie es ihm Bischoff geboten habe. Er würde schon gerne in der WWF bleiben, wollte aber einen genauen Plan von Vince. Vince sagte Bret, dass er erst etwas darüber nachdenken müsse, was er mit Bret vorhabe. Vince meinte, dass er ihn in einer Stunde wieder anrufen würde. Es dauerte nicht lange und Eric Bischoff rief Bret an. Bischoff wollte nun, den Vertrag in trockene Tücher bringen und drängte auf eine Vertragsunterzeichnung. Nach genau vier Stunden (nicht einer, wie es Vince gesagt hatte) rief Vince McMahon Bret zurück. Er gab an, dass er bei seinem Friseur sitzen würde. Was er mit dem Hitman in naher Zukunft vorhabe, könne er zu diesem Zeitpunkt nicht aus dem Ärmel schütteln. Er meinte, dass Bret ein Mann mit Menschenkenntnis und sehr gutem Urteilsvermögen sei und ihm einfach vertrauen solle. Genauso wie er es schon immer gemacht habe. Weiterhin kam wieder der Plan auf den Tisch, dass Bret seinen Titel in Montreal gegen Shawn Michaels verlieren und ihn in Springfield zurückerobern sollte. Vince sagte ihm, dass falls er sich überlegen wolle zu kündigen, man ja die Deadline des Zeitfensters auch nach hinten verschieben könne. Bret fand dies in Ordnung, wollte es aber schriftlich von McMahon haben. Dieser meinte, dass er es heute nicht mehr schaffen würde, da er heute Abend mit seiner Frau ins Kino gehen würde. Vince sagte noch,d ass seine Worte wie geschriebenes Papier wären und er sich darauf verlassen könne. Wenn Hart allerdings etwas Handschriftliches in der Hand haben wolle, dann müsse er sich mit dem Chief Financial Officer (CIF) der WWF zusammensetzen, dort bekäme er was er wolle. Genau bei diesem CIF rief Hart nach dem Gespräch mit Vince an und man sagte ihm, dass es in so kurzer Zeit keine Möglichkeit gäbe, ein solches Schriftstück aufzusetzen. Es war 19 Uhr als Eric Bischoff erneut anrief und Bret Hart einen Vertrag vorlegte, den er nach eigenen Aussagen nicht hätte ausschlagen können. Es war so gegen 21 Uhr, als Bret Hart einen Anruf von Vince McMahon bekam. Er hoffte immer noch darauf, dass er ihn dazu überreden könnte, in der WWF zu bleiben. Hart wusste bis zu diesem Anruf nicht, was er tun sollte. Er war hin und her gerissen. Vince stellte ihm dann eine Idee vor, welche lautete, dass Hart seinen Titel in Montreal verlieren sollte. Dann beim Match in Springfield sollten der Undertaker und Ken Shamrock mitwirken. Dies sollte ein Fatal Four Way werden, in welchem Michaels ebenfalls gewinnen sollte. Dann im Januar beim Royal Rumble käme es zu einem Leiter Match Shawn Michaels vs. Bret Hart. Auch dort würde dann Michaels gewinnen. Erst bei der Raw Ausgabe in Fresno am 19. Januar 1998 wäre dann Bret Hart vor der Show zu einem Promo herausgetreten. Er würde dann sagen, dass wenn er heute wieder verliere, die WWF verlassen würde. Allerdings hätte er von dem Titel nicht viel, da er diesen bei der kommenden Wrestlemania an Steve Austin hätte abtreten müssen. Man könnte anhand dieser Aussage meinen, dass Vince den Hitman nicht mehr haben wollte. Bret Hart befand die Idee für absoluten Müll. Vier Niederlagen gegen grosse Mitstreiter und nur ein einziger kleiner Sieg. Ihm blieb nichts anderes übrig als noch im selbigen Moment zu kündigen und den Vertrag bei der WCW zu unterschreiben. Dies geschah alles noch vor Mitternacht des 01. Novembers. Er liess in den Vertrag noch einige Geheimhaltungsklauseln einfügen, welche besagten, dass alle Parteien, die von dieser Sache wussten, bis zum 10. November Stillschweigen bewahren mussten. 02. November 1997 Der Druck hatte sich gelegt und die Wogen waren geglättet. Vince und Bret unterhielte sich wie früher, als wäre der ganze Vertragspoker nicht passiert. Vince kam nun wieder mit seiner Idee, dass Bret den Titel in Montreal gegen Michaels verlieren soll. Und nun kommt das Komische an der Geschichte….wenn man es komisch nennen soll. Eher vielleicht noch Ironie, denn Hart sollte den Titel bei einem Screw Job verlieren. McMahon schlug ihm vor, dass es so aussehen soll, als wenn Michaels ihn betrogen hätte. Am Abend später bei der RAW Show meinet Vince, dass doch dann eine Interview gut käme, in welchem Hart McMahon beschimpfen würde, ihn betrogen zu haben. Bret würde ihn dann auch schlagen, aber feste…so dass es echt aussehen würde. Bret fand die Idee immer noch bescheuert, seinen Titel in Montreal oder einen Tag später bei Raw zu verlieren. Die Raw Show des folgenden Tages sollte in Ottawa, Kanada stattfinden. Er hätte keine Probleme damit in Springfield oder sogar im Madison Square Garden zu verlieren, aber nicht in Montreal. Sogar für wen er sich hinlegen würde war ihm egal. Ausserdem wies er auf die Klausel in seinem Vertrag hin, welche ihm zusicherte, dass er kreative Hand habe, was seinen Abgang aus der WWF beträfe. Dieser solle schliesslich vernünftig sein. Sie stritten bis spät in die Nacht und einigten sich darauf, dass es beim Match in Montreal zu einer Disqualifikation kommen soll. Bret würde dann den Titel in Springfield am 07. November in einem Fatal Four Way an Michaels verlieren. Bei Raw am 08. Dezember würde dann Bret ein Face-Interview geben, in welchem er die Firma und Vince in den höchsten Tönen loben würde. Er sollte den Fans irgendwie klarmachen, dass seine Aktionen der letzten Monate nicht in Ordnung waren und dass er mit der Promotion gut verbunden war. Die Fans sollten ihm dann alles abkaufen. Ein Problem gab es aber noch, denn der WCW Vertrag sollte am 01. Dezember beginnen. Bret rief Eric Bischoff an und fragte nach Rat. Dieser gab ihm eine Möglichkeit, bis zu 08. Dezember bei WWF zu bleiben. Er war in der Hoffnung, dass bis dahin diese Unterhaltungen geheim bleiben würden. Er beauftrage Leute, die die Medien untersuchten nach diesen Unterhaltungen. 04. November 1997 Bret Hart bekam einen Anruf von Vince, der meinte, dass ihm das Ende in Montreal nicht gefallen würde. Er ist der Meinung, dass Shawn dort klar verlieren soll und dann in Springfield mit einem kontroversen Ende den Titel „holen“ könnte. In Portland, Oregon könne er dann sein Face-Interview geben. Ausserdem werde er Shawn Michaels von diesem Ende der Storyline Bescheid geben. In der Zwischenzeit verbreitet sich die Meldung, zu dem Zeitpunkt als Gerücht getarnt, dass Bret Hart zur WCW wechseln würde auf mehreren Hotlines. Diese Hotlines gaben nochmals einigen kleineren Gazetten den Stoff, den sie brauchten. Sie machten daraus die „grösste Geschichte des Wrestlings“. 05. November 1997 Das Internet verbreitete diese Nachricht noch schneller. Nun hatten auch die grossen Zeitungen wie Calgary Sun oder Montreal Gazette angebissen. Sie schrieben über den anstehenden PPV eine kurze Vorschau und machten aus dem angeblich anstehenden Wechsel Harts zur WCW einen Riesenbericht. Die Telefonleitungen standen nicht mehr still und brachen nach nur kurzer Zeit zusammen. Vince rief Bret an und sagte ihm, dass Shawn mit dem neune Ende einverstanden sei. Allerdings habe sich nun die Situation geändert. Vince bestand darauf, dass Bret hart seinen Titel noch vor dem PPV abgeben musste. Er wollte nicht einen Tag später in den Fernseher schauen und dort das elendige Gesicht von Eric Bischoff sehen, der behauptete, der WWF Champion würde zur WCW wechseln, Dies wäre der Untergang der WWF, meinte er. Bret versuchte Eric Bischoff zu erreichen um mit ihm zu verhandeln, dass es nicht soweit kommen würde wie Vince erahnte. Doch Bischoff war auf einem Jagdausflug und deshalb nicht zu erreichen. Vince McMahon fragte Bret, ob der Titel nicht einen Tag vorher bei der Houseshow in Detroit wechseln könne. Bret verneinte und sagte, dass es ein Desaster für die WWF würde, wenn er nicht als Champion in Montreal erscheinen würde. Dies wäre der grösste Misserfolg in der WWF Geschichte. Er bot Vince an, den Titel in der darauf folgenden Houseshow zu verlieren…oder halt wann immer er will, hauptsche nicht an diesem Abend. Jim Ross war der Mann an der WWF Hotline und gab auf die brennenden Fragen nach Brets Verbleib immer nur die Antwort, dass Bret sich halt alle Türen offen lasse. Ausserdem hypte er das Match beim PPV mit folgenden Worten: "Es wird ihr erstes Aufeinandertreffen seit 18 Monaten sein und höchstwahrscheinlich sogar das letzte Aufeinandertreffen der beiden besten Superstars aller Zeiten!" 06. November 1997 Ali Tiger Singh wurde zu Promotionzwecken in die Houseshow in Kanada involviert. Er schrieb in einem Artikel der Toronto Sun: "Es ist sehr entmutigend. Er war mehr als ein Mentor für mich. Ich habe ihn immer bewundert, seit ich ein Kind war und falls er wirklich geht, dann werden ihm viele andere Wrestler ihm folgen. Ich werde keine Namen nennen, aber die WCW steht noch mit einigen anderen Personen in Kontakt!" 07. November 1997 Die Onlineberichte und Gerüchte wurden immer heftiger. Es ging um einen langen Machtkampf zwischen Bret Hart und Shawn Michaels. Angeblich sie nun Shawn michaels als Sieger aus diesem Kampf hervorgegangen, da Bret zur WCW wechseln würde. Dies sei als klares Niederlageneingeständnis angesehen worden. Aber auch viele sind der Meinung, dass sich Vince Bret Hart nicht mehr leisten konnte und ihn etwas unrühmlich aus diesem Vertrag haben wollte, den er anscheinend besser nicht eingegangen wäre. Vince ging nun mehr auf michaels ein, der ihm Ratschläge in die, von anderen Wrestlern und Beratern, gesehen falsche Richtung führen würde. In den vielen Wrestlingforen wurden Shawn Michaels und Vince McMahon als Buhmänner auserkoren. Sogar im hauseigenen Forum der WWF bekamen die beiden so heftige Reaktionen von den „Marks“, dass alles was mit Bret Hart zu tun hatte, aus dem Forum gestrichen wurde. Dies schürte natürlich nur noch mehr die Wut der Fans. Dies ging vielen zu weit und sie sprachen von Zensur, bis sich Vince McMahon mit einem offenen Brief an die Fans wandte. In diesem erklärte er die Situation um Bret Hart, dass es nicht alleine die Entscheidung von Vince McMahon war, sondern auch die von Bret. Er ging darauf ein, dass die ganzen Probleme, die in der WWF gezeigt werden auch ausserhalb passieren könnten. Er ging auch auf die Figur Shawn Michaels ein und das sie so reagieren muss, wie es im TV zeigt. Dies gehöre schliesslich zu seiner Arbeit, sich so zu geben. Ausserdem hypte er am Ende noch den Main Event und hoffte, dass der Bessere gewinnen würde. Aber die Fans wurden nur noch wütender. Bret Hart hatte vor der Houseshow in Toronto noch ein Interview bei der TSN Talk Show „Off The Record“. Schon zu Anfang der Show gab der Moderator einen Einwurf zur WCW Situation, dass ihm viele tausend Anrufe brachte. Bret Hart sagte nur, dass er seine 30 Tage Kündigungsfrist eingehalten habe und er beide Seiten offen lasse. Die Angebote würden von seinen Beratern geprüft. Der Moderator löcherte ihn mit Fragen zum Wechsel doch Bret sagte nur, dass er sich an gewisse Vereinbarungen halten müsse und zurzeit noch nichts sagen könne. Allerdings gab er an, dass er und die WWF momentan einige Differenzen hätten, da er der Meinung ist, dass sich das Wrestling in die falsche Richtung bewegen würde. In der Show zog er auch über Shawn Michaels her. Wenn er etwas über Michaels sagte, das war es über sein Gimmick, Michaels dagegen ging auch unter die Gürtellinie und gegen seine Familie. So etwas mache man nicht, meinte Bret. Er erinnere sich an eine Aktion von Shawn, wo die Kabine der Nation of Domination zertrümmert war und Michaels meinte, dass es die Hart Foundation gewesen sei. Er wollte damit ganz klar ausdrücken, dass Bret ein Rassist sei. Bret meinte, dass er der Ansicht sei, wenn Rassismus und ähnliche Dinge so gefördert werden, dann sei die Promotion auf dem falschen Weg. Dann sprach er darüber, dass er eigentlich nichts dagegen hat, wenn man seine Eltern beleidigt, da es Jerry Lawler schliesslich seit zwei bis drei Jahren tun würde. Aber diese Kommentare von Lawler waren immer auf die komische Art gemeint. Auch wenn einige Aussagen bei ihm schlecht ankamen, so konnte er nicht sauer sein wenn er sah, dass seine Mutter darüber lachte. Bei Michaels sei dies anders gewesen. Das Interview, die Probleme zwischen Michaels und Bret Hart sowie der bevorstehende Wechsel Harts zur WCW und die ganzen Gerüchte um diesen heizten das Match noch mehr an und machte es immer attraktiver. Bei der abendlichen Houseshow waren 14.374 Fans anwesend. Dies brachte Vince noch mal gutes Geld in die Kasse (satte 496.674 $). Einige Fans wussten wohl schon genau was auf sie zukam und skandierten Bret: "You Sold Out!" Eigentlich hatte Bret in den letzten Jahrzehnten schon einiges zu hören bekommen, doch diese Chants in seinem eigenen Land taten ihm schon eine wenig weh. Undertaker, Mankind & Steve Austin vs. Bret Hart, Davey Boy Smith & Jim Neidhart, so lautete er Main Event des Abends. Neidhart sprang für den verletzten Owen Hart ein, der immer noch an einer Gehirnerschütterung laborierte. Bei diesem Finish sollte Bret den Stunner von Austin einstecken. Nachdem er aber merkte, dass er bei dieser immer noch anhaltenden USA vs. Kanada Fehde der einzigste Kanadier im Ring war, lehnte er ab. So musste Jim Neidhart den Stunner kassieren. 08. November 1997 Was bis dato noch keiner wusste; die Cobo Arena in Detroit wurde zum Schauplatz des letzten Matches von Bret Hart für die WWF in Amerika. Die Möglichkeiten eines Betruges kamen in den Köpfen von vielen auf. So etwas wurde früher gerne praktiziert, wenn man jemanden weg haben wollte. Bret Hart ging an diesem Tag in das Büro von jemandem, dem er als einzigsten Offiziellen von WWF noch vertraute: Earl Hebner. In diesem Business hat man über die Jahre vielleicht ein paar gute Bekanntschaften, aber Hebner und Hart waren immer gute Freunde. Hart gab ihm zu verstehen, dass er sein bisschen Macht spielen lassen würde, damit Hebner das Match leiten könne. Er wäre der einzige Mensch auf der Welt, dem er noch trauen kann. Hebner entgegnete, dass er lieber kündigen würde als zu versuchen, Bret reinzulegen. Er schwörte sogar auf seine Kinder. Einen Tag vorher gab es ein Meeting der hohen Herren der WWF. An diesem Meeting waren Vince McMahon, Shawn Michaels, Jim Ross, Jim Cornette und Pat Patterson beteiligt. Einige Stimmen behaupten, dass zwei der Teilnehmer mit versteinerter Miene das Hotelzimmer verlassen haben sollen. Jim Ross begab sich danach wieder an seine Hotline und machte dort einige komische Ansagen. Er behauptete, dass die zusätzliche bewaffnete Security zum Schutz da wäre und sich Shawn Michaels und Bret Hart an den entlegensten Punkten der Arena ihre Umkleidekabinen hätten. Sie dürften sich auf keinen Fall vor dem Match über den Weg laufen, da die Spannungen zwischen ihnen zu gross seinen. Netter Work von JR, da sich Michaels und Hart in derselben Kabine umkleideten, um das Match ganz normal durchzusprechen. Ausserdem sagte er, dass Vince McMahon nicht der Ringannouncer sein werde, da dieser sich um kleiner Probleme kurz vor der Show kümmern müsse. Und Jim Ross sagte noch etwas, was Bret Hart bis dahin nicht bewusst war. Er meinte, dass dies heute Abend das letzte Match von Bret Hart in der WWF sein werde. 09. November 1997 WWF-PPV Survivor Series, Montreal, Kanada Am Nachmittag des 09. November trafen sich Bret hart und Vince McMahon. Vince meinte: „Was möchtest Du, dass ich tue, Du hast mich an den Eiern." Bret Hart wolle nur, dass er die Arena mit erhobenem Haupt verlassen kann. Hart sagte: "Lass mich Dir den Gürtel bei RAW morgen in Ottawa überreichen. Jeder hier weiss, dass ich gehen werde, weswegen ich gerne die Wahrheit in Ottawa sagen würde, morgen bei Monday Night RAW." Mit „Wahrheit“ meinte Bret die ganze Geschichte über Vertragsbrüche, Lügen, Streit über das Ende diverser Matches etc.. Vince stimmte zu. Er war der Meinung, dass dies das Einzige war, was sie tun konnten. Bret und Shawn zogen sich um und besprachen das Match. Beide waren sich einig, dass es das beste Match aller Zeiten werden sollte und die Fans ihn (Hart) mit tosendem Jubel verabschieden sollten. Es sollte mit einem längeren Brawl vor dem Match beginnen, dann sollte das Match ca. 17 Minuten dauern und mit einer Disqualifikation enden. Sie hatten sich geeinigt, als Pat Patterson hereinplatzte. Er hatte ein Finish parat, was Bret zum Verhängnis werden sollte. Der Referee ist down und könne so das Finish nicht sehen. Shawn würde Bret in den Sharpshooter nehmen, den Trademark Finisher des Hitman. Dieser kontert ihn dann aus. Doch Hebner sieht nicht, wie Michaels aufgibt. Dann soll Bret den Move lösen, um nach Hebner zu schauen. Sofort würde Michaels Bret die Sweet Chin Music einschenken und eine weiterer Referee Mike Chioda käme zum Ring. Owen Hart und Davey Boy Smith würden ihm folgen. Pat meinte, dass auch eventuell noch Jim Neidhart mitkäme. Der Ref würde zählen und beim dritten Male, wo die Hand des Refs auf den Boden schlagen soll, wird dieser aus dem ring gezogen. Dies könnte Owen dann machen. Hebner käme dann wieder hoch und würde bis kurz vor drei zählen. Kickout von Hart und es sollen vier oder fünf Minuten lang Nearfalls folgen. Danach soll dann das Match durch eine Disqualifikation enden. Bret stimmte zu. Kurz vor der Show sprachen Davey Boy Smith und Vader mit Bret Hart. Er solle sich vor Betrugsversuchen schützen. Bret solle aufpassen, keine Submission Holds oder ähnliche gefährliche Situationen über sich ergehen lassen. Auch Nearfalls wären zu gefährlich. Ausserdem rieten sie ihm, Michaels niemals den Rücken zu kehren. Dieser könnte mit einem harten unerwarteten Punch alles beenden. Bret hart verstand, dass er sich in einer Lage befand, wo er dem Versuch des Betruges sehr nahe war. Ihm passte plötzlich nicht mehr., dass er sich in den Sharpshooter begeben sollte, doch die Tatsache, dass Earl Hebner mit im Ring sei, gab ihm eine wenig Sicherheit. Das Match Molston Center, 20.000 Zuschauer…mehr wütend als aufgepeitscht, da sie bis zu diesem Zeitpunkt mit Matches abgespeist wurden, die eines PPVs unwürdig war. Backstage machte man sich aber mehr darüber Sorgen, ob die Fans durch die Nachricht des Promotionwechsels von Bret hart den PPV platzen lassen könnten. Die Show war allerdings bereits zwei Tage vor dem Event ausverkauft, womit man nicht gerechnet hatte. Man konnte einigen Fans in der Halle anmerken, dass sie von dem Wechsel wussten. Sie hatten Schilder dabei, die ihre Meinung kundtaten. Aber auch die WWF und Shawn Michaels bekamen ihr Portion Unmut geäussert. Kommen wir nun aber zum Match. Ungewöhnlich war, dass Vince McMahon nicht am Kommentatorenpult sass, so wie er es sonst pflegte zu tun. Auch war er bei der ganzen Show noch nicht einmal aufgetaucht. Auch gab es kein Promo oder Interview vom amtierenden Champion Bret Hart, welches noch mal die Stimmung hätte anheizen sollen. Brets Name fiel am Anfang der Show und es gab mehrere Buhrufe der Fans die wussten, dass er gehen würde. Shawn Michaels kam zum Ring und zog Heat auf sich, als er sich mit der kanadischen Flagge die Nase schnäuzt und mit ihr in der Nase rumbohrte. Ausserdem wischte er sich den Hintern mit ihr ab. Bret Hart brauchte gar nichts mehr zu tun, er war durch Michaels Aktionen auf einen Schlag das Top Face der Promotion. Das Match begann wie besprochen, erst ein heftiger Brawl draussen. Sie prügelten sich bis zu den Fans, welche so aussahen, als ob sie jede Sekunde auf Michaels einschlagen wollten. Nachdem die beiden aber einige refs und Securityguys niederstreckten, merkten sogar die cleversten Fans, dass dieser Brawl auf dem höchsten professionellen Level ablief. Doch immer noch war etwas komisch. Es waren extrem viele Sicherheitsleute anwesend und auf einmal auch Vince McMahon, der wie ein Wilder gestikulierte. Tom Prichard, er war der Mann, der den Refs und anderen Leuten sagte, wann sie z.B. eingreifen sollten etc., brüllte in sein Mikrofon des Headsets, dass noch mehr Sicherheitspersonal herauslaufen soll. Hmm…die Frage ist: Warum? Michaels und Hart hatten den Brawl bereits hinter sich gebracht und waren im Ring. Das Ende des Matches sollte eine Disqualifikation sein und war auch noch in weiter Ferne, nämlich ganze acht Minuten. Der Screw Job Es war soweit, alles lief wie geplant. Bret stieg auf das Seil um den Double Sledge zu zeigen und Shawn zog Earl Hebner als Schutz vor sich. Shawn michaels blickte kurz auf zu Vince McMahon und setzte den Sharpshooter gegen Bret Hart an. Immer noch läuft alles wie vorher abgesprochen. Doch nun aufgepasst: Mike Chioda, der andere Ref, wartete backstage über Kopfhörer auf sein Signal zum Run In. Er hörte, wie der Verantwortliche des Backstagebereiches in sein Mic brüllte, dass es Zeit sei für Hebner, sich zu erheben. Dieser sprang fast wie ein neuer Mensch auf. Chioda schrie, dass Hebner doch liegen bleiben müsse. Auch Owen Hart und Davey Boy Smith warteten auf ihren Run In und schauten ein wenig verwirrt, als Hebner aufstand.. Sie mussten mit ansehen, wie ihr Bruder bzw. Schwager betrogen wurde. Prichard platzte fast vor Wut, er brüllte, dass dies so nicht abgesprochen war. Bret Hart war immer noch ahnungslos und blieb noch ein wenig im Sharpshooter. Michaels sollte dadurch noch mehr Heat bekommen. Dann der Moment, Shawn zog noch mal etwas fester an, blickte ganz kurz zu Hebner und schaute auch gleich wieder weg. Mehrere Wrestler waren der Meinung, dass dies der Augenblick gewesen sei, wo Michaels sich verraten habe, wo er andeutete, dass er eingeweiht war. Auch wenn er wie besprochen später den Griff lockerte, damit Hart einen Konter ansetzen konnte. Hebner drehte sich um und schrie zum Zeitnehmertisch: „Ring the bell!“ Vince hatte sich mittlerweile an den Zeitnehmertisch gesetzt. Fast zeitgleich mit Hebner schrie Vince McMahon den Zeitnehmer an: „Ring that damn bell!!!“ er stiess dabei dem Zeitnehmer seinen Ellbogen in die Rippen. Bret Hart hatte gerade das Bein von Michaels zu packen bekommen, um den Konter anzusetzen, als die Glocke läutete. Shawn fiel sofort nach vorne und man spielte ohne zu zögern seine Musik ein. Er wurde dann zum Sieger und neuem World Champion ernannt. Earl Hebner, der Mann auf den sich Bret Hart so verlassen hatte, sprintete aus dem Ring, durch den Backstagebereich zu einem mit laufendem Motor wartenden Auto und man brachte ihn auf dem schnellsten Weg aus der Stadt. Er sollte eigentlich noch die beiden Raw Shows mitmachen, aber diese Planung wurde gestrichen. Im Ring erhebten sich Bret Hart und Shawn michaels und schauten sehr verärgert und verwirrt auf Vince McMahon. Sie beschimpften ihn aufs Übelste. Dann erkannte Bret Hart den Betrug und spuckte Vince McMahon ins Gesicht. Dieser brüllte Shawn an, dass er sich den Gürtel nehmen und verschwinden soll. Shawn folgte der Aufforderung und ging mit wütendem und verwirrtem Blick Richtung Vorhang. Jerry Brisco begleitete ihn und sagte ihm, er solle zum Zeichen des Sieges den Gürtel in die Luft halten. Auch dieser Aufforderung folgte Michaels. Genau vier Minuten früher als geplant liess McMahon die Show schlagartig enden. Was nach der Show geschah… Alle Offiziellen am Ring entfernten sich von dort und auch Vince ging schnurstracks mit Pat Patterson und noch ein paar anderen Mitarbeitern in sein Büro, um sich dort einzuschliessen. Jim Neidhart, Owen Hart und Davey Boy Smith kamen zum Ring, um Bret zu beruhigen. Dieser tickte total aus und zerstörte alles, was ihm in den Weg kam. Vor allem das Kommentatorenpult und die Monitore darauf hielten seiner Wut nicht stand. Dann hatten die Vier noch eine Diskussion im Ring, wobei sie alle ziemlich verwirrt und wütend drein blickten. Danach bedankte sich der Hitman bei den Fans und schrieb mit den fingern in die Luft „WCW“. Es gab sogar Applaus für diese Zeichen. Bret Hart ging zurück zu den Umkleidekabinen und sein erstes Opfer sollte Shawn michaels sein. Dieser aber stritt vehement ab mit der Sache etwas zu tun zu haben. Er schwörte darauf, dass er nichts gewusst habe. Es käme ihm nie in den Sinn, so den Titel geschweige denn überhaupt ein Match zu gewinnen. Shawn sei angewidert von dieser Aktion und werde aus Protest bei den kommenden Raw Shows den Gürtel nicht anziehen und auch erst gar nicht mitnehmen. Dies solle sein Beweis an Bret sein, dass er mit der Sache nichts zu tun habe. Bret meinte nur, dass Shawn am nächsten Abend ja zeigen könne, ob er lügt oder nicht. Alle Wrestler waren ziemlich angepisst von der Situation und sauer auf den Chairman. Vor allem ging ihnen durch den Kopf, wie man Vince jemals wieder trauen sollte, wenn er schon jemanden wie Bret Hart, der die Firma seit fast zwei Jahrzehnten auf seinen Schultern getragen und niemals durch eine Krankheit gefehlt hatte, auf eine derart schmutzige Weise hinterging. Vince hatte soviel Probleme in der letzten Zeit, das Image, vor allem seines, wieder aufzupolieren und nun zauberte er so eine „Schweinerei“ aus dem Hut. Die Fans bekamen an diesem Abend zum ersten Mal das wahre Gesicht von Vince McMahon zu sehen, von dem Mann, der die Macht hat jemanden ganz nach oben zu bringen, um ihn dann wieder fallen zu lassen. Der Undertaker liess eine Wut an der Umkleidekabine aus. Als Vince McMahon herauskam verlor der Taker keine Sekunde und sagte ihm bedrohlich ins Gesicht, dass er sich bei Bret Hart entschuldigen soll. Vince ging mit seinem Sohn Shane und Sgt. Slaughter und Jerry Brisco zur Kabine von Bret. Davey Boy Smith öffnete und sagte, dass Bret ihn nicht sehen wolle. Vince trat mit seiner Mannschaft trotzdem ein und wollte mit Bret reden. Er entschuldigte sich und gab als Grund erneut an, dass er es nicht zulassen konnte, dass Bret am nächsten Tag bei der WCW auftaucht und Eric den WWF Champion als Neuzugang präsentieren konnte. Dies hätte der WWF das Genick gebrochen, meinte Vince. Bret meinte, dass es überhaupt kein Problem damit gehabt hätte, den Gürtel am nächsten Tag bei Raw zurückzugeben. Das hätte ihm absolut nichts ausgemacht. Doch nun werde er sich anziehen und wenn Vince dann immer noch hier sein sollte, werde er ihn hinausprügeln. Nun beleidigte Hart den Chairman und sagte, dass er ein Haufen Scheisse sei und ein ausgewachsener Lügner. Schliesslich habe er sich all die 14 Jahre den Arsch aufgerissen und habe nur zweimal eine Show verpasst. Er habe für diese Promotion immer sein Bestes gezeigt, selbst wenn er verletzt war. Er setzte sogar seine Gesundheit für sie aufs Spiel und das soll der ganze verdammte Dank dafür sein. Hart redete sich in eine richtigen Rausch. Vince entgegnete ihm, dass er in all den Jahren Bret auch nur einmal angelogen habe, und das wäre nun gewesen. Bret wurde noch wütender. Er packte innerhalb von nur zwei Minuten mindestens 15 Lügen von Vince aus, die er ihm alleine im letzten Jahr aufgetischt hatte. Manche fragen sich bis heute, wie Bret diese Lügen so schnell und so einfach aus dem Ärmel schütteln konnte. McMahon wusste nicht mehr, was er sagen sollte, Bret gab ihm aber auch keine Möglichkeit. Er machte ihn formlos nieder. Dabei zog er sich langsam an und meinte zwischenzeitlich zweimal, dass Vince doch besser gehen sollte, sonst würde er ihn hinausprügeln. Vince folgte dieser Aufforderung natürlich nicht und nachdem Bret fertig mit anziehen war, gab es einen kleinen Brawl. Bret konnte einen Schlag an McMahons Kinn durchziehen, der extrem heftig war. Vince fand sich auf dem Boden wieder und Shane versuchte, Bret zu attackieren. Smith half Bret, verdrehte sich dabei allerdings das Knie. Bret schlug Vince so heftig, dass man dachte seine hand wäre gebrochen gewesen. Gleiches dachte man auch über das Kinn von Vince. Bret war aber noch nicht fertig mit ihm. Er schrie ihn an und fragte, ob er nun auch um sein Geld betrogen werde, was er vertraglich noch bekommen sollte. Vince war fertig, aus ihm kam nur noch ein kurz angebundenes „Nein“. Bret befahl Shane und Brisco in sehr lauter Manier, dass sie dieses „Stück Scheisse“ aus seiner Kabine schaffen sollten. Sollte dies nicht bald geschehen, würden die beiden dasselbe erleben wie Vince. Sie folgten der Auforderung und beim Abtransport trat jemand Vince auf den Knöchel, wobei er sich dort auch noch verletzte. Earl Hebner wurde später im Hotel damit konfrontiert, als er auf dem Weg war, die Stadt zu verlassen. Er schwörte darauf, nichts gewusst zu haben. Er gab sich so erregt und sauer, dass er sogar kündigen wollte. Jemand bat ihn dann vor versammelter Mannschaft, nicht zu kündigen. Jack Lanza war diese Person und gehörte zu dem Work. Nicht nur Hebner, sondern auch Prichard, Shawn Michaels und auch Pat Patterson sagten alle, dass sie damit nichts am Hut hatten. Fassen wir die ganze Sache doch einmal in 5 Fragen zusammen: - Wenn niemand etwas damit zu tun hatte, warum wusste dann der Kameramann, wo er seine Kamera hinhalten sollte, damit Brets Gesicht nicht gezeigt wurde? - Wenn niemand etwas damit zu tun hatte, warum wurde dann so schnell Michaels Musik eingespielt? - Wenn niemand etwas damit zu tun hatte, warum hatte der Ringsprecher dann so schnell Michaels zum Sieger erklärt? - Wenn niemand etwas damit zu tun hatte, warum wurde Hebner so schnell wieder auf die Beine gerufen? - Und vor allem…wenn niemand etwas damit zu tun hatte, warum war dann so überdurchschnittlich viel Security am Ring? Nein, es hatten fast alle etwas damit zu tun, auch die Leute im Produktionswagen, die wussten, dass die Show vier Minuten früher Off Air gehen würde. Total fertig von den Ereignissen und immer noch stinksauer kam Bret ins Hotel zurück. Er konnte nicht anders und musste sich das Tape ansehen. Seine Enttäuschung bekam noch einen oben drauf gesetzt als er hörte, dass es die Stimme von Earl Hebner war, die dem Zeitnehmer „Ring the bell!“ zurief. Ihm hatte Bret am meisten vertraut. Er hätte die Zeichen nach so vielen Jahren in diesem Business eigentlich besser deuten sollen, doch nun war es zu spät. Die Wrestlingwelt war zusammengebrochen und im ganzen Land standen die Telefone nicht mehr still. Viele glaubten und hofften einen ähnlichen aber noch spektakuläreren Work als bei der Pillman/Sullivan Sache. Die Wrestler backstage waren sich durch die Bank einige, dass es ein Screwjob war. Viele waren sich immer noch nicht sicher, inwiefern Shawn Michaels darin involviert war. Wusste er Bescheid oder war er auch nur ein Opfer der Machenschaften von Vince McMahon? Es gingen viele Fragen umher, war es eine gut gespielte Storyline oder ein perfekt ausgeführter Work…oder war es schlicht und einfach der Betrug, an den die meisten dachten? Diese Antwort sollte nicht lange auf sich warten lassen. 10. November 1997 Am nächsten Tag sollten Raw Tapings stattfinden. Einige Stimmen behaupteten, dass sich mehr als 90% der Wrestler weigerten anzutreten. Der Tag ging so langsam in die Lande und die Gemüter kamen wieder zur Ruhe. Doch Owen Hart, Mick Foley, Jim Neidhart und Davey Boy Smith waren immer noch so sauer, dass sie ihre Koffer packten und nach Hause flogen. Damit nahmen sie nicht an den beiden Raw Shows teil. Manche behaupteten, dass sie nicht für jemanden arbeiten konnten, der sich zu solchen Aktionen hinreissen lassen würde und dass die Vier alle die Promotion verlassen würden. Doch Letzteres stellte sich nur als Gerücht heraus. Vince versammelte an diesem Abend die anwesenden Wrestler, wobei keiner der Familie Hart anwesend war, um sich, um seine Version zu erzählen. Er behauptete, dass Hart damit einverstandnen gewesen sei, den Titel gegen Shawn in Montreal zu verlieren. Das wäre ihm ganz recht gewesen. Doch am selben Abend kurz vor dem PPV meinte Bret dann zu ihm, dass er schliesslich hier zu Hause sei und er als kanadischer Held verehrt würde. Er könne den Titel nicht in seinem Land verlieren. Am nächsten tag würde er Vince den Titel dann bei Raw überlassen. Fast keiner der anwesenden Wrestler glaubte die Version von Vince. Sie waren sich alle ziemlich einig, dass Bret abserviert wurde. Vince konnte ihn nicht mehr bezahlen und es passte ihm nicht, dass Bret ein besseres Angebot bei der Konkurrenz angenommen hatte. An diesem Abend bei der Raw Show waren alle wieder Profi genug, um die Show in Ontario sauber über die Bühne gehen zu lassen. Es gab keinen grossen Boykott, eventuell hatten auch zu viele der Wrestler Angst, dass McMahon sie bei einer Weigerung aus der Firma werfen würde. Anders lief es bei WCW Monday Nitro. Es trat das ein, was McMahon befürchtete. Eric Bischoff liess es sich nicht nehmen, seinen neuen Superstar selbst anzukündigen. Er nannte ihn die neuste Verpflichtung der nWo. Die Gruppierung begrüsste ihn, indem sie versammelt im Ring stand und die kanadische Flagge zur Hymne schwang. (Wrestler sollten nicht singen, zumindest die meisten nicht.) Tony Schiavone, Mike Tenay, Larry Zybysko und Gene Okerlund hypten die Verpflichtung Harts ins Unermessliche. Okerlund gab sogar bekannt, dass auf der gebührenpflichtigen Hotline die ganze Story zu hören sei, sogar ein Offizieller soll geschlagen worden sein. Der Ansturm auf diese Hotline war wahnsinnig hoch. Doch was genau passiert war, kam er ganz spät auf der Hotline. Und auch der „Offizielle“ (Vince) der geschlagen wurde, wurde nicht genannt. Man besann sich darauf, den Namen nicht zu nennen, um einer eventuellen Klage aus dem Weg zu gehen. Und bei der WWF? Die Show fing mit dem neuen Champion Shawn Michaels an, der natürlich mit seinem Belt zum Ring kam. Er zog über Bret Hart her, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Die Show war eigentlich nebensächlich und es wurde auch von den Kommentatoren fast gar keine Wort über Bret hart verloren. Die Fans in der Halle chanteten den ganzen Abend „We want Bret!“ Und trotzdem, durch das kontroverse Ende des PPVs am vergangenen Abend hatte die WWF nach langer Zeit mal wieder ein gutes Rating im Kampf gegen Bischoffs Nitro…auch wenn sie quotenmässig wieder hinter der Show der WCW blieben. Das soll es von hier aus gewesen sein und ich denke, dass dieser „Montreal Screw Job“ noch in 25 Jahren nicht vergessen sein wird. © Stiffmeister für WrestlingFever.de |