WF on Tour - wXw Broken Rulz - 03.07.2010 | Oberhausen

 
 

Vorbericht:
Nach einer Zugfahrt von knapp vierzig Minuten und ca. fünf Minuten im Taxi hatten wir die Strecke vom Hauptbahnhof Dortmund zur Turbinenhalle in der schönen Stadt Oberhausen hinter uns. Nach der unserer Meinung nach etwas wirren Regelungen mit dem Kauf von Wertmarken für Getränke und Speisen ging es direkt in den T-Club zum Ring, wo sich die gut zur Hälfte gefüllte Halle mit 296 Zuschauern dem WM-Viertelfinale Deutschland vs. Argentinien per Public Viewing auf drei großen Bildschirmen hingab. Wie immer bediente man an den zwei Bars der Location und an einem zusätzlichen Sandwichstand neben dem Entrancebereich der Wrestler. Natürlich gab es auch Fanartikelstände mit dem Merchandise der wXw. Das Publikum ging nach dem 4:0 Sieg im Fußballspiel der Deutschen natürlich noch passionierter ans Werk als es die berüchtigten Fans von westside Xtreme wrestling sonst schon tun. Schließlich gaben wir uns gut aufgelockert ringside die Ehre.

Halbzeitmatch:
Anthony Zeus besiegte 2-Face.
Face war als solcher schon sehr over bei den Fans und dominierte das Match teilweise in einer recht kurzen aber wilden Auseinandersetzung. Der Swinging Uranage Backbreaker brachte seinem Gegner jedoch letztlich den Sieg.

2-Face (stehend) & Anthony Zeus



Round Robin Challenge Match:
Bryan Danielson besiegte Wade Fitzgerald.
Wade Fitzgerald ist ohne Frage over aber Danielson wurde nach seiner Kündigung durch die WWE von Beginn an laut gefeiert. Danielson ging wie gewohnt recht demütig und fokussiert voran und zeigte eine Performance aus einigen technischen Leckerbissen und Standartmoves, verfeinert durch hingenommene Bumps. Der Dragon war in jeder Sekunde Herr der Lage im Ring und präsentierte mit seinem Gegner ganz souverän ein Topmatch, wie es nicht viele Wrestler der Generation des Schülers von Shawn Michaels vermögen. Die Crowd dankte es ihm mit Chants aller "best wrestler in the world" bevor er den Sack mit dem Buzzsaw Kick zumachte.

Bryan Danielson

 

Wade Fitzgerald


Tommy End besiegte TJ.
TJ ist nach wie vor sauer auf End, der sich nun bekantlich mit Jungs wie Big Van Walter & Karsten Beck zusammenschloss. End ist den Fans als böser Bube bekannt, so dass sie ihn während des Matches fortlaufend mit Sprechröhren wie "Die, Tommy, Die" bedachten, TJ aber durchaus zu bejubeln verstanden. End nutzte die Schwächen seines Kontrahenten direkt aus, wurde dann aber nach einem ordentlichen Schlagabtausch von Thumbtack Jack in die Schranken gewiesen. Ends Jungs sorgten natürlich für TJs Ablenkung während der Auseinandersetzung und so kam es nach einem Horizontal Cradle von Tommy End, der in den Buhrufen der Fans badete, zur Niederlage des wütenden Hardcore Wrestlers.

Thumbtack Jack (stehend) mit Tommy End


National TV Superstar vs. National TV Superstar Match:
Karsten Beck besiegte Bernd Föhr.
Beck zeigte sich wie immer arrogant und so wurde er unliebsam von den Zuschauern empfangen. Bernd Föhr kam jedoch mal wieder durchs Publikum und begrüßte die Fans zu seinem Entrance Theme "Beat It" von MJ. Das Match verlagerte sich dank des quirligen Stils des jungen Föhrs schnell nach draußen und so lud er Beck immer wieder zum Brawl. Nach einer durchwachsenden Partie brachte der Lariat Karsten Beck schließlich den Sieg. Der unbeliebte Sieger machte sich anschließend noch bewaffnet mit dem Hausmikrofon über seinen Kontrahenten lustig.

Johnny Moss besiegte Bad Bones.
Bones wurde vom Stable um Walter und End vor dem Match attackiert, Bad Bones zeigte sich jedoch nicht sonderlich dankbar für die Hilfe von Moss, der den Save machte. Eine durchaus harter und schnell geführter Fight brach los und brachte die Wrestler durch eine Bahn aus Suplessen und Powermoves. Am Ende setzte sich Moss via German Suplex Hold gegen den Oberhausener durch.

Round Robin Challenge Match:
TJP besiegte Wade Fitzgerald.
Beide Wrestler waren durchaus over und gaben sich die Hand zu Beginn ihrer Auseinandersetzung. Technisch hochwertig ging es mit Armbars voran durch einige Holds und so mündete das Match in akrobatischen, kraftvollen Moves vom Toprope. Die Partie verlief ziemlich ausgeglichen bis TJP die Challenge für sich entschied.

TJP


Carnage gewann gegen Jon Ryan.
Jon Ryan legte sich immer mit dem ihm nicht wirklich Wohlgesonnenen Fans an und wurde dadurch oftmals abgelenkt, sodass Carnage leichtes Spiel in diesen Momenten hatte. Ryan konterte den kräftigen Carnage jedoch von Anfang an einige Male gekonnt aus und brachte ihn durch seine Technik arge Probleme. Carnage powerte sich jedoch zurück und brachte seinem Gegner mit gewaltigen Chops Blutergüsse auf der Brust. Carnage schien sein Ruhm bei den Fans zu gefallen und so sorgte er mit kurzen Annerkennungen wie dem Ausruf "Weltmeister!" für zusätzliche Sympathie. Ein sehr hart geführtes Match, welches Ryan schließlich vor seinem frustrierten Abgang verlor.

Doug Williams Farewell Match:
Doug Williams besiegte Martin Stone.
Williams bot den wXw Fans zum vorerst letzten Mal eine wahrhaft annembare Präsentation seines Könnens, welches ihn nun in die USA zur dauerhaften Beschäftigung und zum Erfolg bei TNA verhalf. Stone und Williams zeigten ihr vielleicht nicht spektakulärsten Fight, dafür ließen sie ihre vorhandene Chemie aber in einem technisch nahezu einwandfreien Match hervorscheinen. Williams nahm einige Suplexex hin und siegte dann durch den Anarchist DDT. Stone ließ nach der Auseinandersetzung nochmal ihre gemeinsame Zeit Revue passieren am Mike und Williams bedankte sich bei den wXw Fans, die zu den leidenschaftlichsten der Welt gehören, und schloss eine spätere Rückkehr unter "We will miss you" und "Please come back" Chants nicht komplett aus.

Round Robin Challenge Match:
Bryan Danielson besiegte TJP.
Danielson gab seinem Gegner die Hand, es kam zu einem respektvollen Staredown und schon ging es arg in die Offensive. Submissionhold, Konter, Submissionhold, Seilgriff, Submissionhold, Konter und all das in einem erstaunlich hohem Tempo und auf aller höchstem kreativen Niveau. Danielson ist ein Mann allergrößter Ringintelligenz und als Ringgeneral nicht aus der Ruhr zu bringen. Egal welche Position ihm TJP anbot, der Dragon wusste umgehend einen Move als Antwort zu finden. Gegen Ende dieses längsten Matches des Abends zeigten beide Athleten noch schönes Moves vom Toprope bevor sich die Wrestler durch Einroller immer wieder in kreativen Nearfalls befanden. Die Konzentration ließ vor allem bei Danielson nicht nach und so wurde dieser in Oberhausen seinem Ruf als einer der technisch besten Wrestler wirklich gerecht. Bryan entschied die Challenge dann mit dem Full Nelson Hold für sich.


wXw Unified World Championship Match:
16 Carat Gold Winner Big Van Walter vs. Champion Zack Sabre Jr.

Zack wurde lautstark bejubelt und verpasste seinem Herausforderer direkt einen Kick vom Toprope bevor die Ringglocke läutete. Der Champ nutzte seine Schnelligkeit und entfloh dem Big Man immer wieder innerhalb und außerhalb des Rings bevor dieser ihn mit Chops und Powermoves unter Kontrolle bringen konnte. Sabre Jr. schien jedoch dann die Oberhand zu gewinnen bis Tommy End eingriff und letztlich auch noch Karsten Beck, Bad Bones und Johnny Moss zum Brawl in den Ring eilten. Der Brawl verlagerte sich vom Ring zum Entrancebereich durch die ganze Halle zur Bar bis 2-Face vom oberen Bereich der Halle auf seine Feinde stürzte. Der Champ feierte schließlich mit Moss, Bones und TJ im Ring und bestätigte den Fans, sich künftig keine Angriffe mehr von End & Co gefallen zu lassen. Beck lag letztlich ausgeknockt im Ring und wurde zelebrierend von seinen Gegnern aus dem Ring gekickt.

 
 

 

Fazit:

Sehr ansprechende Performances einer Veranstaltung auf technisch durchaus anspruchsvollem Niveau dank der Topnamen. Danielson und Williams sowie die harte Gangart der Hausherren machten den Abends zu einem denkwürdigen Event und vielleicht zur besten Wrestlingshow einer deutschen Liga 2010.

 
Bericht & Fotos: DreiZweiAcht & Winter exclusive for WF
 
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