WF: Zunächst einmal ist es für WrestlingFever ein großes
Vergnügen dieses Interview führen zu dürfen und wir danken dir für diese
Möglichkeit. Wie geht es dir im Moment?
AOS: Mir geht es gut. Ich genieße es, hier in Deutschland
zu sein. Ich versuche so viel wie möglich von der deutschen Landschaft, den
Städten und den Frauen zu sehen. Auch trainiere ich Montag bis Freitag im Studio
um während meines Aufenthalts hier in Form zu bleiben.
WF: Byron, du bist der "Angel of Sin". Wie wurdest du dazu
und wofür steht dieser Charakter?
AOS: Also... ich habe vor einigen Jahren unter dem Namen
"Sin" in Dallas Kämpfe bestritten. Einer der
Wrestling-Veteranen dort, Mike Foxx, interessierte sich für mich und "nahm mich
unter seine Fittiche". Er gründete einen Stable mit Namen "Faithful" (treu).
Später erzählte Foxx den Fans, er wäre der "Dunkle Messias" der Gruppe gewesen.
Um das Ganze noch etwas zu verstärken taufte er mich "seinen Engel der Sünde"
(Angel of Sin). Die Aufgabe dieses "Engels der Sünde" war, alles was den Zielen
des "Dunklen Messias" im Wege stand, zu zerstören.
WF: Du bist aus Louisiana und hast im Dog
Pound, der Wrestlingschule von Rodney Mac und Jazz dein Training begonnen.
Kannst du unseren Lesern von deine ersten Schritten ins Wrestling Business und
deinen Trainern erzählen?
AOS: Ich verfolgte Wrestling, seit ich ein kleiner Junge
war, im Haus meiner Großmutter. Es war das, was ich immer tun wollte, allerdings
wusste ich nicht wirklich, wie ich in diesem Sport Fuß fassen könnte. Deshalb
beendete ich zuerst meine Schule, und erwarb den Titel eines "Bachelors" für
Luftfahrt-Management an der Technischen Hochschule "Louisiana Tech" in Ruston.
Während meines letzten Schuljahres sah mein Bruder eine Werbung im Fernsehen für
eine Wrestlingschule.
Diese wurde von Dr. Death Steve Williams geführt und es
ergab sich, dass ich dort 7 Monate lang trainierte, bis diese Schule wegen des
Kehlkopfkrebses von Steve Williams geschlossen wurde. Ich begann dann
Veranstaltungen in Texas zu besuchen, wo ich auch
andere Wrestler aus Texas kennen lernte. Ich traf
dort Rodney und Jazz kurz nachdem sie vom WWE freigestellt wurden in zwei
Indy-Shows.
Letztlich zog ich nach Lafayette um mit Rodney und Jazz zu
trainieren. Ich war deren erster Schüler im "DogPound" (Name der Schule). Ich
trainierte dort ca. zwei Jahre 2-3-mal die Woche. Wir begannen dann mit
Wrestling-Tourneen in allen Südstaaten der USA. Trainieren und Reisen mit den
Beiden half mir enorm, Erfahrungen und Praxis zu sammeln. Sie waren/und sind
meine wahren Freunde und ich verdanke ihnen meinen Erfolg im
Wrestling.
WF: Erinnerst du dich noch an dein erstes Match und daran,
wie es war, zum ersten Mal vor Publikum zu kämpfen?
AOS: Natürlich! Mein erstes Match war gegen einen Typen,
der sich "Mace" nannte. Ich war nicht besonders gut... war wie gelähmt!
Glücklicher Weise "trug" mich Mace durch den Kampf.
WF: Du bist jetzt seit etwa vier Jahren Pro Wrestler.
Kannst du einige Highlights deiner Karriere mit uns teilen?
AOS: Kürzlich hatte ich eine Fehde mit "Big Bad John
Heidenreich". Auch hatte ich einen Kampf mit einem anderen "Dogpound"-Abgänger
mit Namen "Haniel T." Wir bestritten einige der besten Kämpfe in Louisiana in 2007. Ich hatte auch die Ehre, gegen Rodney
Mack Ende letzten Jahres zu kämpfen. Ich freue mich bereits darauf, die Fehde in
Arkansas fortzusetzen, sobald ich wieder in den
Staaten bin.
WF: Zurzeit tourst du durch Deutschland. Was
geht dir durch den Kopf, wenn du über das Wrestling in Deutschland und in Europa
allgemein nachdenkst?
AOS: Ich war bisher nur in einer deutschen Show. Ich
erkenne, dass die Fans den Einsatz der Wrestler sehr wohl anerkennen. Ich denke,
deutsches und amerikanisches Wrestling sind sehr ähnlich, wenn auch in
Deutschland der Schwerpunkt mehr auf den technischen Aspekt im Wrestling gelegt
wird. Ich erachte das als sehr erfrischend. Ich liebe diesen "Catch as catch
can"-Stil. Gerade wurde ich fertig damit, das Buch von Chris Jericho zu lesen.
Er bestritt Kämpfe in Hamburg als er hier war. Ich
finde das sehr interessant, heute dort zu sein, wo er vor zehn Jahren war. Ich
sah auch ein typisch Europäisches Match, welches mich regelrecht fesselte. Dort
wurde in Runden gerungen - ich fand das ziemlich cool.
WF: Dein Gimmick ist ja eigentlich ein Heel Gimmick, aber
die deutschen Fans in Uelzen spendeten dir den lautesten Beifall des Abends.
Hast du dieser Fanreaktion gerechnet?
AOS: Nein, hatte ich nicht erwartet. Ich erwartete
wesentlich weniger Beifall. Ich war angenehm überrascht, dass sie mich so sehr
mochten. Normalerweise bin ich der Heel und werde ausgebuht, aber die deutschen
Fans sind so wrestlingbegeistert, dass sie sich darum nicht kümmern, ob ich
Face oder Heel bin - sie lieben die Art wie ich kämpfe und wollen
sehen, wie ich jemanden den Hintern versohle.
WF: Du bist der amtierende Full Effect Wrestling
Heavyweight Champion. Kannst du uns mehr über die FEW und deine
Titelverteidigungen, besonders in Europa erzählen?
AOS: FEW ist einer der führenden Wrestling-Verbände in
Texas. Der Verband veranstaltet Shows im Osten von
Texas. Wir haben einige der Top-Talente in Texas und Louisiana in unserem Roster. Unser
Produktionsteam ist prima. Wir führen unsere Matches mit der größtmöglichen
Härte in den Staaten. Ich werde den Titel am 23. Februar bei "Catch Wrestling
Norddeutschland" verteidigen, dann in Marburg am 1. März bei "German Stampede
Wrestling" und die Tour in Coventry, England (Nähe Birmingham) bei "Triple X Wrestling"
beenden.
WF: Du hattest bereits mehrere Try Outs für die WWE und
wurdest eingeladen zur OVW zu gehen, um dort zu trainieren. Was bedeutet dir
diese Einladung?
AOS: Das war sicher eine Errungenschaft. Ich hatte versucht
dorthin zu ziehen und einen Vertrag mit dem WWE zu erhalten. Bevor ich nach
Deutschland kam, gab es Gerüchte, die WWE würde die Verbindung mit OVW
aufkündigen. Nun sieht es so aus, als wäre daran etwas Wahres und der WWE bringt
alle seine Talente zur FCW in Florida. Ich werde
mich also entscheiden müssen, wie es weitergeht, sobald ich zurück bin in den
USA.
WF: Was denkst du über die Gesundheitspolitik bei
WWE?
AOS: Finde ich gut. Hoffentlich rettet sie ein paar Leben.
Ich denke se wird dabei helfen, dem Wrestling wieder mehr Gewicht beizumessen
und dazu führen, dass wieder mehr Leute eingestellt werden, die das Wrestling
erlernt haben und ihr Handwerk beherrschen, als Solche, die sich nur darauf
konzentrieren größere Muskeln aufzubauen. Aus Sicht der Wrestler betrachtet,
sollte man sich schon in einer guten Form halten, wenn man in den Ring steigen
möchte, nur sollte dies auf natürlichem Weg geschehen.
WF: Wer ist denn im Moment dein
Lieblingswrestler?
AOS: Soweit es die WWE betrifft, Randy Orton und Edge. Sie
sind jung und frech. Ich mag ihre „Ich bin besser als du“ Einstellung. Sie
scheinen wirklich ihren Weg zu gehen und bringen ihre Charaktere over. Ihre
Kämpfe sind immer spannend. Ich halte wirklich große Stücke auf die
Beiden.
Im Indy Bereich ist Super Dragon mein Favorit! Er ist
genial. Er ist in der Lage den Fans seine Emotionen und seine ablehnende Haltung
zu vermitteln, obwohl er nur selten spricht und eine volle Gesichtsmaske trägt.
Ich denke, er ist der Meister der Körpersprache! Sein Stil ist sehr
intensiv.
Als Wrestlingfan liebte ich The Rock und Tripple H während
der Attitude
Era! Sie waren jung und arbeiteten wirklich hart. Es machte Spaß sie zu sehen
und sie am Mikro zu zuhören. Ich denke, beide hatten erstaunliche
Karrieren
Als kleiner Junge
waren Kevin von Erich und Terry Taylor meine Lieblinge. Sie waren beide
schnell und athletisch und würden ihren Gegnern die Zähne
eintreten.
WF: Möchtest du den deutschen Wrestlingfans noch etwas
sagen?
AOS: Nur, dass ich glücklich bin hier zu sein. Ich hoffe
sie genießen meinen Hybrid-Wrestlingstil. Es ist mir eine Ehre vor euch zu
kämpfen!
WF: Vielen Dank für dieses Interview und alles Gute für
deine Zukunft!
AOS: Danke, man sieht sich auf der nächsten Show!
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