Audrey Bride im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 21.06.2017)

WF: Vielen Dank für Deine spontane Zeit, Audrey. Aktuell bist Du gut unterwegs, kannst Du uns berichten, wo Du in den letzten Wochen so unterwegs warst?

AB: Ich danke auch.
Ja… ich bin immer unterwegs. Zuletzt war ich für 10 Tage in Pakistan. Es war großartig 🙂 . Es gab drei Veranstaltungen in drei verschiedenen Städten. Erster Halt war in Karachi, dann Lahore und letztendlich Islamabad. Das Publikum war erstaunlich. Es waren viele Leute dort (4000-9000). Sie waren sehr laut <3 . Jeder war sehr nett zu uns. Es war ihnen wichtig zu zeigen was für ein freundliches Land Pakistan ist. Und das ist es! Das Essen war höllisch scharf 😀 … aber sehr lecker. Das Hotel in dem wir übernachteten war wunderschön. Und wo auch immer wir hingingen haben sich Menschen für uns interessiert. 19 Länder wurden bei der Veranstaltungen repräsentiert. Es war ein tolles Erlebnis und Abenteuer. Ich will demnächst einen Blog/Vlog starten, dort könnt Ihr dann all die Bilder und Videos sehen 😉

WF: Ich habe Dich erstmal bei GWP im Ring gesehen, wo Du gegen 2 andere Ladys im Ring gestanden bist und ich muss zugeben, das ich begeistert war. Entrance, Ringwork und die Arbeit mit den Fans. Erzähle uns bitte, wie Du zum Wrestling gekommen bist?

AB: Haha… Ja ich kann eine B*tch im Ring sein, wenn ich muss.
Lustige Geschichte. Ich hätte nie gedacht mal Wrestlerin zu sein. Ich habe 3 Jahre mit einem Mann zusammengelebt von dem ich nicht wusste das er Pro-Wrestler ist. Als wir uns trafen hatte er damit angefangen die HCW Federation in Ungarn zu gründen. Er war/ist Dávid Turger (Renegade) Oberhaupt der Hungarian championship Wrestling Company (und einer meiner ersten Trainer)

Eines Tages erzählte er mir er ist Pro-Wrestler. Ich war überrascht und fragte ‚Ein was?‘ seine Antwort ‚Ein Pro-Wrestler‘. Ich fand das witzig. Im Laufe der Zeit hab ich mir Shows angesehen und ihm auch mal geholfen. Es wurde immer besser und das Publikum mochte was es sah. Einmal bin ich sogar zum Training mit… keine Ahnung warum. Ich dachte mir mal ein bisschen mitzumachen. Am Ende war ich übersät von rosa Flecken 😀 . Aber da fiel mir auf das dies eine tolle Sache ist… wow…

Daher verdanke ich ihm meine Karriere, der Pro-Wrestling nach Ungarn brachte. Ich lernte bei ihm die Basics und meine ersten Schritte 🙂 Die HCW ist erst 6 Jahre alt und entwickelt sich wahnsinnig schnell. Wir haben jetzt eine Trainingsschule (mit 4 verschiedenen Gruppen) und ein großartiges Publikum von 400-600 Leuten pro Event. Wunderbar 🙂 🙂 🙂

WF: Du stehst nun schon einige Jahre im Ring und kommst eigentlich aus Ungarn – Wie ist die Wrestling Szene dort, gibt es da eine?

AB: Ja ich lebe in Ungarn und wrestle seit 5 Jahren. Wir haben eine Promotion die heißt HCW (Hungarian Championship Wrestling). Sie haben bei Null angefangen aber entwickeln sich sehr schnell. Wir organisieren Veranstaltungen alle 1-2 Monate und haben ein sehr gutes Publikum. Das heißt 400-600 Leute pro Show 🙂 . Sie sind wahnsinnig laut und ehrfürchtig gegenüber dem was wir zeigen. Dieses Publikum mag harten Kontakt, schöne Aktionen und vor allem Hardcore Matches.

WF: Ist Wrestling in Ungarn im TV zu sehen? Wie „angesehen sind Wrestler, bzw. das Wrestling dort? In der Türkei ist beispielsweise Amateurringen hoch angesehen.

AB: Ich kann kein Wrestling im ungarischen Fernsehen gucken, da ich keinen Fernseher habe. 😀 Ich mag die nicht. Ich gucke lieber per Download oder bezahle dafür. Die HCW ist eine sehr verbindende Organisation. Wir machen vieles zusammen, zum Beispiel Wrestling (WWE und so…) gucken. Dabei treffen wir uns meist bei einem von uns zu Hause.Das Wrestling in Ungarn wird immer beliebter. Heutzutage sind die Menschen offener dafür. Gucken es im TV und kommen dann zu unseren Shows. Glücklicherweise! 🙂

WF: Du wurdest in der HCW Wrestling School in Ungarn trainiert. Wer hat Dich ausgebildet?

AB: Trainer: Dover (HCW), Icarus (HCW), Renegade (HCW)
Seminare: Tommy End, Matt Cross, Johnny Moss, Dave Mastiff, Kenzo Richards, Gabriel Angelryre (PWH), Tengkwa (PWH)

WF: Erinnerst Du Dich an Dein erstes Match?

AB: Mein erstes Match war bereits sehr früh. Ich war eine blutige Anfängerin. Meine Liga hatte keine Wrestlerinnen aber uns wurde klar das wir Damenmatches brauchten. Also haben wir das getan. Die Zuschauer waren gespannt und ich total nervös ohne Erfahrung. Meine Gegnerin war eine Ungarin namens Kyra. OMG … 😀 Sie war eine knallharte Frau der ich aber immer vertrauen konnte. Sie hörte auf, als sie ihre Tochter bekam.

Vom Match selbst weiß ich nicht mehr wie ich es überlebt habe aber ich erinnere mich an ‚This is wrestling!‘-Rufe (‚Das ist Wrestling!‘) mitten im Match. 🙂 Das Feedback war gut, die Fans zufrieden und die Trainer auch.

WF: Vor Deinem GWP Debüt warst Du auch schon bei GWF zu sehen. Konntest Du Dir ein Bild von Deutschland machen ?

AB: Deutschland ist ein sehr ‚präzises‘ Land. 🙂 Ich mag es. Das Publikum ist klug und sehr freundlich. Wenn ich nach Deutschland reise weiß ich sicher dass mir die richtigen Daten genannt werden (Showstart, Einleitung/Zusammenfassung, Zeitlimit, Details und so weiter …). Die Veranstalter sind sehr genau. Sie sagen einem immer exakt was sie erwarten so das es keine Missverständnisse gibt. Ich bekomme immer Feedback, was gut ist da ich dadurch lerne.

Veranstaltungen und deren Teilnehmer unterscheiden sich nicht wirklich von den ungarischen… das ganze Team arbeitet zusammen um den Fans das Beste bieten zu können. <3
Ohhh… Ja zur Landeskultur: Wenn ich kann versuche ich immer mir die Städte anzusehen. Ich mag Gebäude und deren Geschichte über ältere Kulturen. Und Deutschland hat eine Menge solcher Gebäude 🙂 Daher kann ich es kaum erwarten wiederzukommen. 🙂
PS: Ein wenig deutsches Blut fließt auch in meinen Adern. Einer meiner Großväter stammte aus Deutschland.

WF: Wie schwer ist es als Wrestlerin Anerkennung zu finden, denkst Du das es in den letzten Jahren besser geworden ist und die Ladys nicht nur zur Fleischbeschau dienen? Inzwischen achtet man auch bei WWE auf gutes Wrestling?!

AB: Nun kämpfe ich erst seit 5 Jahren aber ja, ich glaube es ist einfacher geworden. Ich wollte wie ein Wrestler sein, bewegte mich sogar wie ein Mann. 😀 😀 😀 Wohl weil ich die einzige WrestlerIN in diesem Land war. Daher war es ein harter Weg.
Und ehrlich… es sieht so aus als ob WWE sich mehr und mehr auf gutes Wrestling konzentriert und ich habe in letzter Zeit viele gute Wrestlerinnen getroffen. Ich hoffe das geht so weiter.

WF: Wäre die WWE eine (evtl. DIE) Option oder fühlst Du Dich in der Indyszene doch sehr wohl?

AB: Das weiß ich jetzt noch nicht. 🙂 Ich gebe mein Bestes … und wir werden sehen.

WF: Nehmen wir an Du dürftest 3 Lieblingsgegner/innen wählen, wer wäre es und warum?

AB:
1.) Ein Triple Threat Match gegen Charlotte und Sasha Banks (weil sie gute Matches zeigen).
2.) Ein Einzelmatch gegen Alpha Female (weil wir bereits 2 hatten und ich die Arbeit mit ihr liebe).
3.) Ein Tag Team Match Miz&Maryse (weil sie gute Darsteller sind) gegen Cesaro&Audrey (weil ich glaube wir wären ein gutes Team).

WF: Wie stehst Du zu Matches zwischen Männern & Frauen?

AB: Ich liebe Intergender Matche. Immer interessant. Immer eine Herausforderung aber mit etwas Kreativität kann es sehr gut werden. In Ungarn bin ich die einzige Wrestlerin… daher brauchen wir diese Matchart ab und an… es ist gutes variables Wrestling. Diese Art Matches machen das Wrestling noch besser und facettenreicher. Und sie machen immer Spaß.

WF: Ich bin mir sicher, wir sehen uns bald wieder in Deutschland, danke für Deine Zeit!

AB: Danke für Eure Geduld … und mein schlechtes Englisch tut mir leid 😀

Ich hoffe ich sehe Euch alle bald in Deutschland 🙂

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