„Avalanche“ im WrestlingFever.de Interview (03.10.2017)

WF: Danke Robert für eine erneute Zusage. Unser erstes Interview führten wir bereits 2014, inzwischen hat sich viel getan und ich freue mich, mit Dir darüber zu sprechen. Wie geht es Dir aktuell?

Avalanche: Gerne, Markus! Ich kann mich aktuell wirklich nicht beschweren, 2017 war bisher ein sehr gutes Jahr für mich. Vielleicht sogar das beste meiner bisherigen Laufbahn.

WF: Zur damaligen Zeit, warst Du noch recht neu, nächstes Jahr stehst Du bereits schon 9 Jahre im Ring, ist Dir das bewusst? Wie blickst Du auf die bisherige Zeit zurück?

Avalanche: Natürlich ist es einem bewusst, gerät bei mir persönlich aber oft in den Hintergrund da für mich das hier und jetzt zählt. Ich bin nicht unzufrieden mit dem Weg den ich die letzten 8 Jahre bestritten habe. Wenn ich eine Sache an meiner Laufbahn ändern könnte würde ich wohl meine Schulterverletzung, die mich rund ein Jahr gekostet hat und zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt passiert ist, ungeschehen machen. Andererseits hatte ich in dieser Zeit die Möglichkeit dazu meinen Werdegang zu reflektieren und auf anderer Ebene an mir zu arbeiten. Man sagt ja nicht umsonst: Es gibt kein Übel, das nicht auch gutes bringt!

WF: Du hast Deine Schulterverletzung angesprochen. Was war passiert und wusstest Du sofort, das es etwas schwerwiegendes sein muss?

Avalanche: Ich bin bei einem German Suplex in der allerersten wXw Käfigschlacht unglücklich gelandet und habe mir dabei die Schulter ausgekugelt. Das da grade was Gröberes passiert ist, war mir eigentlich sofort klar. Ich habe das Match dann zu Ende gebracht auch wenn ich rückblickend nicht mehr genau sagen kann wie ich das bewerkstelligt habe. Adrenalin eben!

WF: Wann hast Du erfahren, wie lange Du aufgrund dieser Verletzung, inkl. Reha etc. pausieren musst und wie sehr hat Dich diese Verletzung auch privat eingeschränkt, wenn sogar das Treppensteigen Schmerzen bedeutete?

Avalanche: Es dauerte etwa 2-3 Wochen bis der Grad der Verletzung wirklich feststand. Im Wesentlichen habe ich mir beim auskegeln der Schulter den Gelenksknorpel, der den Knochen im Gelenk fixiert abgesprengt, den rechten Brustmuskel gezerrt und die Bizepssehne eingerissen. Eine OP war unumgänglich da ich ansonsten nicht im Stande gewesen wäre meinen Arm über Schulterhöhe anzuheben ohne dass der Knochen wieder raus springt.

So bin ich dann letztendlich knappe 4 Monate als Einarmiger herumgelaufen. Bis mein Arm wirklich wieder alltagstauglich war, verging ein gutes halbes Jahr. Klar schränkt einen so etwas ein, man lernt aber damit umzugehen. An dieser Stelle darf meine Familie und meine Freunde hier nicht unerwähnt bleiben, sie haben mir in dieser Zeit sehr geholfen.

WF: Wie hart war die Auszeit für Dich und wie erinnerst Du Dich an Dein Comeback?

Avalanche: Zunächst bin ich nach dem Motto „Wird schon nicht so wild sein“ etwas blauäugig an die Sache herangegangen. Ich habe mir am Anfang sogar eingeredet, dass ich bis zum 16 Carat Gold Tournament wieder fit sein werde. Als dann die Diagnosen da waren, musste ich mich langsam damit abfinden, dass es nicht so einfach wird wie ich mir das zuvor ausgemalt habe. Ich würde mich grundsätzlich als einen sehr positiven Menschen beschreiben. Ob ich das im Jahr 2016 auch immer war, wage ich mal zu bezweifeln.

Abseits der schlechten Laune, den Schmerzen, der Reha etc. war es eine riesengroße Umstellung weil ich von einer Woche auf die andere unendlich viel Freizeit hatte und zunächst gar nicht wusste wie ich diese gestalten sollte.

Letztendlich hatte ich mich dann entschlossen mir ein Saison Abo bei meinem Herzensklub – dem SK Rapid Wien – zu gönnen was sich als wirklich tolle Ablenkung und Beschäftigung etablierte. Das Abo habe ich übrigens, auch wenn ich mir – zum Glück – nicht alle Spiele live ansehen kann, auch für die neue Saison geholt!

WF: Wie blickst Du heute auf die Zeit an der Seite von WALTER, der heute nicht nur DER Ringgeneral der wXw ist, sondern auch der Headtrainer der Academy?

Avalanche: Die Zeit im Tag Team, aber auch die Fehde die wir danach gegeneinander bestritten haben, war sehr wichtig für mich und meine Entwicklung. Als junger Wrestler kann dir nichts Besseres passieren als regelmäßig mit jemanden von Walters Kaliber zusammenarbeiten. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit und auch für das Vertrauen dass mir entgegengebracht wurde.

WF: Wie blickst Du auf Deine Zeit beim Cerberus zurück. Du warst bis zu Deiner Verletzung ein wichtiger Teil davon, nach Deinem Comeback gab es harte Schlachten gegen Ilja…?!

Avalanche: Die Zeit im Cerberus Stable hat mich, und ich glaube ich kann da auch für Julian Nero und Ilja Dragunov sprechen, individuell sehr nach vorne gebracht. Ich habe durch Cerberus etwa meine Wrestling-Persona gefunden. Davon abgesehen zählen die beiden, aber auch Adam Polak zu meinen wichtigsten Bezugspersonen im Wreslting. Wie du schon richtig festgestellt hast bin ich kurz nach dem Gewinn der Tag Team Titel nach etwa 7 Monaten verletzungsbedingt aus dem Cerberus ausgeschieden.

In meiner Abwesenheit kam viel Unruhe in den Cerberus, nicht zuletzt durch Adam’s, naja sagen wir „falschen Freund“, Dirty Dragan. Nach meinem Comeback im Dezember 2016 ging es dann sehr rasch und der Cerberus brach auseinander. Julian Nero ging mit Nero Consulting neue Wege, während Ilja und ich uns quer durch ganz Deutschland prügelten. Letztendlich ging er als Sieger aus dem brutalen Streetfight in Hamburg hervor und ist nun, absolut berechtigt, der Jäger auf die wXw Unified World Wrestling Championship.

Für mich bot sich glücklicherweise rasch die Möglichkeit mich mit Siegen über Jurn Simmons und jüngst Da Mack als #1 Contender um den wXw Shotgun Title zu positionieren. Im Rahmen der World Tag Team League werde ich im Titelkampf auf den Champion Ivan Kiev treffen.

WF: Das bedeutet, du greifst im besten Fall endlich nach dem großen wXw Singles Gold. Nicht nur Dein Charakter hat sich in den letzten Jahren weiter entwickelt, auch Du sammelst Deine Erfahrungen und arbeitest stets an Dir. Jay hat erst ein Bild gepostet, welches Deine körperliche Weiterentwicklung zeigt…

Avalanche: Es war mir in der Verletzungspause lange Zeit nicht möglich, mich sportlich zu betätigen. Durch diesen Umstand habe ich auch ein paar Kilo zugelegt. Wenn einem die Schulter schon beim Stufen steigen weh tut, dann ist an Sport nicht wirklich zu denken, abgesehen davon wäre es wahrscheinlich auch nicht sonderlich förderlich gewesen.

Als ich mich nach der Physiotherapie auf mein Comeback vorbereitet habe und auch darüber hinaus war mein Trainingsalltag sehr darauf ausgerichtet meine Schulter weiter zu stärken. Jay Skillet hat mir letztendlich dabei geholfen die Unausgewogenheiten in meinem Training und auch meiner Ernährung zu korrigieren und die zusätzlichen Pfunde aus der Verletzungspause loszuwerden. Ich kann seine Beratung nur weiterempfehlen!

WF: Möchtest Du weiter an Gewicht verlieren oder siehst Du Dich aktuell als „optimal“, wenn nicht sogar in „best shape ever“ ?

Avalanche: Für mich war es nie wichtig was auf der Waage steht. Man sollte immer weiter an sich arbeiten, ein Optimum gibt es so gesehen nicht. Natürlich arbeite ich weiter an mir, wie ich es auch zuvor schon getan habe. Wenn in weiterer Folge noch das ein oder andere Kilo fällt dann ist es so, wenn nicht, dann nicht. Ich werde nie für „205 Live“ in Betracht gezogen werden können so viel kann ich dir auf alle Fälle versichern!

WF: Ich denke das Du so gut bist, wie Du bist – und die Fans sicher auch. Wie hast Du für Dich den Abschied von Tommy End und Axel Dieter mitbekommen?

Avalanche: Ganz unterschiedlich. Ich war bei der Abschiedsshow von Tommy End zum ersten mal nach 8 Monaten wieder Backstage bei einer Show anwesend. Der ganze Tag war also so gesehen von vornherein schon etwas ganz besonderes, weil man seine Freunde und Kollegen endlich mal wieder sehen konnte. Bei Junior’s Abschied war ich schon wieder ein paar Monate zurück im Geschehen und hatte davor noch die Möglichkeit mit ihm gemeinsam zu touren. Der Abschiedsevent selbst war dann ein sehr gelungener Abend an dem viel gelacht, aber auch geweint wurde. Ich bin froh dass ich ein Teil davon sein konnte!

WF: Welche Ziele hast Du Dir für die Zukunft im Pro Wrestling gesetzt, welche Wünsche würdest Du Dir gerne erfüllen?

Avalanche: Mein Hauptziel war und ist nach wie vor relativ simpel: Ich möchte mich immer weiter verbessern und einfach das Maximum aus mir herausholen. Ich liebe es zu reisen, daher würde ich gerne noch viele weitere Länder bereisen und verschiedene Kulturen und Menschen kennen lernen. Ich habe noch nie einen Singles Titel gehalten – natürlich wäre das etwas das mich reizen würde und in gewisser Weise ein Ziel von mir, allerdings bin ich überzeugt davon dass das eine, also harte Arbeit, früher oder später zum anderen führen wird.

WF: Wir wünschen Dir, neben Gesundheit, viel Erfolg – Vor allem am 06.10.2017 und hoffen, das Du Ivan Kiev schlagen kannst. Schön das Du wieder da bist und danke für deine Zeit, Robert!

DRSKR: Ich bedanke mich für das erneute Interesse!

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