Cem Kaplan im WrestlingFever.de Interview (07.05.2020)

WF: Danke Cem, für Deine Zeit!

CK: Nichts zu danken!

WF: Wrestling ist ein Bündnis von Athletik (Hochleistungssport) und Entertainment. Kann man das so beschreiben?

CK: Ja fit und gesund sollte man ja schon sein, weil es auch zum Wrestling dazu gehört. Ich zum Beispiel achte sehr auf meine Ernährung und auf mein Training im Ring und im Fitnessstudio. Ich gehe 5-6 ins Fitnessstudio und muss auf alles Mögliche an fast Food, industriellem Zucker und oder ähnliches verzichten, weil es einfach nicht zu einem gesunden Lebensstil passt. Meine Ernährung besteht meistens aus Proteinhaltigen Lebensmittel, aber Obst und Gemüse gehören natürlich auch dazu.

WF: Ich kenne Wrestler, die essen viel Reis und Huhn. Kann man das nicht irgendwann nicht mehr sehen / essen?

CK: Also aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich es auf jeden Fall mit einem „ja“ beantworten, weil das bei mir in meiner Anfangszeit im Wrestling (oder im Fitness) genauso gewesen ist, nur das es nicht nur Huhn war, sondern alles Mögliche. Nach und nach hatte ich die Nase voll von Magerquark / Putenbrust / Hähnchenbrust / Thunfisch in der Dose – aber je länger ich die Ernährung durchgehend durchgezogen habe, desto einfacher fiel es mir nach und nach.

WF: Was gibt es bei Dir an einem Cheat Day, hast Du da ein Lieblingsgericht und wie oft gibt es bei dir einen „Cheat Day“?

CK: Ok, kommen wir zur legendären „Cheat Day“ Frage: Ja, ich esse gerne Pizza. Aber ich esse sehr selten mal etwas, was nicht in meine Ernährung gehört, bin nicht so extrem von diesem Tag abhängig wie viele andere – leider. Was viele entweder nicht wissen oder einfach falsch machen ist, es sollte ein „Cheat Meal“ (also nur 1 Mahlzeit) sein, statt ein ganzer Tag! Ach ja: Eine ganze Pizza schaffe ich nicht mal….

WF: Man kann deutlich sehen, dass Du seit vielen Jahren immer „in Shape“ geblieben bist. Um langsam auch zum Thema zu kommen – Wann hast Du Wrestling für Dich entdeckt?

CK: Ok, das Wrestling habe ich persönlich für mich 2000 entdeckt, als es noch Wrestler wie The Rock, Bill Goldberg – Chris Benoit und Eddie Guerrero und viele mehr aus der Zeit zu sehen gab. Mein Lieblings Match bis heute ist von WrestleMania 19: The Rock vs. Steve Austin (wegen der Mega Storyline). Als es im deutschen Fernsehen dann ausgestrahlt wurde, auf DMAX (später auf Eurosport) war ich so begeistert und fasziniert davon, dass ich es jedes Mal sobald es im Fernsehen lief auch schaute. Was ich persönlich an Wrestling liebe ist, einfach die Vielfalt an Persönlichkeiten und die Fangemeinden weil sie alle unterschiedlich sind von Land zu Land und vom Kontinent zum Kontinent. Die Vielfalt an Persönlichkeiten hat mich zum Wrestling animiert

WF: Du bist in Berlin geboren, hast türkische Wurzeln und trittst meist für die GWF an. Wie kamst Du zur GWF?

CK: Ok ich glaube es war Anfang 2007, da haben wir (Lucky Kid und ich) eine Dokumentation über die GWF im Fernsehen gesehen und waren so begeistert, dass es Wrestling auch in Berlin gibt. Wir dachten uns: „Da müssen wir hin!“. Kurze Zeit später, als ich im Internet nach „Wrestling in Berlin“ suchte, fand ich die damalige Webseite GWF und wir beschlossen, hin zu gehen. Nach der ersten Trainingseinheit waren wir so begeistert vom Training, dass wir bis heute stolz behaupten können GWF‘ler zu sein.

WF: In den letzten Jahren haben viele Weggefährten wie beispielsweise Koray die Promotion verlassen (ich glaube das es damals mehrere auf einmal waren). Kannst oder darfst Du uns etwas dazu sagen?

CK: Ja es waren mehrere aber dazu kann ich dir dasselbe sagen wie allen anderen auch das ich sehr traurig immer noch über diesen Vorfall bin und Ihnen viel Glück und Erfolg trotzdem wünsche.

WF: Du bist in der Tat kaum außerhalb der GWF zu sehen, mal bei YAWARA oder auch bei der IPW aber meist nur bei GWF, lässt das dein Job kaum zu oder reizt es dich kaum, außerhalb der GWF anzutreten?

CK: Ja leider stimmt diese Tatsache wirklich und unglücklicherweise hat es mit meinem Job als Personal Trainer/Ernährung Berater zu tun, weil ich leider viel zu oft am Wochenende arbeiten muss und mir so viele Möglichkeiten entgehen.

WF: Welche Musik hört Cem Kaplan privat?

CK: Ich mag sehr gerne motivierende Lieder wie man die in vielen Tribute Videos findet aber auch RNB und Hip-Hop auf jeden Fall auch.

WF: Du hast Lucky Kid erwähnt, mit dem Dich eine Freundschaft verbindet und welcher u.a. in Japan war. Möchtest Du evtl. beispielsweise auch mal in einem anderen Land auftreten oder Trainieren?

CK: Ja ich würde sehr gerne auch diese Erfahrungen machen, in verschiedenen Ländern und Kulturen. Um ehrlich zu sein, hatten ein paar GWF Kollegen und ich vor, dieses Jahr nach Mexiko zu fliegen und um dort zu trainieren, Erfahrungen zu sammeln etc. aber wegen der Pandemie wird das leider dieses Jahr nichts mehr.

WF: Du bist mir Senza Volto, Chris Colen, Marius Al-Ani im Ring gestanden… gibt es schon ein Lieblingsmatch, sehen wir von dem Match mit Ali Aslan ab?!

CK: Ja absolut, versteht mich bitte nicht falsch ich mag alle meine Matches egal gegen wen aber gegen Marius Al-Ani hat einfach die Chemie zwischen uns extrem gut gepasst und das du obwohl das unser erstes aufeinander treffen war.

WF: Wie verfolgst Du die Karriere ehem. GWF Talente wie die von Alexander Wolfe, welcher ja heute noch oft bei GWF zu Gast ist, wenn auch mal nur backstage?!

CK: Ja, als Alexander Wolfe noch im Smackdown Roster war und man ihn im Fernsehen sehen konnte, aber nicht mehr seit er bei WWE NXT UK ist, leider .

WF: Hattest Du schon mal ein WWE Tryout – Wären die USA eine Option für Dich?

CK: Nein ich hatte leider noch nicht das Vergnügen eines WWE Tryouts und unglücklicherweise bin ich mir immer noch nicht sicher ob die USA etwas für mich wäre im Moment.

WF: Mir gefällt bei der GWF, dass das Roster wirklich Multi Kulti ist. Hast Du eine Idee Wie viele Nationen hier für die Fans in den Ring steigen oder zusammen trainieren? Wurde das mal besprochen oder genannt? Mir sind natürlich türkische, arabische sowie albanische Wurzeln bekannt.

CK: Ist eine gute Frage, aber selbst ich bin da leider überfragt. Also: deutsch, arabisch, türkisch, kurdisch, albanisch, persisch, mexikanisch, deutsch …. das sind so die Wurzeln vieler unsere jetzigen Wrestler. Ich bitte um Verzeihung bei allen, die ich vergessen habe.

WF: Du trittst aktuell als „Cem Kaplan“ an und warst auch schon als „Juan Bao“ im Ring gestanden, gibt es eine Geschichte zur Entstehung der Namen?

CK: Ok ich glaube der Name „Juan Bao“ wird mich für immer verfolgen also: soweit ich weiß, kamen wir auf den Namen damals als die GWF einen Film drehte und ich eine kleine Rolle hatte als Kämpfer der aus Tibet stammt. Meine körperliche Form sah auch mehr nach Kampfsportler aus und als ich -Lucky und Erkan damals im 2008 unser „Triple Threat Match“ bestritten, hatte ich diesen Namen für das Match bekommen, weil ich noch kein festes Gimmick hatte. Zu „Cem Kaplan“ kam ich ähnlich. Nach „Juan Bao“ hieß ich zuerst „Cem Cetin“ bei der nächsten Show für die GSW und erst ab 2009 beschlossen wir aus Cem Cetin eben „Cem Kaplan“ zu machen.

WF: Warum genau „Cem oder Cem Kaplan, hat das einen Hintergrund, Anlehnung an jemanden oder ist es „einfach nur“ ein Name für Dich?

CK: Also für die Entstehung des Vornamens oder halt den gesamten Namen gibt es keinen jeweiligen Grund. Anfangs war es auch nur ein Name aber mit der Zeit wurde dieser einfache Name zu meiner zweiten Persönlichkeit.

WF: Mit Orlando Silver hat man da sicher gute Kontakte. Mir gefällt sehr, wie er das Training leitet, ich war ja schon live dabei (als Zuschauer). Dich trainierten Ahmed und Mike, oder? Oder gab es auch andere Seminare?

CK: Ja auf jeden Fall! Orlando’s Trainings Seminare sind super um das mexikanische Wrestling kennen zu lernen, aber leider gab es damals bei uns kaum Seminare, wo wir teilnehmen konnten wie heute zum Beispiel. Ahmed und Mike waren und sind immer noch unsere hoch geschätzten Trainer aber Ali Aslan war unser erster Trainer. Mit ihm hat alles angefangen, die ersten Schritte quasi im Wrestling haben wir mit ihm an unsere Seite begonnen.

WF: Wenn ich mich richtig erinnere, hattest Du auch gegen ihn gekämpft. Wie erinnerst Du Dich an die Fehde, das Match mit Ali und die Grup Anarsi?

CK: Ja genau wir hatten unser Match.
Noch heute war und ist es einer meiner glücklichsten und traurigsten Momente in meinen Leben.
Warum einer glücklichsten Momente? Hm, Wie viele können behaupten, gegen den legendären Ali Aslan ein Match gehabt zu haben?! Warum einer traurigsten Momente? Weil dieser Mann eine Vaterfigur für mich ist und ich habe die Hand gegen ihn erhoben hatte Ich hatte mein Team Anarsi verlassen um meinen eigenen Weg zu gehen.

WF: Erinnerst DU Dich noch an das Feedback nach dem Match von Ali, Mike & Ahmed?

CK: Ja absolut! Also als ich mich bei Ali für das Match bedankte, sagte Ali zu mir das ich genauso wie ich gegen ihn gekämpft habe, gegen jeden kämpfen soll. Er wünscht mir nur das Beste auf meinem weiteren Weg und Ahmed und Mike waren ebenfalls sehr stolz und begeistert von unserem Match!

WF: Aber als Berlin Wrestling Champion, also als Singles Wrestler fühlst Du Dich sicher auch wohl, oder?

CK: Ja klar, als Tag Team Wrestler war es klasse aber sobald man sich an das Single Wrestler Dasein gewöhnt hat, macht es auch eine Menge Spaß und ist auch eine ganz andere Erfahrung, weil du vollkommen auf dich gestellt bist.

WF: Hast Du für Dich noch Ziele oder Wünsche in der GWF gesteckt?

CK: Nun ja Berlin und Tag Team Champion war ich in der GWF ja schon fehlt mir nur noch der World Titel. Das wäre noch mein Ziel in der GWF was ich erreichen will.

WF: Eine andere Antwort habe ich nicht erwartet und ich hoffe, dass du dieses Ziel erreichen wirst! Danke Dir für das Interview, Cem!

CK: Ich muss mich bedanken, dass du dir die Zeit genommen hast.

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