Chris Andrews im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 16.06.2015)

WF: Danke für deine spontane Zusage, Chris!

CA: Kein Thema!

WF: England hat wie Deutschland eine Wrestling (Catch) Tradition. Du gehörst zur neuen Generation, heute ist alles schneller, jünger und auch die Wrestler werden leichter und kleiner. Du scheinst sehr viel wert auf Dein äußeres zu legen und trainierst offensichtlich regelmäßig. Wie wichtig ist Dir dein Look?

CA: Ich begann mit dem Training im Gym wirklich wegen dem Wrestling. 90 Prozent der Kerle die ich im TV sah waren in toller Verfassung, daher wusste ich dass es ein wichtiger Schritt ist um Pro Wrestler zu werden. Es ist kein Problem wenn die Wrestler nicht so groß sind, so lange sie sich in einer guten Form befinden. Sie müssen sich vom Publikum abgrenzen und wie professionelle Athleten aussehen (zu 90 %). Wenn sie gar nichts haben was sie von den Zuschauern unterscheidet, ist es nichts wert.

WF: Wie oft trainierst Du und achtest Du sehr auf Deine Ernährung?

CA: Ich hebe 3,4 Mal die Woche Gewichte und lege 2 Cardio Einheiten ein, genauso wie jede Wrestlingshow. Ich esse innerhalb der Woche sehr gesund, aber am Wochenende haue ich mir schon ganz gerne mal ein paar Bierchen rein. Es ist sehr schwer unterwegs in England gut und gesund zu essen.

WF: Europa hat viele Legenden hervorgebracht, gibt es auch für Dich so etwas wie Vorbilder oder Idole?

CA: Als ich jung war Davey Boy Smith, später Fit Finlay.

WF: Wie bist Du zu Deinem Beinamen „Shark“ gekommen?

CA: Das war nur ein Hinweis auf meine Persönlichkeit, ich bin in der Regel sehr ruhig und still, kann aber im Handumdrehen sehr aggressiv und wild werden. Scheint wohl als ob der Spitzname an mir hängen blieb.

WF: Du stehst jetzt 10 Jahre im Ring, hast also einige Erfahrungen sammeln können. Was hat Dich und Deinen Bruder dazu bewegt, selbst Wrestler zu werden?

CA: Ich, mein Bruder Sam und Joel Redman sind seit frühesten Tagen Freunde und alle große Wrestlingfans. Wir begannen in Exeter mit dem Training, hatten verschiedene Übungsleiter. UK Kid bekam sah Potential in uns und fragte ob wir wöchentlich nach Portsmouth reisen würden um mit der VPW zu trainieren. So machten wir es auch und begannen bei mehreren Shows in der Gegend um Hampshire herum zu arbeiten.

WF: Ein Tag Team Match an der Seite Deines Bruders zu bestreiten ist sicherlich toll, gab es auch schon Matches zwischen Euch beiden?

CA: Sam und ich hatten einen kurzen Run als Team, gewannen sogar die Titel. Es kam dann irgendwie zu Spannungen zwischen uns und so wie es aussieht werden wir im Juli gegeneinander wrestlen.

WF: Ich kann mir vorstellen, dass er Anfang für jeden eher unangenehm ist. Wenig oder keine Gage, lange Fahrten und sicher gewinnt man auch nicht wirklich oft. Wann gab es bei Dir den „Turning Point“ und wer verhalf Dir damals zum „Durchbruch“?

CA: Es war ein normaler Start, schätze ich. Ein paar der älteren Jungs testeten einen um zu sehen ob man es wirklich schaffen möchte, aber das Training, Nehmen von Bumps, Lernen von Moves…Das war der schwierige Teil, macht man um sicher zu werden, zack zack und dann noch das richtige Timing erwischen. Wenn dieser Part nichts für dich ist, dann lass‘ es. Beim Erlernen der Psychologie war ich frustriert, das ist das was Zeit bedarf. Vor einem Live Publikum zu agieren und ältere Videos zu sichten um zu schauen was funktionierte und was nicht.

WF: Jeder Wrestler versucht international Erfahrung zu sammeln, dazu bereist man viele Länder. Konntest Du Dir auch Eindrücke vom Volk machen, der Kultur oder ist es meist nur das Hotel und die Halle?

CA: Um ehrlich zu sein bin ich nicht der Beste, der aus den Reisen alles herausholt und die besuchten Orte noch großartig erkundet. Nach der Show ins Hotel, dann nach Hause ist eher mein Ding. Bin mir aber sicher dass ich irgendwann einmal zurück blicken werde und mir wünsche mehr erlebt/gesehen zu haben.

WF: Man sieht sich regelmäßig in der Schweiz (SWE). Wie wichtig ist es für Dich andere Länder zu bereisen und gibt es noch Traumgegner, sowie Länder?

CA: Es ist toll im Ausland aufzutreten (auch wenn nicht viel von den örtlichen Sehenswürdigkeiten aufschnappe). Ich glaube dass ein Ziel zu erreichen ist, abgesehen für die großen Promotions zu arbeiten, bezahlt zu werden um die Welt zu bereisen. Die Attitude Ära machte mich zum Wrestling Fan, also wäre Steve Austin mein Traumgegner-ich hatte aber das Glück schon mit Stars aus dieser Zeit wie Billy Gunn und Hardcore Holly zu arbeiten.

WF: Hast Du jemals in Deiner Karriere ein Tryout für eine große Company bestritten?

CA: Ja, ich hatte einige WWE Tryouts im Jahre 2011. Sie sagten mir dass sie mich mögen und ich immer wieder gerne gesehen werde, aber dann gab es einige Positionswechsel im Unternehmen und so verlor ich den Kontakt, den ich damals hatte. Es war ein bisschen wie ein letzter Versuch zu der Zeit zu gehen. In meinem persönlichen Leben haben sich einige Dinge entwickelt, ich bin froh wie es heutzutage ist.

WF: Wie siehst Du das „British Bootcamp“ von TNA – Hast Du das verfolgt?

CA: Ich schaute es weil ein paar Freunde dort waren, es war besser als ich dachte. Es war verrückt dass sie einige der Jungs nicht nahmen, aber ich weiß auch nicht genau was sie suchen.

WF: Road Storys sind immer beliebt bei den Fans, sei so nett und teile eine Lustige mit uns, Namen musst Du keine nennen 😀

CA: Die meisten der Geschichten, die ich zu erzählen hätte, sind längst nicht so lustig wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Während einer Tour mit den Fußballkumpels allerdings hatten wir einen Kameraden dabei, der immer etwas großspurig war. Wir beschlossen ihn auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. 5 Leute von uns zogen die Hosen aus und rieben seine Zahnbürste an unseren Arschlöchern. Am nächsten Morgen ließen wir ihn damit sichdie Zähne putzen, danach zeigten wir ihm das Video. Wie ihr euch vorstellen könnt, war er äußerst zufrieden und dankte uns 😉

WF: Danke für Deine Zeit!

CA: Kein Problem, danke für Eure Unterstützung!

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