EWA "Weltmeisterschaft" - Leoben - WF on Tour

 

EWA Weltmeisterschaft

06.09. 2008

Leoben

 

Wenn Chris „The Bambikiller“ Raaber Geburtstag hat, lässt er Leoben erbeben. So auch am vergangenen Samstag in der Oberlandhalle in Leoben. Die Halle, die auch für Viehauktionen genutzt wird, war am 6.September 2008 bereits zum 3.Mal Schauplatz einer EWA Weltmeisterschaft im Schwergewicht und auch dieses Mal kamen schätzungsweise 1300 Wrestlingfans zusammen und feierten die Catch Wrestling Party des Jahres!

Es gab sechs Einzelkämpfe an diesem Abend und ein Wiedersehen mit DER Wrestlinglegende schlechthin in Europa. Aber dazu später mehr.

Big Walter Hahn vs. Headshrinker Alofa

In dieser Schlacht der Superschwergewichte dominierte der barfuss kämpfende Samoaner seinen österreichischen Kontrahenten mit Chops und Headbutts, gegen die der unbeliebte Niederösterreicher kein Mittel fand und sich nach einem sehr harten Samoan Drop nach knapp 10 Minuten Kampfzeit geschlagen geben musste. Sieger somit Alofa, der sich eine Woche zuvor in Hollabrunn gegen Damon Brix den EWA Intercontinental Titel sichern konnte.

Damon Brix vs. Lexxus

Im zweiten Kampf des Abends hatte es dann der ehemalige EWA Intercontinental Champion Damon Brix aus Linz mit dem maskierten Wahlmexikaner Lexxus zu tun. Brix zeigte nicht ganz freiwillig seinen blanken Hintern und verlor nach etwa 11 Minuten durch Pinnfall. Schade eigentlich.

Michael Kovac vs. James Mason

In diesem Kampf trafen zwei der besten Techniker Europas aufeinander. James Mason aus London diesmal in einer ungewohnten Heelrolle. Der Kampf war ein wahrer Leckerbissen für Wrestlingfans. Beide Männer voll auf der Höhe des Geschehens und es wurde zum ersten Mal wirklich laut in der Oberlandhalle. Alle Moves kamen perfekt rüber, einfach ein klasse Match, das der böse Engländer unfair mit beiden Händen in den Seilen für sich entscheiden konnte.

Slash Power vs. Steve Swallow

Nach der obligatorischen Pause kam ein vor Selbstbewusstsein strotzender Slash Power in den Ring und beleidigte das Leobener Publikum. Sein Gegner war der etwas tuntige Pirat aus Tortuga Steve Swallow, der trotz der Kraftvorteile seines Gegners den Sieg stahl und unter dem Befall des Publikums schmunzelnd in die Kabine tänzelte.

EWA Weltmeisterschaft im Mittelgewicht:

Christian Colen vs. Frankie Sloan

Dieser Titel wurde neu ausgekämpft, da der bisherige Titelträger Barish Günay ihn in den letzten zwei Jahren nicht verteidigt hat. Bevor die Kontrahenten in den Ring konnten, wurden die sportlichen Leiter vorgestellt. Es waren Oliver Copp und Tony St Clair. Tony brachte den Gürtel, um den es gleich gehen sollte mit zum Ring. Dann kamen die Wrestler: Colen mit italienischer, Sloan mit britischer Fahne. Ein Kampf bis zur Entscheidung, ohne Time Limit sollte es sein. Sloan zeigte in diesem Match, das er sein Handwerk im Ring genauso gut beherrscht, wie sein legendärer Cousin und gelegentlicher Tag Team Partner Robbie Brookside. Chris Colen sorgte leider für ein paar kleine Upfucks, was dem Match nicht gut tat. Nach 18 kurzweiligen Minuten gelang Colen der überraschende Pin gegen den Engländer.

EWA Weltmeisterschaft im Schwergewicht:

Chris "The Bambikiller" Raaber (c) vs. Bruiser Bradley

Der Kampf wurde auf 15 Runden a 3 Minuten angesetzt. Bambi kommt als erster zum Ring, da Bradley darauf bestanden hat als letzter zu kommen. Diese Arroganz brachte dem wilden Texaner schon vor seinem Auftritt Heat beim Publikum ein. Wie bei solchen Kämpfen üblich, wurden die Fighter von Sekondanten zum Ring begleitet. Bambi brachte seine Freunde Kovac und Alofa mit und Bradley wurde von James Mason moralisch unterstützt.

Der Kampf war sicherlich kein technisches Highlight, aber es war ein verbissen geführtes Gefecht, das an Dramatik seines Gleichen sucht. Bradley, mit einem Texas Bull Rope zum Ring kam zögerte nicht, die daran befestigte Kuhglocke als Waffe einzusetzen. Dies führte in Runde 4 zu einem tiefen Cut über Bambis rechtem Auge. In der Rundenpause wollte der sportliche Leiter Tony St. Clair fast schon den Kampf abrechen, ließ aber dann doch das Match weiterlaufen.

In Runde 6 verlagerte sich das Kampfgeschehen nach Draußen und Bambi konnte für seinen zwei Runden zuvor erlittenen Cut rächen, in dem er den Kopf des Texaners buchstäblich in den Sprechertisch hämmerte. Jetzt bluteten beide Kombattanten, was doch recht brutal aussah. In der 7. Runde gelang es Bradley mit Hilfe seines Sekondanten James Mason, Bambi Sand in die Augen zu werfen und ihn zu blenden. Bambi vollkommen orientierungslos wurde daraufhin von Bradley gepinnt. Was fast zu Tumulten in den Zuschauerreihen führte...

Der Ringsprecher Rob the Steamhammer war gerade dabei den neuen Weltmeister Bruiser Bradley anzukündigen, als Gegenstände in den Ring flogen. Und wieder kam Tony St. Clair in den Ring und befahl dem Ringrichter das Match neuzustarten. Die Fans waren außer sich, als Bambi nachdem er einen erneuten Sandangriff abwehren konnte und den Texaner in einem alles entscheidenden Aufgabegriff zum Abklopfen zwang. Somit alter und neuer EWA Weltmeister im Schwergewicht Chris the Bambikiller Raaber.

Zur Siegesfeier gesellte sich ein Mann, der wahrhaft Wrestlinggeschichte geschrieben hat der ehemalige AWA und CWA Weltmeister im Schwergewicht und einer der erfolgreichsten Wrestlingpromoter Europas Big Otto Wanz: Otto, der sich seit 9 Jahren bei keiner Catch Wrestlingshow blicken ließ schnappte sich das Mikro und sagte: „Nur ein paar wenige Worte  - aber sie kommen von Herzen! Chris, du bist ein guter, ehrenhafter und ein richtiger Champion. ich kann beruhigt schlafen, der Gürtel ist bei uns und in den richtigen Händen - herzlichen Glückwunsch!" Diesen Worten kann ich mich nur anschließen. Ich gratuliere Chris und der gesamten EWA zu diesem gelungen Event!

 

 
Bericht: Gerhard Köber für WrestlingFever.de | 2008
 
Fotos: www.woche.at
 

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