| Wrestling-Topstars boten in Roth „bombastische
Show“ |
| Über 500 Zuschauer beim Debüt der German Wrestling Promotion —
Aufregung nach Sturz von Teddy Hart |
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„Genial“. „Bombastisch“. „Das Beste, was ich bisher bei einer
Euroshow gesehen habe“. „Kaum zu toppen“. „In Roth wurde Geschichte geschrieben“
— die Reaktionen im Internet sind einen Tag nach dem Debüt der German Wrestling
Promotion (GWP) euphorisch. Die Stimmung hätte tags zuvor nicht besser sein
können, zumal unter den über 500 Zuschauern in der SC-Sporthalle viele Menschen
waren, die zuvor noch nie eine Wrestling-Veranstaltung erlebt haben. Nicolas
Banner (27) aus Roth sowie Andre Hain (22) und Christian Dorr (28), beide aus
Fürth, so heißen die drei Verrückten, die künftig im Wrestling-Zirkus mitspielen
möchten und das Wagnis eingingen, internationale Top-Stars in eine Kleinstadt zu
holen.
ROTH (dg) — Ein Mann mit schwarzem Anzug, weißem Hemd und
Fliege betritt den Ring. Spannung macht sich bei den 500 Menschen im Alter von
sechs bis 83 Jahren breit. Laute Musik setzt ein. Emotionen gehen hoch,
Zwischenrufe heizen die Stimmung an, Clopapierrollen fliegen. Dann hebt sich der
schwarze Vorhang und die Wrestling-Debütveranstaltung „Spring Attack“ der GWP
kann beginnen.
Es beginnt eine Show, die die Zuschauer über vier Stunden
in ihren Bann ziehen wird. Wer jetzt an Gewalt verherrlichende Kämpfe einiger
aufgeblasener Herren denkt — ein Vorwurf, den sich Wrestler in aller Welt immer
wieder anhören müssen — muss sich eines Besseren belehren lassen. Die Herren im
Ring, und auch die beiden Damen, bieten schweißtreibende Akrobatik, die einem
schon mal den Atem stocken lässt. „Nicht zum Nachmachen geeignet“, appelliert
der Moderator.
Natürlich gehört zu jeder Show der gute Wrestler, das
Babyface, und der Böse, auch Heels genannt. Da wird schon mal der Stinkefinger
ins Publikum gehalten, wird der Gegner getreten. Klar. Schließlich hat
jeder seine Rolle einzunehmen. Im ersten von acht Kämpfen des Abends stehen sich
Flying Dragon und Jonny Storm gegenüber. Grifftechniken bestimmen zunächst die
Szene. Dazu spektakuläre Sprünge und Würfe, die den Ring erzittern lassen. Der
nur mit einer kleinen Mattenschicht abgefederte Holzboden des Rings dämpft nur
die Stürze ab. Der Boden kracht, als wären es die Knochen.
„Jeder im
Publikum ist nur halb so schön wie ich“, bemerkt Absolute Andy, der im Kampf um
den Dragonhearts-Titel dem amtierenden Champignon Patrick Schulz gegenüber
steht, abfällig. „Memme“. „Bierbauch“, schallt es zurück. Böse blicken Andys
Bodyguards drein. Das Publikum buht.
Privat ist Andy ein freundlicher
22-jähriger junger Mann. Von wegen Brutalo. Der Student der Betriebswirtschaft
kommt aus Hilpoltstein und gilt als hoffnungsvollstes Wrestling-Nachwuchstalent
in Deutschland. Mit 16 nahm Andy, der zuvor Taekwondo betrieb, erstmals an einem
Wrestling-Training teil, später an einem Trainingscamp mit einem professionellen
Wrestling-Trainer aus Amerika. „Das war knallhart“, erinnert sich Andy. Aber ihm
wurde Talent attestiert. Wenige Tage später wurde er ins kalte Wasser geworfen,
musste er bei einem Kampf in der German Wrestling Liga einspringen. Seither geht
es steil bergauf mit Andys Karriere.
Heiß sind die Kämpfe, als mehrere
Wrestler im Ring stehen, um den Besten zu ermitteln. Das Publikum hält es schon
lange nicht mehr auf den Sitzen, vor allem dann nicht, als sich zwei Wrestler in
den Zuschauerreihen be-gegnen. Plötzlich kracht Top-Star Teddy Hart nach einem
„Moonsault“, einem Sprung mit Überschlag von einer sieben Meter hohen Leiter,
auf Stühle im Zuschauerraum. „Habe mich bei der Sprungrichtung vertan“, sagt er
hinterher. Allerdings hat er sich dabei eine klaffende Risswunde zugefügt und
das Knie leicht verdreht. Dennoch verabschiedet er sich mit US-Superstar Monty
Brown tief be-wegt von den begeisterten Fans. „Hat Spaß gemacht. Wir kommen
wieder“. |
© Wrestlingfever.de | gefunden bei der Roth-Hilpoltsteiner-Volkszeitung vom 01.05.2006
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