Jesse Neal im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 18.09.2016)

WF: Danke für Deine Zusage zu diesem Interview, Jesse! Wie geht es Dir und was machst Du heute?

JN: Es geht mir super und ich bin weiterhin sehr aktiv mit Wrestling beschäftigt, nur das die Matches, im Vergleich zu früher, immer verrückter werden.

WF: Du bist im Sommer 2015 zurückgetreten, nun wieder als Wrestler aktiv. Was hat Dich zu dieser Entscheidung bewegt?

JN: Ich habe eine Tochter mit der ich damals mehr Zeit verbringen wollte, um sie aufwachsen sehen. Inzwischen bin ich zurück und wrestlte in Kanada auf dem Weg zu meinem Ziel einige großartige Matches und eines Tages werde ich wieder im TV sein – allerdings dieses Mal vielleicht sogar WWE oder New Japan.

WF: Vor Deiner Wrestling Karriere warst Du Teil des US Militärs. Wie lange zuvor gab es den Traum Wrestler zu werden?

JN: 12. Oktober 2000 die Bombardierung der USS Cole hat mein Leben für immer verändert und von da an wusste ich das man in dieser Welt für etwas stehen muss und es war Pro Wrestling

WF: Gab es so etwas wie einen „besonderen Moment“, einen Event oder ein Match?

JN: Als mein Schiff bombardiert wurde, während ich bei der Navy war, entschied ich das ich etwas großes im Leben machen muss.  Ich liebte Wrestling, veranstaltete jeden Monat PPV Partys bei mir zu Hause und ich sprach oft davon. Nachdem uns das am 12. Oktober 2000 passierte, wusste ich, dass ich es verwirklichen werde um meine Kameraden zu ehren und auch, das meine Reise noch nicht zu Ende ist.

WF: Hattest Du so etwas wie Idole, Favoriten?

JN: CM Punk

WF: Du hast bekanntlich bei einem der wohl erfolgreichsten Tag Teams trainiert – den Dudley Boyz. Wie erinnerst Du Dich gerade an Deine ersten Trainingsstunden, gab es evtl. auch einen dieser Momente, wo Du ans aufhören gedacht hast?

JN: Als ich das erste Mal durch die Türen der 3D Academy ging traf ich Bubba und da wusste ich, dass es das für mich war. Es gab Zeiten da fuhr ich nach dem Training nach Hause und dachte, ich würde es nicht schaffen. Am nächsten Tag aber stand ich auf, schmerzverzerrt und gebrochen, schluckte es runter und erschien früh und bereit!

WF: Welche Erinnerungen hast Du an die Dudleys selbst, wie schwer ist es diese Jungs zufrieden zu stellen?

JN: Haha sehr schwer. Das wäre wohl das Tabes Match *Dudley’s gegen Ink Inc* in der ECW Arena, dem Hammerstein Ballroom. Es war großartig und eine Ehre mit ihnen zu arbeiten.

WF: Hier in Deutschland kennen wir Dich, wie vermutlich überall, hauptsächlich durch TNA Wrestling, wie kamst Du damals zu TNA?

JN: Ich verdanke alles Bubba und Devon und natürlich meiner harten Arbeit und dem Willen niemals aufzugeben.

WF: Hat Dir gefallen wie Du dort eingesetzt wurdest, warst Du zufrieden?

JN: Manchmal ja, manchmal nein aber ich habe daraus gelernt und hatte eine Menge, Spaß in jeder Hinsicht.

WF: Wie kam es zum Team mit Dir und Shannon Moore, wer hatte die Idee dazu, zum Teamnamen etc.?

JN: Das war Shannon und ich, ich hatte die Namensidee. Wir dachten uns, wir haben beide Tattoos und Mohawks und „warum nicht“? Wir verstanden uns gut. Ich wünschte nur wir hätten mehr Zeit gehabt da draußen „wir“ zu sein.

WF: Wie erinnerst Du Dich an die erste Zeit bei TNA, deine Fehde mit Rhino, die letztendlich darin endete, dass Du wieder mit Deinen eigentlichen Trainern (Dudleys) arbeiten konntest?

JN: Alles in allem war es eine Ehre und ich habe so vieles für meinen weiteren Weg in dieser Industrie gelernt. Mit den Dudley’s dort zu arbeiten war eine noch größere Ehre die ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Wir haben überall gekämpft, in Tables Matches die ich niemals vergessen werde.

WF: Mal ehrlich, wie ist es mit den Nasty Boys zu arbeiten. Nachdem Hogan und Bischoff bei TNA waren, sah man Dich erst mal nicht, dann wieder an der Seite Deiner Trainer. Ich denke ein Tables Match gegen die Nasty Boys ist keine schöne Erfahrung – oder?

JN: JA definitiv, sie waren immer bereit uns in Stücke zu reißen. Leider war die Storyline recht kurz, was viele dort (TNA) nervte. Einige hatten das Potential sehr viel größeres zu werden als sie waren / wurden.

WF: Wie hast Du Hulk Hogan kennen lernen dürfen?

JN: Als er zu TNA kam und es war fantastisch ihn kennen zu lernen und mit ihm zu arbeiten. Er war immer bereit den anderen zu helfen. Ich glaube er wollte mich einmal bei TNA „vorführen“ als ich gegen Matt Morgan antrat,  aber er nannte einen falschen Namen. Alles gut… haha

WF: Vader gilt heute noch als harter Hund und hat sich neben Japan auch hier in Europa harte Schlachten geliefert. Es gibt Geschichten von Wrestlern, die zum Event kamen und auf der Tafel lasen, gegen wen sie antreten mussten. Bei Vader haben angeblich viele versucht, aus dieser Nummer zu kommen. Auch Du hattest ein Match mit Vader. Wie erinnerst Du Dich an den Menschen, den Charakter im Ring und das Feedback danach?

JN: Als ich erfuhr das ich gegen Vader antreten soll war ich sehr begeistert doch wusste ich im Hinterkopf, das ich mich auf einiges gefasst machen musste. Aber das liebe ich an diesem Business so. Vader im Ring ist alles was man sagt er ist, ein echt harter Hund (SOB) und ich hätte es nicht anders haben wollen. Es war eine Ehre, zumindest der Teil an den ich mich erinnere, haha für einen Moment sah ich das Licht, aber Backstage ist er ein sehr professioneller Mann.

WF: Hast Du evtl. eine interessante & lustige Roadstory für uns?

JN: Keine die ich öffentlich erzählen kann/darf, haha.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit, Jesse. Alles gute für Dich und Deine Familie!

JN: Ich danke Euch. Es tut mir Leid das es so lange gedauert hat zu antworten.

Respekt,
Jesse

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