Jonathan Gresham im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 12.01.2016)

WF: Danke für Deine Zusage, Jonathan!

JG: Kein Problem, danke für die Einladung!

WF: Du stehst nun schon über 10 Jahre im Ring, was hatte Dich dazu bewegt Pro Wrestler zu werden?

JG: Ich wollte schon immer Profi Wrestler werden und verliebte mich schon im Kindesalter in diese Idee. Weißt Du, andere Kinder wollten tun, was ihre Väter tun oder Polizist bzw. Feuerwehrmann werden. Ich sagte hingegen schon immer, dass ich Wrestler werden wollte.

WF: Wir konnten Dich bei CHIKARA, RoH aber auch hier bei wXw sehen. Wie viel Zeit bleibt Dir, Dir die Länder, Leute und Sehenswürdigkeiten anzusehen?

JG: Das ist ein häufiges Missverständnis, welches über reisende Wrestler herrscht. Da spreche ich jetzt nur für mich selbst. Aber normal ist es ein „rein und raus“, weißt du. Du fliegst oder fährst in eine Stadt, isst etwas, fährst zur Arena, machst Dich warm, gehst in die Arena und arbeitest den Event. Wenn dieser dann vorbei ist, hast Du evtl. Zeit für eine Bar, etwas Essen um dann zu schlafen oder zur nächsten Stadt zu reisen. Bei langen Touren wie in Deutschland oder Japan hatte ich ab und zu Zeit, um mir Sehenswürdigkeiten anzusehen.

WF: Du trittst hauptsächlich in Amerika auf. Ist das Wrestling dort immer noch „so groß“, warum denkst Du können Sich die Amerikaner mehr dafür begeistern wie anders wo?

JG: Ja, Amerika ist die Heimat von WWE, der größten Firma des Pro Wrestling. Das sagt aus, das es hier noch sehr groß ist. Es ist eine andere Form von Entertainment, wie jeder große Event. Baseball, Basketball etc. …. Es ist ein Hobby oder Zeitvertreib für die meisten.

WF: Neben Amerika und Europa hast du auch einige Zeit in Japan für Zero 1 gewrestelt und bis dieses Jahr auch in Mexiko für DTU in den Ring gestiegen. Wo siehst du die größten Unterschiede zwischen Amerika, Europa, Japan und Mexiko was das Wrestling angeht?

JG: Der größte Unterschied ist auf jeden Fall, was von Dir als Wrestler erwartet wird. Die Fans mögen von Land zu Land unterschiedliche Stile und Du musst dieses als Performer erfüllen.

WF: Du hast sicherlich als Fan angefangen, Wrestling zu trainieren, wie hat sich die Sicht der Dinge für Dich verändert, seit Du auf der anderen Seite des Vorhangs stehst? Bist Du auch heute noch „Fan“?

JG: Ich muss manchmal zurückstecken und in den „Enjoy Modus“ wechseln. Normal schau ich heutzutage Wrestling um diese Kunst zu studieren. Ja, ich bin also immer noch ein Fan, das ist es, was diesen Job so großartig macht.

WF: Weißt Du noch wie die „Calamari Catch Kings“ entstanden, der Name zu Eurem Team und das Team selbst?

JG: Da gibt es keine große Geschichte zu erzählen. Brookes und ich waren schon seit einiger Zeit Freunde, wir trainierten sogar zusammen. So erlernten wir so ziemlich alle Moves und Stile zusammen. Wir beide entschieden uns für den „Octopus Stretch“ als unseren Signature Move und wollten uns mit irgendwas was mit Kalmare zu tun hat (oder ähnliches) benennen. Der Name kam dann in Brookes Wohnzimmer mit Hilfe seiner Mutter zustande, haha.

WF: Bevor du mit den Calamari Catch Kings in die wXw kamst warst du dort bereits mit Jay Skillet als RockSkillet sehr erfolgreich. Hast du noch besondere Erinnerungen an diese Zeit und das Team und vielleicht auch speziell an euren Titelrun?

JG: Ich glaube ich erinnere mich daran, das Skillet und ich Freunde wurden und er der erste Typ in Deutschland war, mit dem ich so abhing. Gute Zeiten.

WF: Du bist jetzt körperlich nicht unbedingt der Größte und eher technisch versiert im Ring. Bist Du jemals maskiert aufgetreten und wenn ja, wie kam es dazu?

JG: Am Anfang meiner Karriere trug ich eine Maske. Nochmals, diese Geschichte ist nichts besonderes. Ich war noch sehr neu im Wrestling und probierte mich aus. Es machte Spaß aber nicht für mich. Ich verkörperte das Gimmick damals in Mexiko und in Houston Texas für die PWA Promotion von Booker T.

WF: Gibt es ein oder zwei Matches Deiner Karriere an die Du Dich besonders gerne erinnerst?

JG: Aktuell steht als Nr. 1 mein Match gegen Ikuto Hidaka in Japan für Zero 1 an erstes Stelle. Ich lernte bereits sehr viel von ihm, bevor ich ihn traf. So bis jetzt war es Japan und das Match gegen ihn in einem großen Turnier, welches immer eines meiner Lieblings Matches sein wird. Ich denke da immer noch daran und wie verrückt das Leben ist – Du weißt nie wo du landest.

WF: Nehmen wir an, Du darfst ein Wrestlemania Match bestreiten, wer wäre Dein Wunschgegner und warum?

JG: Chris Jericho oder Bryan Danielson, weil beide genau das widerspiegeln, was ich am Wrestling so liebe.

WF: Die CZW steht teilweise für sehr brutale Matches, denkst Du das es heutzutage noch nötig ist mit Hardcore bzw. Deathmatches Zuschauer zu gewinnen?

JG: Ich denke es ist das, „was auch immer Dein Boot zum überlaufen“ bringt, wenn es die Leute mögen, ist ein Markt dafür da.

WF: 2010 bist du das erste Mal für die wXw in den Ring gestiegen. 5 Jahre sind nun vergangen, in denen du jedes Jahr für einige Matches hier nach Deutschland gekommen bist. Wie hat sich das Wrestling speziell bei uns deiner Meinung nach verändert?

JG: Ich musste mich als Wrestler weiter entwickeln und bin dem wXw Roster dankbar, für die Möglichkeit gegen Leute zu wrestlen, gegen die ich bisher nicht wrestlen konnte oder umgekehrt. Nicht zu vergessen die unzähligen Seminare die wXw veranstaltete. Ich bedanke mich sehr bei allen Anwesenden, in oder außerhalb – Sie alle halfen sehr.

WF: Danke für Deine Zeit, alles erdenklich gute!

JG: Danke nochmals für die Einladung.

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