Juvenile X im WrestlingFever.de Interview (14.06.2016)

WF: Vielen Dank für eine erneute Zusage Juvenile, unser erstes Interview führten wir 2012, noch ziemlich am Anfang Deiner Karriere, inzwischen hat sich viel getan – Wie geht es Dir aktuell?

JX: Ich fühle mich großartig, danke! Fast vier Jahre sind inzwischen vergangen und es hat sich eine Menge getan, das ist richtig. Ich freue mich, im Interview noch einmal einen Blick auf den einen oder anderen Moment der vergangenen Jahre legen zu können.

WF: Das NEW Stable „WRising“ (welches inzwischen Geschichte ist) spielte in Deiner Karriere eine große Rolle. So entwickelte sich „Juvenile X“ zum „Heel“ und konnte bei GWP auch den ersten großen Singles Titel erringen – Wie wichtig war DIR diese Weiterentwicklung?

JX: Ich habe innerhalb weniger Minuten das erreicht, was ein Großteil anderer in zehn Jahren nicht fertig gebracht hat. Ich habe den Titel öfters und an mehreren Orten – sogar international – verteidigt, als jeder andere Champion in der GWP Geschichte. Spricht doch ein wenig für sich, nicht wahr?

WF: Man könnte fast annehmen, dass Du gerne die Heelrolle verkörperst, hast Du Dir da evtl. einen langersehnten Wunsch erfüllt – Welche Möglichkeiten ermöglicht Dir der „neue“ Juvenile X?

JX: Macht für mich keinen Unterschied. Ich ziehe mein Ding durch, fühle mich aktuell freier als zuvor.

WF: Bei GWP konntest Du unter anderem auch gegen WWE Legende Tatanka antreten. Wie erinnerst Du Dich an dieses Match, diese Legende und was hättest Du jemanden gesagt, der Dir vor 4 Jahren dieses Match voraus gesagt hätte?

JX: Ernsthaft, ich bin sehr dankbar für die Chance, mit ihm im Ring gestanden zu haben. Ich kann nur Positives über Tatanka berichten, er bringt eine unglaubliche Professionalität mit sich, auch außerhalb des Rings. Man merkt schnell, wo er schon war und was ihn von anderen unterscheidet.

Die Chemie hat gestimmt, seinen Respekt musste ich mir trotzdem erst einmal hart erarbeiten. Aber genau das liebe ich an diesem Business. Ich meine, der Mann stand unter anderem dem Deadman im Madison Square Garden in New York City gegenüber und da stand auf einmal ich. Aber hey, ich mag es unterschätzt zu werden. Wir begegnen uns zum ersten Mal persönlich und eine halbe Stunde später schenken wir uns da draußen nichts. Letztendlich hat an dem Abend der bessere Mann gewonnen (ich war der bessere Mann).

WF: Was einem sofort auffällt, ist, dass Du ordentlich zugelegt hast, ist in der Zukunft ein Sprung in die Heavyweight Division geplant?

JX: Nein.

WF: Du hast inzwischen auch international Erfahrung gesammelt, da sprechen wir „nicht nur“ von Österreich oder der Schweiz, sondern (neben anderen) auch England, Frankreich, Italien und sogar den USA. Wie erinnerst Du Dich an Deinen ersten Trip in die USA, konntest Du Dir auch etwas ansehen?

JX: Es war wirklich eine super Erfahrung. Ich wurde überpünktlich vom Flughafen abgeholt und direkt im Anschluss in ein 5-Sterne-Restaurant direkt am Meer eingeladen. Kein schlechter Start in den Tag, was? Dann folgte eine kleine Sightseeing Tour durch Boston, ehe es zur Halle ging. Bei den dortigen Shows ist im Übrigen des Öfteren John Cenas Vater unter den Zuschauern, leider war ihm das an diesem Tag nicht möglich. Dennoch konnte ich mir viele Tipps von Mr. Tony Ulysses (WWF) und Eddie Edwards (u.a. TNA, ROH) einholen. Nach der Show war sogar noch Zeit für einen kleinen Einblick ins Nachtleben. Hätte der Tag besser sein können? Ich glaube nein. Kurz nach 5 Uhr morgens ging es dann allerdings schon wieder zurück.

WF: Plötzlich musst Du Promos in englischer (anderer) Sprache halten, hast Du damit Probleme bzw. ist man da nervös oder klappt das ganz gut?

JX: Ohne arrogant klingen zu wollen (oder bin ich das etwa doch?), Fremdsprachen liegen mir! Ich fühle mich wohl dabei und hatte auch nie großartige Probleme damit.

WF: Vor kurzem warst Du Teil der bereits 5. NEW Extreme Veranstaltung, welche für Hardcore Action steht. Unvergessen ist dein Sprung vom Regie Tower. Wie kommt man auf so eine Idee und gab es Sprünge aus dieser Höhe bereits in der Vergangenheit?

JX: Was würdest du tun, wenn ich dir jetzt sage, dass ich Höhenangst habe? Adrenalin ist die Antwort, eine Menge davon!

WF: Wir hoffen, Du hast Dich nicht verletzt – Du scheinst generell sehr risikofreudig zu sein?!

JX: Ich habe die Frage nicht verstanden. Am nächsten Morgen stand ich jedenfalls um kurz vor 8 Uhr wieder für den normalen Trainingsbetrieb in der Halle.

WF: Du hast wirklich eine enorme Entwicklung hingelegt und wir denken, dass Du noch eine große Zukunft vor dir hast. Hast Du noch persönliche Ziele, evtl. GERADE in Bezug auf NEW?

JX: Die NEW World Heavyweight Championship. Es gibt momentan nur das Ziel. Heißt aber nicht, dass ich nebenbei nicht an vielen anderen Sachen arbeite.

WF: Durch den TV-Deal der NEW wird man Dich evtl. auch außerhalb der „Szene“ kennen. Ist es denn so, dass man Dich privat evtl. schon als Wrestler erkannt und angesprochen hat?

JX: Ich bekomme mit, wie über meinen Freundeskreis hinaus öfters mal über mich („den Wrestler“) gesprochen wird. Das war’s dann aber auch.

WF: Ist es schwer auf dem Boden zu bleiben – wie geht es Dir mit dem „Ruhm“?

JX: Ich habe eine makellose Ausbildung genossen und auf so etwas wird dort sehr, sehr viel Wert gelegt. „Wenn du glaubst etwas zu sein, hast du aufgehört etwas zu werden“…

WF: Wie oft trainierst Du aktuell – wie es scheint verbringst Du sehr viel Zeit damit, dich weiter zu entwickeln, was man in den letzten Jahren bei dir (und beispielsweise auch T-K-O) bemerkt haben sollte?

JX: Eine Ehre für mich, den Namen „T-K-O“ in einem Interview über mich zu lesen!

Ich arbeite 365 Tage im Jahr an mir. Das hier ist seit über sechs Jahren mein Leben und das ist das, was ich am besten kann. Manchmal findet man mich eben im Kraftraum, manchmal beim Treppenlaufen, dann wieder am PC oder seit einiger Zeit auch als Co-Trainer in der „Wright Stuff Pro Wrestling School“. Es gibt immer etwas zu tun und wer etwas anderes behauptet, lügt. Man kann nicht nonstop arbeiten, das stimmt. Aber gar nichts zu tun ist nur eine faule Ausrede von Verlierern.

WF: Vor kurzem war William Regal bei NEW zu Besuch, hat er Dir evtl. persönliche Tipps und Feedback gegeben – Wie erinnerst Du Dich an diesen Tag?

JX: Ich habe von dessen „Besuch“ genau 30 Minuten vor seiner Ankunft an der Halle erfahren. Auch wenn es kein offizielles WWE Tryout war, war es natürlich eine hervorragende Gelegenheit, sich vor einem Offiziellen zu präsentieren. Ich hatte die Möglichkeit, vor ihm mein Können unter Beweis zu stellen und konnte im Anschluss von William Regal‘s Feedback sehr profitieren. Er hat sich wirklich Zeit für einen genommen. Daumen nach oben.

WF: Vor kurzem schloss die WFW ihre Pforten, hier haben einige Wrestler ihre Wurzeln, welche Erinnerungen hast Du an die WFW?

JX: Ich habe den Verantwortlichen der WFW viel zu verdanken. Auch wenn ich dort nicht lange und auch nicht oft aufgetreten bin, habe ich in deren Umfeld meine allerersten Schritte in meiner Karriere gemacht. Wir hatten eine tolle Zeit. Leider haben sich unsere Wege mit der Zeit immer mehr getrennt und ich finde die Nachricht, dass sie ihre Pforten schließen, sehr schade. Gerade jetzt, als sie sehr professionelle Shows im dortigen „Haus der Kultur“ veranstaltet haben. Wer weiß, vielleicht hört man ja irgendwann noch einmal etwas von den Jungs.

WF: Gibt es noch Wunschländer, Ziele wo Du unbedingt einmal als Wrestler auftreten möchtest?

JX: Sofern die Rahmenbedingungen gegeben sind, möchte ich immer jede Möglichkeit nutzen, mich zu präsentieren und bekannter zu machen. England und die USA waren zwei große Ziele, als nächstes stehen (rein an den Ländern orientiert!) Japan und Mexiko auf der Wunschliste.

WF: Nehmen wir an, WWE klopft an, wärst Du bereit Deutschland für die USA zu verlassen?

JX: Überflüssige Frage!

WF: Wir wünschen Dir alles erdenklich Gute – vor allem Gesundheit! Vielen Dank.

JX: War mir eine Freude.

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