Keesa Bambi im WrestlingFever.de Interview (22.03.2019)

WF: Keesa, ich danke Dir für die spontane Zusage für dieses Interview, mir ist es wichtig den Wrestlingfans neue Talente vorzustellen und Euch eine Plattform bieten zu dürfen!

KB: Hallo zusammen, ich habe zu danken! Vielen Dank für die Möglichkeit!

WF: Wrestling befindet sich aktuell wieder auf einem weiteren Höhepunkt und es ist toll, das auch wieder verstärkt Frauen zu diesem Sport gefunden haben. Wann fiel die Entscheidung für Dich, Wrestlerin zu werden?

KB: Die Entscheidung Wrestlerin zu werden fiel kurz nachdem ich es das erste mal im TV gesehen habe. Ab dem ersten Moment hat mich dieser Sport fasziniert und in seinen Bann gezogen. Mit 13 Jahren habe ich dann meine erste Euro-Wrestling Show besucht und etwas später mit dem Training angefangen.

WF: Was fasziniert Dich so an diesem Sport, gab es ein best. Match, Vorbilder oder Erlebnisse für Dich, das Du gesagt hast, „das möchte ich auch tun?“

KB: Mich fasziniert das Gesamtbild. Wie man mit einem Gimmick und einem Match eine ganze Geschichte erzählen kann. Die Interaktion mit dem Publikum, das mit einem mitfiebert oder einen hasst. Die Akrobatik, Kontrolle über seinen Körper und Kraft. Es beinhaltet einfach alles. Vorbilder sind ganz klar CM Punk durch sein Auftreten und Celeste Bonin. Aber auch die Frauen, die hier in Deutschland das Womens Wrestling zu dem gemacht haben was es ist, Alpha Female – Jazzy Gabert, Blue Nikita, Wesna und Melanie Gray.

WF: Wenn man nach Dir googlet, so findet man nicht viel über Deinen Gimmick Namen. Durch mein Interview mit Xara Grace weiß ich allerdings, das Du Deine Anfänge in Heßdorf bestritten hast. Wie bist Du damals zur NEW, Alex Wright gekommen?

KB: Das stimmt. Angefangen zu trainieren habe ich bei Alex Wright. Dazu gekommen bin ich, weil ich meine Mutter immer wieder damit genervt habe, dass ich Wrestlerin werden möchte und mir Shows nicht nur im TV anschauen möchte. Daraufhin sagte sie, dass ich gerne mal trainieren und alles anschauen könnte, wenn ich denn eine Wrestlingschule finde. Gesucht, gefunden!

Die NEW lag damals nur 30 Minuten mit dem Auto von uns entfernt, also ein Katzensprung und ein Stückchen näher an meinem Traum. Hier nannte man mich auch das erste Mal „Bambi“.

WF: Wie erinnerst DU Dich an die ersten Trainingseinheiten, die Zeit am anfang und hattest Du sportliche Vorkenntnisse?

KB: Wirklich sportliche Vorkenntnisse hatte ich eigentlich nicht. Ich habe verschiedene Sportarten ausgeübt, bevor ich das erste mal in einem Wrestlingring stand, wirklich geholfen hat es mir aber nicht. Der Anfang war sehr hart. Ich hatte mich als ersten Kontakt mit dem Sport für ein 2 Tages Seminar angemeldet. Nach dem ersten Tag konnte ich nicht ohne Muskelkater und Hilfe aus dem Bett, doch das hinderte mich nicht daran, den zweiten Tag nicht weiterzumachen! Ich hatte immer viel Spaß beim Training und wurde an meine Grenzen, aber auch darüber hinaus gebracht.

WF: Die Damen waren bei NEW (wie auch bei den meisten anderen Ligen) eher rar. Ich erinnere mich an Jessy Jade, Kick Ass Jane und Unique….. Wie lange warst Du dort aktiv?

KB: Aktiv war ich in der NEW nie.

WF: Wie hast Du Dich damals bei NEW genannt und hast Du dort aktiv Matches bestritten?

KB: Bei meinem einzigen und ersten Match in der NEW, welches ein Darkmatch war, wurde ich schon als „Bambi“ angekündigt.

WF: Mir bist Du durch Deine Auftritte bei GWP erstmals aufgefallen. Da Du aus dem fränkischen Raum kommst, ist dies sicherlich ein Heimspiel für Dich gewesen. Gibt es noch andere Ligen wo man Dich bald sehen kann, Ziele oder Bookings im Ausland, wie Österreich beispielsweise?

KB: GWP war natürlich ein riesen Erlebnis. Mein Debüt dort, vor so vielen Leuten und gegen Xara zu feiern war der Wahnsinn. Ich hatte wirklich sehr viel Spaß! Vor kurzem war ich bei CWE und letztes Wochenende in Österreich bei RoE. Bei GWP sieht man mich sicherlich das ein oder andere Mal. Sehr gerne würde ich auch wieder zu CWE und RoE. Es ist noch einiges geplant, was ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht verraten kann. Aber hoffe auch, dass noch ein paar Bookings mehr hinzukommen.

WF: Was machst Du, wenn Du nicht im Ring stehst und wie sehen Familie sowie Kollegen Deine Leidenschaft?

KB: Im Moment arbeite ich, bis meine Ausbildung beginnt, im Einzelhandel und zusätzlich am Wochenende in einem Club. Die meisten Kollegen wissen gar nicht, dass diesen Sport betreibe, diejenigen die es wissen, sind sehr interessiert und finden es spannend was ich so mache. Ein Teil meiner Familie war anfangs skeptisch und hielt es für eine Phase. Seitdem sie merken wie wichtig mir Wrestling ist, unterstützen sie mich.

WF: Hattest Du schon mit Verletzungen zu kämpfen?

KB: Leider ja, ich hatte mir 2015 die Innenbänder und den Meniskus im linken Knie überdehnt und 2016 den Meniskus im rechten Knie angerissen und Knochensplitter und einen Erguss unter der Kniescheibe, was mich für 8 Monate komplett am trainieren hinderte.

WF: Nach dem „Bambikiller“ dachte ich, das es wohl nie mehr ein Talent geben wird, welchen diesen oder einen ähnlichen Namen im deutschsprachigen Raum haben wird…. Wie bist Du zu diesem Namen gekommen, wie klingt die Geschichte dahinter und hast Du je mit Chris Raaber drüber gesprochen?

KB: Mit dem Bambikiller – Chris Raaber, habe ich tatsächlich noch nie darüber gesprochen. 😀

Erstmals wurde ich von meinen damaligen Trainern mit Bambi in Verbindung gebracht. Sie meinten, dass ich sie mit meinen großen braunen Rehaugen nicht beeinflussen könne. Ich fühlte mich wohl mit dem Namen und behielt ihn. Den nicht so geläufigen Namen Keesa fand ich passend dazu.

WF: Du bist nun schon einige Zeit aktiv, auch wenn man die aktiven Jahre wohl an einer Hand abzählen kann. Welche Ziele hast Du Dir gesetzt? Ziele in Form von Matches, Länder, evtl. auch Gegnerinnen?

KB: Meine Ziele sind nicht klar definiert. Verletzungen vermeiden und weiterhin Spaß am Sport haben sind wohl meine beiden größten Ziele. In Form von Matches, Gegnerinnen und Ländern bin ich aber für alles offen! Ich möchte so viel mitnehmen wie nur geht, erleben und lernen.

WF: Wie stehst Du zu Intergender Matches?

KB: Ich finde Intergender Matches wirklich klasse! Nicht das „bekannte“ Frau gegen Frau oder Mann gegen Mann, sondern auch mal etwas anderes. Frau gegen Mann.

Da es im Training leider einen Mangel an Frauen gibt (NOCH!), habe ich schon einige Male mit und gegen Männer trainiert. Leider stehen einige dem Thema Intergender Matches sehr kritisch gegenüber. Toni Storm und Session Moth Martina, sind nur zwei Namen, die bewiesen haben, dass es wunderbar funktionieren kann.

WF: Danke für Deine Zeit! Alles erdenklich Gute 🙂

KB: Danke auch! Dieses Interview hat mir viel Spaß gemacht! 🙂

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