KOLUMNE: CHOAS CITY TOURS #2 – BY AMBER ROX (28.01.2016)
HINTER GITTERN - 19. Dezember 2015 Horsens (Dänemark)

Kim Tinning aka „Chaos“ rief zum Hardcore Xmas nach Dänemark. Von nah und fern strömten die Catcher herbei.
Auch machten sich drei deutsche Abenteurer namens Demolition Davies, Michael Schenkenberg und Amber Rox auf in das nicht allzu weit ab gelegene Horsens. Der Veranstaltungsort war ein ganz besonderes Ambiente. Das weihnachtliche Gehaue fand in einem echten ehemaligem Gefängnis statt. Zuerst empfand ich die haushohen Mauern mit samt all dem Stacheldraht unheimlich bedrohlich, auch der Gefängnishof, welchen wir durchschritten wirkte wenig einladend. Vor einer riesigen Eisentür blieben wir stehen und hämmerten hart dagegen um Einlass zu bekommen. Nichts passierte. Kurzes ratloses Blicken in die Runde dann erneutes gemeinschaftliches Boxen, Schlagen und Treten gegen die schwere Tür. Dies muss der Tür wohl auch nicht allzu oft passiert sein. Wer wollte zu ihren besten Zeiten denn schon so leidenschaftlich ins inbnere des Kerkers. Aber wir hatten keinen Sinn für die mentale Verfassung bzw. Verwirrung dieses widerspenstigen Gegenstandes. Es war kalt und sehr ungemütlich da draußen. Hatte eigentlich jemand schon probiert ob die Tür evtl. offen ist ?! Natürlich …NICHT! Wieso sollte eine Gefängnistür denn auch offen sein? Diese war es jedenfalls zu unserer großen Verwunderung. In der Halle tummelten sich schon einige Wrestler und Offizielle. Niemand schien von unserem Eintrittsbegehren Notiz genommen zu haben. Gut so, so konnten wir unbeschämt und lässig unsere Ankunft zelebrieren.

Die DPW ist eine meiner liebsten Promotions. Es gibt leider nicht oft die Gelegenheit für mich meinen Entrance mit dem Feuerspucken zu untermalen. Doch hier bei Chaos sind mir keine Grenzen gesetzt. Chaos selbst scheint nichts aus der Ruhe zu bringen. Die Ansage war nur : Irgendwie die Stichflammen um die weihnachtliche Dekoration herum zu führen (es hingen überlebensgroße Papiersterne von der Decke) Doch plötzlich entdeckte ich die Sprinkleranlage, welche über die gesamte Decke der Halle verteilt war. Würde ich mit meiner Feuerkunst die Anlage auslösen, würde aus der Wrestlingshow ein unfreiwilliger wet t-shirt Contest werden.
Und dies beim ersten Match des Abends. Aber hey, Chaos schien das nicht zu tangieren und so dachte ich mir ebenfalls: no risk – no fun. Ich merkte mir vorher genau eine Schneise , zwischen Stern und Sprinkler, die ohne unerwünschte Folgen mit einer Flamme versehen werden konnte.

Da wir noch sehr frühzeitig in der Veranstaltungshalle waren, nutzten wir den bereits aufgebauten Ring noch gleich etwas zum spontanen Training. So vergaßen wir schnell die Zeit und schon bald standen die ersten Gäste vor den Gefängnistoren.
Das Backstage der Halle war sehr geräumig – die alte Gefängnisküche. Jedoch gab es einen entscheidenen Nachteil. In der gesamten halle gab es nur einen WC-Bereich.
Dieser Befand sich leider nicht im Backstage sondern genau auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes. Dies störte mich nicht beim aufsuchen den stillen Örtchens vor Einlass. Lange Wege scheue ich ja nicht. Doch nachdem ich mir in aller Ladymanier ausgiebig Zeit zum Aufhübschen ließ, war natürlich die Halle bereits gut gefüllt, als ich mir meinen Weg zurück ins Backstage mittendurch das Publikum bahnte. Als Überraschungsgast ginge ich also heute schon mal nicht mehr durch.

Wie bereits erwähnt war das Match Demolition Davies & Ravn vs. Schenkenberg & Harley Rage das erste der Show. Der Ringsprecher begrüßte bereits die Fans. Ich verstand zwar kein Wort, da alles auf dänisch war, allerdings düngte mir das nun Eile geboten war. In aller Hast kippte ich mir mein Feuerspuckpulver in den Mund und zündete meine Fackel an. Ich stand mit brennender Fackel und den Mund bis zum Anschlag mit Pulver geladen vorm Vorhang bereit. „Ach da bist du, hast noch Zeit, es gibt noch 2 Rookie Darkmatches und eine Pause bevor es für uns losgeht.“ sagte Davies beim Vorbeigehen und ließ mich unverrichteter Dinge stehen. Ich konnte ihn ja nicht zurückrufen. Da stand ich nun mit meinem Talent. Mein Löschtuch für die Fackel hatte Davies natürlich auch mit sich mitgenommen. So langsam pappte das Pulver in meinem Mund zusammen. So hätte ich es in 20 Minuten nicht mehr gegen die Flamme spucken können. Mein Ziel war es jetzt erstmal die Fackel auszubekommen. Suchend schaute ich mich um . Weit und breit nix adäquates Löschutensil vorhanden. Das Pulver in meinem Mund bildete bereits Klumpen. Ich ging ins vollbesetzte nun doch enge Backstage und versuchte die Fackel los zu werden. Da ich mich mit vollem Mund nicht wirklich artikulieren konnte nahm sie mir auch keiner ab. Erst nach einigen doch seht animalisch wirkenden gestern und Lauten erbarmte sich Davies und überreichte mir das Löschtuch für die Fackel. Endlich war das Ding aus und ich rannte zum nächsten Waschbecken um das Pulver mit viel Wasser auszuspülen. Kaum fertig damit drängelte Davies: „Amber, wir sind gleich dran, mach dich fertig zum Feuerspucken“ Immer diese Hetze! Im Nu brannte die Fackel wieder lichterloh und mein Mund war wieder voll mit dem Feuerspuckpulver.

Die Entrancemusik ertönte und ich betrat die Halle als erstes. Nun war meine Zeit gekommen : FEUER FREI! 4 riesige Feuerbälle erhellten sekundenlang die Halle. Dass Publikum war sichtlich beeindruckt. Alles gut gegangen.

Das Match ging dieses Mal leider nicht zu Gunsten meiner zwei Schützlinge Davies und Ravn aus. War mir aber sichtlich egal. Das Publikum feierte mich und ich genoss einfach die Show.
Doch der Abend war noch lange nicht zu Ende. Die ganze dänische Package fuhr nach der Show in ihr Trainingsdojo um die gelungene Show und das näher rückende Jahresende gebühren mit viel Alkohol zu begießen. Diese After Show Party lass ich mir natürlich nicht entgehen. Also hoch die Tassen, Gläser, Becher, Vasen ( irgendwann ging uns das Geschirr aus ) – die Nacht war schließlich noch jung. Wir feierten noch lang mit den sympathischen Dänen. Schenkenberg blieb als einiger brav nüchtern, denn er hatte das zweifelhafte Vergnügen den in Redeschwall verfallenen Davies und meinereine welche sich der Gesangeskunst gänzlich hingab 4 Stunden nach Hause zu kutschieren. Hoch lebe unser geduldiger Fahrer.

 

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