Kolumne: Doors Open #6 – By Pete Bouncer (17.06.2016)

„Die rechte und die linke Faust des Volkes“

In den letzten Jahren bin ich immer wieder Zeuge eines Phänomens im Wrestling geworden. Fragt man Aktive nach der Inspirationsquelle für ihre Gimmicks oder Outfits, so werden meist auf Platz 1 große Namen aus dem Wrestling-Business genannt (vorne mit dabei sind hier immer Shawn Michaels, Rick Rude, Steve Austin…), praktisch in einem Atemzug folgen aber Schauspieler bzw. deren Filmfiguren.
Als also André Trucker, der vor allem im Norden, mittlerweile aber in ganz Deutschland zum absoluten Publikumsliebling avanciert, vor etwa einem Jahr begann, sich neu zu erfinden, lag auch für ihn der Gedanke nahe, sich mit den Helden seiner Jugend auseinander zu setzen.

Kurzer Exkurs: Während die meisten Fernsehsender ständig neue Formate und topaktuelle Blockbuster ins Rennen um die besten Quoten schicken, wählt Kabel1 eine völlig andere Strategie, indem konsequent auf zeitlose Klassiker gesetzt wird. So laufen meiner Meinung nach völlig zu Recht unter dem Slogan „Die besten Filme aller Zeiten“ in kurzen Abständen die Streifen von Bud Spencer und Terence Hill im Nachmittagsprogramm rauf und runter. Sie bieten leichte Unterhaltung, eine Prise Action und sprühen vor Wortwitz. Dazu kommt die schauspielerische Leistung zweier Darsteller, die man einfach lieben muss.
Was für mich aber immer im Fokus stand, ist ein Aspekt, den die Spencer-Hill-Werke den meisten modernen Filmen voraus haben: Sie werden einfach nicht langweilig, egal wie häufig man sie gesehen hat. Sie leben nämlich nicht von der Spannung oder Storytwists, sondern von ihrer bloßen Atmosphäre und dem Zusammenspiel ihres Hauptdarstellerduos.

André Trucker hatte seine Inspiration gefunden und orientierte sich allein aufgrund der körperlichen Gegebenheiten an Bud Spencer (was ein Kompliment ist, wog der Hüne Spencer doch zu seiner besten Zeit knapp 140kg auf 1,92m).
Nachdem seine neue Rolle großartig ankam, lag der Gedanke mehr als nahe, ihm einen Partner in der Rolle des Terence Hill an die Seite zu stellen. Überflüssig zu erwähnen, dass ich mir das nicht entgehen ließ und mich wie besessen für die Rolle anbot. Ich lehne mich hier und jetzt aus dem Fenster mit der Aussage: Es gibt auf dieser Welt keinen größeren Spencer-Hill-Fan als mich! Ich habe diese Filme von frühester Kindheit an studiert bis zu dem Punkt, an dem ich sämtliche Dialoge von der ersten bis zur letzten Szene mitsprechen kann. Nachdem ich genau das mehrfach unter Beweis gestellt hatte, fiel die Wahl auf mich.

Seither sind André und ich gemeinsam damit beschäftigt, die bestmögliche Übertragung dieser Meisterwerke ins moderne Wrestling und damit unsere ganz eigene Form einer Hommage umzusetzen. In unseren ersten Monaten haben wir festgestellt, dass die Mischung aus Hills Intelligenz und Agilität sowieso Spencers Kaltschnäuzigkeit und brachialer Kraft tatsächlich ein geniales Erfolgskonzept ist, mit dem wir noch viel erreichen werden. Zudem habe ich in jedem Training, jedem Kampf und auf jeder Tour die Möglichkeit, von der Erfahrung des Veteranen Trucker zu lernen.

Ich bin gespannt was die kommenden Monate für uns bringen werden, denn in einer Sache bin ich mir sicher: Wir zwei sind nicht zu bremsen!

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