Kolumne: „On the road mit Michael Kovac“ #1 (17.09.2013)

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EWA Fight Night in Langenstein am 14.09.13

Die vierte Ausgabe der EWA Fight Night in Langenstein, 5 Minuten Fahrzeit von Mauthausen entfernt, stand an, und hier handelt es um Catchen am Land vom Feinsten. Erste Herausforderung, die Anfahrt von Wien, die gute eineinhalb Stunden dauert.

Drei Catcher auf der Rückbank: Damon Brix, der Tschetschene und ich, vorne der Getränkelieferant und Julia, die neue „Fahrfo*ze“, was soviel wie Chauffeur auf österreichisch heißt. Eigentlich ein liebes Mädel, das nur den Fehler begangen hat, mal mit den Catchern „on the road“ sein zu wollen. Auf meinem Schoss ne 24er Kiste Apfel-Cider, ein Hauch England weht durchs gar nicht mal so große Auto.

Deine Challenge, das Ding bis zur Ankunft leer zu machen, ohne vorher dabei pinkeln zu gehn. Ich sag`s gleich, ich bin dermaßen Profi, dass ich ohne Probleme gewonnen habe. Meine 6 Flaschen hab ich weggepetzt, ohne nur einmal was von Toilette zu faseln, die andern waren Luschen und haben wie Mädchen gebettelt, Pipi zu machen.otrmmk1_1Der Onkel zeigt den Kids, wie man sich am besten knuddelt!

Die zweite Challenge, das Kinder-Training um 17h durchzuziehen, ohne das die Kids merken, dass der Onkel zuviel Alko-Apfelsaft weggezischt hat. Aber auch das meistere ich wie nix und lass 18 Kinder von 6-14 durch den Ring purzeln, ohne eins davon kaputtzumachen. Dafür gibt es Süßigkeiten und die Sicherheit, von all den Kleinen angefeuert zu werden und mehr Merchandise zu verkaufen.

In der Auwärmphase vorm Event gibt es noch lecker Essen und es wird auf Bier umgestiegen, damit der Catcher-Body nicht austrocknet. Punkt 19.30h die traditionelle Ringerparade und es stehen 14 richtige Catcher im Ring, kaum einer unter 100kg und man fühlt sich wie ein Zuchtochse bei der Fleischbeschau. Sehr viel Verwandtschaft im Publikum, weil die Family nicht weit wegwohnt, und man fühlt sich sehr beobachtet. Könnt ja sein das man bei Mutti oder Tante keinen Kuchen mehr kriegt, wenn man sich daneben benimmt.


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„Kauf ja mein T-shirt, sonst mach ich dich alle!“;P

Nach den ersten drei Kämpfen, wo großteils die Heels dominiert haben, gibt es die Pause, wo fleißig Bilder mit den Fans gemacht werden, um diese nachher auf meiner Seite zu haben, wenn ich im Main-Event zum Teamkampf antrete. Wichtig: Schon Mädels abchecken, die später eventuell noch mehr wie einen Poklaps verteilen wollen. Apropos Teamkampf: Wo ist denn eigentlich mein Partner mit der Maske, der mit mir gegen Team Germany antreten sollte. Och, der ist schon gut dabei und fragt mich backstage, wo`s hier zum Catchen geht. Und das in gebrochenem Deutsch, weil er hat lange in Mexiko gelebt oder so, sagt jedenfalls der Zeitungsbericht.

Zum Hautkampf geht die Halle ordentlich mit, als Ananaskopf die Ösi-Fahne schwingt, als er uns zum Ring begleitet, damit wir die „bösen“ Deutschen ordentlich vermöbeln. Man einigt sich auf ein 2 out-of 3-falls Match, weil das angeblich so in den deutschen Regeln steht, als mich der Mexikaner im Ring fragt: „Wo geht`s denn hier eigentlich zum Catchen?“ Wie es halt so passiert können Schwarz und Schulz nach einer Unachtsamkeit den ersten Pinfall mit einer Hart-Attack an mich holen. Die Leute buhen and als Schwarz ins Mikro brüllt, es sollte doch nur ein Sieg reichen, rappel ich zum Maskenmann rüber, der postwendend die deutsche Labertasche zum Ausgleich einrollt.

Die Fans jubeln und in der Endphase setzen uns die „Pieffke“ noch mal ordentlich zu, wollen uns sogar unter der deutschen Fahne zudecken, aber nicht mit uns: wir kämpfen uns zurück, schmeißen Schwarz ausm Ring, Lexxus erledigt Schulz mit seinem Piledriver & ich lasse meinen Splash folgen, die Halle bebt! Alle happy, die Kids stürmen an die Ringschürze, als mich der Mexikaner nochmals fragt: „Wo geht`s denn jetzt zum Catchen?“ Am Weg zurück in die Garderobe sondiert man nochmals die Mädels, die nach den Helden lechzen und freut sich auf die erste Tröte nach dem Match (Tröte = Bierdose auf österreichisch) Bleibt natürlich nicht die Letzte und nach dem Duschen geht`s direkt ins Publikum, um mit denen zu feiern und den Getränkeumsatz anzukurbeln. Zwischendurch gibt es immer wieder die Versuchung, nem Mädel die Garderobe zu zeigen, nur Kacke, wenn die schon zugesperrt ist, da heißt es improvisieren, weil im September ist es schon ziemlich kalt draußen.

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„Jetzt fragt der mich schon wieder, wo`s hier zum Catchen geht!“

„>Man trinkt fleißig mit den Verwandten und Veranstaltern, weil man will die Show ja nächstes Jahr wieder verkaufen. Um Halb Eins allgemeine Abfahrt in die Dorfdisse zur Aftershow-Party, wo dann auch wieder mal versucht wird, den Landpommeranzen das Catchen aufm Damenklo zu erklären. Bis die Hütte um Halb Fünf zusperrt wird noch ordentlich gebechert, dann erinnere ich mich nur mehr dass ich mit den Dirty Brothers wieder in einem viel zu kleinen Auto sitzen und zu zwei Mädels in die Wohnung fahre.. und da klinke ich mich jetzt aus und verrate euch nur mehr, was das letzte war, dass mir durch den Kopf ging: „Wer war verdammt noch mal diese komische Mexikaner, der mich dauernd im Ring gefragt hat, wo`s hier zum Catchen geht?“

Diese Kolumne spiegelt nicht unbedingt die Meinung von Wrestlingfever.de wieder, dennoch würden sich wir und auch Michael Kovac uns über Feedback  freuen! Vielen Dank!

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