Kolumne: “On the road mit Michael Kovac” #5 (16.10.2013)

ontheroadkovacDieses Mal stand ein Kurztrip nach England auf dem Programm zu der „League of Champions“ für Wrestleforce. Ich beobachte die Liga schon länger im Internet und muss sagen, sie unterscheidet sich wohltuend von den anderen, weil viel Arbei im Video-& Storylinebereich dahinter steckt. Am ehesten noch mit der WWE oder SMASH in Japan vergleichbar, war ich gespannt wie das ganze live rüberkommt. Ich muss dazu sagen, ich kenne Charlie Rage schon länger von seinen Trips nach Österreich und bei der letzten EWA-Show, wo er gebucht war, hat er Brixi`s Bude voll gekotzt, also erwartete ich auch dementsprechend ne anständige Aftershow-Party bei ihm!

Mr.Tattoo fährt mich Samstags nachmittags nach Bratislava, weil dort der Ryan Air-Billigflug startet, geschlichtet wie Fischstäbchen geht`s nach London, wo mich Charlie schon mit einer Tröte Bier abholt. In seinem Riesentruck geht`s in sein Partyhaus, das ich schon kannte, weil ich bei meiner All-Star-Tour im Sommer schon ne Nacht dort verbracht habe. Dort hängen immer andere Catcher rum und es geht recht lustig zu, was ganz nach meinem Geschmack ist. Mein Liebling ist Oliver, so ein Dünnbrettbohrer mit einem Ballett-Schwuchtel-Gimmick, den ich natürlich immer piesacke, weil er halt der Neue ist.

Es werden weitere Tröten vernichtet, dann in der Garage gegrillt, was auch gleich mal den Feueralarm auslöst, wird aber von niemandem verkauft. Ein Brauch in seinem Haus ist es, sich in alten 16-bit Videospielen zu messen, weil er so ziemlich alles am Start hat, was fürher gut war. Ich kassiere denn eine Reihe „Streetfighter 2“-Niederlagen, revanchiere mich aber mit leichter körperlicher Gewalt und indem ich soviel Tröten wie möglich den anderen wegbechere. Am Ende geht`s einen Stock höher, wo auf einem riesigen Videobeamer „Fight Night“ auf der PS3 gezockt wird, da bin ich richtig gut und verprügel fast alle, sieht witzig aus, wenn Michael Jackson Brock Lesnar aufmischt!

Halb Vier Nachts sind die Biere aus, Zeit zum Schlafen gehen. Der Showtag beginnt mit einer Tasse Kaffee ausm Iron Man-Becher und ich beobachte, wie Charlie mit Oliver seinen Einzugstanz übt, sieht schwul aus ist ses aber nicht, weil Oliver ist angeblich asexuell. Die ganze Show ist professionell geplant mit Script für jeden und die Videos alle im Computer gespeichert. bin zwar kein Fan von Scripts, aber ich muss eh nix labern und worke mit einem Veteranen, der ein Japsen-Gimmick hat. Nach dem Frühstück wird das Haus immer voller, weil alle möglichen Leute auftauchen, die irgendwie involviert sind. Um halb Drei dann der Aufbruch zum Harlow Playhouse, dort wo die Show stattfindet. Ich bin begeistert von dem Theater mit aufsteigenden Sitzreihen, sollte ne tolle Atmosphäre bieten. Kurz mal rüber ins benachbarte Einkaufszentrum, um sich ein bisschen mit Jause einzudecken, die bei mir aus einem Energydrink, einer Tüte Chips und einer 2L-Cider-Flasche besteht.

Langsam treffen die anderen Worker ein und ich muss sagen, da sind ein paar Jungs mit ordentlich Muckis am Start, was mir gut gefällt. Charlie versucht Qualität zu bringen, was man auch auf der Stage sieht, wo jeder Turnierteilnehmer sein eigenes lebensgroßes Banner hängen hat. Als der Ring aufgebaut wird, führe ich Smalltalk mit den anderen Jungs und koste schon vom leckeren Apfelsaft, der mir die Energie zum performen gibt. Ich hab den vierten Kampf und 8 Minuten mit dem „japanischen Maskenmann“ und weil es heute ein Glücksrad gibt, soll ein Special Ref bei uns dabei sein. Im Opener hauen sich Johnny Storm und Joe Legend zwei Kissen um die Ohren, weil das Rad auf „Polsterschlacht“ landet, doch später wird in ein „Falls-Count-Anywhere“ Match ungewandelt. Die Drecksfedern liegen überall noch im Ring, als Jynx, ein toller böser Clown-Charakter kurzen Prozess mit Oliver in einem Sarg-Match macht. Im dritten Kampf klatscht Commando den Fake-Mexikaner El Loco durch den Tisch und schon bin ich dran: Charlie sagt, wir haben 4 Minuten extra, weil die anderen zu kurz waren, also ziehen wir unser Ding mit Holds in die Länge, kein Problem für zwei Veteranen, ich habe halt nach 12 Minuten den „Kovacrusher“ für den Sieg ausgepackt!

Nach der Pause holt sich Charlie noch den Wrestleforce-Titel von Greg Burridge zurück, bevor`s ins Finale des Turniers in einem 4-Way-Ladder-Match geht. Joe Legend vs. Jynx vs. Commando vs. Kovac steht an und wir haben nicht viel Zeit zu quatschen und gehen einfach raus und haben einfach Spaß. Beim ersten Aufstellen der Leiter merken wir, wie scheiße die eigentlich ist, uns aber wurscht, wir improvisieren einfach und es geht flott hin- und her.

Commando ist eigentlich das einzige Babyface im Match, aber der Clown ist unberechenbar, am Schluss liegen alle vier im Ring halbtot rum. Ich klettere mit dem Schwarz-weiss-Doink zeitgleich hoch, doch Commando schmeißt die Leiter um und wir beide purzeln ausm Ring, dann powerbombt er noch Joe davon runter und holt sich den neuen International Titel.

Währen die Fans feiern, hab ich schon die Buddel Cider fast geleert und nach ganz fixem Stage-Abbau geht`s schon wieder zurück zum Partyhaus, wo es dann richtig abgeht! 15-20 Leute hängen da rum, trinken, grillen und feiern ordentlich, so muss ne Aftershow-Party laufen! Da mein Flug schon wieder 06.30h retour geht, zahlt sich natürlich pennen nicht aus und ich zieh die Party bis 5h durch und unterhalte dabei alle im Haus köstlich.

Charlie hat 5 Brüder die alle so ähnlich aus sehen wie er, ich weiß eigentlich nie, mit wen ich rede, außer mit seinen 2 Schwestern, weil die haben ziemlich dicke Möpse, das kann ich mir noch merken. Der Alkohol wird immer weniger und als fast nix mehr da ist, wird es auch schon Zeit mit einem Taxi zum Flughafen zu fahren. Von da an weiß ich nix Genaues mehr, weil ich da schon ferngesteuert im Standby-Modus agiere. Das letzte, an das ich mich erinnern kann, ist, dass mich ne Frau in Bratislava aufweckt und sagt, der Bus nach Wien ist da! Irgendwie komme ich zuhause an und leg mich direkt auf die Couch, lass das Wochenende Revue passieren und denk mir noch: So müsste es immer sein!

Diese Kolumne spiegelt nicht unbedingt die Meinung von Wrestlingfever.de wieder, dennoch würden wir uns über Feedback zu dieser Ausgabe freuen! Vielen Dank!

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