Kolumne: ONE WAY TICKET #4 – by ALPHA FEMALE

OneWayTicketHallo liebe Leser von WrestlingFever.de und willkommen zur mittlerweile 4. Ausgabe von „One Way Ticket!“ Ihr hattet in den Ausgaben zuvor erfahren, wie ich nach London flog, und einige Schwierigkeiten überwinden musste. Nachdem ich meinen schweren Start in der Lagerhalle überwunden hatte, verlor ich meine Wohnung in London, schlief auf einer Couch und musste nun auch diese verlassen.

Ich machte mich also nun auf den Weg nach Swindon, ungefähr zwei Autostunden von London entfernt. Als ich angekommen war, bekam ich die Möglichkeit in einem Haus einzuziehen wo auch andere Wrestler lebten. Es war Mitte Dezember und die 6 Mitbewohner haben sich auf den Weg zu ihren Familien gemacht, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Somit hatte ich das Haus für mich alleine. Ich hatte ein Platz in einem freistehenden Zimmer bekommen, welcher normaler weise als TV Raum genutzt wurde. Es stand eine sehr alte Couch drin, die Heizung funktionierte nicht und es war sehr schmutzig. So schmutzig, dass ich mich regelrecht ekelte dort das Badezimmer oder die Küche zu nutzen. Während alle außer haus waren, kaufte ich mit dem wenigen Geld was ich hatte, Reinigungsmittel weil ich einfach so nicht leben konnte und verbrachte ganze 2 Tage mit putzen.

Es war wirklich sehr schlimm. Neben der unerträglichen Situation das es so kalt war dass ich meinen eigenem Atem im Haus sehen konnte, war es jetzt zumindest sauber. Am Weihnachtsabend war ich alleine, ich hatte noch genau 3 Pfund in meiner Tasche und kaufte mir Fried Chicken und Chips, ein typischen englisches Essen. Ich dachte, ich gönne mir mal was, wenn ihr die Ironie versteht.

owt4_weihnachtsessen

Weihnachtsessen 2012

So saß ich also da, Dezember 2012, alles war ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Meine Wohnung und auch die Situation in Deutschland zuvor schienen Anfang des Jahres auf einmal gar nicht mal so schlecht gewesen zu sein. Ich bereute es schon sehr, so naiv nach England gegangen zu sein und gedacht zu haben dass alles viel besser werden wird.

Ich beschloss an diesem Tag. „Alles wird anders und im Dezember 2013 werde ich viel schöner und besser verbringen!“ Ich schwor mir selbst nicht mehr so rum zu kriechen. Ich wusste nicht was ich dafür tun muss, ich wusste nur es muss sich was ändern. Eine Woche später kamen die Mitbewohner zurück und glaubt es oder nicht, sie haben sich nicht mal bedankt für das geputzte Haus! Einen Tag später war es wieder so „keimig“, dreckig und einfach ekelhaft, ich fühlte mich sehr schlecht, wurde auch wegen dieser Situation sehr krank. Ich lag mit drei Hosen, Pullover und Jacke auf dem Boden, keuchte und hustete vor mich hin. Meine Hoffnung war am fast verflogen, aber ich wusste das ich das alles nur 3 Monate aushalten musste, weil ich wieder für Japan gebucht worden war, für drei Monate, ich konnte es kaum erwarten. So hatte ich einfach nur die Zeit ausgehalten, konnte nach wie vor nicht richtig essen und trainieren.

Da ich mir aber versprochen hatte die gesamte Situation zu ändern, machte ich mich auf dem Weg einen Sponsor zu finden und ich hatte in der Tat Glück. Ein lokaler Protein Shop Inhaber gab mir eine Packung Protein „For Free“. Das war der Anfang. Ich behandelte diesen Sponsor als hätte er mir eine Million Euro gegeben, machte Werbung auf meiner Seite und war überaus dankbar. Denn was ich mittlerweile heute weiß, ist das Dankbarkeit eine große Rolle spielt wenn man Erfolg haben will. Mit meinen Mitbewohnern hatte ich leider nicht so die Verbindung, man sollte meinen wenn man den selben Traum hat, in unseren Fall im Ring zu stehen, dass es verbindet, doch ich musste feststellen das dies nicht so ist und auch jetzt haben wir keinen Kontakt mehr.

Ich denke dass es auch an mir liegt, ich war schon immer ein Einzelgänger und viele Menschen wissen einfach nicht wodurch ich gegangen bin um da zu sein wo ich heute bin, aber die Leser von WrestlingFever.de wissen jetzt ein wenig mehr. Im meiner nächsten Ausgabe von „One Way Ticket“ werdet ihr erfahren wir ich nach Japan gegangen bin und Geschichte geschrieben habe. Auch erfährt man, wie ich wieder nach drei Monaten nach England zurück musste, alles besser machte und es endlich bergauf ging.

Danke für euer Interesse und bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt „One Way Ticket“

by Alpha Female

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