Kolumne: Radical Rage #2 (Veni. Vidi. Vici. – The Red Rage Birthday Special – 09.02.2018)

Titel: Veni. Vidi. Vici. – The Red Rage Birthday Special

Themen:
– Disclaimer
– Eine scharfe Masseurin in Bad Reichenhall
– Meine Anfänge beim Wrestling
– Eine ziemlich coole Spendeaktion

Disclaimer: Hallo und herzlich willkommen zu der zweiten Ausgabe meiner Kolumne Radical Rage! Kolumne? Was ist das eigentlich? Fragen wir doch mal Dr. med. Google. Wahrscheinlich ist es Krebs… Nein! Ausnahmsweise ist es, zu meinem großen Erstaunen, kein Krebs!

wortwuchs.net sagt dazu Folgendes: ,,Als Kolumne wird eine meinungsbildende und journalistische Textsorte bezeichnet, die eine Form des Kommentars ist. Die Kolumne wird oftmals von einem Redakteur oder wechselndem Gastpublizisten verfasst und erscheint immer regelmäßig an der gleichen Stelle des jeweiligen Mediums. Sie ist ein Meinungsbeitrag und spiegelt somit die Ansichten des Autors zu einem Sachverhalt wider.“
So weit so gut. Weiterhin heißt es dort: ,,Abgegrenzt sind sie deshalb, weil Kolumnen in der Regel nicht redigiert und somit nicht vor der Veröffentlichung bearbeitet sowie unverändert gedruckt werden. Weiterhin sind sie abgegrenzt, da so klar wird, dass sich die Zeitung nicht unbedingt mit der vertretenen Meinung identifiziert.“
Ich fasse zusammen: Dies ist eine Kolumne!

Um nicht nur irgendeine Kolumne zu sein, bediene ich mich einer ganz bestimmten Kunstform sehr gerne: Die Satire.
Satiere? Wo leben die? Können sie beißen? Sind sie giftig? Schauen wir mal was der Zahnarzt meines Vertrauens, Dr. med. dent. Google dazu sagt. Wahrscheinlich ist es dieses Mal doch Zahnfleisch-Krebs… Nein! Wieder falsch!

sarkasmus-ironie-zynismus.de sagt dazu Folgendes: ,,Satire ist eine Kunstform, die politisch-gesellschaftliche und allgemeinmenschliche Missstände und Unzulänglichkeiten verspottet und kritisiert.“
Des Weiteren heißt es dort: ,,Satiriker lieben die Übertreibung, den grotesken, doch entlarvenden Vergleich und die Offenlegung von Widersprüchen in Lebensführung und Gesellschaft.
Satiriker sind ironisch, sarkastisch und manchmal pathetisch.
Satire parodiert, travestiert und persifliert. Sie ist einseitig, polemisch, nicht selten aggressiv. Kurzum: Es ist nicht ihre Aufgabe, ihrem Gegenstand Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.“
Was soll ich tun? Politisch-gesellschaftliche und allgemeinmenschliche Missstände und Unzulänglichkeiten verspotten und kritisieren? Wie zum Beispiel den Zustand, dass eine Jugendabteilung einer renommierten deutschen Volkspartei einen Putsch starten könnte, um die Parteiführung zu übernehmen.
Was soll ich tun? Die Übertreibung und den entlarvenden Vergleich lieben? Wie darauf zu verweisen, dass die angesprochene Jugendabteilung dieser Partei in den letzten 14 Tagen zwischen 33 und 45 Millionen neue Mitglieder geworben hat? Das schaffte in diesem Ausmaß nicht einmal die NSDAP.

Was soll ich sein? Einseitig polemisch und nicht selten aggressiv? Jeder, der mir widerspricht, bekommt auf die Fresse! Ist das klar!?
Was soll ich tun? Keine Gerechtigkeit widerfahren lassen? Nur meine Meinung wird angehört! Ist das klar!?
Gut, dass wir diese Thematik nun geklärt haben.
Mal ganz kurz all jokes aside. I’m an Andrea Nahles guy!

Nachdem wir nun endlich geklärt haben, dass ihr bitte lediglich 25 % dieser Kolumne ernst nehmen werdet und die anderen 75 % Satire ist, können wir endlich anfangen.
Achja… Eins noch. Für den Inhalt verantwortlich bin ich. The Red Rage! Sonst niemand!

Langer Disclaimer…

Die letzten Wochen waren für mich sehr anstrengend. Es gab unglaublich viel zu tun. Angefangen mit einem Nebenjob in der Smoothie-Bar (RIP), über meinen Vertrieb, über die Suche nach einem Zuhause für Pflegehundi, über diverse Facebook-Lives, bis hin zum Sammeln der Spenden. Schlaf war Mangelware. Nachvollziehbarerweise entschied ich mich für einen Kurzurlaub in Bad Reichenhall. Drei Tage Ruhe und Entspannung, einfach mal raus. Es ist jetzt Mittwochabend. Wir schreiben den 7. Februar. Ich sitze ohne Hose, dafür mit Block und Stift auf meinem Hotelbett und möchte von einigen skurrilen Erlebnissen der letzten 36 Stunden berichten, ob ihr es wollt oder nicht. Danach geht’s natürlich auch noch um Wrestling.

Ich gab mir also drei Tage frei und fuhr mit dem Auto nach Bad Reichenhall. Ein Katzensprung von Salzburg aus. Zumindest dachte ich das… Um ehrlich zu sein realisierte ich schnell, dass Bad Reichenhall doch ziemlich abseits liegt. Das bemerkte ich spätestens, als ich nur noch mit 20 km/h über die Landstraße fuhr. Vor mir vier Traktoren. Im Winter. Ganz großes Kino…
Angekommen stellte ich fest, dass der Altersdurchschnitt der hiesigen Menschen in etwa dem Alter meiner Großmutter entsprach. Sie geht auf die 80 zu. Ein weiterer Hinweis darauf, dass Bad Reichenhalls Bewohner bald ausgestorben sein werden, war das WLAN Passwort meines Hotels. SONNE. In Großbuchstaben. Keine Zahl. Kein Sonderzeichen.

Nicht, dass die 85 jährigen Gäste, sich beim Versuch, sich in’s WLAN einzuwählen, um auf ihr Brazzers Konto zuzugreifen, noch vertippen.
Da ich Nichtraucher bin, buchte ich bewusst ein Zimmer mit Balkon, um dort nicht zu rauchen. Die freundliche Dame an der Rezeption, die alterstechnisch in die Kategorie ‚könnte die Dinosaurier noch persönlich gekannt haben‘ fällt, teilte mir mit, dass das Rauchen auch auf dem Balkon verboten sei. Die Gäste auf dem Balkon nebenan könnten ja einen Asthmaanfall bekommen und sterben. Ergo, schlechte PR für’s Hotel.

Zwischenzeitlich hatte ich die Befürchtung, dass die Hotelière während des Check-In Vorgangs selbst versterben könnte. Entweder an Altersschwäche oder eines sehr unnatürlichen Todes, verursacht durch einen rothaarigen Gast, dem sie gerade verboten hatte auf dem Balkon zu rauchen.
Auf meinem Zimmer, welches sehr rustikal eingerichtet war, ging ich erst mal auf den Balkon. Nicht rauchen. Was soll die Oma von der Rezeption denn machen? Ich kann schneller laufen als sie…

Mein zweiter Tag war knallhart durchstrukturiert. Entspannung muss gut geplant sein. Nicht rauchen. Aufstehen. Nicht rauchen. Frühstücken. Nicht rauchen. Bergbahn fahren. Nicht rauchen. Kaffee auf dem Berg. Nicht rauchen. Und dann in die Therme. Um dort in der Sauna nicht zu rauchen.

Zum Verständnis: Ich bin begeisterter Therme- und Sauna-Gänger. A): weil ich die Freikörperkultur liebe (spart euch die Ossi-Witze. Ich bin geboren und aufgewachsen in Mannheim. Mannheim-Friedrichsfeld) und b): weil es unglaublich entspannt und für eine angebrachte Work-Life-Balance sorgt. Schöne Saunalandschaften bin ich gewohnt. Die Schönheit dieser Thermenlandschaft überwältigte mich aber vollends.

Euphorisch von der Größe und Schönheit dieser herrlichen Einrichtung, beschloss ich eine Massage zu buchen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Hinter dem Info-Desk des Wellness-Bereiches stand eine Frau. Selbst nur mit einem weißen Kimono aus Satin bekleidet. Der Grund hierfür ist mir bis heute schleierhaft, schließlich arbeitet sie ja hier…

Die Mitarbeiterin war Mitte 20, blaue Augen, schulterlanges blondes Haar und es war offensichtlich, dass sie häufiger ein Gym besucht als ich. Ist ja auch nicht schwer.
Ihr praller Hintern war durch die Kurven, die der Kimono schlug, zu erahnen. Ich stellte mich vor und sie tat das Gleiche. Eva. Ein schöner Name.

Während ich von ihrem Blick wie hypnotisiert war, teilte sie mir mit, dass sie in zwei Stunden noch einen Massagetermin frei hätte. Aus meinem Mund kam der Satz ,,Den nehm ich!“ bevor sie überhaupt ausgesprochen hatte.
Die darauffolgenden zwei Stunden verbrachte ich damit, mir in meinem Kopf einen Masterplan zurecht zu legen, wie ich die 20 minütige Massage überstehen könne, ohne eine Erektion zu bekommen. Gar nicht leicht, aber ich vertraute meinen mentalen Fähigkeiten, die ganze Zeit lang an süße Hundewelpen zu denken.
Fünf Minuten vor Beginn erschien ich am vereinbarten Treffpunkt. Eva war weit und breit nicht zu sehen. Allerdings ein Herr, Mitte 40, der offenbar ein Kollege von Eva war, denn auch er trug den weißen Kimono des Wellness-Teams.

Er bat mich in einen Raum, in dem eine Liege stand und ich ahnte Böses. Als er mir mitteilte, dass Eva wegen eines privaten Notfalls früher Geierabend gemacht hatte, hatte ich das intensive Bedürfnis, meinen Kopf gegen die Wand zu hauen.
Versteht mich nicht falsch, die Massage war super angenehm und wir haben uns währenddessen über den SuperBowl unterhalten. Scheiß Patriots! Aber ein bisschen traurig war ich schon. Eva… Naja… Whatever. Next!

Da dies eine Wrestling-Kolumne ist, wurde ich von Markus Eisenkolb höflich gebeten, auch über Wrestling zu schreiben. Und weil ich Markus sehr schätze und er den Text sonst nicht veröffentlichen würde, mach ich das auch. Um genau zu sein, bat er mich, über mich selbst zu schreiben. Rage. Said. About to be done. Im Sinne der Chronologie, beginnend mit meinen Anfängen.

Wie zum Teufel ist der nervige, dennoch teuflisch gutaussehende und durchaus sympathische Rotschopf eigentlich zum Wrestling gekommen? WWE. Das kam unerwartet! Ich weiß…
Nein, mal ernsthaft. 95 % der Aktiven im deutschen Wrestling sind über WWE/WWF oder WCW auf den Sport aufmerksam geworden.
Meine Familie und ich holten uns 2006 Sky (ehemals Premiere) in’s Haus. Ursprünglich um Eishockey zu sehen (Ha! Ho! He! Heja MERC!). Dann gab es da eine Sendung, die beim wälzen der TV-Zeitschrift mein Interesse weckte.

Die Sendung hieß RAW. In Klammern stand ‚Wrestling‘. Das klang interessant.
Long Story short. Mein Bruder und ich haben von 2006 bis 2010 jeden verdammten WWE PPV live gesehen. Nachts. Sonntags auf montags. Da fragt sich ernsthaft noch jemand, warum ich auf dem Gymnasium so gnadenlos scheiße war!? Wie auch immer… Das Wrestling war für mich, erst als Fan, ab 2010 als Wrestlingschüler und ab 2012 auch als aktiver Wrestler, ein ganz wichtiger Bestandteil meines Lebens. 2007 half mir unter anderem die Liebe zum Wrestling über einen schweren Schicksalsschlag hinweg. April 2007 war ich mit meinem Vater und meinem Bruder zum ersten Mal auf einer WWE Liveshow. Damals in der SAP Arena in Mannheim. 2008 nochmal in Nürnberg. Anbei ein Bild von Oktober 2008 gemeinsam mit meinem Bruder und Vladimir Kozlov.

2009 war ich, gemeinsam mit meinem damaligen besten Freund Rico, auf meiner ersten deutschen Wrestlingshow. wXw im Siedlerheim in Mannheim-Schönau. Jeder, der sich in Mannheim ein bisschen auskennt, weiß, dass in Mannheim-Schönau ausschließlich die Bildungselite der Stadt lebt.
Fun Fact: In genau diesem Siedlerheim fand ein Jahr später eine RNW Show vor 17 Zuschauer statt. Da fehlen übrigens keine zwei Nullen. Nicht mal Eine… Es waren 17 Zuschauer. Ich war Einer davon. Es fragen sich sicherlich gerade etwa 95 % der Wrestlingfans, wieso sie noch nie von RNW gehört haben. SIEBZEHN Fans! Das könnte ein Grund sein…

Im Juli 2010 war ich mit Rico nochmal bei der wXw, die Bryan Danielson zu Gast hatte. Ich fand Danielsons Werdegang so faszinierend, dass ich genau sieben Tage später meine erste Trainingseinheit in der ACW Wrestling School absolvierte. Es war der 10 Juli 2010. Die damaligen Trainer waren Argjend Qufaj, Dirk Nicolai, Christian Hahn, Jens Wagner und Michael Haffner.
Ich konnte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass einer dieser Herren später mal, über Jahre hinweg, mein bester Freund, der zum momentanen Zeitpunkt durch eine verfickt beschissene Zeit geht, ich ihn aber immer noch nicht aufgegeben habe, werden würde.

Ich begann das Training übrigens mit einem guten Freund zusammen. Patrick. Ein toller Mensch. Leider hat er noch heute das Durchhaltevermögen eines toten Iltisses.
Freunde… Eine korrekte Ausbildung zum Wrestler dauert lange. Mindestens anderthalb Jahre. Tendenziell länger. ‚Korrekte Ausbildung‘ bedeutet übrigens regelmäßiges Training bei ausgebildeten Wrestlinglehrern und hin und wieder mal ein Seminar bei einem Gastlehrer. Wer denkt, das ist wie auf der Playstation. Du kommst in’s erste Training und lernst da die Batista Bomb… Wenn du dir das so vorstellst, bleib bitte auf dem Sofa sitzen, denn genau da ist dein Platz. Ich wollte während der Ausbildung unzählige Male aufgeben. Habe ich aber nicht gemacht. Ich hab geblutet, geschwitzt und mich mehrfach übergeben. Damit muss man erst mal lernen, klar zu kommen. Wer jetzt immer noch Bock hat, das Wrestling zu erlernen, hat jeden Sonntagvormittag in der ACW Wrestling School in der Waidallee 8 in 69469 Weinheim die Möglichkeit ein Anfängertraining zu besuchen und sich ein Bild zu machen. Nach der bestandenen Rookie-Prüfung wird dann Dienstag und Freitag Trainiert. Der Sonntag optional natürlich auch noch. Zusätzlich Einheiten im Gym. All jokes aside. Ja, auch ich gehe in’s Gym und hier in Salzburg am See joggen. Zwar nicht so häufig wie ich es sollte, aber immerhin.

Meinen ersten Auftritt vor Publikum hatte ich im September 2011 unter einer Maske in einer Battle Royal. Ironischerweise war der Aktive, mit dem ich meinen aller ersten In-Ring Kontakt hatte, Wolfgang Niedecken. Ein Monat später hatte ich ein Tag Team Match als Masked Defender, gemeinsam mit dem späteren Rocky Lottatore, gegen Dr. Carsten Crank und den Insane Killer. Mal down to earth. Der Insane Killer war damals und ist heute einer der wrestlerisch besten ACW-Eigengewächse aller Zeiten.

Im Februar 2012, kurz vor meinem 18. Geburtstag, hatte ich meinen Auftritt als The Red Rage im ACW Ring. Als Heel. Böse.
Mein erstes Match bestritt ich am 11. Februar 2012 vor 2500 Fans bei einer Fightnight des Boxgymnasiums in Eppelheim. The Red Rage & Boombastic vs. BAM & The German Eagle.
Im April 2012 besuchte ich übrigens mit drei bzw. fünf der coolsten Menschen ever WrestleMania 28 in Miami, Florida. Rock vs. Cena. Once in a Lifetime.

Damit möchte ich für diese, doch sehr kurze Kolumne, auch einen Cut machen.

Zum Ende möchte ich noch auf eine kleine Spendenaktion verweisen, die ich gemeinsam mit Jessy Jay und Robin Schuman in’s Leben gerufen habe. Es geht um Spenden für die Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung und die Kinderkrebsstation in Magdeburg.
Spenden könnt ihr unter www.tinyurl.com/SpendenaktionRAGE

Vielen Dank für eure unbeschreibliche Unterstützung. Wir haben (Stand 9. Februar) 1100 € an Spenden generiert.

Hier noch eine kleine Aussicht auf die nächste Ausgabe, sollte meine Kolumne bis dahin nicht von der Staatsanwaltschaft dicht gemacht werden.
—> Boombastic w/ Rage vs. Viper
—> First Time Face
—> Sören Reuter

Oh! One more thing… Ich wurde letztens auf ask.fm gefragt: ,,Warum übertreibst du eigentlich immer so?“ Freunde… Entweder ich mache eine Sache richtig, zu 100 % und mit Vollgas ohne Bremsen oder eben nicht. Ich mag es nicht, wenn Menschen Projekte schon halbherzig beginnen und dann wieder aufhören. Ist einfach nicht mein Ding.

In diesem Sinne. Till then, so long, The Red Rage

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