Kris Jokic im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 02.04.2018)

WF: Wir freuen uns, den Fans ein weiteres, junges Talent vorstellen zu dürfen: Kris Jokic. Danke für Deine Zusage zu diesem Interview, Kris..

KJ: Ich habe zu danken!

WF: Wenn ich mir Deinen Werdegang so anschaue, dann erkenne ich klar die Leidenschaft für den Sport, vor allem aber auch für das Wrestling generell. Wie kam es dazu, das Du als wohnhafter Kroate in Italien trainiert hast?

KJ: Ja, ich hatte schon immer das Gefühl mich mit meinem Körper und Bewegungen besser ausdrücken zu können als mit Worten und heute denke ich dass Sport die reinste Form der Selbstdarstellung ist, besonders Extremsport. Daher ja, ich war schon immer ein Selbstdarsteller und Sport ist meine Plattform.
Ja, ich bin nach Italien gezogen um der Wrestlingschule beizutreten. Mein ursprünglicher Plan war in die USA zu gehen und dort zu trainieren. Das ging leider nicht in Erfüllung und ich begann mich in näher liegenden Ländern umzusehen.

WF: Bedeutet das, das Du für jedes Training von Kroatien nach Italien gereist bist? Waren das dann immer Wochenendseminare, oder wie kann ich mir das vorstellen?

KJ: Der Anfang war recht schwierig da die Promotion bei der ich in Italien trainierte (Italian Championship Wrestling) weder auf E-Mails noch auf Anrufe reagierte, daher bin ich eines Tages nach Italien gefahren und habe an die Tür geklopft und gefragt ob ich beitreten kann, fuhr zurück nach Kroatien, packte meine Sachen und zog nach Brescia (Italien) für etwa vier Monate.
Mein Trainer war Crazy G und ich hatte echt Glück ihn zu finden, denn er war gewillt jeden Tag den ich dort war mit mir zu trainieren.
Nach ein paar Monaten musste ich zurück nach Kroatien ziehen, da das Leben in Italien zu teuer war! Danach fuhr ich über Wochenenden zum Training und ab und an kam Crazy G dafür auch nach Kroatien. Zum Glück war ich ein verrückter Junge der einen Ring im Hinterhof aufgebaut hatte, haha.
Nach nur 6 Monaten hatte ich dann mein Debüt-Match bei der ICW.

WF: Du wurdest in der ICW Academy von Trainer/Wrestler Crazy G trainiert, welcher Dir auch sein letztes Match widmete. Du durftest ihn in den Ruhestand schicken. Dies sehe ich als großes Dankeschön und eine Art Ehrerbietung. Wie erinnerst Du Dich an das Training mit ihm, an den Menschen & Mentoren und das letzte Match?

KJ: Ja es war eine große Ehre für mich als Letzter gegen ihn anzutreten. Besonders weil ich noch sehr ‚grün‘ war. Es war mein erster Mainevent und mein 8. Match überhaupt. Ich glaube dass er schon immer etwas in mir gesehen hat und bis heute ist er mein größter Fürsprecher und ich werde ihm nie genug für alles danken können.

WF: Wie groß ist „Wrestling“ in Kroatien? Gibt es dort eine Fan „Szene“ – Scheinbar gibt es ja keine Promotions, oder warum bist Du dort noch nicht aufgetreten?

KJ: Nun, im Grunde gibt es kein Wrestling in Kroatien.. Du führst dieses Interview quasi mit ‚Wrestling in Kroatien‘ wenn Du verstehst was ich meine. Obwohl Kroatien eigentlich eine reiche Geschichte in diesem Sport hat, mit all den Wrestlern und Legenden aus Kroatien oder mit Wurzeln hier, und doch gibt es hier kein Wrestling.
Aktuell bin ich der einzige kroatische Pro-Wrestler in Kroatien.
Dazu kommt mein Schützling den ich jetzt seit 5 Jahren trainiere, Deno Babić. Er hatte vor Kurzem endlich sein Debütmatch bei KamikazePro. Man kann also sagen es gibt hier jetzt zwei.
Und obwohl es hier kein Pro-Wrestling gibt, existiert eine Fanszene und bald wird die erste Promotion ihren Weg starten. Es ist meine eigene Promotion mit dem Namen “Cro Wrestling Organization“ (CWO).

WF: Wie bist Du dazu gekommen Wrestler zu werden? Gab oder gibt es Vorbilder?

KJ: Ich habe angefangen WCW zu gucken als ich 4 war und fühlte sofort dass das etwas ist bei dem ich der Beste sein kann. Mein Idol ist und war immer Eddie Guerrero.

WF: Sport scheint Dein Leben zu sein, was machst Du, wenn Du nicht Wrestler bist?

KJ: Ich bin sehr für Fitness. Ich habe mein eigenes Fitnessstudio ‚Falcon‘ in meinem Heimatort, Zadar, wo ich als Trainer aktiv bin. Ich trainiere Andere dort täglich und es gefällt mir.
Ich selbst trainiere 12-15 mal die Woche.

WF: Kenzo Richards ist der „Master of Chops“, wie erinnerst Du Dich an die Schlachten gegen ihn, welche es auch in Deutschland gab? Bald bist Du ja wieder bei uns zu sehen..

KJ: Ja, Kenzo Richards ist definitiv einer meiner Mentoren. Bisher bin ich in Portugal und Belgien gegen ihn angetreten. Jedes Mal war eine furchterregende Erfahrung denn Kenzo ist ein echter Schwarzgurt im Judo und ein knallharter Typ.
Man lernt eine gewisse Demut wenn man weiß dass der Gegenüber in der Lage ist … einen jederzeit auseinander zu nehmen, haha.
Und ja, Deutschland ist zu meinem dritten Zuhause geworden. Ich werde dieses Jahr jeden Monat da sein.

WF: Sprichst Du ein wenige Deutsch und konntest Du Dir Deutschland etwas ansehen?

KJ: Ganz ehrlich, ich kenne einige Flüche auf Deutsch haha. Das ist ein Vorteil vom Wrestling, man sieht die Welt und trifft die Leute selbst, ich liebe das.

WF: Du bist nun schon einige Jahre aktiv, wenn ich nach bisherigen Deinem Lieblingsmatch frage, spielt da Paul London eine Rolle?

KJ: Ja, seit 5 Jahren wrestle ich professionell. Und das Match gegen Paul London ist wohl immernoch mein Lieblingsmatch und etwas ganz Besonderes für mich.
Paul ist eines meiner Idole. Ich habe mich ab und zu verkleidet und so getan als wäre ich Paul. Ich glaube es gibt irgendwo noch ein Youtube Video von mir als Paul London haha.
Weißt Du was verrückt ist? 2010 habe ich meinem besten Freund gesagt dass Paul London der erste WWEler ist gegen den ich antrete.
5 Jahre später stand ich gegen ihn im Mainevent in Lissabon, Portugal … ach du heilige Scheiße.

WF: Was verbindet Dich mit Ungarn, Icarus & Dover? Die Talente aus sind auch nicht selten bei uns zu sehen und werden gerne gebooked.

KJ: Ich sehe die HCW und Ungarn als mein Zuhause an … denn diese Jungs haben meine Karriere gerettet. Ich fühle mich sehr geehrt ein Teil davon zu sein und die Chance zu haben mit Talenten wie Icarus und Dover und vielen anderen zu arbeiten.

WF: Du hast den HCW Championship gewonnen, dafür gratulieren wir herzlich. Würdest Du HCW & GWF als Deine bisherigen Haupt-Promotions bezeichnen?

KJ: Vielen lieben Dank, das ist der erste Titel meiner Karriere und ich freue mich sehr dass es bei der HCW passiert ist. Ja, HCW und GWF sind meine Haupt-Promotions aktuell.

WF: WrestlingKult ist relativ neu bei uns aber erfreut sich größer Beliebtheit. Das Wrestling feiert sein Comeback und auch hier bist Du öfter zu sehen. Wie gefällt es Dir bei WrestlingKult und würdest Du für das Wrestling Dein Heimatland verlassen?

KJ: Ja, ich gab vor kurzem mein Debüt bei WrestlingKult und LIEBTE es! Großartige Organisation, leidenschaftliche Fans, ich freue mich schon darauf diesen Ring wieder zu betreten.
Ich bin Wrestler und werde dort Leben wo es notwendig wird. Allerdings glaube ich dass es meine Aufgabe ist das Wrestling nach Kroatien zu bringen und Kroatien zum Wrestling. Ich bin da um dem Pro-Wrestling die Türen zu öffnen.

WF: Auch Senza Volto ist sehr beliebt bei uns, vor allem bei GWF, wo man ihn und Dich nun regelmäßig sehen kann. Wie gefallen Dir die Shows der GWF, die Aufmachung und das Konzept um die Promotion allgemein?

KJ: Ja, die GWF ist etwas anders da man mehr über die Präsentation lernt. Es ist nicht nur das reine Wrestling, es geht um das Produkt und wie man das Meiste herausholt.
Jedes Mal wenn ich bei der GWF antrete verbessere ich mich sprunghaft.

WF: Mit Ahmed Chaer & Crazy Sexy Mike haben wir anerkannte und geschätzte Wrestler & Promoter. Wie bist Du zur GWF gekommen und wie stehst Du zu den Chaer Brüdern?

KJ: Die GWF kam auf mich zu, nachdem sie mich bei der HCW sahen. Ja die Chaer Brüder sind schon lange dabei und kennen das Geschäft in- und auswendig. Für mich sind sie Lehrer und ich bin geehrt dass ich in ihrer Organisation antreten darf und sehr froh von ihnen lernen zu können.

WF: Senza Volto ist oft an Deiner Seite zu sehen, auch Oliver Carter. Beide sind Top Talente und haben eine große Zukunft vor sich. Wo siehst Du Euch in 5 Jahren?

KJ: Ja, Senza Volto und Oliver Carter sind wie Brüder für mich in diesem Business und sie sind WIRKLICH talentiert. Ich glaube das ist so eine Sache von ‚einer Gruppe von Wrestlern die in den nächsten Jahren auf der ganzen Welt wrestlen wird‘.

WF: Nehmen wir an, du könntest eine langjährige Fehde gegen einen der beiden bestreiten, gegen wen wäre es?

KJ: Nun, ich bin noch nie wirklich gegen Carter angetreten, nur zusammen als NEW WAVE Tag Team. Gegen Senza habe ich schon gekämpft und würde es wieder an jedem Tag der Woche und sonntags zweimal, und jedes Match wäre ein sofortiger Klassiker.

WF: Du bist inzwischen in einigen Ländern im Ring gestanden, gibt es noch „Wunschländer“?

KJ: Bisher trat ich in 9 Ländern an und ja, ich würde gern überall auf der Welt kämpfen. Besonders in Japan und Mexiko. Meine Liebe für´s Wrestling kam durch Lucha Libre daher ist es unausweichlich dass ich mal in Mexiko wrestle.

WF: Danke für Deine Zeit, hast Du noch einige Worte an Deine Fans?

KJ: Danke für die Einladung.
Ja, ich möchte all meinen Fans und Befürwortern danken, die diesen harten Sport ein wenig leichter machen, und Dank auch an meine Haters und Zweifler, die mich dazu bringen 15 mal die Woche härter zu trainieren und härter zu arbeiten. Ihr habt noch gar nichts gesehen. Ich bin in der Topform meines Lebens und hier meinen Platz einzunehmen.

WF: Danke Dir!

KJ: Fly Falcon Fly!

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