Marius Al-Ani im WrestlingFever Interview (16.11.2013)

Marius Al-Ani wurde er von Christian „Ecki“ Eckstein & Leon van Gasteren trainiert. Seit Juni 2011 steigt er nun in den Ring und erntet bereits jetzt jede Menge Lob & Anerkennung von den Fans & Kollegen. Wir haben uns mit dem ehem. Sparringspartner von Sheila Gaff (UFC) unterhalten und sind froh, dass er uns sein erstes Interview gegeben hat!

WF: Dieses mal haben wir uns Marius Al Ani zum Interview eingeladen und freuen uns, dass er zugesagt hat. Wir hoffen Dir geht es gut?

M: Ja danke, alles bestens zurzeit!

WF: Zuerst eine untypische Frage – Wie geht es Deinem Freund und Kollegen Markus Antonius nach seinem Unfall bei NEW aktuell?

M: Erstmal Danke der Nachfrage. Ihm geht es schon viel besser. Er hat noch Trainingsverbot vom Arzt und das belastet ihn sichtlich, aber er hat einen starken Charakter und wird auch diese letzte Hürde überwinden! Ich bin sehr froh, dass er für diese Situation so gut weg gekommen ist, das hätte auch schlimmer ausgehen können! In diesem Sinne schönen Gruß an dich Antonius Baby, Kopf hoch!

WF: Dein Name wirkt für uns auf den ersten Blick ungewöhnlich, obwohl dies (so glaube ich) gar kein Ringname ist, sondern Dein realer, richtig?

M: Ja genau, Marius AL-Ani ist mein richtiger Name. Mein Vater ist Araber und meine Mutter Deutsche, daher dieser Split! Aber seid gut 2 Jahren trage ich ihn auch im Ring und bin doch sehr froh, dass ich mich dazu entschieden hab, nachdem ich mich anfangs nicht so richtig daran gewöhnen wollte!

WF: Warum denn das – Mit Deinem Namen stehst Du ja auch für Deine Leistung, also auch privat, oder?

M: Heute sehe ich das auch so. Damals war ich der Meinung es ist cooler einen Nickname zu haben, wenn ich in den Ring steige. Einer meiner Trainer meinte dann zu mir, dass mein richtiger Name besser geeignet wäre und er hatte wohl Recht. Danke Ecki!

WF: Du sprichst es schon an, Christian Eckstein (EWP) ist einer Deiner Trainer gewesen. Trainiert Ihr heute noch zusammen?

M: Ja Christian Eckstein und Leon Van Gasteren waren und sind auch noch heute meine Trainer. Wir trainieren regelmäßig zusammen. Eigentlich jeden Samstag außer halt wenn wir zu Shows gebucht sind. Die beiden sind schon so lange im Geschäft, ich kann noch vieles von ihnen lernen und sie bieten mir viele Chancen neue Erfahrungen zu sammeln, wie z.B. in Trainingseinheiten mit großartigen Weltklasseringern wie Finlay oder Robbie Brookside.

WF: Verfolgst Du das geschehen um die POW und wird man dich da auch einmal sehen?

M: Ja natürlich verfolge ich das Geschehen um die POW, aber ich heiße es nicht wirklich gut. Zwei Promotions in einer Stadt… Hmmm…unterschiedliche Schwerpunkte des Wrestlingstils ( so nenn ich es jetzt mal )…. das kann nicht gut gehen. Wenn es in Hannover bisher kein Wrestling gäbe oder das Wrestling nicht professionell wäre, dann wäre das eine ganz andere Sache, aber die EWP ist das Komplettpaket. Und damit will ich keinesfalls die Wrestler beleidigen die bei der POW antreten, ich finde es nur nicht gut für das Business in Deutschland zwei verschiedene Produkte mit dem selben Ziel zu präsentieren.  😉

WF: Präsentieren denn nicht alle Ligen das Produkt Wrestling? Selbst in Hamburg veranstaltet neben dem NFC auch die wXw. Zumal gibt es Euch Wrestlern weitere Möglichkeiten aufzutreten, oder nicht?

M: Ja erstmal allgemein betrachtet kann man natürlich sagen, alles ist Wrestling! Aber die wXw z.B.: fährt eine ganz andere Schiene wie die EWP. Ich will jetzt nicht zu weit in die Materie eindringen. Aber was bringt eine zweite Liga in einer Stadt?! Das ist purer Konkurrenzkampf und der hat das Ziel die Mitbewerber vom Markt zu drängen. Ist das förderlich für das Business in Deutschland?! Ich denke nicht. Die Vergangenheit hat gezeigt das es nicht funktioniert, wie z.B. bei der MWA! Wrestling ist so vielseitig und für jeden Bereich gibt es Fans. Manchen sagt eventuell mehr die rein sportliche Seite zu und anderen mehr die Entertainment schiene, nur als Beispiel jetzt. Wieso sollte man in einer Stadt wo das Wrestling Super angenommen wird noch eine Liga eröffnen?! Es gibt genug Städte in Deutschland wo man etwas aufziehen könnte.

Marius_Al_Ani_klein

Marius Al Ani (November 2013) mit WF Logo!

WF: Du wirkst sehr trainiert, so dass Du neben dem Wrestling (so vermute ich) wohl noch andere Sportarten ausübst. Ich weiß von MMA und auch von Deinen Trainingseinheiten mit Sheila Gaff, die auch bei UFC zu sehen war, wenn auch nicht lange. Erzähle uns darüber…

M: Ja danke! Ich sehe mich noch nicht so fit, wie mich andere vielleicht sehen aber das ist ja immer so im BB Bereich. Ja genau, ich war zwei Jahre lang der Trainings und Sparringspartner von Sheila Gaff… Ich habe viel mit ihr trainiert und sie auf ihre Kämpfe vorbereitet. D.h. Jeden Tag am Morgen 2 h Sparring in verschiedenen Bereichen, Mittags 2 h Technik und Abends 1 h Ausdauer. Leider war sie in der UFC ja nicht so erfolgreich wie ich es vermutet hatte, aber ich wünsche ihr trotzdem alles erdenklich Gute für die Zukunft. …. Ja also neben dem MMA bin ich als Thaibox und BJJ Coach tätig. Im BJJ trag ich zurzeit den Purple Belt. Also man kann schon sagen, dass ich noch das ein oder andere nebenbei mache. Aber es geht eben nichts über das Wrestling.

WF: Welchen Plan B hast Du, sollte mal (was wir nicht hoffen) was schief gehen?

M: Es gibt keinen Plan A oder B ! Ich arbeite und habe ein paar private Projekte mit denen ich mich beschäftige und nebenbei investiere ich jede freie Minute ins catchen! Natürlich will ich noch hoch hinaus, aber ich kann nur immer mein bestes geben, der Rest liegt nicht in meiner Hand. Wir werden also sehn was noch so passiert.

WF: Welche Bedeutung haben deine Tattoos für Dich, gibt es eine Geschichte dazu die Du erzählen kannst?

M: Ja, meine Tattoos haben auch Bedeutungen und dienen nicht nur als modisches Accessoire, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht für manche so aussieht. Als erstes muss man dazu sagen, dass ich schon als kleiner Junge gesagt habe: ,,Ich werde mich später tätowieren lassen! Also bei mir ist das absolut kein Suchtverhalten, weil ich nie vorhatte nur ein Tattoo zu haben. Es war immer geplant, dass da mehr sein wird. Tattoos sind wie ein Tagebuch. Motive sollten eine Geschichte oder Charaktereigenschaften widerspiegeln.

Ich will auch gar nicht zu detailliert auf jede Bedeutung eingehen. Meine Oberarme sind mit ,,Fratzen“ verziert, welche als Sinnbild für den Familienzusammenhalt stehen, da mein Onkel (war früher immer mein Vorbild was den Sport und die Frauen betrifft) und mein Cousin auch solche ,,Fratzen,, auf den Oberarmen tragen. Andere, aber Fratzen. Dazu kommt, dass meine Tattoos alle miteinander verbunden sind und wenn es fertig ist eine Art Rüstung ergibt. Diese Rüstung steht zum einen für meinen Körper, der mich ja sozusagen schützt (gerade im Bezug auf das Wrestling) und für einen schlimmen Autounfall den ich mal hatte, bei dem ich fast gestorben wäre.

Ich hatte also eine Rüstung an, die mich vor schlimmeren bewahrt hatte. Dann hab ich noch den Griechischen Gott des Weines, der Lust und der Extase auf dem Unterarm. Dieser blutet aus dem Mund. Er steht für die schönen Dinge im Leben… Man kann ja nicht immer auf 100% laufen, man muss sich auch mal gehen lassen (bei mir heißt das allerdings nicht das ich saufe bis zum umfallen, sondern eher, dass ich eine Cardio Einheit auslasse und eine Tüte Gummibärchen esse) Das Blut steht halt dafür, dass man um sich zurück zu lehnen, erstmal bluten muss… Auch mal eine Dicke Lippe riskieren muss … Eben erst Arbeiten und dann das Vergnügen. Ja das ist es so im groben erstmal…. Der Rest sprengt jetzt hier den Rahmen…

WF: Wie sehr interessieren Dich Tattoos, tattoowierst Du selbst?

M: Ja… Was soll ich da noch sagen. Tattoos sind ein Teil meines Lebens und nein ich tätowiere nicht selber, nur einmal im Urlaub aus Spaß. Da hab ich mal jemandem den Daumen tätowiert. Das war ein lustiger Abend…

WF: Du wirkst sehr ehrgeizig und hast mich mit Deinen letzten Matches die ich sehen konnte sehr beeindruckt. Wie wichtig sind die Fähigkeiten der Gegner in einem guten Match oder kann man wirklich jeden durch „ein Match ziehen“, um es gut werden zu lassen?

M: Ja, da hast du Recht. Ich bin wirklich sehr sehr ehrgeizig. Es wird wohl nie ein Match von mir geben das ich perfekt finden werde. Es gibt immer Kleinigkeiten die mich dermaßen Nerven, auch wenn es nur die kleinste Bewegung ist. Aber das ist ja auch eigentlich gut so. Das ist der Grund warum man immer weiter an sich arbeitet und versucht besser zu werden. Die Gegner spielen dabei natürlich auch eine große Rolle.

Man kann schon jeden Gegner durch ein Match ziehen, aber ob dieses Match dann gut wird bzw. Perfekt (was ja immer mein Ziel ist) ist die andere Frage. Es ist schon schöner wenn einfach die Chemie im Ring passt. Es gibt solche Jungs, mit denen steigst du in den Ring und es läuft einfach. Das ist das Beste was dir passieren kann. Also wenn du ein wirklich gutes Match haben willst, sollte dein Gegner auf jeden Fall sein Handwerk beherrschen.

WF: Du schaust Dir also Deine Matches nochmals auf DVD an?

M: Ja, immer mehrmals. Ich suche quasi Fehler, bzw. halt die Dinge die besser sein könnten.

WF: Welchen (für Dich) wertvollen Tipp hat Dir Ecki gegeben, an den du immer wieder denken musst?

M: Oh… Das sind sicherlich viele. Ich habe alles verinnerlicht, aber ich denke ,,Weniger ist mehr!“

WF: Wann hast Du für dich ernsthaft entschieden, das will ich jetzt auch?

M: Mit 12 Jahren hab ich mir ernsthaft in den Kopf gesetzt: Ich will Wrestler werden! Ich war besessen…und bin es immer noch…Mit 15 hab ich meinen Traum dann auch laut geäußert, aber da nimmt dich ja keiner ernst! Aber das war mir ja egal! Nichts ist unmöglich … Die Leute die dir Versuchen deine Träume auszureden, sind die die bei ihren gescheitert sind! Immer an den Erfolgreichen Leuten orientieren! 😉

WF: Wie waren die ersten Trainingseinheiten, hat man Dich hart ran genommen oder schon langsam an die Materie ran geführt. Wir alle wissen, dass Ecki ein „Oldschool“ Catcher ist, der Teil der CWA war…

M: Ooooouuuuhh ja, das war eine brutale Zeit! Ecki und Leon haben mich/ uns richtig hart ran genommen. Zum Glück ! Wir mussten soviel Back Bombs nehmen. Aus allen Höhen. Das erste Jahr hieß es nur 2 h Fallschule und 1 h Techniktraining (Leichte Griffe und Würfe)!

Jedes Mal. Es dauerte echt lange bis ich davon keine Kopfschmerzen mehr bekam. Auch der Ton beim Training war sehr streng. Keiner hat auch nur ein Wort gesagt während des Trainings. Wer geschwächelt hat, musste Strafübungen machen. Natürliche Auslese sozusagen. So mag ich das. Bis an die Grenze gehen, jedes Mal aufs Neue. Trotzdem war ich sehr froh als ich meine EWP Trainingsjacke bekam. So was wie ein Symbol der Zugehörigkeit. In etwas so wie in einem Motorcycle Club die Kutte. Heute ist es zum Glück ein bisschen entspannter, aber das Training is trotzdem hart!

WF: Das heißt diese EWP Trainingsjacke, oder generell die Trainingsjacken der zugehörigen Ligen bekommt man erst, wenn man sich die verdient hat, nicht wenn „nur“ man dabei ist?

M: Wie das andere Ligen handhaben weiß ich nicht. Aber in der EWP war das so, dass man sich diese verdienen musste!

WF: Wie lange hat es gedauert, bis man Dir das erste Match zugetraut hatte und „wie war es“?

M: Da muss ich jetzt selbst überlegen, weiß gar nicht mehr genau. So zweieinhalb Jahre glaube ich. Ungefähr. Vielleicht auch ein bisschen länger. Na ja so wie erste Matches halt sind. Man bekommt gezeigt, dass man noch lange nicht dazu gehört und man noch nichts kann. Also ich wurde verprügelt Ich hatte meinen ersten Kampf in einem Tag Team Match mit Val Verde gegen Stampede Simon und Ecki, der den neuen harten Ring mit einer PowerBomb an mir einweihte…Super Gefühl.

WF: Viele Fans fragen sich, ob man den Schmerz über die Jahre ausschalten kann? Du steigst im besten Fall „nur“ 2-3-mal im Monat in den Ring, die WWEler jedoch mehrmals die Woche – über das ganze Jahr.

M: Ja, also man gewöhnt sich an die Schmerzen aber abstellen lässt es sich natürlich auch nicht. Aber umso älter man wird, wird das auch wieder mehr zur Belastung. Aber noch bin ich Jung. Ja, die Jungs von der WWE haben natürlich eine noch viel größere Belastung, auch psychisch. Bei den Massen die da zuschauen und den Richtlinien vom Office, da kann man schon mal Respekt vorhaben. 2-3-mal im Monat aufzutreten ist auch erstmal ganz okay, dafür muss ich immerhin auch hart arbeiten.

WF: Setzt Du Dir bestimmte Ziele im Bezug auf das Wrestling, außer „noch besser“ zu werden?

M: Ja auf  jeden Fall. Ich will unbedingt mal in Japan kämpfen. Meinen Namen größer und bekannter machen und der beste und erfolgreichste Wrestler werden der ich sein kann. Ich hoffe natürlich auch, dass ich noch so einige Helden aus meiner ,,Kindheit“ treffe. Backstage versteht sich 🙂

Aber wie gesagt, das liegt nicht in meiner Hand… Ich gebe einfach immer mein Bestes und hoffe das ich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Leuten bin.

WF: In Deutschland kann man leider nicht davon leben, es gibt wenige Pro Wrestler im deutschsprachigen Raum, die sich davon ernähren können. Was machst Du, wenn Du nicht in den Ring steigst?

M: Die Deutsche Szene war mal so groß, aber leider hat sich das verändert. Ich denke aber wir erleben gerade einen Aufschwung in Deutschland. Es gibt definitiv einen Markt hier. Aber man muss es eben auch professionell angehen. Man darf Wrestling nicht als Fan aufziehen, sondern als Geschäftsmann. Manche machen das und manche leider nicht. Ich sehe die Entwicklung aber trotzdem sehr positiv.

Da kommt noch was auf uns alle zu denk ich. In Deutschland davon leben ist schwierig, aber wer will den auch nur in Deutschland kämpfen?! Und solange man nicht davon leben kann hat man ja trotzdem einen netten Nebenverdienst für etwas, was man mit Leidenschaft macht. Ist also erstmal Zufrieden stellend. Neben dem Wrestling bin ich als Personal Trainer im Fitness und Medizinischem Fitness Bereich, als auch als Kampfsport Trainer tätig. Und wie gesagt, ich hab noch so ein paar Private Projekte die sich hoffentlich irgendwann auszahlen werden. Aber da drauf will ich jetzt nicht eingehen.

WF: An wem orientierst Du Dich, wer dient Dir als Vorbild – wenn es so was für Dich gibt…

M: Natürlich gibt es so was für mich. Jeder hat doch irgendwelche Vorbilder und Idole, weswegen man überhaupt erst anfängt mit einer Sache. Ich orientiere mich viel an den (ich nenne sie mal) richtigen Wrestlern. Also an denen, die diesen Amateur Ringer Stil mit einbringen. Dean Malenko, Chris Benoit, natürlich Kurt Angle und mein absoluter Favorit Eddie Guerrero. Ich studiere die Art der Bewegungen in ihren Kämpfen und die Logik der Aktionen bis ins kleinste Detail. Ich liebe diese Art des Wrestlings. Da ich ja selbst Ringe, liegt mir dieser Stil sehr nah.

WF: Gibt es (evtl. auch europäische) Wrestler mit denen Du Dich gerne mal messen würdest, evtl. auch mal bis an Deine Grenzen?

M: Ehrlich gesagt denke ich gar nicht so weit! Ich will natürlich gegen Hochklassige und berühmte Leute antreten, da diese einen ja auch extrem pushen wenn man ein gutes Match hinlegt, aber ich habe da jetzt keine genauen Namen. Wenn mir jemand auf einer Show ins Auge fällt, wo ich denke da könnte die Chemie passen, dann würde ich gerne gegen diesen jemand antreten. Das größte wäre wohl ein Match gegen irgendjemanden mit dem man sozusagen aufgewachsen ist, als man noch ein kleiner Hosenscheißer war und die Stars im TV gesehen hat. Allerdings gibt es genug Leute hier, mit denen man ein klasse Match hinlegen kann. Wie gesagt, es geht um die Chemie.

WF: Wie realistisch wäre ein MMA Fight für Dich?

M: Zurzeit sehr unrealistisch. Ich will nicht sagen, das ich es ausschließen würde in der Zukunft, aber momentan und wohl auch in der nächsten Zeit nicht. Damals als ich noch mit Sheila trainiert hatte, war ich in einer Topform, zu der ich erst einmal wieder finden müsste. Aber das ist ja auch logisch wenn man den ganzen Tag nichts anderes macht als Wettkampfvorbereitung. Noch dazu war das ja damals Vorbereitung auf den WM Gürtel… Da pusht man sich schon gegenseitig und ich hab ja so gut wie alles mitgemacht was das Training anging! Aber jetzt konzentriere ich mich voll und ganz auf das Wrestling, was ja eigentlich schon immer so war.

WF: Verfolgst Du das MMA Geschehen der UFC etc. oder ist der Sport nur zum „fit halten“ für Dich interessant?

M: Nein, aktiv verfolge ich das Geschehen nicht. Wenn ich mal etwas mitbekomme, dann les ich mir die Berichte auch mal durch, aber an und für sich interessiert mich das alles gar nicht so. Aber ich bin auch nicht immer auf dem neusten Stand was die WWE betrifft. Ich habe dann so Phasen, wo ich alles nachhole was in den letzten Wochen so passiert ist.

WF: Ich nehme an, du bist auch durch WWE zum Wrestling gekommen?

M: Ja, ich wusste als Kind nicht, dass es so was überall auf der Welt gibt. Man hat es halt im TV gesehen und es hat einen fasziniert. Sofort! Liebe auf den ersten Blick. Dazu komm ich aus Thüringen, die Turniere auf dem Schützenplatz in Hannover sind beispielsweise komplett an mir vorbei gegangen. Dort lernte man das Wrestling eben nicht unbedingt im TV kennen.

WF: Du kennst ja beides, die eher moderneren Shows aber auch dieses Oldschool Flair mit Ringerparade und gelb/roten Karten. Was liegt Dir mehr?

M: Ja beides ist mir wohl vertraut. Ich finde beides gut. Ringerparade und Kartensystem hat etwas mit Tradition zu tun und findet daher auch meist nur in den Städten wie Hannover, Bremen und Hamburg statt, wo das eben früher so gehandhabt wurde. Die „moderneren“ Shows verzichten eben darauf, was auch nicht schlimm ist. Aber die Ringerparade reduziert die Aufregung und man kann sich schon mal ein Bild von der Crowd machen. Das ist ganz praktisch. Also mir liegt nichts mehr oder weniger, im Endeffekt geh ich raus und mach mein Match.

WF: Jeder Wrestler hat so eine lustige Roadstory, gibt es eine die du mit uns und den Fans teilen würdest?

M: Ooooohhh, da gibt es ja immer irgendetwas Lustiges auf so einem Road Trip, aber das meiste hab ich wohl schon vergessen. Wobei ich eine Sache ganz amüsant fand, die auch noch gar nicht solange her ist, auf dem Weg nach Hamburg zur NFC. Ich war mit meinem Trainer Leon Van Gasteren unterwegs. Die Fahrt selbst war Standart. Musik hören, über Gott und die Welt, die Zukunft und natürlich über Frauen schwatzen. Bzw. Die Themen sind erst tiefgründig und dann endet es immer bei den Frauen.

In Hamburg angekommen, wollten wir noch etwas essen, bevor es am Abend richtig zur Sache ging. Wir parkten also vorm Hard Rock Café. Leon meinte: ,, Eyyy da musste mal gegessen haben. Da sind die Burger soooooo groß, gigantisch!“ (kleiner Insider). Auf jeden Fall warteten draußen einige Leute vorm Eingangsbereich, schön in einer Reihe stehend, dass sie endlich einen Tisch bekommen. Leon und ich, beide in schwarzer Lederjacke und frisch rasierter Glatze, wurden nach kurzem warten von der Empfangsdame an der Schlange vorbei hereingebeten. Wir waren zwar ein bisschen verwundert, ließen uns das aber selbstverständlich nicht anmerken… Immerhin sind wir ja Catcher…. Im Hard Rock Café war wirklich jeder Tisch besetzt.

Die Empfangsdame gab ihrer Kollegin dann mit einem Handzeichen deutlich zu verstehen, dass diese uns doch bitte nach oben bringen sollte. Also liefen wir ganz cool hinterher. Wo mein Blick hin fiel dürfte klar sein… Oben angekommen, gab sie uns ein ruhiges Plätzchen und wir mussten erst einmal schmunzeln. Keine 5 min später kam eine kleine Gruppe von Leuten hoch und setzte sich an den Platz neben uns. Wiederum keine 5 min. später, wurden diese wieder nach unten geschickt, mit der Begründung, es gäbe eine Wartezeit. Von der hatten wir allerdings nichts mitbekommen… Wir fühlten uns natürlich richtig cool. Nachdem wir aufgegessen hatten, gingen wir und schenkten der netten Empfangsdame noch ein Zwinkern. Ich bin mir sicher, sie träumt heute noch davon. 😉

WF: Kannst Du Dir erklären warum man Euch durch gewunken hatte? 😀

M: Absolut nicht ! Jede Erklärung würde arrogant wirken, deshalb sag ich einfach mal… Es war halt so! 😉

WF: Wir danken Dir für dieses Interview, ich hoffe es hat Spaß gemacht!

M: Ich habe zu danken. Immer wieder gerne!

Wir würden uns freuen, wenn dieses Interview geteilt wird, ihr dürft es auch gerne liken und Feedback dazu abgeben! Vielen Dank!

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