Der Weg zum Modernen
Mixed Martial Arts
Bis
zur heutigen Form lag ein langer Weg vor dem Mixed Martial
Arts. Von den antiken Olympischen Spielen in Griechenland,
über Vale Tudo Veranstaltungen in Brasilien bis zum globalen
Mixed Martial Arts Aufstieg von heute.
Ursprung
im antiken Griechenland
Eine der ältesten, möglicherweise die älteste,
Form der Kombinations- Kampfsportarten mit wenigen Regeln
war das griechische Pankration. Als Pankration (griechisch
Allkampf, Gesamtkampf) wird eine Kampfsportart bezeichnet,
welche bei altgriechischen Festspielen ausgetragen wurde.
Erstmalig nachweisbar ist diese Kampfsportart bei den 33.Olympischen
Spielen im Jahre 648 v. Chr. Laut einer Sage wurde das Pankration
vom griechischen Helden Theseus begründet.

Der Pankration Wettkampf fand am fünften und letzten
Wettkampftag der Olympischen Spiele statt und stellte eine
Verbindung von Ringen (Pale) und Faustkampf (Pygme) dar.
Wobei beim Faustkampf die Hände bandagiert wurden,
war dies beim Pankration nicht erlaubt.
Einen
Sieg konnte man über K.O. und über Aufgabe bzw.
Tod des Gegners erreichen. Es gab keine technischen Einschränkungen.
Alle Schlag- und Tritttechniken waren erlaubt, was auch
für Würfe, Hebel und Würgegriffe galt. Verboten
war lediglich das attackieren der Augen und beißen
des Gegners. Aufgrund dieser harten Regeln kam es nicht
selten vor, dass ein Kämpfer ums Leben kam. Überwacht
wurden die Regeln von Schiedsrichtern (Helladoniken).
Erste
"Stil vs. Stil" Kämpfe
 |
Das erste wichtige Duell zwischen einem Boxer und
einem Wrestler in der modernen Zeit, fand im Jahr
1887 statt. Dabei traf der World Heavyweight Champion
im Boxen - John L. Sullivan - auf den Greco-Roman
Wrestling Champion - William Muldoon (links im Bild).
Muldoon gewann den Kampf in etwa zwei Minuten.
Der
nächste öffentliche Kampf zwischen einem
|
Wrestler und einem Boxer fand in den 1890ern statt, als der
Boxer - Bob Fitzsimmons – auf den Greco-Roman Wrestler
- Ernest Roeber – traf. Roeber konnte den Kampf mit
einer Armbar für sich entscheiden, die Fitzsimmons zur
Aufgabe brachte.
Gegen
Ende des 19. Jahrhunderts häuften sich No-Holds-Barred
Veranstaltungen in denen Kämpfer mit verschiedenen
Kampfstielen aufeinander trafen. Dabei handelte es sich
hauptsächlich um Ringer, die einen großen Bereich
an Kampftechniken vertraten, inklusive griechisch-römischem
Ringen, Freistilringen und weitere Stile. Vorerst wurden
diese Kämpfe überwiegend in Europa bestritten.
Yukio
Tani (recht im Bild), ein japanischer Jiu-Jitsu
Kämpfer, ging um die Jahrhundertwende nach
Amerika um sich dort mit Pro Wrestlern zu messen,
die den Catch-as-catch-can Stil vertraten. Schon
zu diesem Zeitpunkt begannen Wrestler das Jiu-Jitsu
zu studieren um mit den diversen Techniken besser
vertraut zu werden und sich somit auf neue Gegner
einstellen zu können.
|
 |
Kingfish
Levinsky, ein Heavyweight Boxer, traf 1936 auf den Pro Wrestler
- Ray Steele. Steele gewann den Kampf in 35 Sekunden.
Zu
beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch in Nordamerika diese
Art von Kämpfen beliebter. Somit kam es dort zu den
ersten großen Aufeinandertreffen zwischen Pro Wrestlern
mit verschiedenen Stilen.
Die
Wurzeln des modernen Mixed Martial Arts
Das moderne Mixed Martial Arts findet seine Wurzeln in zwei
Bewegungen. Zum einen bei den Vale Tudo Veranstaltungen
in Brasilien und zum andren in Japan bei Shoot Wrestling
Veranstaltungen. Vale tudo begann in den 1920ern mit der
berühmten "Gracie Challenge", welche von
Carlos Gracie und Hélio Gracie (später auch
von anderen Familienmitgliedern) abgehalten wurde.
In
Japan begann Antonio Inoki in den 1970ern eine Serie von
Mixed Martial Arts kämpfen, um zu beweisen, dass der
Pro Wrestling Stil, der beste Kampfstil sei. Dabei bestritt
er, am 25. Juni 1976, auch den bereits berühmten Kampf
gegen Muhammad Ali (Bild unten). Dies führte zu einer
Shoot-Stil Bewegung im japanischen Pro Wrestling, woraus
später die ersten Mixed Martial Arts Organisationen
entstanden, wie Shooto im Jahr 1986.
Shooto
macht den Anfang
Im Jahr 1986 wurde die Mixed Martial Arts Promotion Shooto
von Satoru Sayama, einem erfolgreichen Pro Wrestler (auch
als "Tiger Mask" bekannt), gegründet. Bevor
die Bezeichnung Mixed Martial Arts (MMA) gängig wurde,
wurde oft der Begriff "Shootfighting" für
Kämpfe dieser Art verwendet, was auf die Organisation
Shooto zurückzuführen ist. Es gab, in Japan, zwar
vor Shooto einige Organisationen mit einem ähnlichen
Konzept, wozu unter anderem die UWF und PWFG zählten,
die jedoch nicht lange bestehen blieben.

Pancrase
– die ersten großen Stars
Im Mai 1993 wurde die MMA Organisation Pancrase, von Masakatsu
Funaki und Minoru Suzuki, gegründet. Diese vereinte
verschiedene Kampfsportarten (Muay Thai, Judo, Boxen, Sambo,
Karate, Kempo, Submission Wrestling, Jiu Jitsu usw.) um
somit das so genannte Hybrid Wrestling zu kreieren. Ziel
war es, die beste Kombination aus allen Kampftechniken zu
finden. Durch Pancrase schaffte das Mixed Martial Arts den
Durchbruch in Japan, da die Kombination von verschiedenen
Techniken etwas Neues und Interessantes war. Wie im heutigen
MMA, durfte man nicht auf wenige Techniken limitiert sein
und musste verschieden Kampfkünste studieren. Mit Bas
Rutten (links), Ken Shamrock (mitte) und Frank Shamrock
(rechts) entstanden bei Pancrase auch die ersten internationalen
Stars im modernen MMA.
Der
Internationale Durchbruch
Mixed Martial Arts gelangte im Jahr 1993 zum wahren Internationalen
Durchbruch, als die Ultimate Fighting Championships in den
USA gegründet wurden. Anschluss daran fand die japanische
Organisation PRIDE Fighting Championships, welche 1997 gegründet
wurde. Um diese beiden Organisationen dreht sich noch heute
das Geschehen im Mixed Martial Arts, obwohl viele neue Ligen
versuchen den Beiden Rang und Namen abzuringen.
|