Pat Tanaka im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 09.03.2015)

WF: Danke das du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Es ist eine große Ehre für uns einen echten Wrestling Veteranen wie dich willkommen zu heißen! Wie geht es dir momentan?

PT: Mir geht es großartig, danke der Nachfrage. Es ist eine Ehre für mich mit Wrestling Fever dieses Interview zu führen.

WF: Als ein Superstar der zweiten Generation wurdest du von deinem Vater Duke Keomuka trainiert. Gab es jemals eine Zeit, in der du kein Profi Wrestler sein wolltest? Wie war die Reaktion deiner Familie, als du ihnen mitgeteilt hast, dass es dein Traum ist es im Pro-Wrestling zu versuchen?

PT: Ob es jemals eine Zeit gab, in der ich kein Profi-Wrestler sein wollte? Absolut, ich denke jeder professionelle Wrestler hatte schon einmal den Gedanken etwas anderes zu tun, insbesondere wenn die Zeiten schwierig waren und die Dinge nicht ihren gewünschten lauf nahmen. Aber letztendlich weiß ich, wie glücklich ich mich schätzen kann eine Karriere gehabt zu haben die ich geliebt habe. Ich denke viele Menschen träumen davon einen Beruf zu haben, den sie gerne machen und ich bin froh, dass ich mit meiner tollen Karriere gesegnet war. Was die Reaktion meiner Eltern war als ich ihnen mitteilte, dass ich es im Pro-Wrestling probieren will? Ich denke alle Eltern wollen ihre Kinder einfach nur beschützen und mein Vater wusste wie schwer es ist es im Wrestling-Buisness zu etwas zu bringen. Ich bin sehr klein, deswegen dachte er meine Chancen es im Wrestling-Buisness zu schaffen würden eher schlecht stehen. Aber als ich ihm klar machte das ich es sehr ernst meine, war er zufrieden mit meiner Entscheidung.

WF: Du hast deine Karriere bei “NJPW-Dojo” begonnen und hattest dort auch deine ersten Matches. Wo siehst du aus der Sicht eines Pro-Wrestlers die Unterschiede beim Auftreten vor einem Nordamerikanischen und einem japanischen Publikum? Gibt es etwas, dass du niemals vor einer japanischen Crowd tun würdest, was Widerrum für die amerikanische Crowd normal ist?

PT: Es gibt einen großen Unterschied zwischen der amerikanischen und der japanischen Crowd. In Amerika kämpfen die Guten gegen die Bösen und in Japan ist es einfach ein Wettkampf zwischen zwei Athleten. Es gibt nichts das ich in den beiden Ländern tun oder nicht tun würde.

WF: Nach einer kurzen Zeit in der “Jim Crockett Promotion” bist du nach Memphis TN gegangen um als Wrestler und Referee für die CWA, die unter der Führung von Jerry Lawler und Jerry Jarret war, zu arbeiten. In dieser Zeit sind dort auch asiatische Talente wie Akio Sato (der ein späteres Mitglied von “The Orient Express” war) und Tarzan Goto aufgetreten. Wer warb für die NJPW-Talente, damit sie ein Tryout auf amerikanischem Boden bekamen?

PT: Du hast absolut Recht, ich war in der “Jim Crocket Promotion” und bin dann nach Memphis Tennessee gegangen um in der Jerry Jarret Promotion zu arbeiten. Ich war einfach ein professioneller Wrestler und Referee in Florida. Ich glaube Jerry Jarret war für die Tryouts verantwortlich. Jerry Jarret hat sich für Japan nach unterschiedlichen Talenten umgesehen. Akio Sato und Goto waren die, die zu dieser Zeit am besten für ihn gepasst haben.

WF: Viele Fans wissen, dass “The Orient Express” auch schon vor der WWF Zeit in der CWA und der AWA als “Badd Company” existierte. Wer hatte erstmalig die Idee dich mit Paul Diamond (später: Kato) in ein Tag-Team zu stecken? Wann habt ihr euch zum ersten mal getroffen? Bevor das Tag-Team gegründet wurde oder erst danach?

PT: Es gab mich und Paul Diamond, und mich und Sato vor der WWE. Aber unser Name war “Bad Company” und nicht “Orient Express”. Ich bat darum Paul Diamonds Tag-Team Partner zu warden weil wir gut zusammengearbeitet haben und zu diesem Zeitpunkt kam mir die Idee das Tag-Team “Bad Company” zu nennen.

WF: Vor der WWF Zeit hattest du viele Matches gegen großartige Tag-Teams wie “The Sheepherders (später: The Bushwhackers), Bill Dundee & Rocky Johnson, (“The (Midnight) Rockers) und viele mehr. Gegen welches Tag-Team bist du zu deinen “Bad Company” Tagen am liebsten angetreten?

PT: Wow, was für eine Frage. Jedes der Tag-Teams die du genannt hast waren unglaubliche Teams. Ich kann nicht sagen welches das beste war oder welches ich am liebsten gemocht habe. Ich arbeitete mit allen Teams gerne, aber wir hatten eine gute Chemie im Ring mit “The Rockers”.

WF: Die meiste Zeit deiner Karriere tratst du Barfuß an. Hast du das aufgrund deines “Martial Arts” Hintergrundes getan, oder warum hast du diese Entscheidung getroffen?

PT: Es war meine Entscheidung Barfuß zu wrestlen. Ich habe versucht mit Schuhen in den Ring zu steigen, aber es war nicht das selbe. Es war auch wegen meinem “Martial Arts” Hintergrund, außerdem war mein Gleichgewicht so viel besser.

WF: Nach einer weiteren NJPW-Tour, die 1989 stattfand, hast du dein Debut in der WWF zusammen mit Akio Sato und Mr.Fuji gegeben. Wer tat am meisten dafür, dass du einen Vertrag bei der WWF bekommst und wer hatte die Idee für den Namen “Orient Express”?

PT: Ich bin mir nicht sicher wer mir den Vertrag verschafft hat, aber es war Vince McMahons Entscheidung uns unter Vertrag zu nehmen, und er hatte auch die Idee für den Namen “Orient Express”.

WF: Als Akio Sato die USA verlassen hat war Paul Diamond dafür zuständig ihn zu ersetzen, in dem er eine Maske trug. Warst du derjenige der sich für Paul Diamond eingesetzt hat? Und warum denkst du hat die WWF dir in dieser Situation keinen alleinigen Run gegeben? Hättest du dir diesen Run zu diesem Zeitpunkt deiner Karriere gewünscht?

PT: Ich fragte Paul Diamond ob er Sato ersetzen möchte als dieser die WWF verlassen wollte. Und nein, ich denke nicht das ich es als Einzelkämpfer zu etwas gebracht hätte. Dafür war ich einfach zu klein.

WF: Wenn ich an “The Orient Express” denke, denke ich immer an dein großartiges Match gegen “The Rockers” beim Royal Rumble 1991. Was sind deine Erinnerungen an dieses Match? Hast du noch ab und zu Kontakt mit Shawn und Marty?

PT: Ja ich erinnere mich an dieses Match. Es war wahrscheinlich eines der besten in meiner Karriere. Wenn Menschen sich an mich erinnern, dann meistens aufgrund des Matches beim Royal Rumble 1991 gegen “The Rockers”. Und ja, ich hatte schon immer guten Kontakt zu Shawn und Marty.

WF: Nach deiner WWF Zeit haben du und Paul Diamond für “Eastern/Extreme Championship Wrestling” in Philly gearbeitet. Was sind deine Erinnerungen an dieses “Produkt”?

PT: Ich liebte es für Paul Heyman zu arbeiten. Er war ein großartiger Mann mit einer großartigen Company.

WF: 1994 wurdest du dann von der WCW verpflichtet – dort warst du bis 1999. Wessen Idee war es, dich in die WCW zu bringen?

PT: Ich denke es war Terry Taylors Idee mich in die WCW zu bringen um Goldberg, Billy Kidman und Endre Lloyd zu trainieren. Aber es war vor allem Eric Bischoffs Entscheidung mich in der WCW einzusetzen.

WF: Nicht nur du, sondern auch Paul Diamond wurde von der WCW verpflichtet. Er erschien mit einem “Kato-Ripoff” Namens “Haito”. Was war die Reaktion der WWF als es offensichtlich war, dass “Orient Express” nun bei WCW anheuert? Haben sie deshalb versucht einen Konflikt mit der WCW zu beginnen?

PT: Ja, Paul kam mit der Maske zu WCW, aber ich denke nicht das die WWF ein Problem damit hatte und es gab auch keinen Konflikt.

WF: Du bist in den darauffolgenden Jahren unter dem Namen “Tanaka” und mit einer Maske als “El Gato” im WCW-TV aufgetreten. Du hattest ebenfalls ein PPV-Match mit diesem Gimmick gegen “Konnan” um den Cruiserweight Titel. Wer hatte die Idee für dieses Gimmick und warum wurde es so schnell wieder fallen gelassen?

PT: Das war höchstwahrscheinlich die schlechteste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Eric Bischoff kam mit der Idee auf mich zu, und weil er mein Boss war musste ich es annehmen. Ich hasste es.

WF: Die Jungs von “Wrestlecrap.com” schrieben das Gerücht in ihr “The Death of WCW”-Buch, dass selbst zur Hochzeit der WCW mit einem Roster von über 200 Workern jeder zu den Tapings einfliegen musste, egal ob er ein Match hat oder nicht, bis zu den Budget Kürzungen 1999. Ist das wahr und falls nicht, was ist wirklich passiert?

PT: Jungs, ich wünschte ich könnte euch sagen was die Wahrheit war und was nicht. Ich hatte nicht viel mit dem politischem Ende des Wrestlings zu tun.

WF: Während deiner Zeit in der WCW warst du der erste Worker, der das spätere Goldberg Entrance-Theme nutzte. Habt ihr beide euch jemals getroffen? Was denkst du über ihn?

PT: Ich hatte nie ein Problem damit das er die Musik benutzte. Ich hatte auch kein Interesse an den Rechten meiner Musik. Ich kenne Goldberg, ich habe ihn trainiert und er war ein toller Kerl.

WF: Es gibt das Gerücht, dass du dir während einem Match gegen “The Legion of Doom” dein Bein an 3 verschiedenen Stellen gebrochen hast. Aber weil du deinen Spot nicht verlieren wolltest, hast du ein Tape um dein Bein gewickelt und das Match fortgesetzt. Das alles endete in einem offenen Bruch, wegen dem Paul Diamond sich erbrechen musste als er ihn sah… wie sind deine Erinnerungen an dieses Match, den Moment als die Verletzung passierte und die Wochen danach? Wie lange musstest du danach eine Pause einlegen und vor allem – Ist diese Geschichte wirklich wahr?

PT: Ich habe mir wirklich das Bein gebrochen. Es war ein komplizierter Bruch, der Knochen brach durch das Fleisch und ich versuchte das Match weiter zu bestreiten. Es endete damit, dass die Naht riss. Ich musste eine 2-monatige Pause machen. Aber es gibt viele Geschichten über diese Zeit und glaub mir, ich bin nicht so verrückt wie es aussieht.

WF: Unsere Fans lieben lustige Tourgeschichten. Gibt es eine die du mit deinen Fans teilen willst?

PT: Ich habe viele Tourgeschichten parat. Eine fällt mir gerade spontan ein. Es war die Zeit, als ich sehr gut mit Angelo Mosca befreundet war. Ich erinnere mich daran das Barry Windham das Auto fuhr – zu dieser Zeit war ich gerade mal 14. Ich war der Referee. Angelo Moca fragte mich, ob ich bei ihm etwas wieder gut machen wolle und das tat ich dann auch. Er sagte mir, wenn er den Kofferraum öffnet soll ich die Hosen herunter lassen. Also fuhren wir ein wenig und er fragte mich plötzlich “Bist du bereit, Patrick?” Ich antwortete “Ja” und er zählte bis drei. Er öffnete den Kofferraum und ich zog meine Unterhose herunter und spreizte meinen Hintern. Dann merkte ich, dass irgendetwas nicht stimmte als ich mich herumdrehte. Ich sah mich um und erkannte das vordere Fenster von “Dennys Restaurant”, das voller Leute war. Alle lachten so heftig, dass das Auto weiterrollte und ich aus dem Kofferraum fiel. Ich jagte dem Auto mit heruntergelassenen Hosen hinterher und rutschte überall aus. Sie lachen heute noch darüber.

WF: Was tust du momentan? Ich habe gelesen, dass du eine Judo/MMA Schule eröffnet hast?

PT: Ich mache momentan eine Menge privates Wrestling Training. Ich erhole mich und ich wrestle ab und zu noch. Aber am meisten genieße ich mein Leben jetzt und nehme alles ganz leicht.

WF: Hast du noch ein paar Worte an deine Fans?

PT: Ich würde mich gerne bei allen Fans bedanken, die mich während meiner gesamten Karriere unterstützt haben. Ich hoffe ich habe euch viele Momente bereitet, an die ihr euch für den Rest eures Leben erinnert. Gott schütze Euch und es war eine Ehre euch alle zu unterhalten.

WF: Vielen Dank für die Zeit die du dir genommen hast. Wir wünschen dir alles Gute!

PT: Es war mir eine Ehre, Dankeschön.

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