Shawn Hernandez im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 10.03.2021)

WF: Vielen Dank Shawn, wir hoffen Dir geht es aktuell gut?

SH: Großartig, danke für die Anfrage.

WF: Wenn wir an Hernandez denken, denken wir an einen großen und beweglichen Wrestler sowie „LAX“. Erinnerst Du Dich wie dieses Stable entstand, die Paarung und die Idee dahinter?

SH: Für Latinos war es eine große Sache, nicht nur für uns, sondern auch alle lateinamerikanischen Fans. Die Dynamik damals war perfekt. Die Latino-Legende Konnan am Micro. Homicide das verrückte Leichtgewicht, dass alles kann. Und ich, das Muskelpaket, dass gern auch mal Schläge ausgeteilt oder eingesteckt hat.

WF: Bevor Du aus dem Ring auf Deine Gegner springst, pfeifst Du kurz eine Melodie, woran ist das angelegt und welche Bedeutung hat es?!

SH: Hahaha! Dieses Pfeifen hat eine spezielle Bedeutung in Mexiko. Wörtlich heißt es ‚Chinga su Madre‘ aber das lasse ich die Fans lieber selbst Googlen.

WF: Kürzlich bist Du wieder zu Impact Wrestling zurückgekehrt und bekanntlich hat die Corona Pandemie die Welt fest im Griff. Wie erlebst Du das als Aktiver, ich stelle es mir schrecklich vor ohne Publikum performen zu müssen… Welche Einschränkungen gibt es für dich und die Kollegen noch?

SH: Impact ist ein sehr gesundheitsorientiertes Unternehmen. Bei Ankunft in Nashville wird sofort ein Corona-Test gemacht. Man sich darf nirgendwo hin ohne ein negatives Ergebnis und man trägt ein Armband damit man allen mit denen man arbeitet zeigen kann, dass man negativ ist.

WF: Du wurdest in einem Gym entdeckt und konntest später Deinen Traum verwirklichen – Wrestler zu werden. Deine Familie war damals absolut dagegen, wie sehen sie es heute und hast Du trotzdem dem Wunsch der Eltern nachgegeben und noch eine Ausbildung absolviert?

SH: Meine Eltern waren gegen Wrestling vor der Ausbildung. Ich ging 4 Jahre aufs College über ein American Football Stipendium. Danach spielte ich Arena Football bis ich mit dem Wrestling begann.

WF: Dein Debüt hast Du Anfang der 2000er für TNA gegeben, warst Du da (Deiner Meinung nach) schon bereit für eine so große Aufgabe und internationalem TV?

SH: Jeder denkt er sei bereit bis er wirklich auf der großen Bühne steht. Es war überwältigend aber die Veteranen haben ungemein geholfen.

WF: Du warst in Japan, Mexiko und natürlich in den USA. Wie ist es plötzlich vor TV-Kameras zu performen, was ändert sich da für Dich als Performer im Vergleich zu einem normalen Match OHNE Kameras! Was musst Du beachten, wenn Du plötzlich vor der Kamera arbeitest?

SH: Zeit, Zeit, Zeit! Im TV-Wrestling zählt man buchstäblich die Sekunden im Match. Man ist zu weit drüber? Entweder wird das geschnitten oder bei live Fernsehen geht diese Zeit vom nächsten Match ab.

WF: Du bist auch mehrmals in Deutschland gewesen, wie erinnerst Du Dich an Deine Aufenthalte hier, gibt es im besten Fall auch eine lustige Story/ Roadstory oder Erinnerung die Du mit uns teilen kannst?

SH: Die deutschen Fans sind verrückt! Ich liebe sie. Das europäische Rundensystem im Wrestling ist recht ungewohnt. Die Rufe und Gesänge der Fans sind großartig witzig. Und die deutschen Fans lieben ihren Alkohol. Ich erinnere mich an einmal als eine ältere Dame mir, zwischen zwei Runden, ein kleines Fläschchen Likör  gab. Das Publikum grölte bis ich das Ding ausgetrunken hatte und die nächste Runde begann.

WF: Welchen Einfluss hatte Konnan auf Deine Karriere, gibt es so etwas wie Vorbilder für Dich?

SH: Konnan ist eine hoch respektierte Latino-Legende aber mein TV-Mentor war mein Partner Homicide Dee Erazo.

WF: Wie siehst Du Die Veränderung von TNA Wrestling bis zum heutigen IMPACT Wrestling Produkt. Wie war es beispielsweise damals Hulk Hogan, Sting und auch Booker T. in der Firma zu haben?

SH: Impact ist ein tolles Produkt. Es braucht einfach mehr Zuschauer. Was bedeutet, dass man entweder das Produkt dort ausstrahlt wo die Leute einschalten oder man geht auf ein Netzwerk wo das Produkt mehr publik gemacht werden kann.

WF: Als das Stable „LAX“ aufgelöst wurde, wie habt ihr Jungs das empfunden, hattet Ihr da Mitspracherecht und wie siehst Du die Auflösung dieses Stables?

SH: LAX hatte in meinen Augen noch einiges mehr zu bieten bevor sie das Stable auflösten. Im Endeffekt war es das Management, welches beschloss, dass LAX am Ende ist.

WF: Wo wir gerade von Impact sprechen. Eine Hälfte der Tag Team Champions ‚Doc Gallows‘ hat vor kurzem seine eigene Show mit ‚Lariato Pro Wrestling‘ veranstaltet welche eine große Überraschung für die Fans parat hatte.

CaZXL, den Fans besser bekannt als Big Cass, feierte sein großes Wrestling Comeback und zusammen mit dir rettete er „nZo“ (auch bekannt als Enzo Amore). Da es nirgendwo angekündigt oder auch nur angedeutet wurde, wie war es, er und der Moment für dich? Wusstest du vorher, dass er da sein wird?

SH: Ja natürlich, Gallows sagte mir, wer die Überraschung sein wird. Wir sind seit fast 10 Jahren befreundet. Big Cass ist ein bescheidener Superstar der in unglaublicher Verfassung zurückkehrte. Er ist noch jung und kann weiterhin nach den Sternen greifen.

WF: AJ Styles galt lange Zeit das Gesicht von TNA und arbeitet inzwischen für die Company aus Stamford: Gab es Kontakt zu WWE und „Hernandez“? Mir ist bekannt, dass Du wohl 2000 und 2001 aufgetreten bist, wie sah es danach aus?

SH: Ich habe in Texas an einem Tryout teilgenommen. Ich war froh über die Gelegenheit aber nicht interessiert Vollzeit für sie zu arbeiten. Ich genieße das reisen durch die verschiedenen Länder, gegen die besten der Welt anzutreten und das nicht nur für ein Unternehmen.

WF: Lass mich Dich bitte auch kurz zu „Lucha Underground“ befragen. Auch wir in Deutschland konnten teilweise das „völlig andere“ Produkt sehen und viele (so wie ich) konnten sich nicht wirklich mit der Idee dahinter anfreunden. Wie hast Du dieses Format gesehen, abgesehen davon, dass es Arbeit für Dich gab?

SH: Lucha Underground war „Lucha Libre“ gemixt mit MTV und ‚B‘ Actionfilmen alles in Einem. Es war die innovativste Show der letzten 10 Jahre. Es ist schade, dass es nicht länger als 4 Jahre ging.

WF: Denkst Du das so ein Produkt zukunftsweisend sein kann?

SH: Lucha Underground WAR ein Trendsetter. Guckt wie viele von dort zu größeren Stars in AEW, WWE und Impact wurden.

WF: Gibt es für Dich persönlich noch ein Wunschprogramm, einen Wunschgegner mit dem Du zu gerne mal Fehden würdest?

SH: Ich hatte die Ehre gegen die besten der Welt anzutreten. Ich würde gern meine Fehden in Deutschland, Indien und Japan wieder aufleben lassen.

WF: Ich habe gehört, dass Du Dich auch in „Yoga“ versucht hast, bist Du da noch dabei und konntest Du persönliche Erfolge erzielen?

SH: Yoga ist hart! Ich habe Respekt vor jedem der Yoga praktiziert! Ich bin immer noch auf dem Zwischenlevel! Hahaha aber ich hoffe eines Tages den Abschluss zu schaffen!

WF: Wie lautet Dein Plan nach Deiner Wrestling Karriere? Du bist nun auch über 40 Jahre alt, hast Familie zuhause und ich bin mir sicher, der ein oder andere Knochen meldet sich (trotz Yoga) regelmäßig…

SH: Ich plane aufstrebende Talente zu trainieren und für TV- und Filmrollen vorzusprechen. Nach 20 Jahren im Wrestling und zwei Operationen (Nacken und Knöchel) brauche ich Yoga und Kuren so viel ich kriegen kann!

WF: Wir wünschen Dir, dass Du gesund bleibst und danken Dir für Deine Zeit!

SH: Herzlichen Dank für dieses Interview.

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