WF on Tour: wXw More than Wrestling: Dead End (06.02.2016, Hamburg)

Neben Matches um die wXw Unified World Wrestling Championship und die wXw World Tag Team Championship erwartete uns als weiteres Highlight ein Kampf zwischen zwei der technisch besten Wrestler der Welt, Zack Sabre jr. und Timothy Thatcher. WrestlingFever war für Euch dabei…

Big Daddy Walters vs David Starr
Ein unangekündigtes Match eröffnete den Event. Bereits in der Vorwoche gab es die gleiche Paarung in Fulda. Nun die Chance für den CZW-Vertreter die Scharte der Niederlage in Hessen auszuwetzen. Dazu sollte es nicht kommen. In einem hart geführten Match mit allerlei Powermoves und Chops von Walter sollte die Technik von Starr nicht ausreichen. Nachdem David eine Powerbomb in der Ausführung noch verhindern konnte, sollte eine weitere zum Sieg führen. Nach mehreren Offensivaktionen wollte Starr aus dem Seil kommend nachsetzen, wurde aber mit Schwung direkt in die Powerbomb genommen. Das Publikum war begeistert bereits im Opener einen der Topstars siegreich gesehen zu haben.

16 Carat Qualifier:
Da Mack vs „The Villain“ Marty Scurll

Hier stand ein Spot im Teilnehmerfeld des 16 Carat Gold Tournament 2016 auf dem Spiel. Nach monatelanger Schikane und Kopfspielchen von Marty Scurll an Hot & Spicy sollte nun Da Mack die Möglichkeit bekommen sowohl zum ersten Mal in einem Singlesmatch Rache am Schurken zu nehmen, als auch zum ersten Mal ins Hauptfeld von 16 Carat einzuziehen. In einem schnellen spektakulären Match konnte Marty die Offensive seines Gegners stoppen, indem er ihm seinen Regenschirm zu warf und ihn aufforderte damit zuzuschlagen. Dies lehnte Da Mack ab. Am Ende konterte Scurll eine Highflying-Aktion seines Gegners vom obersten Seil aus, als er seinen heranfliegenden Gegner posthum in den Chickenwing Crossface nahm. Mack gab auf und Marty zog zum zweiten Mal in Folge ins 16 Carat Turnier ein.

Zack Sabre jr. Vs Timothy Thatcher
Nun folgte das technische Highlight des Abends, welches nicht nur bei wXw sondern bei einigen anderen Promotions auf der Welt der Headliner vonVeranstaltungen sein könnte, wenn nicht sogar sein müsste. Bereits bei einer der früheren Ambition Events der wXw begegneten sich die beiden. Hier wurde es wieder ein Mix aus World of Sports, Submissiones und ringerischen Highlights geboten.Aus dem Double Armbar gab es schlußendlich kein Entkommen für Thatcher, er musste aufgeben. Solch einen technischen Leckerbissen hatte die Markthalle in all den Jahren noch nicht gesehen.

wXw World Tag Team Titles
Cerberus (Dragunov/Nero,c) vs Sumerian Death Squad)

Ilja Dragunov und Julian Nero kamen allein zum Ring. Ihr Mastermind Adam Polak hatte sich via Shotgun, nach einer Powerbomb von Big Daddy Walter im Käfig bei Back to the Roots, laut einer schriftlichen Erklärung von Matchmaker Felix Kohlenberg zu einer 6-wöchige Kur auf wXw-Kosten aufgemacht. Robert Dreissker, welcher gemeinsam mit Dragunov beim wXw Tourfinale die Tag Team Title ursprünglich für den Cerberus gewann, befindet sich aktuell aufgrund einer Schulterverletzung in einer mind. 6-monatigen Auszeit. Trotz allem sollten die Heels ihre Gürtel heute nicht verlieren. Eine spektauläre und schnelle Matchart, gemixt aus Powermoves und Strikes aller Beteiligten, führte am Ende zu keiner klaren Entscheidung. Als die SDS nach mehreren Team-Aktionen den entscheidenenden Pinfall zeigen wollten zog Nero den Referee aus dem Ring. Tassilo Jung lag ausgeknockt auf dem Hallenboden, was der Cerberus nun ausnutzte. Nero flüsterte Dragunov im Ring etwas zu, der legte sich „bewusstlos“ auf den Ringboden. Zugleich warf Nero Tommy End einen der Tag Team Belts zu. Nun erwachte der Referee, sah End mit dem Gürtel in der Hand und einen „ausgeknockten“ Dragunov im Ring liegen. Die sofortige Disqualifikation folgte und der Plan der Champions ging auf. Auch die Proteste der Zuschauer konnten hier nichts mehr ändern.

Bad Bones vs Donovan Dijak
Nachdem Bad Bones seinen Spitznamen „Best in Europe“ bei Shotgun im Interview bei Tommy Giesen abgelegt hatte, hatte er in der letzten Shotgun-Ausgabe immerhin Donovan Dijak zu einem Rematch des Kampfes bei Back to the Roots im Januar in Oberhausen überreden können. Dijak wiederum hatte sich nicht nur dort über Bones lustig gemacht, sondern trat auch hier vor dem Match mit einer anderen und arroganten Einstellung auf. Im Kampf sollte zunächst keiner der Finisher der beiden Kontrahenten zum Ziel führen: Der Missile Dropkick und die Wrecking Ball Knees von Bones nicht, der GTS von Dijak genau so wenig. Eine unglaubliche Matchdramatik und Spannung ,wie man sie selten in letzter Zeit, sah stachelte die Fans zur Höchstform auf. Sie wurden mit dem Sieg ihres Lieblings belohnt: Einen weiteren GTS von Dijak konterte Bones zu einem Crossface aus. Donovan gab auf und ein erleichterter Bones feierte den Sieg. Seine wochenlange Niederlagenserie fand nun ein Ende. Eines der besten Bones Match der letzten Monate, welches sogar noch die sehr gute erste Paarung der beiden aus dem Januar toppte.

DTU Campeonato Alto Impacto
The Rotation(c) vs Kim Ray

Nach dem überraschenden Ttelverlust bei Back to the Roots sollte Kim Ray hier die Möglichkeit bekommen seine Remach Clause einzulösen. The Rotation, welcher im Tag Team Match im Januar der Überraschungspartner von Sasa Keel war, sollte nun seine erste Titelverteidigung vor der Brust haben. Sein Lucha Libre Stil sollte heute nicht ausreichen. Zwar konnte gottseidank die Ablenkung des Referees durch Ray´s Begleiter André Ivanov nicht alleine die Entscheidung bringen, doch am Ende sollte der Champion keine Antwort auf die Inception Ray´s besitzen. Kim krönte sich ziehmlich eindeutig zum zweifachen DTU Champion.
Nach dem Match verpasste Ivanov Rotation noch einen ordentlichen Beatdown.

16 Carat Qualifier
Axel Dieter jr. vs. Damian O`Connor

Axel Dieter jr. stand im wahrsten Sinne des Wortes seiner größten und schwersten Herausforderungen überhaupt in der Markthalle gegenüber. Er forderte beim letzten Event in der Markthalle den bisher in der wXw ungeschlagenen Big Damo heraus, als er Bad Bones vor einer schlimmeren Verletzung als „nur“ eine Rippenprellung durch O´Connor bewahrte. In den Wochen vor dem Match machte wXw Matchmaker Felix Kohlenberg die ohnehin schon brisante Paarung vor der heimischen Kulisse Juniors nur noch bedeutsamer, als er auch dieses Match zu einer Carat Qualifier machte.
Junior konnte überraschend viele seiner Trademark Mannöver ins Ziel bringen und wirkte jederzeit wie ein ebenbürtiger Gegner für das Biest aus Belfast. Er kickte sogar aus dem Finisher, der O´Connor Bomb, aus. Der Sieger wurde gefunden als Dieter mit einem Suicide Dive auf dem draußen postierten Damo landete. Teilweise landete er leider auch mit dem Kopf voran auf dem Hallenboden und auf der Ringtreppe an der Rampe zur Bühne. Trotzdem konnte er, im Gegensatz zum Nordiren, vor dem Auszählen des Ringrichters mit letzter Kraft noch in den Ring zurückgelangen.
Hochdramatisch und hauchdünn konnte Axel ins 16 Carat 2016 einziehen!
O`Connor zeigte sich wütend nach dem Match, zwischen den beiden scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein. Heute jedenfalls hatte Axel das Unmögliche möglich gemacht.

wXw Unified World Wrestling Championship
Karsten Beck(c) vs Absolute Andy

Der Champion bekam rechtzeitig die ärztliche Freigabe, somit konnte das im Januar in Oberhausen ausgefallene World Title Match nun nachgeholt werden. Vor dem Kampf schickte Beck noch auf der Rampe seinen Begleiter Jurn Simmons wieder backstage.
Ein sehr langsamer Beginn sollte zu einem imposanten Chantduell der Fans führen, welche hier auf verschiedenen Seiten zu ihrem jeweiligen Liebling standen.
Der Großteil des Matches bestand aus der Offensive des Herausforderers. Vielleicht war Beck doch noch nicht wieder bei 100% seines Leistungsvermögens angelangt.
Auch in diesem Match wurde es sehr dramatisch. Jurn Simmons wiedersetzte sich der Anweisung seines Chefs in der Entourage und gesellte sich in die erste Reihe im Stehblock zu den Fans. Nach einer unglücklichen Aktionen erwischte es Headreferee Jung mit einem unabsichtlichen Superkick.
Simmons zeigte im Ring ein Running Knee gg. Andy, der Referee wurde langsam wieder wach und kurze Momente später konnte der König der Catcher nach einem Piledriver den Sieg abstauben. Simmons musste den sehr angeschlagenen alten und neuen Champion hinter die Kulissen geleiten.

Fazit und Ausblick
Die Zuschauer konnte einen der besten und insgesamt flüssigsten Events erleben, den es jemals in der Markthalle gab. Ein Highlight jagte das nächste.
Starr, Thatcher und Dijak sorgtem auf ihre jeweilige Art für eine Steigerung und Bereicherung im Spitzenfeld des wXw Kaders.
Lediglich das Match um den DTU Title fiel im Ring etwas ab. Zudem mag es diese Ansetzung in den letzten Monaten und Jahren schon zu häufig in den wXw Ringen gegeben haben.
Die Fehde zwischen Dieter jr. und Big Damo wird mich Sicherheit beim nächsten Event in Hamburg ihr Fortsetzung finden müssen.
Die SDS wird spätestens im Rahmen des 16 Carat mit Recht einen weiteren Shot auf die Tag Team Titles fordern und bekommen.

Karsten Beck mag seinen World Title verteidigt haben, hat aber mit der Art und Weise der Titelverteidigung Absolute Andy nicht wirklich abschütteln können. In Anbetracht der Tatsache das nun auch Bad Bones mit seinem Sieg gegen den weltweit anerkannten Dijak aufhorchen lässt sowie des Schotten Grado mit seinem offenen Titelshot vom letztjährigen Shortcut to the Top stehen kurz vor dem 16 Carat im März die Herausforderer weiter Schlange. Viel Arbeit für das Matchmaking!

Bericht: Andre
Fotos: Sarah Hollywood Snapshots

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