WrestlingFever Interview: Ahmed Johnson (23.06.2013)

Der ehem. WWE Superstar Ahmed Johnson war kein unwichtiger Part der Attitude Ära. Als erster schwarzer Intercontinental Champion kämpfte er vorerst gegen die „Nation of Domination“, die von Ron Simmons angeführt wurde. Fast alle Mitglieder dieses Stables (wie auch Ahmed später) wurden große Stars… Rock, Mark Henry, D`Lo Brown oder auch Karma alias Godfather! Wir freuen uns Ahmed für dieses Interview am 23.06.2013 gewonnen zu haben.

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WF: Zuerst vielen Dank für Deine Zeit, die Deutschen Fans haben Dich nicht vergessen und wir schätzen sehr, dass Du dem Interview zugestimmt hast!

AJ: Lass mich zuerst Gott danken! Danke Markus für die Anfrage. Danke an all meine deutschen Fans die mich weiterhin unterstützen!

WF: Weißt Du noch, wie der Name Ahmed Johnson entstand bzw. warum man Dich so nannte?

AJ: Die Idee kam von Vince McMahon. Sie wollten einen amerikanischen, muslimischen Wrestler. Deshalb machten sie das auch mit Farooq (Ron Simons, Anmerkung der Redaktion). Sie versuchten eine andere Bevölkerungsgruppe erreichen. Man versuchte sich im Mittleren Osten ein Publikum aufzubauen, in dem man ihm einen „Muslimischen Helden“ brachte.

WF: Wie viel von Ahmed Johnson steckte damals in Dir?

AJ: Ich würde sagen an die 80%

WF: In den 90ern gab es viele Leute bei WWE. Kannte Dich McMahon persönlichund wie ging er mit dem Mann hinter Ahmed um?

AJ: Nein, er kannte mich nicht persönlich. Er interessierte sich nie für den Mann hinter “Ahmed”. Er kümmerte sich nur um die Rolle.

WF: Du stammst ursprünglich vom Land, nun standst du plötzlich im Scheinwerferlicht der ganzen Welt. Wie schwer war es mit dem plötzlichen Ruhm umzugehen?

AJ: Eigentlich trainierte ich Löwen und Tiger als ich zur Highschool ging und reiste durch ganz Amerika, wurde in der Armee mit den vornehmsten Ehren ausgezeichnet. Ich spielte auch Football bei den Dallas Cowboys. Ich war den Ruhm gewohnt.

WF: Konntest Du Dich noch frei bewegen oder wurdest Du immer und überall angesprochen?

AJ: Ja, ich werde überall erkannt, aber ich mag es Fans zu treffen. Das war für mich nie ein Problem.

WF: Du kamst wie viele andere auch aus dem Football Bereich zur WWF damals. Weißt Du noch, wie der Kontakt zur WWE entstand?

AJ: Ja, zu dieser Zeit spielte ich kein Football mehr. Ich wrestlete gegen Michael Hayes bei einer Independent Show. Er war beeindruckt und brachte mich zu Vince

WF: Es gibt wirklich viele Geschichten über Dich, eine ist, dass Du angeblich die Shoulder Pads von den Road Warriors gestohlen hättest. Klingt eigentlich unglaublich, oder?

AJ: Das ist der dümmste Mist, den ich je gehört habe. Ich verdiente Millionen von Dollar und soll Schulter Pads gestohlen haben? Wie dumm klingt denn das?

WF: Den Fans ist vor allem die Storyline um Dich und der „Nation of Domination“ in Erinnerung geblieben. Welche persönlichen WWE Highlights hast Du für Dich in Erinnerung behalten?

AJ: Ich war der erste Afroamerikaner der den Intercontinental Title gewann, der erste Kuwait Champion, der erste Champion in Afrika, der erste Amerikaner der den Middle East Title gewann. Außerdem erinnere ich mich daran in Kuwait gewesen zu sein und über 100.000 Menschen gesehen und gehört zu haben, die alle meinen Namen so laut schrien, dass ich tagelange nichts mehr hören konnte.

WF: Gab es etwas was Dich besonders gestört hat?

AJ: Der Rassismus

WF: In Deutschland hält sich das Gerücht, dass Du einige Kollegen verletzt hättest, besonders den Sultan, so dass man Dich entlassen musste. Möchtest Du etwas dazu sagen?

AJ: Ich war in einem Jahr 12 mal in der Notaufnahme. Ja, ich habe Leute verletzt die mich verletzt hatten. Ich widersprach auch Vince. Ich weigere mich, mich vor irgendwem zu beugen und Vince mag Leute nicht, die sich nicht seinem Willen beugen möchten.

WF: Nach Deiner WWE Zeit konnte man Dich an der Seite von Stevie Ray bei Harlem Heat 2000 sehen. Wie kam der Kontakt zu WCW zustande?

AJ: Stevie Ray und ich waren schon15 Jahre Freunde, bevor auch nur einer von uns in den Ring gestiegen ist. Stevie Ray & ich standen uns näher als er und sein wirklicher Bruder. Ich habe sie nicht kontaktiert, sie kamen auf mich zu.

WF: Hat Dir die WCW Zeit gefallen, wer hatte die Idee zu Big T.?

AJ: Nein, mir hat es nicht wirklich gefallen. Ich habe es gemocht bei Stevie zu sein, nicht aber bei der Firma (WCW) selbst.

WF: Was machst Du heute so Tony?

AJ: Heute hänge ich mit meiner Familie ab. Ich habe immer noch Spaß mit den Fans und verkünde die Wahrheit durch so coole Leute wie Dich. Ich habe auch angefangen mit Jugendlichen auf der ganzen Welt über Dinge wie Mobing und Banden zu sprechen und helfe ihnen zu verstehen, dass sie ihre Zukunft bestimmen können. Ich mache ihnen klar, dass das ihr Lebensweg nicht mit Gold gepflastert sein wird, sondern mit den Dingen, die sie aus sich machen.

WF: Danke für Deine ehrlichen Antworten! Hast Du noch einige Worte an Deine Fans?

AJ: An meine Fans in Deutschland: Danke Euch, danke Euch für die Liebe die ihr mir entgegen gebracht habt, als ich in Deutschland war. Mir hat es wirklich gefallen und ich könnte mir auch vorstellen nach Deutschland zu ziehen. Ich erzähle das auch meinen Kindern, wie gut mich die Deutschen behandelt haben!

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