WrestlingFever Interview: Angel of Sin (12.02.2008)

angelofsinWF: Zunächst einmal ist es für WrestlingFever ein großes Vergnügen dieses Interview führen zu dürfen und wir danken dir für diese Möglichkeit. Wie geht es dir im Moment?

AOS: Mir geht es gut. Ich genieße es, hier in Deutschland zu sein. Ich versuche so viel wie möglich von der deutschen Landschaft, den Städten und den Frauen zu sehen. Auch trainiere ich Montag bis Freitag im Studio um während meines Aufenthalts hier in Form zu bleiben.

WF: Byron, du bist der „Angel of Sin“. Wie wurdest du dazu und wofür steht dieser Charakter?

AOS: Also… ich habe vor einigen Jahren unter dem Namen „Sin“ in Dallas Kämpfe bestritten. Einer der Wrestling-Veteranen dort, Mike Foxx, interessierte sich für mich und „nahm mich unter seine Fittiche“. Er gründete einen Stable mit Namen „Faithful“ (treu). Später erzählte Foxx den Fans, er wäre der „Dunkle Messias“ der Gruppe gewesen. Um das Ganze noch etwas zu verstärken taufte er mich „seinen Engel der Sünde“ (Angel of Sin). Die Aufgabe dieses „Engels der Sünde“ war, alles was den Zielen des „Dunklen Messias“ im Wege stand, zu zerstören.

WF: Du bist aus Louisiana und hast im Dog Pound, der Wrestlingschule von Rodney Mac und Jazz dein Training begonnen. Kannst du unseren Lesern von deine ersten Schritten ins Wrestling Business und deinen Trainern erzählen?

AOS: Ich verfolgte Wrestling, seit ich ein kleiner Junge war, im Haus meiner Großmutter. Es war das, was ich immer tun wollte, allerdings wusste ich nicht wirklich, wie ich in diesem Sport Fuß fassen könnte. Deshalb beendete ich zuerst meine Schule, und erwarb den Titel eines „Bachelors“ für Luftfahrt-Management an der Technischen Hochschule „Louisiana Tech“ in Ruston. Während meines letzten Schuljahres sah mein Bruder eine Werbung im Fernsehen für eine Wrestlingschule.

Diese wurde von Dr. Death Steve Williams geführt und es ergab sich, dass ich dort 7 Monate lang trainierte, bis diese Schule wegen des Kehlkopfkrebses von Steve Williams geschlossen wurde. Ich begann dann Veranstaltungen in Texas zu besuchen, wo ich auch andere Wrestler aus Texas kennen lernte. Ich traf dort Rodney und Jazz kurz nachdem sie vom WWE freigestellt wurden in zwei Indy-Shows.

Letztlich zog ich nach Lafayette um mit Rodney und Jazz zu trainieren. Ich war deren erster Schüler im „DogPound“ (Name der Schule). Ich trainierte dort ca. zwei Jahre 2-3-mal die Woche. Wir begannen dann mit Wrestling-Tourneen in allen Südstaaten der USA. Trainieren und Reisen mit den Beiden half mir enorm, Erfahrungen und Praxis zu sammeln. Sie waren/und sind meine wahren Freunde und ich verdanke ihnen meinen Erfolg im Wrestling.

WF: Erinnerst du dich noch an dein erstes Match und daran, wie es war, zum ersten Mal vor Publikum zu kämpfen?

AOS: Natürlich! Mein erstes Match war gegen einen Typen, der sich „Mace“ nannte. Ich war nicht besonders gut… war wie gelähmt! Glücklicher Weise „trug“ mich Mace durch den Kampf.

WF: Du bist jetzt seit etwa vier Jahren Pro Wrestler. Kannst du einige Highlights deiner Karriere mit uns teilen?

AOS: Kürzlich hatte ich eine Fehde mit „Big Bad John Heidenreich“. Auch hatte ich einen Kampf mit einem anderen „Dogpound“-Abgänger mit Namen „Haniel T.“ Wir bestritten einige der besten Kämpfe in Louisiana in 2007. Ich hatte auch die Ehre, gegen Rodney Mack Ende letzten Jahres zu kämpfen. Ich freue mich bereits darauf, die Fehde in Arkansas fortzusetzen, sobald ich wieder in den Staaten bin.

WF: Zurzeit tourst du durch Deutschland. Was geht dir durch den Kopf, wenn du über das Wrestling in Deutschland und in Europa allgemein nachdenkst?

AOS: Ich war bisher nur in einer deutschen Show. Ich erkenne, dass die Fans den Einsatz der Wrestler sehr wohl anerkennen. Ich denke, deutsches und amerikanisches Wrestling sind sehr ähnlich, wenn auch in Deutschland der Schwerpunkt mehr auf den technischen Aspekt im Wrestling gelegt wird. Ich erachte das als sehr erfrischend. Ich liebe diesen „Catch as catch can“-Stil. Gerade wurde ich fertig damit, das Buch von Chris Jericho zu lesen. Er bestritt Kämpfe in Hamburg als er hier war. Ich finde das sehr interessant, heute dort zu sein, wo er vor zehn Jahren war. Ich sah auch ein typisch Europäisches Match, welches mich regelrecht fesselte. Dort wurde in Runden gerungen – ich fand das ziemlich cool.

WF: Dein Gimmick ist ja eigentlich ein Heel Gimmick, aber die deutschen Fans in Uelzen spendeten dir den lautesten Beifall des Abends. Hast du dieser Fanreaktion gerechnet?

AOS: Nein, hatte ich nicht erwartet. Ich erwartete wesentlich weniger Beifall. Ich war angenehm überrascht, dass sie mich so sehr mochten. Normalerweise bin ich der Heel und werde ausgebuht, aber die deutschen Fans sind so wrestlingbegeistert, dass sie sich darum nicht kümmern, ob ich Face oder Heel bin – sie lieben die Art wie ich kämpfe und wollen sehen, wie ich jemanden den Hintern versohle.

WF: Du bist der amtierende Full Effect Wrestling Heavyweight Champion. Kannst du uns mehr über die FEW und deine Titelverteidigungen, besonders in Europa erzählen?

AOS: FEW ist einer der führenden Wrestling-Verbände in Texas. Der Verband veranstaltet Shows im Osten von Texas. Wir haben einige der Top-Talente in Texas und Louisiana in unserem Roster. Unser Produktionsteam ist prima. Wir führen unsere Matches mit der größtmöglichen Härte in den Staaten. Ich werde den Titel am 23. Februar bei „Catch Wrestling Norddeutschland“ verteidigen, dann in Marburg am 1. März bei „German Stampede Wrestling“ und die Tour in Coventry, England (Nähe Birmingham) bei „Triple X Wrestling“ beenden.

WF: Du hattest bereits mehrere Try Outs für die WWE und wurdest eingeladen zur OVW zu gehen, um dort zu trainieren. Was bedeutet dir diese Einladung?

AOS: Das war sicher eine Errungenschaft. Ich hatte versucht dorthin zu ziehen und einen Vertrag mit dem WWE zu erhalten. Bevor ich nach Deutschland kam, gab es Gerüchte, die WWE würde die Verbindung mit OVW aufkündigen. Nun sieht es so aus, als wäre daran etwas Wahres und der WWE bringt alle seine Talente zur FCW in Florida. Ich werde mich also entscheiden müssen, wie es weitergeht, sobald ich zurück bin in den USA.

WF: Was denkst du über die Gesundheitspolitik bei WWE?

AOS: Finde ich gut. Hoffentlich rettet sie ein paar Leben. Ich denke se wird dabei helfen, dem Wrestling wieder mehr Gewicht beizumessen und dazu führen, dass wieder mehr Leute eingestellt werden, die das Wrestling erlernt haben und ihr Handwerk beherrschen, als Solche, die sich nur darauf konzentrieren größere Muskeln aufzubauen. Aus Sicht der Wrestler betrachtet, sollte man sich schon in einer guten Form halten, wenn man in den Ring steigen möchte, nur sollte dies auf natürlichem Weg geschehen.

WF: Wer ist denn im Moment dein Lieblingswrestler?

AOS: Soweit es die WWE betrifft, Randy Orton und Edge. Sie sind jung und frech. Ich mag ihre „Ich bin besser als du“ Einstellung. Sie scheinen wirklich ihren Weg zu gehen und bringen ihre Charaktere over. Ihre Kämpfe sind immer spannend. Ich halte wirklich große Stücke auf die Beiden.
Im Indy Bereich ist Super Dragon mein Favorit! Er ist genial. Er ist in der Lage den Fans seine Emotionen und seine ablehnende Haltung zu vermitteln, obwohl er nur selten spricht und eine volle Gesichtsmaske trägt. Ich denke, er ist der Meister der Körpersprache! Sein Stil ist sehr intensiv.
Als Wrestlingfan liebte ich The Rock und Tripple H während der Attitude Era! Sie waren jung und arbeiteten wirklich hart. Es machte Spaß sie zu sehen und sie am Mikro zu zuhören. Ich denke, beide hatten erstaunliche Karrieren

Als kleiner Junge waren Kevin von Erich und Terry Taylor meine Lieblinge. Sie waren beide schnell und athletisch und würden ihren Gegnern die Zähne eintreten.

WF: Möchtest du den deutschen Wrestlingfans noch etwas sagen?

AOS: Nur, dass ich glücklich bin hier zu sein. Ich hoffe sie genießen meinen Hybrid-Wrestlingstil. Es ist mir eine Ehre vor euch zu kämpfen!

WF: Vielen Dank für dieses Interview und alles Gute für deine Zukunft!

AOS: Danke, man sieht sich auf der nächsten Show!

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