Cannonball Grizzly im WrestlingFever Interview (05.11.2007)

Cannonball Grizzly gab bis heute keiner Webseite ein Interview, für WrestlingFever.de machte er eine Ausnahme. Er wrestlete in der ECW, wo er im Stable der „Baldies“ berühmt wurde. Aber auch die WCW, CWA, New Japan, AWA, PNW/NWA fungierten als Arbeitgeber. Paul (so sein richtiger Name), erzählt sehr ehrlich, warum er ein WWE Angebot ablehnte, wie er über TNA und Hardcorewrestling denkt, warum Deutschland seine neue Heimat wurde und wieso ihn die WCW nicht mehr einsetzte. Auch erzählt er über JBL (John Layfield), mit dem er einige Monate auf Tour war und sogar die Tag Team Titel hielt, Dusty Rhodes und viel mehr!

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WF: Du wurdest in Omaha, USA geboren, und wohnst nun in Hannover, Deutschland. Wie hat sich dass ergeben?

CB: Für die, die es noch nicht wissen; Ich bin mit einer Deutschen verheiratet. Ihr Name ist Anja und wir leben glücklich in Hannover.

WF: Für viele Deutsche ist es ein Traum, in Amerika leben und arbeiten zu dürfen. Warum denkst Du, zieht es dennoch viele Profiwrestler nach Europa, bzw. Deutschland? Hat man hier mehr Möglichkeiten?

CB: Ich hatte mit der CWA (Deutschland und Österreich) mehr als 200 Auftritte und die Möglichkeit, die übrige Zeit im Jahr in Großbritannien, Afrika, im Mittleren Osten und Asien mit Wrestling ziemlich beschäftigt zu sein. Ich hatte mindestens 300 Kämpfe im Jahr, Natürlich hat sich das Wrestling in Euroopa sich seither verändert. Es gibt heute eher kleinere Promotions über den Kontinent verteilt. Da sind die Möglichkeiten eher begrenzt, aber Europa hat es mir angetan und ich habe so viel Zeit meiner Karriere hier verbracht, dass ich mich zuhause fühle.

WF: Die unumgängliche Frage ist natürlich, wie Du zu diesem Sport gekommen bist..

CB: Ich spielte American Football in der Universitätsliga (NCAA) und war unter den Top-Spielern in Amerika. Nach 2 Jahren fand ich jedoch heraus, dass mich das studieren irgendwie nicht glücklich machte und ich stattdessen viel lieber Bier trank und meinen Spaß haben wollte. Ich verließ Lincoln in Nebraska und reiste etwas umher, bis ich schließlich einige Freunde in Madison, Wisconsin besuchte und dort eine Arbeitsstelle als Türsteher bei ”Buck’s Madison Square Garden” für 5 Nächte die Woche annahm. Eines Nachts war das Lokal sehr voll und auch einige Regierungsbeamte kamen von einer offiziellen Veranstaltung, um einige Drinks zu sich zu nehmen. Das Ganze endete damit, dass ich 3 Personen rauswerfen musste, die eine Schlägerei anzettelten. Ich musste mich über die Kühlerhaube eines Autos schwingen um die folgende Schlägerei auf dem Parkplatz zu unterbinden und musste einen anderen auf der Strasse daran hindern davonzurennen.

Nachdem ich die Lage unter Kontrolle gebracht hatte, ging ich in die Bar zurück. Die Gäste gratulierten mir, da sie alles durch die großen Fenster verfolgt hatten. Der Finanzminister aus Minnesota (Bob Mattson) und einige andere spendierten mir einige Getränke und wir kamen ins Gespräch. Bob fragte mich, ob ich je mit dem Gedanken gespielt hätte, ein Profi-Wrestler zu werden. ”Nein, nicht wirklich” antwortete ich, worauf er meinte, ”falls ich es tun wollte, hätte er einige gute Kontakte und wäre glücklich darüber, wenn er helfen könnte”. 2 Monate später rief ich ihn an und packte meine Koffer, um nach St. Paul in Minnesota zu reisen.

WF: Trainiert wurdest Du von Brad Rheingans, einem ehem. AWA Tag Team Champion. Bei der CWA und NWA allerdings konntest Du Dir Deine ersten Titel sichern. So bist du dreimaliger Iron Man Champion, sowie auch dreimaliger Tag Team Champion der Catch Wrestling Association. Zuvor sollte man aber auch die Titel der legendären NWA erwähnen, dort konntest Du Dir zweimal die Pacific Northwest Tag Team Titel sichern. Erinnerst Du Dich noch an den ersten Titelgewinn?

CB: In Portland, Oregon hatte ich die Möglichkeit mit und gegen einige große Talente zu kämpfen. The Assassin (Dave Cearra), Buddy Rose, Colonel DeBeers, Matt Bourne, The Southern Rockers und so weiter. Der erste Titel war der Tag-Titel, den Mike Golden und ich (The Avalanche) gegen die Rockers gewannen. Ich lernte eine Menge über Tag Team Wrestling von Mike und auch später von Buddy Rose. Buddy und ich waren die Beach Boyz. Bermuda-Shorts und blondes Haar – das brachte mich auf die Idee, ein Tag Team zu gründen. Der Vermittler erachtete es als großartige Idee. Die Sportarena war ausverkauft, als wir drei Wochen später die Gürtel von den Southern Rockers gewannen, ebenso sechs Wochen später im Rückkampf.

WF: Viele wissen nicht, dass Du für die CWA am 5. November 1995 von August Smisl und Ulf Hermann an der Seite von John Bradshaw die CWA-Tag-Team-Gürtel holen konntest.

CB: Das waren wirklich gute Zeiten im Wrestling. John Bradshaw war an meiner Seite, nicht anders herum. Zuerst verstand ich mich mit John ja nicht so besonders, aber eines Abends in meinem Wohnwagen bei einige Gläsern Bier beseitigten wir unsere Unstimmigkeiten. Es war ein wirklich guter Kampf. Smisl ist ein großartiger Athlet und auch Ulf gab sein Bestes. John und ich arbeiteten hervorragend als Team, hatten beide einen aggressiven Stil und es schien, als würde jeder von uns immer wissen, was der andere gerade dachte. Es waren große Talente in der CWA zu dieser Zeit: Finlay, St Clair, Rambo, Ice Train, Rod Price, Mastino, Zorno, Taylor, Big Otto und Wright aber auch noch eine Menge anderer. So weit ich mich erinnere, war das Durchschnittsgewicht in unserem Team ca. 127 kg – das sieht man heute nicht mehr.

WF: 1991 warst Du dann bei der WCW. Angeblich gab Dir Dusty „American Dream“ Rhodes dass Gimmick des P.N. News. Ein Rapper, der vor seinen Matches immer zu rappen versuchte. Entspricht dies der Tatsache, dass Dusty Rhodes dieses Gimmick für Dich entwickelte und hast Du es gemocht? Wenn man ein wenig in deiner Vergangenheit forscht, hast Du danach eigentlich immer eher rockige Entrance Themes wie beispielsweise von Iron Maiden oder Ugly Kid Joe benutzt..

CB: Lass’ uns die Fakten ins richtige Licht stellen. Es war meine Idee, Dusty steuerte nur den Namen bei. Ich kann rappen. Jeder, der sich mit Musik auskennt, weiß, wenn die Lautsprecher zu weit vom Sänger stehen, dauert es zu lange, bis der Ton Deiner Stimme zu Dir zurückkommt, Wenn ich also rappe und ich meine eigene Stimme zeit versetzt höre, würde mich das aus Rhythmus und Reim bringen. Es dauerte etwas, bis ich lernte, mit dem Problem umgehen zu können. Unglücklicherweise scheinen die einzigen Raps, die von mir im Internet kursieren, jene zu sein, die ich produzierte, bevor ich das Problem gelöst hatte. Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich der erste war, der diese Idee hatte. Wie oft hat die WWE oder eine andere Firma seitdem versucht, einen rappenden Wrestler zu produzieren? Ich unterschied mich schon immer von Anderen, was meinen Musikgeschmack anbelangt und es gibt nur wenig Musik, die mein Magen nicht verträgt. Bevor ich in den Ring steige, höre ich Rock, um mich aufzubauen.

WF: Wie wichtig sind Entrance Themes für einen Wrestler wie Dich? Man wird damit indentifiziert, dennoch kann ich mir vorstellen, dass man sein eigenes Theme aber irgendwann nicht mehr hören kann, oder?

CB: Ich würde es so formulieren: Eine Erkennungsmelodie ist wichtig für mich. Die Musik ist wie die erste Tasse Kaffee am Morgen, sie weckt Dich auf und macht Dich startbereit. Ich benutze allerdings derzeit verschiedene Stücke, von denen ”Heavy” von ”Collective Soul” mein Favorit ist. Wenn ich für unterschiedliche Promoter arbeite, benutze ich jeweils ein Stück, mit dem man mich bei diesem Promoter in Verbindung bringt. Die Musik, die ich für mich aussuche, wird mir nie langweilig.

WF: Wie würdest Du Dusty Rhodes beschreiben? Er war nicht nur verantwortlich für diverse Gimmicks, sondern auch für gewisse Storylines und Matchbookings. Oft kritisiert, dennoch von den meisten im Business respektiert und gemocht. Wie denkst Du über Dusty?

CB: Dusty war gut darin, sich selbst gut darzustellen. In manchen Gegenden war er weniger erfolgreich, aber mit Worten war er immer gut. Dusty hatte einen Südstaaten-Stil, welcher in Georgia, Florida und den Carolinen üblich war. Dusty hatte große Talente um sich; Ich persönlich denke, die Talente, mit denen er sich umgab, waren der Auslöser, nicht er selbst. Er hat mich enttäuscht und ich vertraue ihm nicht mehr. Ich denke, dabei soll man es belassen….

WF: In der WCW hattest Du dann eine nicht unerhebliche Fehde gegen Steve „Stunning“ Austin, der später weltberühmt wurde. Hier ging es um den Television Title, den du ihm aber nicht abnehmen konntest, weil von Außen eingegriffen wurde. Dennoch durftest Du ihn aber beim Great American Bash 1991 in einem Tag Team Match besiegen. Erinnerst Du Dich gerne an diese Fehde und hast Du spezielle Erinnerungen aus dieser Zeit?

CB: Ich bin in der glücklichen Lage, sagen zu dürfen, dass ich gegen eine Vielzahl großartiger Talente in der WCW, ECW, CWA, New Japan, AWA, PNW/NWA und in ca. 40 Ländern der Welt antreten durfte. Ich habe sehr gute Erinnerungen an all die Zeit, die ich hatte.

WF: Nun kommen wir zu einer Geschichte, die nur Du selbst genau schildern kannst. Wie Du weißt, stehen im Internet immer viele Geschichten. Da gibt es auch eine Story zu Dir und WCW. So wurdest Du bei WCW nicht mehr eingesetzt, als Du David Sheldon (Angel of Death, auch bekannt als „Black Scorpion) in einem Match mit einem missglücktem Move (Tope Rope Splash) so verletzt haben sollst, dass er sich ein Bein brach. Möchtest Du uns darüber erzählen, bzw. uns aufklären?

CB: Das ist der Grund, warum man so etwas “Geschichten” nennt. Es gibt einen alten Spruch; “Glaube nichts von dem, was Du hörst oder liest und nur die Hälfte von dem, was Du siehst!” Vader brach jemandem das Genick bei einer “Power Bomb” und war dennoch weiterhin im TV zu sehen. Dave hatte ein bereits beschädigtes Knie und ich fühle mit ihm, aber es ist nicht Ballet, was wir machen, es ist Wrestling. Unfälle passieren, schließlich ist es ja ein hohes Risiko, welches wir eingehen. Ich habe jedenfalls nichts mit Absicht getan und kann auch niemandem davon abhalten, sich zu bewegen, wenn ich mich auf dem Seil befinde und dabei bin, auf ihn runter zu springen. Ich selbst hatte unzählige Verletzungen, die mir durch andere Wrestler zugefügt wurden und keiner von den verlor deshalb seinen Job. Deine Vermutung genau so gut, wie meine, warum man es daraufhin vermied, mich am TV zu zeigen. PN News: Ob sie mich mochten oder nicht, in einigen Gegenden war ich ziemlich over. Es gab andere Regionen, wo ein 400 Pfund Rapper mit neonfarbener Kleidung einfach nicht ankommt, egal ob der Rap gut ist oder nicht. Genau wie es Regionen gibt, in denen ein Cowboy Gimmick nicht überzeugen kann, auch wenn er ein fliegendes Pferd hätte.

WF: Hast Du dennoch in der WCW wichtige Erfahrungen sammeln können, bzw. Freunde gefunden?

CB: Ja ich habe einige Freundschaften geschlossen. Ich habe auch die meisten von ihnen irgendwo außerhalb der WCW wieder getroffen. Mit einigen steht man weiterhin in Kontakt, mit anderen eher im lockerem Kontakt und einige sind bereits gestorben. Die WCW-Zeit war nicht die wichtigste in meiner Karriere. Die Promoter auf der ganzen Welt, die mir reelle Chancen gaben, mich selbst zu bestätigen und auch Geld zu verdienen, diesen Promotern muss ich danken.

WF: Nachdem Du die WCW verlassen hast, sah man Dich erneut als P.N News, diesmal in einer extremeren Form bei E-C-W, dem Original! Hier warst Du dann ab 1999. Die „Baldies“ waren ein wichtiges Stable der ECW. Erinnerst Du Dich gerne an diese Zeit und was machte die ECW für die Fans und Wrestler so besonders?

CB: ECW hatte etwas Probleme zu dieser Zeit. Ich versuchte wie jeder andere auch, Geld zu verdienen. Ich war dort nur etwa 6 bis 8 Monate. Die gesamte Zeit über hatte ich ein ernsthaftes Hüftproblem und war von starken Schmerzen geplagt. Die Jungs dort arbeiteten hart und Härte hat auch für mich ihren Stellenwert, aber ECW war einfach übertriebene Härte. Die eingefleischten Fans waren keine üblichen Fans. Lass es mich so ausdrücken; Wrestler lernen jedes Mal dazu, wenn sie in den Ring steigen. Wenn sie aufhören dazuzulernen oder glauben, sie wüssten bereits alles, sollten sie ihre Stiefel an den Nagel hängen. Die ECW Fans glaubten, sie wüssten alles, aber wie kann das sein, wenn sie nicht das Wissen aus der Erfahrung besitzen? Das beschreibt den typischen ECW-Fan aus dieser Zeit.

WF: Die „Baldies“ waren ein Stable, bestehend aus Glatzköpfen, wo unter anderem auch Vito und Vic Grimes fungierten. Dieses Stable gab es bis zum Ende der ECW – 2001! Wie erklärst Du Dir den Erfolg, bzw. dass lange Bestehen dieses Stables?

CB: Erfolg hat nicht nur damit zu tun, einen Push von der Promotion zu erhalten. Es gibt Typen, die sind jede Woche im TV zu sehen, können jedoch nicht von sich behaupten, es aus eigenem Verdienst geschafft zu haben. Auch ist es nicht gleichbedeutend mit Erfolg, wenn man im TV zu sehen ist. Vito und seine Jungs hatten Talent, aber ECW hat einfach zu dieser zeit nicht gezogen und das ist Fakt.

WF: Legendär ist auch die Catchphrase „Thou Shalt Not Mess (or Fuck) With Da Baldies!“, von den Dudley Boyz. Weisst Du, wie diese Catchphrase entstanden ist und hattest Du in der ECW Lieblingsgegner. Wir wissen ja, dass ihr legendäre Fehden gegen New Jack und diversen Partnern hattet..

CB: Catchphrases werden von Wrestlern erfunden, einige von Promotern. So weit ich weiss, hat Paul Heyman diese Catchphrase selbst erfunden. Ich bewundere Paul Heyman, er hat einige gute Ideen und ist scharfsinnig. Am meisten genoss ich die Einzelkämpfe. Ich kämpfte gegen Van Dam, Mike Awesome und Sabu jeweils einige male. Ich habe verloren, wie auch gewonnen.

WF: Wie stehst Du zu Hardcore Wrestling, so wie es bei ECW gezeigt wurde oder bei anderen Ligen heute noch gezeigt wird?

CB: Wie ich bereits sagte, ECW war zu hart. Es gibt Umstände, wenn Hardcore (oder auch früher ”Street Fights” genannt) angebracht sind. Zum Beispiel dann, wenn Wrestler Auseinandersetzungen haben, die nicht in regulären Kämpfen ausgetragen werden können, wenn es beispielsweise persönlich wird. Hardcore hat keine Bedeutung heute. Street Fights waren spezielle Kämpfe, die ausgetragen wurden, wenn alles andere das Problem nicht mehr hatte lösen können. Heute ist ein Street Fight nur ein weiterer Kampf auf der Card. Meiner Meinung wurde der Begriff abgewertet.

WF: Wie denkst Du denn über die „neue“ ECW?

CB: Die neue ECW ist nur eine Erweiterung der WWE. Es ist eine TV-Show wie ”Raw” oder ”Smackdown”, so weit ich das beurteilen kann. Ich muss zugeben, ich sehe es mir selten an. Ich denke, die neue ECW hat ihre guten Seiten, weil dadurch mehr Wrestler ein regelmäßiges Einkommen erhalten.

WF: Nach der WCW und ECW sah man Dich verstärkt in Europa. Eine weitere unumgängliche Frage ist natürlich, ob die WWE denn nicht für Dich in Frage kam oder hat es sich bisher nicht ergeben? Würdest Du denn nochmals für eine Mainstreamliga wie WWE oder TNA arbeiten wollen?

CB: Als ich das PN News Projekt startete, erhielt ich meinen Vertrag an einem Freitag, unterzeichnete ihn jedoch nicht. Ich hatte über viele Dinge nachzudenken, so nahm ich ihn mit. Ich hatte gerade den Great American Bash Werbespot gemacht und wollte darüber nachdenken. Am Sonntag hatte ich im Omni in Atlanta zu sein und traf dort Dusty, dem ich mitteilte, dass ich über die Vertragsbedingungen nicht allzu glücklich sei. Er nahm mich mit in sein Büro und sagte mir, ich könnte ihm vertrauen und dass ich wie sein Erstgeborener für ihn wäre (der erste Wrestler, den er unter einem neuen Charakter in den Ring bringt) und ich würde auf jeden Fall eine Anstellung bei ihm haben, egal was passieren wird. So unterschrieb ich also… ich kam etwa 2 Stunden später nach Hause, da war bereits eine Nachricht von Chief Jay Strongbow auf meinem Anrufbeantworter. Ich solle doch gleich am Montag Morgen Pat Paterson anrufen und dass Vince die Idee großartig fände. Ich rief also Pat an, aber es war zu spät, ich hatte ja den anderen Vertrag bereits unterschrieben. Pat sagte, bleib in Kontakt mit mir und wenn der Vertrag ausläuft arbeiten wir etwas aus. Ich blieb jedoch nicht in Kontakt mit ihm…

Zwei Jahre später war ich beim ersten ”King of the Ring”, konnte einige der Jungs sprechen. Sergeant Slaughter trat auf mich zu und fragte mich, wo ich denn gewesen sei, da sie mich gesucht hätten für einen Film, den sie drehten. Das war das Debüt von ”Men on a Mission”. Ich sprach mit Pat später darüber und er meinte sie wurden etwas für mich ausarbeiten. Ich konnte jedoch nicht in den USA herumsitzen und warten. Ich hatte einige Kämpfe fuer gutes Geld in England zu bestreiten und meine heutige Ex-Frau war mit meiner Tochter schwanger. So packte ich meine Koffer und flog zurück nach Europa.

TNA interessiert mich nicht wirklich. Die muessten erst ein Angebot machen und ich habe nie ernsthaft versucht den Kontakt mit WWE wieder aufzunehmen. Als sie vor Jahren Wrestlern noch einen Traum verkauften war das alles viel mehr wert. Heute verkaufen sie sich so billig, weil junge Talente es auch für wenig Gage machen. Am Ende wird das gesamte Geschäft ”billig” sein. Für mich müsste es eine garantierte Summe sein, so dass ich in der Lage bin, die Zukunft meiner Familie zu finanzieren.

WF: Neben Österreich, Deutschland und Dänemark wrestlest Du nun ausschließlich für Europa. Welche Vergleiche wagst Du zwischen den amerikanischen und europäischen Fans?

CB: Ich glaube, der wahre Fan will einfach nur unterhalten werden und da sind im Prinzip alle Fans auf der Welt gleich. Dann gibt es auch die Kritiker, was auch in Ordnung ist, jedoch; um alles zu wissen, sollte man zuvor alles selbst getan haben, Diese Fans sind auch überall auf der Welt gleich.

WF: Das Eurowrestling erfreut sich immer mehr Beliebtheit. Wie würdest Du einen Mainstreamfan davon überzeugen, einen Euroevent zu besuchen?

CB: Der Punkt ist, hier gibt es einige der besten Talente, die nie im TV zu sehen waren. Am richtigen Ort zur richtigen Zeit, das ist, was es ausmacht. Wenn jemand ein wirklicher Fan ist, weiß er das. Ich muss keinen davon überzeugen, Live-Wrestling ist in jedem Fall besser, als Wrestling am TV zu sehen. Es nennt sich Atmosphäre – es gibt kein TV-Gerät, welches das rüberbringen kann, egal ob hochauflösend oder nicht.

WF: Wie wichtig sind Dir die Fans, bzw. dass Aufeinandertreffen zwischen Dir und Ihnen?

CB: Ohne die Fans wäre es extrem schwierig, Geld zu verdienen. Ich versuche immer jedem Menschen den selben Respekt entgegenzubringen, den sie mir entgegenbringen – egal ob Fan oder Freund.

WF: Hast Du auch Vorbilder im Business (wer ist es und warum)?

CB: Ich mochte Wrestling bereits, als ich noch ein Kind war – aber es war damals nicht so wichtig für mich. Ich würde nicht sagen dass ich irgendwelche Vorbilder hatte. Als ich dann selbst zum Wrestling kam beeindruckten mich vornehmlich die Personen, von denen ich am meisten lernen konnte und viele davon nenne ich heute meine Freunde. Ich denke, ich könnte sie aufzählen, aber das wäre dann nur eine Auflistung. Sie selbst wissen, wer sie sind und das reicht mir – außerdem will ich niemandes Gefühle verletzen, indem ich ihn nicht nennen würde.

WF: Welchen Unterschied gibt es zwischen Cannonball und Paul?

CB: Der eine ist, wer ich zusammen mit meiner Familie bin, der andere ist der, wer ich bin, wenn ich zur Arbeit gehe.

WF: Hast Du noch einige Worte für Deine Fans?

CB: Cannonball Grizzly, PN News und The Avalanche möchten allen Fans für die Unterstützung in den vergangenen Jahren danken. Es war eine holprige Fahrt, aber die Reise wert.

”Up to it, down to it, damn the man who couldn’t do it, he should be tied to it, made do it till he couldn’t do it, let me do it and I’ll try!”

Herz ist alles was zählt. Einige haben es, einige nicht!

Mit den besten Wünschen

Danke

Griz

WF: WrestlingFever.de hat Dir für dieses exklusive Interview zu danken!

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