WrestlingFever Interview: Daniel Weichel (31.12.2012)

danielweichelDaniel Weichel war 2011 „German Fighter of the Year“ und hat schon für bekannte Organisationen wie BAMMA, M-1 Global, Shooto, King of the Cage und die Cage Warriors gekämpft. Natürlich stand er auch schon mehrfach mit versch. UFC Kämpfern im Käfig, wie beispielsweise Dennis Siver, den er besiegen konnte. Mann sollte dieses Talent also unbedingt im Auge behalten! Wir freuen uns, dass Daniel Zeit für ein Exklusivinterview mit WrestlingFever.de hatte.

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WF: Hallo Daniel, schön das es geklappt hat. Ich hoffe es geht dir soweit gut!

Daniel: Vielen Dank, ich habe gerade das Training nach einer Nasen OP, bei der meine Scheidewand gerichtet wurde, wieder aufgenommen und freue mich auf das kommende Jahr.

WF: Hatten Kampfsportlegenden wie beispielsweise Bruce Lee Einfluss auf Dich?

Daniel: Ich habe unter anderem auch Bruce Lee Filme gesehen, aber ich glaube am meisten haben mich die Filme mit Jean Claude Van Damme inspiriert.

Ich habe immer versucht verschiedene Techniken aus seinen Filmen zuhause nach zu ahmen und das Verlangen eine Kampfsportart zu erlernen wurde immer größer.

WF: Wie entstand der Kontakt zum Kampfsport und welche Kampfsportarten hast du ausprobiert?

Daniel: Mein erster Kontakt zum Kampfsport entstand durch diese Filme- dadurch wurde ein enormes Interesse an allen im Zusammenhang mit Kampfsport stehenden Dinge geweckt. Als dann eines Tages ein Plakat für einen Ju Jutsu Anfängerkurs in meiner Schule aufgehängt wurde und ich meinen Eltern schon länger mit dem Thema Kampfsport in den Ohren lag- durfte ich mich dort anmelden.

WF: Erzähl uns etwas von Mario Stapel…

Daniel: Mario Stapel war mein erster MMA Trainer – später haben sich unsere Wege aus unterschiedlichen Gründen getrennt.

WF: Wie hast Du MMA für Dich entdeckt?

Daniel: Ich habe mir damals VHS Kassetten von verschiedenen Valetudo Veranstaltungen ausgeliehen und ich weiß noch genau wie mich die Kämpfe von Renzo Gracie beeindruckt haben.

WF: 2002 war dein erster professioneller Kampf, da warst du noch nicht einmal volljährig. Beschreibe uns doch mal deine Gefühlswelt vor und nach diesem Kampf!

Daniel: Ich erinnere mich, dass ich vor dem Kampf ziemlich aufgeregt war, aber die Freude meinen ersten Profikampf zu bestreiten hat auf jeden Fall überwogen. Damals ist ein Traum für mich wahr geworden.

WF: Dein Spitzname ist „The Weasel“! Wie ist die Story zu diesem Namen?

Daniel: Bei uns im MMA Spirit hat fast jeder einen Spitznamen- und irgendwie sind wir auf Umwegen über Weichel, zu Witschel bis hin zum Wiesel gekommen – und das ist dann hängen geblieben.

WF: Im DSF hat man dich vor Jahren in der Reality Show „MAX“ gesehen aber zum Finale kam es im TV nie…

Daniel: Die Organisation hatte den finalen Event aus finanziellen Gründen abgesagt – aber der eigentliche Finalkampf wurde dann ja bei „Shooto Switzerland“ nachgeholt und ich konnte Ivan Mussardo einstimmig nach Punkten besiegen. Es war definitiv eine interessante Erfahrung daran teilgenommen zu haben und ich habe dort viele gute Leute kennengelernt. Unter anderem auch Denis Oliwka, mit dem ich gut befreundet bin und auch zusammen trainiere.

WF: Du warst auch schon im Trainingscamp Gracie Humaitá. Welche Erfahrungen hast du da gesammelt?

Daniel: Das Trainingscamp in Brasilien war eine gute Erfahrung für mich. Ich habe in einer sehr guten Atmosphäre mit spitzen Leuten trainieren können. Der Schwerpunkt meines Trainings dort lag definitiv auf dem Bereich Grappling und hat mich enorm voran gebracht.

WF: Ähnliches gilt für das Team Quest. Mit wem konntest Du trainieren und wer hat dich am meisten beeindruckt?

Daniel: Bei Team Quest hatte ich die Gelegenheit mit Weltklasse Kämpfern wie Dan Henderson, Tarec Saffiedine, und noch vielen anderen zu trainieren. Dan Henderson hat mich mit seinem starken Ringen und seiner enormen Kraft von allen Kämpfern am meisten beeindruckt.

Dennoch haben mir meine verschiedenen Trainingscamps (im Ausland) gezeigt, dass wir in Frankfurt im MMA Spirit alle Voraussetzungen haben um optimal zu trainieren um an die Weltspitze zu kommen.

WF: Bei M-1 Global Battle of Legends hast du den Leichtgewicht Titel gewonnen. Wie groß ist die Bestätigung eines Titels?

Daniel: Mein Team und ich haben sehr lange und hart auf diesen Kampf hingearbeitet. Unser Gameplan ist zu 100 % aufgegangen. Es war ein wunderschönes Gefühl und ich werde alles dafür tun dieses Gefühl wieder zu kreieren.

WF: Bei der gleichen Veranstaltung trat auch Fedor an. Hattest du die Chance ihn kennen zu lernen?

Daniel: Ich habe Fedor schon auf früheren Events von M-1 kennengelernt und wir haben auch schon zwei Mal (bei der FIBO 2012 und bei der M-1 Veranstaltung in Moskau) gemeinsam Autogrammkarten unterschrieben und für Fotos posiert. Er ist ein beeindruckender Charakter, der immer respektvoll – fast demütig wirkt – die Fans lieben ihn einfach.

WF: Osteuropa scheint in Sachen MMA zu boomen. Warum hat der Sport deiner Meinung dort mehr Akzeptanz als hier zu Lande?

Daniel: Kampfsport spielt dort eine zentrale Rolle im Bewusstsein der Menschen. Sie kennen schon von klein auf Combat Sambo, Ringen und andere Kampfsportarten. MMA ist dort im Fernsehen sehr präsent – was der ausschlaggebende Unterschied zu Deutschland ist.

WF: Wie sieht deine physische und psychische Vorbereitung auf einen Kampf aus?

Daniel: Im MMA Spirit haben wir einen speziellen Trainingsplan für alle Profis. Ich trainiere dort 6 Tage pro Woche und 2 Mal am Tag. Die Einheiten sind in MMA-Wrestling, MMA-Striking, Grappling und Kraft – Konditionstraining aufgeteilt. Sonntags haben alle frei.

Natürlich stellen mich meine Trainer auch mental auf den Kampf ein, indem wir den Gameplan immer wieder durchgehen und verschiedene Situationen im Kopf ablaufen lassen.

Sobald ein Gegner für mich feststeht, lebe ich in Gedanken mit ihm zusammen – bei allem, was ich tue ist er mit dabei – bis ich ihm dann im Ring/Käfig gegenüberstehe.

WF: Welche Hobbies hast du neben deiner Kampfsportleidenschaft und was geben dir diese?

Daniel: Der Sport spielt natürlich die zentrale Rolle in meinem Leben. Wenn ich etwas Zeit habe, versuche ich diese mit meiner Familie oder meinen Freunden zu verbringen, das hilft mir den Kopf frei zu bekommen und gibt mir neue Energie.

WF: Im Jahr 2006 hast du Dennis Siver besiegt! Hast Du seitdem die Karriere des heutigen UFC Fighters verfolgt?

Daniel: Ich habe die Karriere von Dennis sehr genau verfolgt, er hat sich sehr stark entwickelt und mischt die UFC gut auf. Außerdem haben wir schon viele Male zusammen trainiert. Ich freue mich sehr für ihn und hoffe, dass er den Federgewichtstitel der UFC nach Deutschland bringen kann.

WF: Du bist in Europa bekannt und in einem Alter, indem man auf den Höhepunkt der Leistungsfähigkeit ist. Strebst du noch den Schritt in die USA zur UFC oder Bellator an?

Daniel: Für mich ist es in erster Linie entscheidend mich sportlich weiter zu entwickeln. Mein Ziel ist es gegen die besten in meiner Gewichtsklasse anzutreten – ob mein Weg in die UFC oder zu Bellator führt wird die Zukunft zeigen. Fest steht, dass dort hervorragende Kämpfer unter Vertrag stehen.

WF: Wo können wir dich das nächste Mal wieder kämpfen sehen?

Daniel: Ich werde am 27. Februar bei der M1 Challenge in Orenburg/Russland gegen den ehemaligen M1 Leichtgewichtschampion Artiom Damkovsky kämpfen.

WF: Hast du noch irgendwas, was du deinen Fans sagen möchtest?

Daniel: Ich möchte die Gelegenheit nutzen um mich bei meinen großartigen Fans, Sponsoren und meinem Team zu bedanken. Durch ihre Unterstützung kann ich mich perfekt vorbereiten und meinen Traum leben. Mit meiner kämpferischen Leistung versuche ich etwas von meinem Glück zurück zu geben.

Vielen Dank an das MMA Spirit, Olimp Germany, Fightnature, Joya und Boxhaus.

WF: Vielen Dank im Namen von WrestlingFever.de

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