WrestlingFever Interview: Dean Jazzman (11.11.2012)

deanjazzmanAls einer der damals ersten Schüler bei der Prowrestlingschool in Nürnberg von Alex Wright debütierte er 2009 als „River Lynx“ bei „New European Championship Wrestling“. Nach einer Pause und verschiedenen Operationen kehrte er als „Dean Jazzman“ im Mai 2012 bei GWP zurück und erfreut sich äußester Beliebtheit. WrestlingFever.de freut sich, Euch dieses Talent vorstellen zu dürfen!

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WF: WrestlingFever.de freut sich Euch ein weiteres, deutsches Talent vorstellen zu dürfen. Dean Jazzman feierte 2012 sein Debüt obwohl er zuvor schon aktiv im Ring stand…

Dean: Hallo Markus, zum einem Danke ich dir für das Interview und zum anderen möchte ich gerne alle Fans da draußen grüßen. Wie du schon geschrieben hast war ich schon früher aktiv, bereits 2007 fing ich mit dem Wrestling Training an, mein erstes Training hatte ich bei der ACW und dann war ich der erste Schüler in der Wright Stuff Pro Wrestling School. Nach 3 Jahren hartem Training war ich dann Bestandteil der NEW ‘‘New European Championship Wrestling‘‘ als ‘‘River Lynx‘‘ und bestritt mein erstes Match bei dem Event ‘‘Hoch Explosiv‘‘ im Oktober 2009.

Ab Februar 2010 wurde ich dann leider mehrmals an verschiedenen Stellen operiert und es schien so, als müsste ich das Wrestling ganz an den Nagel hängen, da mein linker Ellenbogen stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Im Winter 2011 verkündetet mir mein Arzt, wenn ich mich noch einer OP unterziehe, würde ich ohne Probleme wieder in den Ring steigen können, ohne groß zu überlegen lies ich auch diese OP über mich ergehen und trainierte nach dem Heilprozess wieder für meinen nächsten Auftritt.

Aus rechtlichen Gründen durfte ich den Namen ‘‘River Lynx‘‘ nicht weiter verwenden, da sich zwischenzeitlich im gegenseitigen Einvernehmen die Wege zwischen mir und der NEW getrennt haben. Somit hab ich nach langem überlegen meinen Namen in ‘‘DEAN JAZZMAN‘‘ geändert und durfte unter diesem Namen im Mai 2012 bei der GWP ‘‘German Wrestling Promotion‘‘ mein Debüt oder auch ‘‘Comeback‘‘ feiern.

WF: Wie ist der Name „Dean Jazzman“ entstanden, gibt es eine Geschichte dazu?

Dean: Oh ja, die Geschichte gibt es. Viele Namen wurden in den Raum geworfen, zu dieser Zeit habe ich viel mit einem anderen Wrestler zusammen gearbeitet um einen passenden Namen für mich zu finden. Bis ich mich entschlossen habe, meinen Namen an meinen Charakter und meinem wrestlerischen Werdegang anzupassen.
Somit fiel der Name ‘‘Dean‘‘ und es ist auch ganz einfach zu erklären warum: im englischen wird oder wurde der Name ‘‘Dean‘‘ für den Erstgeborenen Sohn verwendet , da ich der erste Schüler von Alex Wright war und es mich sehr mit Stolz erfüllt, gab es als Vornamen keine bessere Wahl.
Der Name ‘‘Jazzman‘‘ war eher Zufall, ich hatte zu der Zeit als ich operiert wurde natürlich ein Tief, da die Operationen über ein Jahr gingen und keine Besserung in Sicht war. Zu dieser Zeit war immer eine gute Freundin an meiner Seite, die mir immer gesagt hat ich dürfe nie aufgeben: Diese Freundin wusste von was sie spricht, denn sie selbst musste einen Gebärmutterhalskrebs bekämpfen und hat ihn besiegt.

Als ich eines Abends mit dem zuvor genannten Wrestler mich über meinen weiteren Namen unterhielt, schoss mir der Spitzname dieser Freundin durch den Kopf ‘‘Jazzman‘‘ … und als wir beide den Namen ausgesprochen haben war es klar ‘‘Dean Jazzman‘‘ wir lachten vor lauter Freude, weil der Name passt zu mir, als hätte ich nie einen anderen Namen gehabt!
‘‘Jazzman‘‘ soll meinen Charakter ausdrücken, ich liebe die Musik und sie war immer ein Begleiter in meinem Leben wie bei vielen andren Menschen auch, wo es geht und wann es geht höre ich Musik und ich gehe auch gerne in Discos und tanze gerne zu Musik, manchmal sitze ich mit meinen Kindern daheim und wir hören Musik und tanzen nur, ich singe sogar. wenn ich gute Musik höre, aber da solle man sich wirklich besser die Ohren zuhalten.
So viel zur Geburt des ‘‘DEAN JAZZMAN‘‘.

WF: Weißt Du noch wie der Name „River Lynx“ entstand?

Dean: Der Name ‘‘RIVER LYNX‘‘ kam von Alex Wright, wir haben über Nächte lang gerätselt welcher Name in Frage kommen würde, aber im Endeffekt war es alleine der Einfall von Alex, den Namen hat er mir im Training vorgeschlagen und er und ich waren davon sehr angetan und haben ihn dann so übernommen.

WF: Wie ist Dein Kontakt zu Alex inzwischen? Kann man sich ein NEW Comeback vorstellen?

Dean: Klar haben wir noch Kontakt und derzeit auch wieder etwas mehr als früher, da ich erst seit diesem Jahr wieder mit dem Wrestling angefangen habe. Ich hole ich mir gerne einen Rat von meinem ehemaligen Mentor. Zurzeit wird über ein Comeback bei der NEW nicht geredet, Alex hat super Talente die er fördern muss. Klar wenn die Zeit kommt und ich ein Angebot bekomme, werde ich die Chance nutzen!
Dean is ready to fight!

WF: Neben der GWP hat man Dich auch bei ACW sehen können. Sind andere Ligen im Gespräch, soweit ich weiß hättest Du zweimal schon bei der PWF auftreten sollen?

Dean: Neben der GWP, ACW und auch WFW wird es in Zukunft sicherlich noch andere Ligen geben, wo man „Dean Jazzman“ sehen kann. Versch. Tryouts sind für 2013 auch geplant. Im Juni 2012 hatte ich übrigens bei der WFW in Waldkraiburg ein Match gegen Hans Meyer (Sterling Silver, Meyerson), den ich bereits aus der Wright Stuff Pro Wrestling School kannte und dieses Match konnten rund 200 Zuschauer verfolgen.
Leider hatte es mit den Bookings bei der PWF nicht geklappt. Im Oktober 2011 sollte ich eigentlich als Dean Jazzman debütieren und mein Comeback feiern, dies scheiterte aber an versch. Problemen nach meiner OP. Der letzte Event der PWF fiel für mich aus organisatorischen und damit verbundenen persönlichen Gründen aus. Was aber nicht heißen soll, dass ich ein weiteres Booking ablehnen würde!

WF: Du bist sicherlich als Fan zum Wrestling gekommen. Wer hat Dir damals oder auch heute besonders gut gefallen?

Dean: Mit 6 Jahren war ich schon riesen Fan, hab mich immer heimlich an den Fernseher gehängt und Wrestling verfolgt! Ich weiß noch genau wie beeindruckt ich von den Wrestlern war, sie waren für mich wie Helden! Damals kam noch recht viel Wrestling im deutschen TV, zeitweise wurden auch Japanische und Mexikanische Ligen ausgestrahlt und ich hab sie alle verfolgt!
Aber bis heute gab es für mich nur einen wahren Helden im Wrestling, dies war kein andere wie Bret ‘‘The Hitman‘‘ Hart. Auch wenn er heute nicht mehr aktiv ist, dieser Mann hatte auf mich eine Wahnsinns charismatische Ausstrahlung! Die ganze Hart Familie hat für mich heute noch eine Idol Funktion, weil ich selber aus einer großen Familie stamme und da ich nun selber Aktiv im Wrestling bin, haben auch die kleinen aus meiner Verwandtschaft und auch meine Kinder gefallen am Wrestling gefunden und ich hoffe man wird in den Jahren weitere ‘‘Jazzman`s‘‘ im Ring sehen können.

WF: Inzwischen hattest Du die Möglichkeit mit weiteren, deutschsprachigen Veteranen im Ring zu stehen, bzw. mit ihnen zu arbeiten. Hat Dir da jemand besonders imponiert, evtl. auch den einen oder anderen Tipp geben können?

Dean: Ich hatte schon vor meiner aktiven Zeit Kontakt zu dem ein oder anderen Wrestler oder Veranstalter, da ich aus Roth komme und dort die GWP ansässig ist. Ich war auch immer bei den Events als Crew Mitglied dabei. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei dem GWP Team und vor allem bei Nico und Andre bedanken, die mich zurzeit ja sehr fördern, ihr habt immer an mich geglaubt und dafür danke ich euch!
Somit habe ich im Vorfeld schon den einen oder anderen Wrestler gekannt, die mich dann auch teilweise bei meinem Debüt im Mai bei der German Wrestling Promotion unterstützt haben und mir Tipps gaben.
Backstage ist für mich natürlich alles recht neu, da war ich bei meinem Debüt recht nervös und es gab da einen Wrestler der mich wirklich beruhigen konnte, mein Dank geht hier an Chris Colen! Imponieren tut mir im Moment so ziemlich jeder Wrestler, alle sind sehr freundlich und respektvoll gegenüber mir und jeder hat so seine hilfreichen Tipps, man lernt in diesem Sport ja nie aus!

WF: Welche Erinnerungen hast Du an Dein letztes GWP Match, wir erinnern uns, dass Karsten Beck mit einer Platzwunde aus dem Match ging?

Dean: Das Fatal-4-Way Match, war eher ein Handicap Match, alle drei Heels (Beck, Isotov und CorVus) waren regelrecht besessen davon mich fertig zu machen! Mir war auch schon im Vorfeld klar, dass es für mich kein Zuckerschlecken wird, aber ich stelle mich jedem Gegner, zu jeder Zeit und zu allen Bedingungen! Was die Platzwunde von Karsten Beck angeht, auch ihm war vorher klar, dass Wrestling kein Spiel ist und es zu den härtesten Sportarten der Welt gehört, da kann so etwas schon mal passieren!
Karsten Beck bestraft Jazzman!

WF: Du warst einer der ersten Schüler Wrights. Wie lange hattest Du gebraucht, bis Du beim Training gemerkt hast, „es wird nicht einfach“?

Dean: Ich war nicht nur einer der ersten Schüler, ich war der allererste und durfte meine ersten Trainingseinheiten mit Alex alleine Trainieren.
Ich habe ja schon mit einigen Kampfsportarten angefangen, aber es hat mir nie wirklich Spaß gemacht diese auch dann dauerhaft zu erlernen! Mein erstes Training hatte ich ja bei der ACW in Weinheim, es war „das erste reinschnuppern“ in dem Sport!

Ich weiß noch genau, dass ich nach meinem ersten Training auf allen vieren raus bin und dachte mir noch ‘‘Ja dieser Sport ist geil‘‘. Also war mir von Anfang an klar, dass ich hier hart arbeiten muss um Pro Wrestler zu werden.

Danach fing ich das Training bei Alex Wright an, der im ersten Moment noch testete wie weit ich an meine Grenzen gehen kann! In den darauf folgenden Wochen und Monaten, wurde dann das Training immer härter und ernster, zum Aufwärmen 1000 Kniebeugen, 1000 Situps und 1000 Liegestützen, waren dann für alle ganz normal! Mittlerweile waren wir eine feste Trainingsgruppe von Männern und Frauen, die in dem Sport Fuß fassen wollten und jedem war klar, bei Wright ist so eine Entscheidung wie ein Trip durch die Hölle! Wir hatten teilweise Trainingstage mit 8 Stunden am Stück und jeder hatte den willen Pro Wrestler zu werden! Respekt und Einsatz war das „A und O“ bei Alex und konditionelle Schwächen hat er nicht geduldet! Ich kann mich wirklich nur bei ihm bedanken, durch sein hartes Training, kann ich mich im Ring behaupten und meinen Mann stehen, mir ist keine Herausforderung zu groß und ich gebe immer alles! Ein Training bei Alex Wright kann ich nur empfehlen, jeder der Pro Wrestler werden will, ist bei ihm bestens aufgehoben.

WF: Wie haltest Du Dich aktuell fit?

Dean: Ich trainiere 3- bis 4- Mal in der Woche im Gym und auch das Wrestling Training kommt nicht zu kurz. Ebenfalls achte ich auf eine Eiweißreiche Ernährung, nach 18 Uhr esse ich grundsätzlich keine Kohlehydratreiche Produkte, da gibt es dann eine Großen Salat mit Thunfisch oder Pute. Zwischen den Mahlzeiten gibt es dann noch Proteine-Shakes und Zwischenmahlzeiten müssen auch sein, Jogurt, Obst, Nüsse usw.

WF: Gibt es so was wie Wunschgegner?

Dean: Wunschgegner gibt es explizit nicht, ich stell mich jeder Herausforderung und jeder Gegner bringt mich ein Stück weiter zum Erfolg!
Es wäre aber ein Traum von mir, mal mit einer WWE oder einer ehemaligen WCW Legende in den Ring zu steigen, in den vergangen Jahren waren auch in Deutschland einige im Ring gestanden.

WF: Gibt es noch andere Sportarten die Du verfolgst?

Dean: Ich interessiere mich für Fußball, ich habe bis vor kurzen sogar noch selber aktiv gespielt! Die Zeit fehlt mir im Moment, weil das Wrestling einfach vorgeht, aber ich verfolge es noch! Mein Herz schlägt für den FC Ingolstadt, ich bin zwar in Roth geboren und wohne auch dort, bin aber in Ingolstadt aufgewachsen, es ist meine zweite Heimat! Da ich aus dem Raum Nürnberg komme, werde ich oft zu den Spielen vom 1. FC Nürnberg eingeladen und ab und zu schau ich mir auch das ein oder andere Spiel an. Live konnte ich leider noch kein Spiel vom FC Ingolstadt anschauen, aber sobald sich die Möglichkeit ergibt bin ich als 12. Mann dabei!

WF: Interessiert Dich Mixed Martial Arts?

Dean: Ich habe es zu Brock Lesnars Zeiten etwas verfolgt! Momentan ist ja Batista in dem Sport vertreten, da habe ich mir zuletzt das Video seines ersten Kampfes angeschaut. Dann habe ich einen guten Bekannten, der selber aktiv in diesem Sport ist und eine Schule für MMA gegründet hat! Dort werde ich demnächst mal die ersten Trainingsstunden nehmen.

WF: Wie hat Dir Batistas MMA Debüt gefallen?

Dean: Batista, hat ziemlich an Masse verloren und hat definiert, das gefällt mir ganz gut. Ich bin kein MMA Profi, aber ich hätte mir etwas mehr erwartet, er hat ja zu Beginn des Fights doch etwas einstecken müssen!

WF: Bei der letzten Show ist „Dean Jazzman“ sehr gut angenommen worden, die Fans hatten sich an die Mai Veranstaltung und Dich erinnert. Was liegt Dir mehr: Der gute oder böse Typ?

Dean: Ganz klar: „Der Gute“, denn ‘‘Dean Jazzman‘‘ ist ein Face Gimmick und steht für Fairness und Gerechtigkeit, so soll es auch bleiben! Mir sind die Fans sehr wichtig, ich selbst nenne sie meine ‘‘Music Humans‘‘, sie sind der Antrieb in meinen Matches und als Böser könnte ich diesen Antrieb nur schlecht nutzen, es macht mir Spaß mit den Fans zu Arbeiten und ihnen ein gutes Match zu zeigen!

WF: Es gibt Gerüchte die besagen, dass neben Steve Douglas beim letzten GWP Event auch ein gewisser Jazzman unter der Maske steckte…

Dean: Wie du schon gesagt hast, sind es Gerüchte. Soweit ich weiß, hat Steve am selben Abend klar gestellt, dass er nicht der Mann unter der Maske war! Das GWP Office wird da früher oder später sicherlich für Aufklärung sorgen!
Mr. Wrestling V – Ist diese Ähnlichkeit zufällig?

WF: Hast Du evtl. eine Roadstory für uns, die Du erzählen kannst?

Dean: Ja es gibt eine recht lustige Geschichte über einen sehr düsteren, hier ungenannten (!) Wrestler, der sein Gimmick bekanntlich auch privat gerne aus lebt und wirklich Angst verbreiten kann. Kleine Kinder flüchten vor ihm!

An diesem Abend waren wir zu viert auf dem Heimweg von einem ACW Event in Weinheim, dabei war Andre Hein, ein Freund von ihm, der besagte Wrestler und ich… die Fahrt dauerte ca. 2 bis 3 Stunden, schon während des Events merkte man das der Wrestler immer wieder verschwunden war, um zu telefonieren. Als wir nun im Auto saßen, lies er wieder seine unheimliche Präsenz spüren und auch seine Worte waren bsi dahin eher düster.

Dann zog wieder sein Handy raus und telefonierte (dieses mal konnte jeder zuhören und es war eine respektvolle Stille im Auto. Als er dann zu reden begann, mussten wir restlichen drei sehr lachen! Er hatte gerade seine schwangere Freundin am Telefon und der düstere und Furcht einflößende Wrestler, begrüßte seine Freundin ungefähr so: ‘‘Na mein Schnucki Mausi, ist alles OK bei dir meine Perle‘‘ und wir drei schauten uns an und mussten so lachen, denn dass ging über die ganze Fahrt hinweg… und wieder, mit einer lieblichen stimme ‘‘Mein Mausi, kann ich was für dich tun? Geht es dir gut? Ich vermisse dich so!‘‘ wir sind im Auto regelrecht zusammen gebrochen, weil es wirklich unerwartet war und wir hatten echt nicht mit so einem „Liebes-Spektakel gerechnet.
Freunde aus „alten“ Tagen – Jazzmann & M.C. Logan

WF: Am 11.Mai 2013 wartet auf die GWP Fans schon der nächste Event in Form von „Spring Xplosion 2“. Können sie erneut mit Dean Jazzman rechnen?

Dean: Da die GWP in meiner Heimatstadt Roth veranstaltet, werde ich natürlich auch bei ‘‘Spring Xplosion 2‘‘ dabei sein und freu mich jetzt schon auf meine Fans, die “ Music Humans“!

WF: Vielen Dank und alles Gute weiterhin!

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