WrestlingFever Interview: Dennis Siver (13.01.2009)

dennissiverDennis Siver gilt als grösstes Deutsches MMA Talent, daß seit April 2007 für Ultimate Fighting Championship (UFC) antreten darf. Am 13.01.2009 führte WrestlingFever.de ein exklusives Interview mit Siver…

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WF: Erst mal vielen Dank das Du Dir die Zeit für WrestlingFever.de genommen hast.

DS: Gerne!

WF: Wir hoffen, es geht Dir gut und Du konntest gesund ins neue Jahr starten?

DS: Ja – Sylvester war recht ruhig, da ich ja in der Vorbereitung für meinen nächsten Kampf in Dublin stehe.

WF: Gibt es denn Wünsche oder auch Vorsätze für 2009?

DS: Besser zu werden und alle meine Kämpfe zu gewinnen 😉

WF: Bekannt bist Du international durch die UFC (Ultimate Fighting Championship) geworden. Wie lange war Dein Weg zu UFC und welche Hürden mußtest Du nehmen?

DS: Nun ja, man kommt nicht ohne Weiteres zur UFC – da steht in der Regel schon ein Kampfsportleben davor ;-). In meinem Fall setzte sich dieses aus jahrelangem Training in Judo, JiuJitsu und Kickboxen zusammen. Die Hürden, die ich zu nehmen hatte, kennen wohl alle Wettkampfsportler: Viel Schweiss sowie Siege und Niederlagen!

WF: Kannst Du uns verraten, wie Du denn zur UFC gekommen bist?

DS: Mein Manager Bodo Elsbeck vom Outsider-Club (www.outsider-club.de) hat fast 2 Jahre mit der UFC verhandelt. In dieser Zeit (und auch vorher) vermittelte er mir etliche MMA Kämpfe in ganz Europa und eines Tages kam dann auch die Zusage von der UFC! Erst wurde ein 3fach Kampfvertrag abgeschlosen und später noch einmal ein 4fach-Vertrag.

WF: Sicherlich muß man für diesen Sport sehr viel trainieren. Kommt da das Privatleben nicht zu kurz?

DS: Man muss halt Prioritäten setzen. Das Privatleben kommt sicherlich etwas zu kurz, aber auf der anderen Seite hat man nicht alle Tage die Möglichkeit bei der UFC zu kämpfen. So gesehen sollte man die Zeit nutzen und auch Abstriche machen.

WF: Wie sieht Dein Training aus, wie gestaltet sich der Tagesablauf?

DS: Dazu zitiere ich einfach mal mein UFC Profil:

TRAINER: Nico Sulenta – OC Fight Team, Kiboju Mannheim, Alliance BJJ Frankfurt.

TRAINING: In the morning – technique, mitt and bag training. In the afternoon – sparring and grappling. Two times a week running/jogging in the morning 10 km.

Two times a week power/iron training.

WF: Ich hörte, daß Du in Deiner Freizeit viel im Internet liest, wie findest Du denn Fanseiten im Internet?

DS: Es gibt gute und schlechte Fanseiten! Fanseiten sowie auch die Boulevardpresse muss es geben – sie machen die Stars!

WF: Die UFC hat ihren Sitz in Las Vegas und Du kommst ursprünglich aus Mannheim. Wie oft hast Du die Möglichkeit, Familie oder Freunde Zuhause zu besuchen?

DS: Die Kämpfe finden in Las Vegas oder auch in Europa statt und meistens bin ich etwa nur eine Woche am Ort des Geschehens! Aber ich wohne ja immer noch in Mannhein und somit kann ich meine Familie auch regelmässig sehen!

WF: Zu Deinen Stärken zählen Schlagkraft und Standup. Wie gehst Du mit Deinen Schwächen um, bzw. wie besserst Du diese aus?

DS: Ich bessere mein Schwächen mit viel Training aus, dass heisst pro Woche etwa 5 Einheiten zusätzlich Bodenkampf mit Ringen, BJJ und Grappling allgemein.

WF: Wie kommst Du als Deutscher bei den Amerikanern an?

DS: Bis jetzt eigentlich ganz gut denke ich! 😉

WF: Im April 2007 hattest Du Deinen ersten Kampf bei der UFC. Wie gefällt es Dir inzwischen dort und kannst Du uns von Deinem ersten Tag/ Fight oder auch Emotionen berichten?

DS: Ja, ich war schon recht nervös vor so vielen Menschen im Käfig zu stehen! Natürlich kann das auch ganz schnell zu Fehlern führen und im MMA ist ein Fehler meist schon zuviel. Ich hab diesen Kampf dann auch durch Armhebel verloren.

WF: Könntest Du Dir vorstellen auch bei anderen Organisationen wie z.B. Affliction anzutreten? Verfolgst Du andere Promotions (wenn ja, welche)?

DS: Nein, im Moment konzentriere ich mich voll und ganz auf die UFC.

WF: Die UFC kommt 2009 endlich nach Deutschland. Wie siehst Du die Deutschlandexpansion?

DS: Natürlich sehe ich UFC in Deutschland als positives Zeichen für unser MMA! Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Öffentlichkeitsarbeit schon etwas fortgeschrittener wäre, wie z.B. in England und Holland.

WF: Gerade durch den Event in Deutschland ist Dein Marktwert wieder gestiegen. Werden wir Dich evtl. als „Local Hero„ auf der Card sehen? Wenn ja, weißt Du schon etwas über Deinen Gegner?

DS: Ich konzentriere mich erst einmal auf meinen nächsten Kampf in Dublin! Den Gegner gilt es zu besiegen und dann stehen meine Chancen auch für die UFC in Deutschland gut!

WF: Mal so unter uns, es wird ja stark über einen Main Event mit Randy Couture gesprochen, wer denkst Du, wird die Show Headlinen?

DS: Da muss ich leider passen, aber schön wäre es!

WF: Neben Dir sind natürlich auch andere Deutsche MMA Kämpfer im Gespräch, darunter Daniel Weichel, Steve Mensing, Martin Zawada oder Marko Zschörner sowie Stefan Leko und Chalid Arrab werden für die Card gehandelt. Wie stehen Deiner Meinung nach die Chance, mehrere deutsche Kämpfer auf der Card zu sehen?

DS: Ich hoffe, dass mehrere deutsche Kämpfer Einzug in die UFC erhalten. Wir haben gute Kämpfer und die sollten auch die Chance bekommen!

WF: Nachdem man nun für The Ultimate Fighter ein Team UK ankündigte, wäre ja auch ein Team Germany denkbar. Mit Dennis Siver als Trainer und einem Finale in der SAP Arena?

DS: Möglich ist alles, vielleicht auch eines Tages ein TUF Team Deutschland! Wer dann dort der Trainer sein wird, steht allerdings in den Sternen 😉

WF: Ist TUF ein Deutschland überhaupt denkbar, nachdem das DSF mit einem ähnlichen Format (Martial Arts X-treme) bereits floppte?

DS: Martial Arts X-treme war nie so mein Ding, lag vielleicht an der Aufmachung der Sendung!

WF: Dein nächster Kampf findet bei # 93 gegen Nate Mohr statt. Wie bereitest Du Dich auf solch einen Fight vor?

DS: So wie immer (siehe oben), natürlich zusätzlich mit gegnerspezifischen Besonderheiten.

WF: Im Pro-Wrestling hält mehr und mehr der MMA Sport Einzug. Schaust Du Wrestling, wenn ja, was hälste Du von dieser Entwicklung?

DS: Ab und zu schaue ich auch mal Wrestling. Ich bin MMA Kämpfer und bin deswegen auch mehr an den realen Vollkontaktsportarten interessiert. Allerdings glaube ich, dass die Wrestler sehr grosses „Einsteckvermögen“ haben und dass Wrestling verdammt hart sein kann. Wrestling hat in den USA hohe Zuschauerquoten – wie die Entwicklung hier in Deutschland aussieht, weiss ich ehrlich gesagt nicht wirklich.

WF: Viele Fans meinen, dass dem Heavyweight Champion Brock Lesnar der Respekt gegenüber dem Business und den Kämpfern fehlt. Viele mögen ihn auch einfach nicht, da er vom Wrestling kam. Was hälst Du von Lesnar? Bekam er zu früh seinen Titelkampf?

DS: Lesnar bekam wirklich sehr früh den Titelkampf. Allerdings hat seine Leistung bewiesen, dass er auch in der Lage ist, dort oben mitzumischen. Darum gebürt ihm meines Erachtens auch Respekt!

WF: Die letzten 2 UFC Veranstaltungen (91 und 92) waren sehr gut, alle Kämpfe wurden sowohl von Experten als auch von Fans mit guten Noten bedacht. Welches waren Deine Lieblings Kämpfe in der UFC und wer ist der Deiner Meinung nach beste Kämpfer?

DS: UFC 91: Randy Couture vs. Brock Lesnar UFC 92: Quinton Jackson vs. Wanderlei Silva. Bester Kämpfer? Wirklich schwer zu sagen!!

WF: Gibt es für Dich bei UFC Vorbilder oder sogar Idole?

DS: Ich fand Randy Couture immer bewundernswert – aber ein Idol in der Hinsicht hab ich bei der UFC nicht.

WF: Gegen wen würdest Du gerne mal kämpfen und wer war bisher Dein „Lieblingsgegner„?

DS: Gegen den UFC Champion in meiner Klasse ;-)!

Ein Lieblingsgegner ist wahrscheinlich immer jemand, den man besiegen konnte: Naoyuki Kotani bei UFC 75.

WF: Wie sind Deine Pläne für die Zukunft? Kannst Du Dir vorstellen wie Ken Shamrock ins Wrestling einzusteigen?

DS: Wie schon gesagt, konzentriere ich mich erst einmal auf die UFC, danach mache ich mir Gedanken über meine weitere Karriere! 😉

WF: Wir wünschen Dir viel Glück bei UFC 93 und im Jahre 2009 – bleib gesund!

DS: Danke schön!

 

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