WrestlingFever Interview: Diabolo (27.02.2013)

diabolo„Diabolo“ lebt in Deutschland, trainiert aber meist in der Schweiz. Mittlerweile sieht man ihn aber auch immer öfter in Deutschland im Ring stehen. Trainingsseminare mit Rhino, Joe Legend, Antonio Cesaro oder auch Kid Kash haben dazu beigetragen, dieses Talent zu schleifen. In diesem Jahr will er auch ein wXw Tryout bestreiten. WF hat sich exklusiv mit ihm unterhalten!

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WF: Wir freuen uns Euch mal wieder ein Talent „aus der Schweiz“ vorstellen zu dürfen. Hallo „Diablo“!

D: Diablo is baaaack! Hallo Markus und ein „Hey“ an die Leser!

WF: Wenn man Dich außerhalb des Rings sieht, könnte man nicht denken, dass Du gar so „böse“ bist. Warum nennst Du Dich „Diablo“?

D: Ja stimmt schon, außerhalb des Ringes und Backstage bin ich meistens nur am lachen und mache Witze. Schon damals als ich klein war, habe ich immer viel Unsinn gemacht und meine Mutter nannte mich aufgrund dessen immer „Satan“. Als ich dann mit dem Wrestling angefangen habe, musste ich mich entscheiden ob Heel oder Face. Ich persönlich fand den Heel immer besser. Bei einem Seminar von den Hellvec Warriors meinten alle ich kann so böse gucken und ich sollte Heel sein, da fiel mir wieder meine Mom ein und was ist denn Bitteschön böser wie der „Satan“? Natürlich ICH! Deswegen nannte ich mich Diablo, der Name ist International und jeder weiß was „Diablo“ bedeutet.

WF: Wie kommst mit diesem Gimmick Du bei den Fans an?

D: Das ist ganz unterschiedlich, in Germany werde ich schon heftig ausgebuht und einmal haben die Fans Papier und andere Sachen in den Ring geworfen nach einer Promo von mir. Ich denke die Leute hassen mich.

Aber in der Französischen Schweiz sehen die Helldwarfs meine Leistung und ich denke sie lieben dort lieber die Heels, deswegen werde ich auch ab und zu bejubelt. Ich beleidige sie und mache unfaire Tricks, schlag mit meinem „Schädel“ zu, aber die Helldwarfs bejubeln mich.

WF: Du bist hier in Deutschland noch relativ unbekannt, auch wenn man Dich hier schon sehen konnte…

D: In Germany war mein erstes Match bei der OWG, die es leider nicht mehr gibt. Dort waren immer schätzungsweise im Durchschnitt 150 Leute und es hat mir Freude bereitet dort zu wrestlen. Sonst war ich bei der EWS in Erdingen, eine kleine aufsteigende Liga. Auch bei der WFW bei München habe ich schon Matches bestritten sowie viele nette Wrestler kennengelernt!

WF: Du trainierst seit 2008 bei „WAR“ und Marshal T in der Schweiz. Neben dem eigentlichen Training hast Du an einigen Seminaren mit Antonio Cesaro, Tatanka, Rhino, Kid Kash, Ares und Joe Legend teilgenommen. Welche Erfahrungen hast Du für Dich mitgenommen?

D: Ja, Marshal T ist ein guter Coach und er tut viel für uns Jungs. Er holt Größen aus den Staaten die uns Seminare geben und wir dazu lernen, denn wenn man von mehreren Größen trainiert wird, dann lernt man mehr, schneller und jeder macht etwas anderes.

Das für mich beste Training hatte ich wohl mit Tatanka und Rhino, die hatten zusammen das Training geleitet und ich konnte viel dazu lernen. Aber auch einer wie Joe Legend, der ist ein sehr guter Trainier und man lernt schnell und vor allem viel bei ihm. Auch Shootfight Tricks zeigt er uns immer. Antonio Cesaro kam mit Are$ und damals war er ja noch nicht bei der WWE. Man hat aber gesehen das er ein super Wrestler ist, naja jetzt ist er ja verdienter WWE US Champion. Auch bei Michael Kovac hab ich Seminare mitgemacht und er ist ein witziger Typ, der im Ring auf Sauberkeit der Techniken Wert legt.

Das heftigste Training hatten wir mit Kid Kash, vor dem Training hab ich auf Facebook gepostet, das ich „der Beste bin und Kid Kash keine Chance gegen mich“ hat oder so was ähnliches, aber eigentlich nur „just 4 fun“. Ich glaube Marshal hat ihm das gesagt und dann hatte ich 2 Tage hintereinander das heftigste Training ever. Er hat uns gescheucht und unsere Kondition „optimiert“. Ich hatte das Gefühl, dass er mich mit Absicht hart ran genommen hatte, aber es war ein gutes Training und auch ich wurde um einige Erfahrungen reicher.

WF: Gibt es eine Geschichte an die Du Dich wohl immer erinnern wirst?

D: Ich bin ja viel am Reisen und meistens fährt Cash Crash (der auch bei WAR trainiert) mit mir mit. Der Typ ist richtig krank im Kopf, er kann nicht ruhig im Auto sitzen. Er sticht mich mit einem Kugelschreiber, nervt und ärgert einen die ganze Fahrt über.

Einmal waren wir auf dem Weg zur SPW in der Schweiz und da hatte er Deo in meinem Gesicht gesprüht, ich fuhr sofort rechts an und warf ihn aus dem Wagen. Dann bin ich weiter gefahren und hab auf dem Rastplatz gewartet, der ca. 1km entfernt war.

WF: Sicherlich bist Du auch durch die TV Sendungen zum Sport gekommen?

D: Von klein auf hab ich Wrestling mit meinem Bruder und meinem Dad Wrestling geschaut. Dann hab ich mit Judo angefangen, gefolgt vom Tae Kwon Do und weiteren Kampfsportarten mit einigen Erfolgen, leider wusste ich damals noch nicht, das es Wrestling Schulen in Germany gibt.

WF: 2012 war auch der Schweizer Heavyweight Champion Drake Destroyer in Deutschland zu sehen. Gegen diesen Koloss durftest Du auch bei SCW schon im Ring stehen. Wie erinnerst Du Dich an dieses Match, es soll ja eines Deiner Favoriten sein?

D: Drake ist ein sehr guter Wrestler und habe auch viel von ihm gelernt. Nach einem Taping Match bei WAR hat er mich vor allen anwesenden Wrestler und Rookies zusammengeschissen, er hat mir meine Fehler aufgezählt und ich bedankte mich bei ihm.

Ich hatte schon mehrere Matches gegen ihn, aber das in seiner Heimat City war das Beste. SCW war in Aarau und Drake und ich hatten ein Match gegeneinander, alles verlief super, ich war voll konzentriert und wir hatten kein Fehler gemacht. Nach dem Match kam er backstage auf mich zu und bedankte sich für das super Match, das war sehr schön so was zu hören. Leider hab ich Drake noch nie besiegt, aber ich arbeite sehr hart daran und schmiede Pläne um ihn zu besiegen.

WF: „WAR Showdown“ gilt als „Schweizer Wrestlemania“. Marshal T. versucht hier den Fans immer etwas Besonderes zu bieten und fliegt gerne mal einen Big Name ein. Bei Showdown 2 hattest Du auch ein Match vor ca. 500 Zuschauern bestritten. Wie erinnerst Du Dich an diesen Abend, die Stimmung der Fans, wie kamst Du an?

D: Dieser Tag war genial. Wir waren schon früh da und haben alles vorbereitet und dann kamen auch die Legenden an. Backstage war die Stimmung sehr gut. Ich hatte dort 2 Matches bestritten. Im Opener gab es ein Battle, wo alle Rookies teilgenommen haben. Chris Brave und ich waren die letzten im Ring und er konnte mich „mit Glück“ eliminieren. Bei seiner Siegesfeier packte mich die Wut und ich hatte ihn attackiert. Mein damaliger Tag Team Partner Syndrom kam auch zum Ring und wir schlugen ihn „windelweich“, bis Tatanka und Joe Legend den Save für Brave machten. Mein Partner und ich waren natürlich sauer und schmiedeten ein Plan. Beim Main Event zwischen Joe und Tatanka griffen wir ein und attackierten die beiden, als unser Werk vollbracht war, gingen wir wieder durch die Zuschauer Richtung backstage, bis Tatanka dann meinte wir 2 sollen doch ein Match gegen ihn und Joe Legend bestreiten. Wir nahmen an, denn Alpha Female war auf unsere Seite und dann begann das Match. Leider mussten wir uns nach den Finishern der Beiden geschlagen geben. Das geilste war wo Alpha Female den Gore von Rhino abbekommen hatte, leider konnte ich das nicht sehen. Die Stimmung war auch gut und ich denke wir haben die Zuschauer gut unterhalten.

WF: Wie begegnet man Legenden wie Tatanka oder Rhino?

D: Marshal T macht es möglich, und will mich auch hier nochmals dafür bedanken, das er soviel für uns tut. Man begegnet den Legenden mit viel Respekt und Anstand.

WF: Gab es Zeit sich mit den „Big Names“ zu unterhalten? Haben die sich Zeit für Euch genommen?

D: Ja, sehr viel Zeit! Wenn wir ein Anliegen hatten, waren sie immer für uns da und haben uns beraten. Gar nicht eingebildet oder so, alle waren voll cool drauf. Das hat mir gefallen.

WF: Warum denkst Du ist das Wrestling in der Schweiz nicht so erfolgreich?

D: Die Schweizer zählen lieber ihre Millionen auf dem Konto oder schauen sich Eishockey an.

Aber seit Claudio bei der WWE ist, wurde das Wrestling auch beliebter in der Schweiz, wenn auch leider noch nicht so wie in Germany oder in den UK. Die Schweiz braucht einen richtigen Champion der zeigt, das Wrestling eine gute „Unterhaltungs Soap“ ist. Naja, damit meine ich mich…..muhahahahahhaaaaa!

WF: Ares, Double C oder auch Sigmasta Rappo sind bekannte Namen. Mit „Antonio Cesaro“ hast Du bereits trainiert. Wie verfolgst Du seinen aktuellen Werdegang, welche Erinnerungen hast Du an Cesaro als Mann außerhalb des Rings?

D: Ich schau mir gern seine Matches bei der WWE an und er ist wirklich ein sehr guter Wrestler. Würde gern mal ein Match gegen ihm haben. Sigmasta Rappo war ja glaub ich sein erster Coach und auch bei Sigmasta hab ich trainiert, vielleicht ist das ein gutes Zeichen?

Außerhalb des Rings war er immer ganz nett und hat uns auch viel beigebracht. Hab ihn ja auch bei der letzten WWE Show in Zürich gesehen und er hatte das beste Match des Abends gegen Jack Swagger bestritten. Die Stimmung war der Hammer, keiner wurde mehr bejubelt wie er ( er trat als Face auf ). Ich konnte zwar die Show umsonst Genießen, aber leider durfte keiner Backstage, sogar Diablo nicht.

WF: Mir ist zu Ohren gekommen, dass Du in diesem Jahr auch bei einem Tryout von wXw dabei sind wirst, stimmt das so?

D: Ja, ich habe mit Tas bei der letzten SCW Show gesprochen und werde beim Tryout im Juli / August teilnehmen. Freu mich drauf.

WF: Zuvor sieht man Dich aber wieder einmal in Deutschland – bei DWA! Hier wirst Du nicht nur wrestlen, sondern auch einige Legenden treffen. Gibt es jemanden auf den Du Dich besonders freust?

D: Ich freu mich voll auf die Legend Tour der DWA. Ich habe Jahre lang in Nord Deutschland gelebt und habe dort auch viele Helldwarfs, die auch bei der Show dabei sein werden als Zuschauer. Freu mich auch auf die neuen Gesichter und neue Leute kennenzulernen.

Naja, spezial freu ich mich nicht auf eine Legende, denn damals fand ich alle sehr unterhaltsam. Ob Doink, Luke Bushwacker, Marty Jannetty oder die Nasty Boys! Alle fand ich voll cool, aber ich hoffe ich finde ein Gespräch mit Jannetty, denn er war ja der Tag Team Partner von dem für mich Größten Wrestler aller Zeiten – Shawn Michaels.

WF: Welche Ziele hast Du Dir im Bezug auf die Wrestling Karriere gesteckt?

D: Solange mich die Helldwarfs sehen wollen, werde ich für sie in den Ring steigen. Würde gern mal nach Japan und in die Staaten und dort Wrestlen, das ist mein Ziel. Später dann WWE, wenn ich gut genug bin.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit und Grüße an Marshal T.

D: The „Future of Wrestling“ hat zu danken! Klar richte ich ihm aus!

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