WrestlingFever Interview: Jennifer Mühle (14.05.2013)

jennifertmuehleJennifer Mühle spricht im exklusiven WrestlingFever.de Interview über Frauen im Mixed Martial Arts Bereich, ihren persönlichen Werdegang als erfolgreiche Kampfsportlerin, Ernährung, Training und natürlich vieles mehr. Jenny hält bereits einige Taekwondo Weltmeister Titel und konnte auch europäische Erfolge feiern. Wir freuen uns, Euch dieses Talent vorstellen zu dürfen!

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WF: Jennifer, wir freuen uns Dich für ein Exklusivinterview gewonnen zu haben!

Jennifer: Immer wieder gerne J freue mich auch sehr.

WF: Für die MMA Freunde die Dich noch nicht kennen, stell Dich mal bitte vor?

Jennifer: Mein Name ist Jennifer Mühle, ich bin 5 fache WKA Weltmeisterin im Taekwondo und Kickboxen. Ich betreibe seit 1999 Taekwondo/ Kickboxen, bin Träger des 1. Dan in Taekwondo und 1. Dan Kickboxen und habe über 20 deutsche Meistertitel sowie den Europameistertitel im Teakwondo geschafft. 2004 wurde ich in Basel zum ersten Mal Weltmeisterin. 4 weitere Weltmeistertitel folgten. Letztes Jahr gab es für mich Gold in Orlando bei den Weltmeisterschaften im Vollkontakt. Bronze im K-1 und Bronze im Leichtkontakt in der Gewichtsklasse -50 kg. Es waren ja nicht meine ersten Weltmeisterschaften, aber es war schon etwas anders im Ring zu kämpfen statt auf einer Matte.

In meinem ersten K-1 Kampf hat es schon etwas gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Ich lag gegen eine amerikanische Gegnerin nach Punkten hinten, habe in der letzten Runde noch einmal voll aufgedreht und hämmerte immer wieder mit meinem rechten Bein gegen ihr linkes. Sie humpelte zwar anschließend aus dem Ring, aber es reichte nicht ganz für einen Sieg. Eine weitere Runde gegen mich hätte sie nicht überstanden. Glück für sie, Pech für mich. Ich habe aber trotzdem viel aus diesem Kampf gelernt und werde meine Kämpfe in Zukunft anders einteilen.

WF: Warum denkst Du gibt es so wenig Frauen im MMA Bereich? Sicherlich gibt es da draußen viele Talente die sehr erfolgreich werden könnten.

Jennifer: Es gibt genug gute MMA woman Kämpfer, die nicht wirklich kämpfen möchten, weil auch der Beruf eine wichtige Rolle spielt bzw. Chef nicht begeistert ist, wenn die ladys mit einem blauen Auge, Kratzer zur Arbeit kommen. Einige Betriebe tolerieren es nicht. Sehr traurig und schade.

WF: Warum hast Du Dich für Free Fighting entschieden, wie kamst Du zu MMA?

Jennifer: Zuerst habe ich mit Kickboxen angefangen, habe dann zu K1 gewechselt. Seit 2012 habe ich angefangen in den MMA Bereich reinzuschnuppern und es macht super viel Spaß.

WF: Du bist noch relativ jung, wie reagierten die Eltern auf diese Entscheidung?

Jennifer: Meine Eltern unterstützen mich auf Turnieren, Weltmeisterschaften. Sie sind immer wieder dabei wenn ich im Ring stehe.

WF: Was machst Du beruflich? Ist es schwer den Job mit MMA zu verbinden?

Jennifer: Beruflich arbeite ich in der Pâtisserie. Den Job mit der Arbeit zu kombinieren klappt super. 3-4 Mal in der Woche Sport ist schon gut drin.

WF: Hast Du auch einen typischen Beinamen?

Jennifer: Meine Trainingspartner haben mit mir den Namen „Kleinkiller“ ins Leben gerufen 🙂

WF: Was mich persönlich immer wieder interessiert ist, wie man in Eurem Sport mit einer Niederlage umgeht. Man weiß ja, es geht weiter aber wie ist DER Moment denn, wenn man beispielsweise wegen eines illegalen Kniestoßes disqualifiziert wird und somit der Kampf als verloren gelistet wird?

Jennifer: Eine Niederlage ist immer etwas Schmerzhaft. Man Trainiert 5-6 mal in der Woche bis zu 2-3 Stunden, achtet strikt auf die Ernährung und wenn man dann wegen eines illegalen Kniestoßes disqualifiziert wird (und somit der Kampf als verloren gelistet wird), ist es schon sehr hart und man denkt sich dann „super arschaufreißen war für umsonst.“

WF: Wenn man sich auf einen Kampf vorbereitet ist es oft so, dass man auch an Gewicht verlieren muss! Kannst Du uns erzählen wie so eine Vorbereitung, kurz vor dem Kampf aussieht bzw. aussehen könnte?

Jennifer: Vor einer Weltmeisterschaft gehe ich von Montag bis Freitag ins Training. Trainingseinheiten gehen 1,5- 2 Stunden. Vor dem Training 50 Minuten laufen. Samstags Krafttraining und Sonntags gibt’s eine Ruhephase.Von einem Fitnesstrainer bekomme ich dann einen Ernährungsplan zugestellt. Ich kämpfe in der Gewichtsklasse -50 und muss da immer einiges wegschwitzen. (bin halt gerne ein Genießer)

WF: Musst Du besonders auf Deine Ernährung achten oder hat es Gott „gut mit Dir gemeint?“

Jennifer: (lacht) ´Ich muss leider sehr, sehr, sehr stark auf meine Ernährung achten. In der Pâtisserie arbeite ich halt viel mit Schokolade, Mousse, Creme zusammen.

WF: Durch die Kämpfe bist Du auch unterwegs und besuchst andere Länder. Hat man die Möglichkeit sich umzuschauen oder ist es zeitlich eher nicht drin?

Jennifer: Man hat schon 1-2 Tage Zeit um sich die Länder anzuschauen.

WF: Würdest Du für Deine Karriere Deutschland verlassen?

Jennifer: Nein, Deutschland ist und bleibt mein „Wohnfleck“.

WF: Wie hat es Dir in Amerika gefallen? Du warst auch in den USA schon im Ring gestanden…

Jennifer: USA ist ein sehr interessantes Land. Letztes Jahr gab es für mich im Ring Gold in Orlando bei den Weltmeisterschaften im Vollkontakt. Bronze im K-1 und Bronze im Leichtkontakt in der Gewichtsklasse -50 kg.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit! Hast Du noch einige Worte an die Fans da draußen?

Jennifer: 2014 wird wieder Vollgas gegeben und ich halte euch auch unter meiner Facebook Seite aufn Laufenden. Vielen Dank die mich immer so tatkräftig unterstützen!

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