WrestlingFever Interview: Kevin Randleman (08.04.2007)

kevinrandlemanKevin „The Monster“ Randleman ist ein amerikanischer Mixed Martial Arts Kämpfer. Randleman’s Hintergrund liegt im Freestyle Wrestling. Randleman ist ein ehemaliger UFC Heavyweight Champion. Er hält bedeutende Siege über Mirko Filipovic, Renato Sobral und Pedro Rizzo.

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WF: Hallo Kevin, danke für das Interview. Wie geht es dir?

KR: Danke und Gott schütze alle MMA Fans aus Deutschland.

WF: Im Januar 2007 musstest du wegen einer schweren Beschädigung deiner Nieren ins Krankenhaus. Wie kam es zu dieser Krankheit? Wie würdest du deine gesundheitliche Verfassung jetzt beschreiben?

KR: Eigentlich waren meine Nieren nicht beschädigt, mein CPK Level war unglaublich hoch (normalerweise etwas 150, meiner lag bei 68 000 !). In den letzten eineinhalb Jahren hatte ich neun Operationen und war unter intensive medizinischer Behandlung. Nach meinem Kampf gegen Shogun musste ich mich erneut einer Operation unterziehen, wegen einer wieder auftretenden Infektion in meiner Schulter. Mein Doktor verschrieb mir ein starkes Antibiotikum und einer der Nebeneffekte war der überdurchschnittliche Wert des CPK Levels. Nach der Antibiotika- Behandlung sagte mir mein Doktor, ich könnte langsam mit dem Training anfangen. Nach einigen Wochen fühlte ich mich sehr gut und war zurück im Gym, aber ich glaube ich tat dort zuviel, was zu einem Zusammenbruch meiner Muskelenzyme führte. Weil mein CPK Level erhört war, als ich schwere Gewichte hob, wurde der Zusammenbruch verursacht.

So verbissen wie ich bin, wollte ich unbedingt mit dem Training weitermachen. Nachdem ich so viele Monate krank war und nicht kämpfen konnte, wollte ich nur gesund werden und zurück in den Ring. Meine derzeitige Verfassung ist bei etwas 90 Prozent. Mein CPK Level ist wieder auf etwa 500 gesunken und nun trainiere ich täglich leicht. Mein Doktor meint, ich werde im nächsten Monat wieder bei 100% sein.

WF: Was machst du, wenn du nicht kämpfst oder für einen Kampf trainierst?

KR: Wenn ich nicht kämpfe, genieße ich meine Familie und meine Freunde. Ich bin mit zwei wundervollen Kindern gesegnet, einer unglaublichen Frau und großartigen Freunden. Wenn ich trainiere, hält mich das von ihnen ab, daher gehe ich sicher, meine Zeit mit ihnen zu verbringen, wenn ich es nicht tue. Ich spiele viel Schach, Brettspiele und genieße X Box 360 Online zu spielen, unter Monster1970.

WF: Was war bis jetzt die größte Herausforderung in deiner Karriere?

KR: Bis jetzt war, ist, die größte Herausforderung, versuchen nach den letzten (17) Monaten voll Operationen und Rückschlägen zurückzukommen. Meine wahre Leidenschaft im Leben ist das Kämpfen. Wenn etwas aus deinem Leben genommen wird, das du so sehr liebst, hilft es dir, zu erkennen, wie wichtig es für dich ist. Ich liebe meinen Job und es ist ein Privileg sich mit dem Kämpfen den Lebensunterhalt verdienen zu können. Ich habe gehört, dass einige Leute meinen, ich solle wegen meiner vielen Verletzungen meine Karriere beenden. Die sind alle verrückt. Die Erfahrung die ich gemacht habe, hat mich hungriger gemacht und ich werde hart und clever weiterarbeiten bis ich wieder 100% Monster bin.

WF: Wenn du einen Gegner wählen könntest, wer wäre es?

KR: Es sollte Mr. Shogun Rua sein. Ich habe jetzt eingesehen, dass ich zu bald zurückgekommen bin. Etwa acht Wochen vor dem Kampf machte meine Schulter wegen der Infektion erneut Probleme und ich musste mich wieder operieren lassen. Ich hätte den Kampf absagen sollen, aber PRIDE hat auf mich bei ihrem Amerikadebüt gezählt und einige Fans haben mir geschrieben, dass sie wegen mir Tickets gekauft hätten. Ich wollte niemanden im Stich lassen und daher habe ich diese schlechte Entscheidung getroffen, wenn ich auf meine Gesundheit achten hätte sollen.

WF: Du bist für deine „Alles-oder-Nichts“ Mentalität bekannt, beeinflusst das die Ergebnisse deiner Kämpfe im positiven oder in einem negativen Sinn?

KR: Ob man gewinnt oder verliert, jeder Kampf sollte einen positiven Effekt haben. Selbstverständlich will man als Athlet gewinnen. Aber für mich hatten meine Niederlagen immer eine positive Seite im Bezug auf den nächsten Kampf, denn wenn man herausfindet, was man falsch gemacht hat und ein kluger Kämpfer ist, wird man den selben Fehler nicht noch einmal machen. Natürlich ist eine Niederlage negativ, aber durch meine Fehler bin ich auch als Kämpfer gewachsen.

WF: Wer hatte den größten Einfluss auf ein Leben und dich als Kämpfer?

KR: Der größte Einfluss für mich war es, auf der Straße aufzuwachsen. Ich habe über die Jahre so viel durchgemacht und so viel gelernt, sodass ich der Straße anrechnen muss, dass sie aus mir das Monster machte. Zusammen damit, bin ich froh darüber, in der Schule am Sport teilgenommen zu haben. Mit dem Ringen anzufangen, war eines der größten Dinge, die ich je getan habe. Ringen und Football hat mich als Kind in Form gehalten und mir meine ersten Erfolge gebracht. Hätte ich den Sport und meine Erfahrungen von der Straße nicht kombiniert, hätte sich mein Leben an einem gewissen Punkt zum Schlechten wenden können.

WF: Was sind die Stärken und Schwächen im Kampf?

KR: Eine meiner Stärken ist meine Mentalität und ich glaube, wenn ich 100% Mental und Physisch fit bin, kann ich jeden besiegen. Wenn du nicht an dich selbst glaubst, hast du dich bereits selbst besiegt. Ich weis das, weil ich in einigen meiner Kämpfer, selbst mein größter Feind war.
Meine Schwäche ist definitiv meine Ungeduld. Ich arbeite daran und lerne. Shogun ist das perfekte Beispiel, ich war unruhig und als die Ringglocke ertönte, handelte ich komplett gegen meine Strategie. Es heißt, Geduld sei eine Tugend und daran erinnere ich mich jeden Tag.

WF: Kannst du uns etwas über dich erzählen, was die meisten Menschen nicht wissen?

KR: Etwas was viele Menschen nicht wissen ist, dass ich in einigen Situationen klaustrophobisch bin. Ich mag keine Aufzüge mit vielen Menschen darin oder kleine Räume mit zu vielen Personen darin.

WF: Die meiste Zeit deiner Karriere hast du für die UFC und für PRIDE gekämpft. Wo bist du lieber angetreten?

KR: Ich genoss es wegen vieler Gründe in der UFC zu kämpfen. Der Käfig steht an erster Stelle, weil er viele Möglichkeiten für mich und meinen Kampfstil eröffnet. Ein weiterer Bonus ist, dass es in Amerika ist und alle meine Freunde und Familie kommen konnten, um mich zu sehen. Es war eine großartige Zeit für mich und ich sehe jeden Tag auf meinen Titelgürtel und es macht mich hungrig, um weiter zu arbeiten und wieder um den Titel zu kämpfen. Ich kann aber nicht sagen, dass ich eine mehr als die andere bevorzuge, wegen der großartigen Erfahrungen die ich bei PRIDE gemacht habe. Es ist eine großartige Organisation um dafür anzutreten und ich bin mir sicher, ihr habt gehört was dort los ist; es wird interessant, wie es dort weiter geht. Käfig oder Ring, am Ende des Jahres werde ich bereit sein um anzutreten.

WF: Was sind die größten Unterschiede zwischen der UFC und PRIDE?

KR: Der größte Unterschied zwischen den Beiden ist, dass die UFC Ellbogen am Boden erlaubt, während PRIDE Stomps erlaubt. Es hängt von deinem Kampfstil ab, ob eine davon besser ist, als die andere. Ich liebe den Käfig und es wäre ein guter Punkt für mich, wenn ich wieder im Ring stehen kann.

WF: Wie siehst du die Kämpfer in der UFC im Vergleich zu den Kämpfern von PRIDE?

KR: Ich finde nicht, dass es einen beträchtlichen Unterschied zwischen dem Level der Kämpfer gibt, nur einen Unterschied in den Regeln. Beide Organisationen haben großartige Talente. Trotz alledem, was gerade los ist, wäre es großartig eine UFC vs. PRIDE Card zu haben. Die besten der Beiden gegeneinander stellen.
WF: Wie hast du dich gefühlt, als du UFC Heavyweight Champion wurdest?
KR: Es war eine großartige Zeit für mich. Der Titel hat gezeigt, dass ich der beste MMA Kämpfer zu diesem Zeitpunkt war. Wie ich vorher schon gesagt habe, sehe ich den Gürtel jeden Tag und es macht mich hungrig wieder an die Spitze zu kommen.

WF: Du hast deinen letzten Kampf gegen Mauricio Rua verloren, was kannst du uns über den Kampf und über Rua erzählen?

KR: Ich habe in einigen vorhergehenden Fragen etwas zum Kampf gesagt. Ich habe viel Respekt für Shogun. Er ist der Mann, den es derzeit in der Light Heavyweight Division zu schlagen gilt. Es war meine Entscheidung anzutreten und ich lebe mit der Entscheidung. Ich hoffe, wenn ich zurückkomme und wieder 100% fit bin, werde ich eine Chance bekommen, noch einmal gegen ihn zu kämpfen.

WF: 2004 hast du Mirko Filipovic in einem Kampf geschlagen, womit niemand gerechnet hatte. Wie hast du dich vor dem Kampf gefühlt?

KR: Ich habe den Kampf zwei Wochen vor der Veranstaltung angenommen, weil sie keinen Gegner für ihn fanden. Jeder sagte mir, dass ich verrückt sei und ihn nicht schlagen könnt und das hat mich inspiriert. Ich habe den Kampf gewonnen, weil ich wusste, dass jeder geschlagen werden kann. Du musst immer an dich selbst glauben.

WF: 2000 hat du gegen Randy Couture um den UFC Titel gekämpft. Was kannst du uns über ihn und den Kampf sagen?

KR: Randy ist einer der großartigsten Kämpfer, die je im MMA angetreten sind. Ich kenne Randy seit unserer Zeit im College Wrestling. Er ist ein aufrichtiger Mensch und ich bin froh ihn meinen Freund nennen zu dürfen. Ich hatte keine Zweifel, dass er Sylvia besiegen wird. Nichts gegen Tim, aber Randy ist ein Krieger. Die Größe zählt nicht immer, ich stand auch bereits gegen viel größere Gegner als mich im Ring. Der Kampf war eine Schlacht und gab den Fans eine Nacht, die in Erinnerung bleiben wird.

WF: Du warst Teil der Dokumentation „Rits Of Passage“. Wie hast du dich gefühlt, während die Kamera dich gefilmt hat? Kannst du uns etwas über as Making-Of sagen. Konntest du das Endprodukt beeinflussen?

KR: Ich habe mich beim Filmen sehr wohl gefühlt. Es war ein Wendepunkt für mich, wegen einiger Dinge die darin behandelt wurden. Diese Dokumentation spricht in meinen Augen für sich.

WF: Du bist ein Ringer und MMA Kämpfer, was denkst du über Pro Wrestling?

KR: Ich bin für die japanische Pro Wrestling Promotion Hustle angetreten. Diese Jungs waren großartig um mit ihnen zu arbeiten und den Fans gefiel es. Es war eine großartige Erfahrung und ich würde es wieder tun, wenn PRIDE mich fragt.

WF: Hast du abschließend eine Nachricht für deine Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

KR: Ich bekommen viele Nachrichten auf meiner Homepage von Fans aus eurem Land und ich fühle mich über euren Respekt geehrt. Ich möchte ihnen für all die Unterstützung über die Jahre danken, in guten und schlechten Zeiten.

Findet einen Weg um das zu tun, was ihr liebt. Harte Zeiten halten nicht an, harte Menschen tun es. Wenn die Zeiten rau sind, bleibt positiv gesinnt und behaltet eure Ziele im Auge.

Gott schütze euch Alle und seht weiterhin zu. MMA for Life!!!

Seht auf meine Homepage und sendet mir eine Nachricht: www.kevinrandleman.com
Peace,
Kevin Randleman
The Monster

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