Freddy Stahl im WrestlingFever.de Interview (31.03.2012)

Freddy_StahlBevor Freddy Stahl bei Karsten Kretschmer trainierte, versuchte er sich bereits im Alter von nur 15 Jahren auch bei einem wXw Probetraining. Heute ist der gelernte Physiotherapeut ein gern gesehener Pro Wrestler der neben dem NFC auch bei EWP und der wXw zu sehen ist.

Wir haben uns mit dem viel versprechenden Talent unterhalten. Freddy über seinen Weg zur wXw, Oldschool Wrestling und vieles mehr…

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WF: Zuerst einmal vielen Dank für Deine Zusage, Freddy Stahl!

FS: Ja immer gerne. Ich freue mich dass ich mich durch dieses Interview präsentieren kann und den Euro Wrestlingfans meinen Namen näher bringen kann.

WF: Wie geht’s Dir aktuell?

FS: Danke sehr gut

WF: Die erste Frage die ich an Dich habe, ist die zur Namensentstehung „Freddy Stahl“, wie ist dieser Name entstanden?

FS: Nun erst einmal der Nachname stammt von meinem Trainer Karsten Kretschmer, der sagte ich hätte eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem früheren Trainer im Ringen und mir gefiel dieser Name auf Anhieb, da ich ohnehin einen möglichst deutschen Nachnamen tragen wollte. Dann hatte ich also den Nachnamen und musste mir Gedanken über einen Vornamen machen. Den wollte ich auch möglichst deutsch halten und mir gingen da viele Namen durch den Kopf, doch die entscheidende Idee bekam ich dann als ich mir an einem Nachmittag RTL „Hartz IV“ Sendungen angesehen habe und da sah ich eine Pumpe, die Freddy hieß und fand den Namen Freddy Stahl klasse.

WF: Du bist eines der vielen Talente von Karsten Kretschmers NFC in Hamburg und seit 2,5 Jahren aktiv. Ist es genauso, wie Du es gedacht hast oder hat sich vieles als ganz anders heraus gestellt, wenn wir Deine aktive Karriere betrachten?

FS: Ja das stimmt ich bin jetzt ungefähr seit 2,5 Jahren aktiv und habe davor ungefähr 2 weitere Jahre im NFC trainiert um dann endlich für mein Debüt bereit zu sein. Wenn ich mir die knapp 3 Jahre jetzt nochmals durch den Kopf gehen lasse, dann wundere ich mich doch wie schnell die Dinge gegangen sind. Ich hatte mir vorher vorgenommen es irgendwann einmal zur wXw zu schaffen. Das war mein großes Ziel was ich hatte, und ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell nach meinem Debüt dort landen würde. Dafür kann ich Tassilo Jung, Jakobi und Felix und auch Walter nicht oft genug danken. Von daher ist meine Karriere bisher noch viel besser als ich sie mir überhaupt vorgestellt hätte.

WF: Jetzt wollen wir es genau wissen, wie bist du zu wXw gekommen?

FS: Also zuerst einmal muss man wissen, dass ich bevor ich überhaupt bei Karsten angefangen habe mein erstes Trainingseminar im wXw Ring hatte, als ich 15 war. Dies war noch in der alten Trainingsstätte in Krefeld – Lynn. Ich hatte dort damals ein Wochenendcamp über 3 Tage an, wo ich 6 Stunden am Tag trainiert habe. Dort habe ich meine ersten Griffe und Würfe durch Tassilo Jung und Christian Jakobi erlernt. Dann habe ich angefangen regelmäßig bei Karsten im NFC zu trainieren und hatte da dann auch meine ersten Kämpfe. Irgendwann hatte ich dann einen Kampf gegen Big Van Walter im NFC und er sagte nach dem Match zu mir, dass ich mich gut gemacht hätte und er mich gern Jakobi und Tas vorstellen würde, also gab ich ihm ein paar Tapes von meinen bisherigen Kämpfen mit und hoffte das Beste. Das ganze fand ungefähr 3 Jahre nach meinem ersten Training im wXw Ring statt. Deshalb war ich sehr verblüfft, dass ich ein paar Tage später eine Nachricht von Jakobi und Tas bekam. Sie sagten, dass sie sich noch an mich erinnern könnten und ich herzlich gern ins Westside Dojo eingeladen bin um mich dort unter Beweis zu stellen. Und so kam das ganze dann ins Rollen.

WF: Die wXw hat sich in den letzten Jahren klar zur Nummer 1 Deutschlands entwickelt. Sicherlich hast Du als Fan auch wXw Shows besucht?

FS: Das stimmt, ich war als Fan öfters dabei. Ich habe mir zum Beispiel die wXw Carat Shows 2008 und 2009 live in der Halle angesehen, sowie die Noah und Dragon Gate Shows, die wXw ja mittlerweile regelmäßig veranstaltet.

WF: Du bist auch ein Mann, der gerne orange Hosen trägt. Um genau zu sein bist Du neben Leon van Gasteren Tag Team Champion der NCW. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem NFC und der NCW? Beide gehören doch Karsten Kretschmer, oder irre ich?

FS: Sagen wir mal so, im Ring trage ich auch gerne orange Hosen, außerhalb versuche ich mich nicht damit blicken zu lassen. Ich arbeite einfach sehr gerne mit Leon zusammen. Er ist ein sehr erfahrener Worker und ich kann und habe schon unglaublich viel von ihm gelernt. Zu der Situation um die NCW/NFC. Karsten hat meines Erachtens, die NCW eröffnet um außerhalb seiner eigenen Schule in anderen Städten zu veranstalten und somit einen gewissen Unterschied zum NFC zu kreieren, da es hier zum Beispiel keine Champion Titel gibt. Die Hauseigenen Veranstaltungen werden soweit ich weiß weiter unter dem Namen der Wrestlingschule, des NFC präsentiert.

WF: Man hat Dich auch schon als „Billig und gemein“ im Ring gesehen.

F: Ja das war als Heel Team in der CWN mit meinem sehr guten Freund Renè Cardinal. Wir sollten als Heel Team gegen Hot & Spicy antreten und Cardinal und Ich wollten uns einen Team Namen der ähnlich zusammengesetzt ist ausdenken und uns gefiel Cheap & Nasty. Ich würde diesen Namen auch jederzeit wieder verwenden sollte es noch mal zu einem Match mit Renè und mir im Team kommen.

WF: Du hast Dich also bereits als Heel & Face versucht. Was liegt Dir mehr?

FS: Das kann ich so noch gar nicht sagen. Dazu habe ich einfach bisher zu wenig als Heel gearbeitet. Was ich sagen kann ist, dass es schwieriger ist die Fans gegen sich zu bringen als für sich zu gewinnen.

WF: Mittlerweile bist Du auch gegen Veteranen wie Absolute Andy in den Ring gestiegen, gibt es evtl. jetzt schon ein Match, das Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

FS: Na ja, es gibt jetzt bisher noch kein Match wo ich sagen würde dass es sehr gut war, jedoch gibt es natürlich Matches, die einem mehr in Erinnerung bleiben. Eines davon war ein Six Men Tag Match mit Axeman, Kim Ray und mir auf der einen und den Japanern Ryuji Ito, Yoshihito Sasaki und Yuko Miyamoto auf der anderen Seite. Vor diesem Match war ich sehr aufgeregt, weil das mein erstes Match mit Japanern war und ich ihren Wrestling Stil sehr beeindruckend finde. Ansonsten muss ich sagen, dass jedes Match für mich etwas besonderes ist, da ich versuche mich von Match zu Match zu verbessern.

WF: Welche Veteranen haben Dir bisher besonders geholfen, Dich unterstützt, kritisiert und Tipps gegeben?

FS: Zum einen Big Van Walter, durch den ich in die wXw gekommen bin und der mir immer die Richtigen Tipps gibt. Zum anderen natürlich mein Trainer Karsten. Er hat mir soviel beigebracht und tut das natürlich heute noch. Gerade da ich ein großer Fan des Old – School Wrestlings bin und da bin ich bei ihm an der richtigen Adresse. Und dann ist da noch Leon van Gasteren, der mir nach unseren gemeinsamen Tag Team Matches immer hervorragendes Feedback geben kann und mir auch Vorschläge macht auf welche Weise ich es besser machen kann.

WF: Bist Du bisher von Verletzungen verschont geblieben?

FS: Ja absolut. Bisher hat es mich noch nicht erwischt. Und Toi Toi Toi, das das auch weiterhin so bleibt.

WF: Was können die Fans oder Promoter erwarten, wenn „Freddy Stahl“ in den Ring steigt?

FS: Dass Freddy Stahl immer 100 Prozent gibt und die Fans glücklich nach Hause schicken will!

WF: Welche japanischen Favoriten kannst Du uns nennen?

FS: Ja da gibt es mehrere. Aber besonders gerne sehe ich mir Matches von Mitsuharu Misawa, Toshiaki Kawada und Katsuhiko Nakajima an.

WF: Sicherlich ist Japan auch ein Land, wo Du gerne mal auftreten möchtest, evtl. ist dies bald über die wXw möglich. Gibt es noch andere Länder die du gerne bereisen möchtest um dort zu worken

FS: Ja ich wollte schon immer mal gern in England arbeiten, da ich, wie schon erwähnt, den englischen Old School Stil sehr mag. Und dann gibt es da natürlich noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Aber wer würde von den Europäern nicht gerne mal in den USA wrestlen.

WF: In Europa kann man kaum vom Wrestling leben. Was arbeitet Freddy Stahl im realen Leben außerhalb des Rings und wie ist das Wrestling damit vereinbar

FS: Ich arbeite Hauptberuflich al Physiotherapeut in einer Praxis. Das lässt sich wunderbar mit den Wrestling vereinbaren, da ich nur innerhalb der Woche arbeiten muss und die Praxis an Wochenenden geschlossen ist. Außerdem ist mein Chef absolut cool damit wenn ich beispielsweise einen Freitag frei brauche um zu catchen.

WF: Nehmen wir an, du müsstest für eine Woche nach Japan, wäre das für Dich möglich und mit deiner Arbeit zu vereinbaren?

FS: Das wäre von heute auf morgen sicherlich ein Problem. Bei langfristiger Planung denke ich aber nicht, jedoch ist so was bisher leider noch nicht vorgekommen. Ich könnte aber ganz offen mit meinem Chef darüber reden.

WF: Standardfrage: Warum bist Du Pro Wrestler geworden?

FS: Ich habe Wrestling das erste mal mit 13 Jahren gesehen und habe sofort Woche für Woche eingeschaltet. Mich hat einfach alles daran fasziniert. Die verschiedenen Charaktere, die schauspielerischen Elemente, aber vor allem die Athletik! Ich fand immer schon technische Wrestler sehr faszinierend, wie zum Beispiel ein Chris Jericho oder Chris Benoit. Schlussendlich habe ich mich den ganzen Tag mit nichts anderem mehr beschäftigt als Wrestling. Und dann war für mich auch ganz klar, dass ich selbst Wrestler sein wollte.

WF: Du hast immer wieder erwähnt Oldschool Fan zu sein. Was bedeutet für Dich Oldschool, was verbindest Du damit?

FS: Ganz verschiedene Old School Moves, eine vernünftige Matchstory, schönes Chain Wrestling mit Old School Holds etc.. Als Beispiel kann ich nur die World of Sports Matches mit Johnny Saint und Fit Finlay, sowie die NWA Matches in den 80ern nennen. Old School Rules!

WF: Bei den Traditionellen Catch Veranstaltungen gab es viele Turniere, dies ist heute nicht mehr so der Fall, wenn wir vom Carat absehen. Denkst Du so was hat heute noch Zukunft?

FS: Zu früheren Zeiten der CWA zum Beispiel gab es ja wirklich 60 Tage Turniere, wovon Karsten heute noch viele interessante Dinge erzählt. Damals war es aber einfach eine andere Zeit. Das Wrestling hatte einen ganz anderen Status in der Gesellschaft als Heute und bis zu tausende Leute sind täglich zu den Kämpfen gekommen. Heute ist das Wrestling einfach nicht mehr populär, was natürlich sehr schade ist. Deshalb denke ich würde es schwer werden die Hallen Tag für Tag so zu füllen, dass es sich bezahlt machen würde. Das Carat stellt da natürlich eine absolute Ausnahme dar, was immer wieder ein wirklich einzigartiges Erlebnis ist. Ich kann nur jedem empfehlen, der es als Wrestlingfan noch nicht live miterlebt hat. Ihr werdet es nicht bereuen!

WF: Du hast die Wahl: Nenne uns einige Legenden vergangener Tage (gerne auch verstorbene), mit denen Du gerne mal ein Match bestreiten würdest. Nenne uns auch den Grund dafür, warum es diese Person(en) ist/Sind

FS: Ich habe eigentlich 2 große Favoriten, aber diese sind ganz aktuell. Einmal Bryan Danielson, den ich, seitdem ich ihn das erste Mal bei Roh gesehen habe, bewundere. Ich glaube einfach dass es mit ihm gar nicht anders geht, als ein gutes Match zu haben. Und zum anderen ist das El Generico, dessen Wrestling Stil ich auch einfach sehr geil finde und er jemanden durch sein Selling unglaublich over bringen kann. Also eher Eine doch sehr überschaubare Anzahl von Workern mit denen ich sehr gern mal arbeiten würde.

WF: Wie haltest Du Dich fit, wie sieht Dein wöchentlicher Trainingsplan denn so aus, die Ernährung etc.?

FS: Ich gehe mindestens 5x die Woche ins Fitnessstudio, mache dazu mindestens 2x die Woche Cardio und einmal Jiu-Jitsu Training. Ich finde Fitness ist das wichtigste in diesem Sport, denn bist du nicht körperlich fit, wirst du im Laufe des Kampfes müde und wirst du müde steigt die Gefahr dich (und noch viel schlimmer) deinen Gegner zu verletzen. Ernährungstechnisch bin ich auch sehr streng mit mir und habe einen strikten Ernährungsplan, der für mich 6 Tage in der Woche gilt. Sonntags ist dann alles erlaubt.

WF: Wir danken dir für dieses Interview

Fs: Ich habe für die tollen Fragen zu danken und unterstützt weiterhin die Euro Szene!

WF: Sehr gerne, bleib gesund!

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