Big van Walter im WrestlingFever.de Interview (24.04.2012)

„Big van Walter“ steigt nun seit 2005 in den Ring und ist seit Mai 2011 wXw Unified Champion. Seit unserem ersten Interview vor ein paar Jahren ist einiges passiert. Er gewann das Carat und konnte einige Erfolge für sich verbuchen. Zeit für ein weiteres Interview mit dem inzwischen in Deutschland lebenden Österreicher.

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WF: Wir freuen uns erneut ein österreichisches Talent begrüßen zu dürfen. bereits 2008 gab er uns eines seiner ersten Interviews: Big Van Walter! Ich grüsse Dich!

Walter: Hallo!

WF: Mittlerweile hat sich viel getan. Damals warst Du 20, standst am Anfang Deiner Karriere und nun bist Du, sagen wir, ein etablierter, gern gebuchter Wrestler. Wie hart war der Weg seitdem für Dich?

Walter: Die Zeit verging ja echt wie im Flug. Für mich war damals mein Umzug nach Deutschland wohl die beste Entscheidung. Ich wohne nun ziemlich zentral was mir ermöglicht ziemlich viel Arbeit wahr zu nehmen. Wie hart der Weg war? Klar, Einsatz, Aufopferung, Verletzungen gehören dazu, aber so was nimmt man ja in Kauf für eine Sache die man gerne tut.

WF: Ich muss etwas schmunzeln, wenn ich unser erstes Interview durch lese. Damals war es Dir lieber als Face, bzw. Publikumsliebling aufzutreten. Dies hat sich geändert, nehme ich an?

Walter: Unfassbar das ich mal so gedacht habe, mittlerweile bin ich auf meinen Erfolg fokussiert und gebe nicht mehr viel auf den Zuspruch des Publikums.

WF: Vor allem bieten sich als Heel mehr Möglichkeiten, mit dem Publikum zu arbeiten, wird mir immer wieder von Deinen Kollegen gesagt (und auch bei den Shows gezeigt).

Walter: Man kann sich halt einfach gehen lassen und muss nicht auf sein positives auftreten achten das befreit schon ziemlich und man kann sich voll auf sein Handwerk konzentrieren.

WF: Wir haben uns damals auch über Japan unterhalten. Inzwischen ist viel passiert und Nach dem Tsunami gab es dann noch Störfälle einiger Reaktoren. Hat es Freunde von Dir betroffen, wie sehr hat es Dich in Deiner Arbeit eingeschränkt?

Walter: Es hat niemanden betroffen den ich (gut) kenne.
Eingeschränkt hat mich das ganze nicht. Jakobi, Tas und ich sind ja damals ca. 1,5 Monate nach dem Unglück für ne Tour drüben gewesen. Jedoch hatten wir anfänglich auch reichlich Bedenken. Unglaublich aber ist die Solidarität der Japaner untereinander. Bis heute wird dort noch für die Opfer gesammelt.

WF: Es ist erstaunlich wie ruhig die Japaner generell damit umgehen, bzw. umgegangen sind. Hattest Du keine Bedenken an dieser Tour teilzunehmen. Ich weiß nicht ob ich da rüber geflogen wäre zu dieser Zeit. So wie ich das verstanden habe, kamen die bedenken erst, als ihr längst im Land der aufgehenden Sonne wart?

Walter: Natürlich hatten wir Bedenken. Haben uns dann aber sehr gründlich informiert und alles für ok befunden und so war es ja dann auch.

WF: Du bist bekanntlich großer Japan Fan, dies betrifft nicht nur das gute Essen, sondern auch die Kultur und auch das Wrestling. In den letzten Jahren scheint das Interesse bei uns immer mehr zu schwinden, wie sieht es in Japan aus? Wie steht es um SMASH! denn wirklich?

Walter: Wie kommst du darauf dass es hier kein Interesse gibt.
Die wXw steigert stetig die Zuschauerzahlen, mit Chemnitz und Mannheim hat man neue Städte ins Programm aufgenommen. Der Hangar in Hannover ist auch immer voll.
Es kommt immer drauf an wie engagiert man an die Sache ran geht. Wenn ich nicht ausreichend Werbung mache brauche ich mich nicht wundern.
Was Smash betrifft kann ich keine qualifizierte Aussage machen, ich weiß auch nur das was in den News steht. Ich habe Smash nie verfolgt weil ich diese ganzen Comedy Elemente und Gimmick Kämpfe nicht mochte.
In Japan ist NJPW weiterhin die Nr.1 Big Japan Wrestling ist gut im kommen und AJPW füllt endlich wieder die Hallen und bietet wieder richtig gutes Wrestling.

WF: Dass kein Interesse besteht habe ich nicht gesagt, ich sage nur dass es eben nachgelassen hat, es schwindet. Das die wXw aktuell die Nr. 1 ist, ist unumstritten. Inzwischen steht die Liga für Qualität auch international – Siehe das 16 Carat Tournament.

Walter: Es liegt ja auf der Hand: Es gibt in Europa kein anderes Turnier, das so gut besetzt ist. Sogar in den Staaten gibt es nur noch selten Turniere mit so einem Kader. Der wXw ist wichtig, dass jeder der zu 16 Carat kommt ein unvergessliches Wochenende erlebt. Q&A mit allen Wrestlern, Fans vs. Wrestler beim Fußball. Wo gibt’s so was sonst?

Mittlerweile verfügt wXw auch über einen sehr guten Kader. Die Jungs müssen sich vor niemanden verstecken. Jungs wie Beck, Axel und Freddy sind die Zukunft unseres Sports. Auch die Zusammenarbeit mit BJW und CZW trägt bei der Förderung der Talente seinen Teil bei. Es werden regelmäßig Talente ausgetauscht. Allgemein ist der Werdegang sehr beeindruckend. Von der kleinen Smart-Mark Promotion im Ruhrpott zur wohl weltweit bekanntesten Europäischen Promotion.

WF: Die wXw ist eine der wenigen Ligen, die regelmäßig in Deutschland veranstaltet. Könntest Du Dir ein Tournament, ähnlich wie das Carat um den Titel mehrmals im Jahr vorstellen? Sagen wir 1-2 mal mehr?

Walter: Ich denke das würde den Bogen überspannen. Es gibt ja noch genug andere Attraktionen übers Jahr verteilt. Die CZW/wXw Shows gingen damals sogar über 4 Tage.

WF: wXw war inzwischen, wie von dir angesprochen, mehrmals in Amerika. Wie wurde das Produkt und unsere Wrestler angenommen?

Walter: Die Shows fanden in der alten ECW Arena statt, das Publikum da war eher Hardcore Wrestling gewohnt weshalb teilweise Kracher wie Hero vs. Sekimoto schlechter weg kamen. Die iPPV Verkäufe zeigten jedoch das es sehr gut angenommen wurde. Im Sommer geht es für die wXw nach Japan, was auch wieder ein Highlight für uns alle darstellt.

WF: Auf der aktuellen Bones DVD „The Psycho in Me“ ist zu hören, das er erstmal nicht so ankam! Liegt es nicht auf der Hand, dass man in der ECW Arena bei einer Kooperationsshow mit CZW viele Hardcore Fans haben wird?

Walter: Natürlich, aber warum sollten diese Art Wrestling bei denen nicht so funktionieren. Das die CZW Crowd etwas kompliziert ist war uns ja durchaus bewusst. Die Halle war ja auch gut gefüllt.

WF: Du bist aktueller wXw Heavyweight Champion, bereits zum zweiten mal. Dies zeigt, das man Dir vertraut und Du für die aktuell erfolgreichste Promotion wichtig bist. Dein nächster Gegner wird Emil Sitoci sein, wenn Du bis dahin noch Champion bist. Mit Emil haben wir einen weiteren Europäer, der sehr talentiert ist. Wie siehst Du Emil?

Walter: Emil ist wahrscheinlich das beste Gesamtpaket in Europa. Ich denke es ist nur mehr eine Frage der Zeit bis er sich aus Europa verabschiedet.

WF: Was war für dich persönlich wichtiger – Der Gewinn des World Tile oder der Sieg im prestigeträchtigen Carat-Turnier 2010…

Walter: Freuen tut man sich über beides, jedoch war der Titelgewinn wichtiger denn mit dieser Aufgabe bin ich gewachsen und konnte mich selbst weiter entwickeln.

WF: Welche Aufgaben siehst Du für Dich als amtierender wXw Champion?

Walter: Als Champion ist man das Gesicht der Promotion, man hat Vorbildwirkung für die Students und auch das Publikum erwartet eine entsprechende Leistung

WF: Kann man inzwischen auch mit Dir trainieren, gibst Du Unterricht?

Walter: Ich trainiere die Students im Westside Dojo, wie auch Tommy End und Emil Sitoci.

WF: Dein Trainer Michael Kovac sagte mir erst vor kurzem wieder, das man mit der Unterzeichnung eines WWE Vertrages seine Seele verkauft. Wäre es für Dich (Du bist ja noch jung) eine Option für länger oder sogar immer ins Ausland zu gehen? Ich vermute eher, dass du da an Japan denkst?

Walter: WWE ist absolut kein Ziel von mir. Allgemein würde ich für eine gute Gelegenheit nicht alles liegen und stehen lassen. Ich habe mir hier mittlerweile ein wunderbares Umfeld aufgebaut.

WF: Das heißt, dass du lieber in Deutschland bleiben würdest?

Walter: Absolut. Wenn ich ein Ziel definieren müsste dann wäre das hier das Geschäft voran zu treiben.

WF: Könntest Du Dir vorstellen selbst mal zu veranstalten?

Walter: Ich habe schon 2007 (einmal unter dem EWA und einmal unter dem RoE Banner) in Österreich veranstaltet. Ich würde nicht ausschließen dass es wieder passiert – auch in Deutschland!

WF: Alex Wright veranstaltet nun monatlich in Heßdorf. ich bin mir sicher, Du hast von dem Projekt „NEW“ gehört, viele Deiner Kollegen und Freunde waren schon da. Wie denkst Du über dieses Konzept in Süd Deutschland?

Walter: Ich finde es immer gut wenn jemand regelmäßig, professionelle Events veranstaltet. Alex hat sicher das nötige Wissen um so etwas durchzuziehen. Das was ich bisher gesehen habe sah sehr seriös aus und das auf junge Talente gezählte wird finde ich besonders gut.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit!

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