Fast Time Moodo im WrestlingFever.de Interview (08.10.2017)

WF: Unser Bestreben ist es bekanntlich schon immer, Euch auch die Stars von morgen vorzustellen. Heute haben wir das NEW Talent „Fast Time Moodo“ für ein Interview gewinnen können. Danke für Deine Zeit und Dein „erstes“ (?) Interview?

FTM: Hallo Markus, Danke, die Zeit nehme ich mir sehr gerne! Ja, ich freue mich sehr auf mein erstes Interview für eine deutsche Wrestling Webseite. Zuvor habe ich mal das ein oder andere Interview für lokale Radiosender gegeben. Aber das hier ist natürlich etwas ganz anderes.

WF: Wenn man sich vorab mit Dir beschäftigt, dann sieht man, dass Du schon sehr lange Sportbegeistert bist und auch außerhalb des Wrestling Rings gut aktiv bist. Erzähle den Fans doch bitte gerne einmal von Deiner Kampfsport Leidenschaft…

FTM: Oh, da muss ich sehr weit ausholen. Ich begann mit der Kampfkunst „Tong-il Moo-Do “ im zarten Alter von 5 Jahren, also im Jahre 2002. Das Tong-il Moo-Do ist eine nicht allzu weit verbreitete Kampfkunst im traditionellen Stil. Weiße Anzüge, Gürtel, die den Erfahrungsgrad anzeigen und ein eher strenges Training. Im Grunde nicht allzu anders als das klassische Karate.
Es zeigte sich recht schnell, dass ich dafür ein gewisses Talent hatte und das zusammen mit 4 bis 5 Mal Training pro Woche brachte mich rasch nach vorne.
2012 hatte ich die großartige Möglichkeit, an der Weltmeisterschaft in Südkorea teilzunehmen. Dabei war ich mit 15 Jahren der jüngste von rund 200 Teilnehmern und landete in meiner Gewichtsklasse – damals wog ich noch 59kg – auf dem 3. Platz beim so genannten Kumite. Das ist der Kampf Mann gegen Mann. Jeder, der schon einmal einen Teakwondo Wettkampf gesehen hat, kann sich das in etwa sovorstellen. Außerdem erreichten wir als Team Deutschland in der Team Performance den 1. Platz. Dabei ging es darum, die Techniken synchron mit Musik möglichst ausdrucksstark zu präsentieren.
Im Jahre 2013 kam dann der für mich wohl größte Schritt eines jeden Kampfkünstlers: Prüfung zum 1. Dan, dem schwarzen Gürtel. Vor wenigen Monaten legte ich dann die Prüfung zur nächsten Stufe, dem 2. Dan ab. Ich freue mich sehr darauf, in nicht einmal 3 Wochen erneut an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Diesmal geht es nach Brasilien.

Ich verdanke der Kampfkunst soviel. Zum einen habe ich eine wundervolle Freizeitaufgabe, da ich jetzt seit über 6 Jahren vor Gruppen stehe, um die Kampfkunst an Jung und Alt weiterzugeben. Zum anderen konnte ich beim Einstieg ins Wrestling Training auf einige Grundlagen bauen. Das richtige Fallen, die nötigen akrobatischen Grundlagen, Körpergefühl und Körperspannung und natürlich die vielen Strikes und Kicks, die meinen Wrestlingstil so prägen, konnte ich aus der Kampfkunst mitbringen.

WF: Erst einmal meinen wirklich aufrichten Respekt an Deine Leistungen und Erfolge. Und schon gibt sich die Antwort auf die Frage, wie Du zu Deinem Wrestling Namen gekommen bist, fast schon von alleine.

FTM: Der Name entstand zusammen mit meinem Trainer und Mentor Alex Wright. Er hat ihn mir vorgeschlagen und ich fand ihn super. Moodo hat etwas Einzigartiges. Es ist koreanisch für „Weg der Kampfkunst“. Da gibt es wohl nichts passenderes. „Fast Time“ dann noch als Zusatz um den Namen abzurunden und auf eine meiner Stärken im Ring hinzuweisen: die Schnelligkeit.

WF: Natürlich hätte ich aber erst fragen sollen, wie Du eigentlich zum Wrestling gefunden hast, Deine Kampfsport Antwort war aber eine ideale Vorlage?

FTM: Ich habe vor rund 10 Jahren angefangen, Wrestling zu verfolgen. Ich bin damals beim Durchschalten der Sender darauf gestoßen und dachte mir „Hey das ist ja fast so ähnlich, wie das, was ich mache.“ Also habe ich angefangen, RAW und Smackdown wöchentlich zu verfolgen. Ab und zu haben auch meine Eltern mitgeschaut, die das Wrestling noch aus den 90ern kannten. Die erste große Fehde, die ich mitverfolgte war Ric Flair gegen Shawn Michaels mit dem großartigen Ende bei Wrestlemania 24. Die älteren Top Stars dieser Zeit sind bis heute meine Idole. Die „letzten 3 einer Ära“, wie sie bei Wrestlemania 28 genannt worden: HBK, Triple H und der Undertaker.

Natürlich fängt man dann irgendwann an, sich über die Geschehnisse und Hintergründe informieren zu wollen, so dass ich regelmäßig auf Fanseiten las. Dort wurde dann für ein kostenloses Probetraining bei Alex Wright geworben und die Reise von Fast Time Moodo begann.

Auch heute verfolge ich noch regelmäßig die WWE, vor allem NXT jetzt mit Fabian Aichner. Zwischenzeitlich fand ich auch TNA recht interessant und auch Lucha Underground oder New Japan schaue ich mir gelegentlich mal an.

WF: Wohnst Du denn auch im Raum Nürnberg oder nimmst Du für Deine Trainigs Stunden viele Stunden Auftofahrt in Kauf?

FTM: Nein, ich wohne in Leipzig. Das sind rund 2,5 Stunden Fahrt. Mittlerweile habe ich mich an die Strecke gewöhnt. Am Anfang wirkte es ewig weit, aber im Vergleich zu den Wegen von manch anderen ist ja noch ganz okay.

WF: Dafür genießt Du ein professionelles Training und ausgebildete Gegner. Fährst Du nach den Shows immer nach Hause oder bleibst Du über Nacht in Heßdorf?

FTM: Von Anfang an war mir klar, dass sich der Weg lohnt. Alex weiß ganz genau, was er tut und was es fürs Wrestling braucht. Nach den Shows übernachte ich in der Regel im Hotel. Meistens kommt meine Familie inklusive meiner 4 jährigen Nichte mit. Die sind mittlerweile fast schon süchtig nach den NEW Shows. Somit kann der Sonntag nach den Shows regelmäßig für einen erholsamen Familienausflug genutzt werden.

WF: Wie ist es dann, plötzlich im Ring zu stehen und die ersten Bumps zu nehmen oder auch „safe“ zu schlagen?

FTM: Ich war schon ziemlich fit zu Beginn meines Wrestlingtrainings, aber ich denke es gibt keinen, der nach der ersten Einheit bei Alex nicht völlig fertig ist. Zu Fallen war ich gewöhnt, aber es in der hohen Wiederholungszahl und mit der krassen Intensität im Wrestlingring machen zu müssen, war eine harte Erfahrung. Am schlimmsten war aber das Rennen in die Seile. Die blauen Flecken blieben gefühlt ewig.

Ich war es zwar gewöhnt, Schläge und Tritte zum Gegner durchzuziehen. Aber natürlich muss das im Training nicht sein. Das ist in der Kampfkunst genauso. Wenn ich im Training kämpfe, will ich meinen Partner nicht verletzen oder unnötig weh tun. Da musste ich mich also nicht groß umstellen.

WF: Ich kann mir vorstellen, das Du durch Deinen Kampfsport Hintergrund einige Vorteile im Bezug auf Kondition und der Fallschule gehabt hast. Wie lange dauerte es, bis Du Dein erstes Match bestreiten durftest?

FTM: Ja, das Vorwissen hat mir enorm geholfen. Jedoch kam ich aufgrund des Weges und all den anderen Verpflichtungen, sprich Kampfkunst und Schule, nur für 2 Stunden im Monat nach Heßdorf. Das ist natürlich nicht viel, um ein so großes Repertoire an neuen Techniken zu erlernen, wie es das Wrestling bietet.

Nach gut zwei Jahren Training durfte ich das erste Mal bei einer NEW Show auftreten. Ich hatte ein echt ungewöhnliches Match gegen Zacharias Falk. Schizo Rik Stallwart war Ringrichter und drehte während des Kampfes durch. Eine wirklich seltsame Erfahrung in meinem ersten Match. Ich war zu der Zeit der jüngste Wrestler im NEW Kader. Obwohl ich mit meiner Leistung aus heutiger Sicht nicht allzu zufrieden bin, war das Feedback von Publikum, Kollegen und Alex recht positiv.

WF: Nun sind ein paar Jahre ins Land gezogen und du hattest so manche Gegner. Gibt es so etwas wie bisherige Lieblings Matches, Shows oder Gegner?

FTM: Zum Thema Shows sind natürlich „Extreme“ und „Hoch Explosiv“ jedes Jahr ein absolutes Highlight.

Mein zweiter Kampf überhaupt war ein Singles Match gegen Adrian Severe aka Fabian Aichner. Ich war erkältet und soaufgeregt wie vor keinem anderen Kampf. Es ging zwar somanches schief, aber das Match bleibt mir bis heute gerne in Erinnerung. Fabian hat alles aus mir heraus geholt. In bzw. aus diesem Kampf habe ich mega viel gelernt. Vor kurzem stand ich gegen Tom LaRuffa im Ring. Es war für mich eine große Ehre gegen einen solchen Veteranen, ringen zu können. Und es ist ein großartiges Gefühl wenn man merkt, dass man sogar mithalten kann.

Außerdem erinnere ich mich gerne an meine Kämpfe gegen Cash Crash zurück, davon gab es so einige. Er ist, obwohl er meist zu unfairen Aktionen greift, ein klasse Wrestler.

Der Kampf gegen meinen ehemaligen Tag Team Partner Oliver Carter im April diesen Jahres war eines meiner wohl besten Matches. Da lagen soviel Emotionen in diesem Kampf. Wir waren DAS Team der NEW und standen uns nun gegenüber. Wir haben uns nichts geschenkt. Es war wohl der bedeutendste Sieg meiner Karriere bislang. Ich bin froh, dass er mir nach dem Kampf den Handshake anbot.

WF: Du hast in letzter Zeit öfter mit dem Ex NXT & Impact Wrestling Star „Tom LaRuffa“ zu tun gehabt und auch gewonnen, wenn auch durch „DQ“. Welche Erfahrungen nimmt man da mit, holt man sich Tipps, tauscht man sich aus?

FTM: Ja, auf den Sieg bin ich nicht besonders stolz. Ich möchte selbst für meine Erfolge sorgen und nicht billig durch eine Disqualifikation.

Er weiß ganz genau, was er wann im Ring zu tun hat und gibt dieses Wissen auch gerne weiter. Ich habe mich sehr gefreut, von ihm Lob für meine Leistungen im Ring zu bekommen.

WF: Du stehst nächstes Jahr schon 4 Jahre im Ring, gibt es Wünsche oder Ziele für die nächsten Jahre?

FTM: Mein größtes Ziel ist es, gesund zu bleiben, um meinen Traum noch lange genug leben zu können und mit jedem Kampf von mir zufrieden zu sein.
Da Shinsuke Nakamura und Aleister Black (Tommy End) mir vom Stil her recht ähnlich und somit gewissermaßen auch Vorbilder für mich sind, wäre es absolut genial irgendwann einmal gegen diese beiden antreten zu können.
Innerhalb der NEW versuche ich in naher Zukunft natürlich umso intensiver, mir endlich einen Gürtel um die Hüften schnallen zu können.

Was den deutschsprachigen Raum betrifft, würde ich gerne mal gegen Marius Al-Ani in den Ring steigen. Wir hatten viele NEW Shows zusammen, aber nie die Gelegenheit, uns im Ring gegenüber zu stehen. Seine Entwicklung ist Wahnsinn. Echt Respekt vor dem, was er im Ring drauf hat. Auch gegen Walter anzutreten wäre sicherlich ein Match, aus dem ich Einiges mitnehmen könnte. Außerdem fehlen mir noch Singles Matches gegen Juvenile X, TKO und Demolition Davis. Aber das wird sich sicherlich noch ergeben. Da freue ich mich drauf.

Ein großes Ziel für 2018 wird es auch sein, die Ringe außerhalb Heßdorfs zu erobern. Innerhalb Deutschlands steht das schon etwas fest. Außerhalb Deutschlands würde mich England sehr reizen. Ich habe einfach Mega viel Spaß daran, im Ring zu stehen und wünsche mir deshalb, es so oft wie möglich machen zu können.

WF: Kannst Du uns schon verraten, wo Du Dein Debüt außerhalb der NEW feiern wirst? IPW oder EWP evtl.?

FTM: Das soll erstmal eine Überraschung bleiben
Ihr werdet es sicherlich bald erfahren.

WF: Wir wünschen Dir ganz viel Erfolg, vor allem Gesundheit und danken für dieses Interview!

FTM: Vielen Dank. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, auch euch alles Gute für die Zukunft!

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