Leah Von Dutch im WrestlingFever.de Interview (Deutsch, 25.02.2015)

Hallo Leah! Erst einmal vielen Dank das Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich hoffe es geht Dir gut.

LVD: Danke für die Einladung!

Du bist gerade auf großer Euro Tour, die Dich unter anderem erneut nach Deutschland führte. Wie hat es Dir hier gefallen, konntest du was von unserem Land sehen?

LVD: Ich liebe es in Deutschland zu wrestlen, die Fans sind fantastisch und die Promotions bieten eine große Show. Jedoch war es mir nicht möglich das Land zu erkunden. Flughafen-Show-Hotel-Flughafen, das war es bis jetzt. Ich hoffe das ich wieder komme und etwas mehr sehen kann!

Dein Name und Dein Aussehen deuten es mehr als deutlich an, aber bitte verrate uns doch mal in welcher Beziehung Du wirklich zu Holland stehst…

LVD: Meine Oma und mein Opa kamen 1955 nach Kanada, ich habe die niederländische Abstammung auf die ich sehr stolz bin. Aber ich bin Kanadierin…

Wie bist Du zu dem Namen gekommen?

LVD: Als ich geboren wurde, wollte mich meine Mutter Leah nennen, aber mein Vater war mit der Namensgebung dran. Mama hat ihren Willen nicht bekommen, ich wählte den Namen Leah auch für meine Mutter…und ich liebe ihn! Was den „von Dutch“ Teil angeht…Ich wollte eigentlich nur „Leah Dutch“ genannt werden, aber mein damaliger Trainer meinte das vor dem „Dutch“ noch irgendwas hingehöre. So entschlossen wir uns für „von Dutch“, wie die Firma mit den Trucker Mützen. Ich glaube „VAN Dutch“ klingt niederländischer;-)

Geboren wurdest Du in Ontario. Was kannst Du uns über Kanada erzählen? Wird da wirklich jedes Kind mit einem Hockey Stick in der Hand geboren? 😉

LVD: Wenn Du in Ontario wohnst, erlebst Du 3 Sommermonate, 1 Herbst, 7 Winter und 2 Frühling, haha ;-). Unser Winter ist absolut brutal, wir haben gerade jetzt eine Extrem-Kaltwetterwarnung seit einem Monat, mit Temperaturen von -35 Grad!!!Und ja, wir Kanadier LIEBEN Eishockey! Normalerweise schaue ich nur während der Playoffs oder wenn ich live zu einem Spiel gehe. Ich schaue nicht viel fern, außer WWE Raw.

Wann hattest Du Deine erste Berührung mit dem Wrestling – erinnerst Du Dich?

LVD: Ich weiß nicht ob es meine erste war, aber es ist die erste, an die ich mich erinnern kann. Ich war 12 Jahre alt und erinnere mich daran das Debut von Trish Stratus gesehen zu haben. Ich war super aufgeregt, weil sie blond war und aus Ontario kommt (genau wie ich!).

Wann kam der Entschluss selber eine Pro Wrestlerin werden zu wollen und wie hast Du den ersten Schritt gemeistert?

LVD: Als ich 18 oder so war…Ich ging zu einem sehr renommierten Schule und sie sagten mir, ich sei zu dick und würde es nie im Geschäft schaffen. Ich könnte ihnen aber auch einfach so mein Geld geben! Ich war am Boden zerstört und legte meine Pläne auf Eis… Dann, als ich 23 Jahre alt war, nahm ich an einem Aufsatzwettbewerb teil und am Ende gewann ich ein freies Training. Die Person, die den Aufsatz beurteilte, war WWE HOFer Adam „Edge“ Copeland… Fühlt sich immer noch surreal an!!!

Kannst Du Dich noch an Deine allererste Trainingsstunde erinnern?

LVD: Oh ja! Es war brutal! Der Ring war aus Sperrholz und Teppich gebastelt, sehr uneben, mein erster Bump nahm mir direkt die Luft. Ich dachte ich müsste sterben. Mein Trainer sagte mir „Steh auf und mach es nochmal!“. Ich dachte er ist verrückt!

Wie reagierte Deine Familie auf diese Entscheidung, gerade Eltern machen sich da größte Sorgen und sind skeptisch?

LVD: Meine Eltern LIEBEN es … Ich habe ernsthaft die MEIST unterstützende Familie und Freunde überhaupt! Mama will meine Managerin sein und mein Vater denkt, dass es lustig ist. Er lacht bei jedem meiner Wrestling Videos. Oh und meine Oma denkt immer ich sei betrunken, wenn ich eine Promo mache lol. Ich liebe meine Familie!

Wie lange dauerte es, bis Du Deinen ersten Profikampf bestreiten durftest und welche Erinnerungen hast Du daran?

LVD: Ich trainierte vielleicht 6 Monate oder so, dann hatte ich mein erstes Match. Es war brutal, Cherry Bomb prügelte mir die Scheiße aus den Knochen. Ich dachte ich hatte danach eine Gehirnerschütterung und meine ganze Familie und Freunde waren da. Es war die aufregendste und erschreckendste Sache die ich jemals tat.

Könntest Du Dir vorstellen auch einen anderen Beruf auszuüben – bzw. kannst Du vom Wrestling leben?

LVD: Ich würde es lieben irgendwann vom Wrestling zu leben, aber ich habe eine Backup Karriere als Tätigkeitshelfer. Ich arbeite mit Senioren in einem Pflegeheim. Ich liebe meine alten Leute und sie gegen mir wirklich gutes Material für meinen Dino Hunter Charakter. Die Dinge, die aus ihrem Mund kommen, sind urkomisch!

Hast Du eine Lieblingsgegnerin, eine Frau mit der Du eine besondere Chemie zu haben scheinst?

LVD: Ja!!! Ich habe zu 100% eine ganz spezielle Chemie mit Nikki Storm. Es scheint so als ob jedes Mal wenn wir im Ring aufeinander treffen etwas Magisches passiert. Sie weiß was ich denke, ich weiß was sie denkt. Es ist ziemlich schräg. Hoffentlich werde ich noch öfter gegen sie gebookt.

Wie stehst Du zu den WWE Divas und TNA Knockouts – was würde Dir eher zusagen?

LVD: Ich liebe es dass die TNA Knockouts so tolle Matches haben und Zeit bekommen um eine Story rüber zu bringen. ABER: Ich träumte schon immer davon eine WWE Diva zu werden. Es wäre fantastisch wenn ich die Gelegenheit bekäme für NXT zu arbeiten und die Möglichkeit hätte, jeden Tag zu wrestlen/zu trainieren.

Hattest Du schon Kontakte bzw. vielleicht sogar ein Tryout für eine der beiden Promotions?

LVD: Ich war „Zugabe“ der WWE in 3 Ländern (USA, England, Kanada) und nahm an einem dreitägigen TryOut Camp im Perfomance Center teil. Das sind alle Infos die ihr braucht 😉

Welche Rolle spielt Wrestling in Deiner Freizeit, kannst Du davon kurzfristig abschalten oder schaust Du es im TV etc.?

LVD: Das Abschalten ist sehr schwer. Es sieht so aus als ob ich über das wrestling rede, es schaue oder meine Leah von Dutch Social Media Accounts bewerbe. Es ist eben ein „Way of life“.

Wie stehst Du zu Matches zwischen Mann & Frau?

LVD: Hmmm, ich habe an ein paar teilgenommen. Ich mag es daran beteiligt zu sein, wenn die Story dahinter gut ist, aber eine Frau ohne erkennbaren Grund in so ein Intergender Match zu stecken erscheint mir doch etwas albern. Ich denke sie sollten sorgfältig geplant sein. Zum Beispiel: Wenn mich ein Mann schlägt und ich mich nur umdrehe um ihn eine Ohrfeige zu verpassen…Das macht keinen Sinn, denn in der Realität wäre ich ausgeknockt. Aber nehmen wir mal an er versohlt mir den Hintern, dann kassiert er eben die Ohrfeige. Das macht mehr Sinn. Ich würde lieber gegen ein anderes Mädchen wrestlen, mal angenommen ich kann all diese raffinierten Moves an einen Jungen anbringen, aber an kein Mädchen. Was nützt das? Wenn du zur WWE gehst wirst du auch nicht gegen Kerle antreten, wofür sind denn dann all die coolen Moves gut?

Betreibst Du noch andere Sportarten neben dem Wrestling, wie hältst Dich noch fit?

LVD: Ich gehe viermal die Woche ins Fitnessstudio und habe sogar eine Probemitgliedschaft im MMA!

Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Fans, ob via Social Networks oder bei den Live Events?

LVD: Das ist das WICHTIGSTE!!! Zu 100 Prozent, ohne Fans würde es keine Leah von Dutch geben! Folgt mir auf Twitter twitter.com/leahvondutch oder schaut Euch meine Homepage an www.leahvondutch.com

Vielen, vielen Dank für Deine Zeit!

LVD: Danke Euch und ich hoffe, bald wieder in Deutschland zu sein, lieber früher als später!

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