WF on Tour: Celtic Underground „A New Dawn“ (Oberhausen, 30.01.2016)

Celtic Underground „A new Dawn“ (30.01. – Kulttempel Oberhausen)

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3 Way Elimination/Viertelfinale im CU Title Tournament: David Reks vs Tenkgwa vs „Horseman of Hunger“ Apaosha

Ein Lightweight Match eröffnete die erste Show der neuen Wrestling-Alternative in Oberhausen: Celtic Underground. Der langjährige international erfahrene Tenkgwa traf auf den römischen Bettler David Reks (in anderen Ligen als Young Money Chong) bekannt und einen maskierten Unbekannten namens Apaosha. Nach einigen schnellen Aktionen wie Spinkicks, Kopfscheren und einem Spining Hell Kick der drei Protagonisten im munteren Wechsel der Offensive, schied Apaosha nach einem Running High Knee von Reks als erster aus. Nun lieferten sich Tenkgwa und Reks einen Mix aus Chain-Wrestling und schnellen Moves, bis am Ende Tenkgwa nach einer Kopfschere und einem Superkick gewann. Somit steht er im Halbfinale des Turnieres um den World Title der CU.

SCW Heavyweight Championship/Viertelfinale im CU Title Tournament
Swiss Warrior(c) vs Destroyer:


Als Nächstes ging es um die Heavyweight Championship nach Version der Swiss Championship Wrestling. Das Match war zeitgleich ein weiteres Viertelfinale im Turnier um den ersten CU World Champion zu krönen. Es erwartete uns mit den Powerhouses Warrior (woanders auch als Jamie Gardner bekannt) und (Drake) Destroyer ein Schweiz-interne Schlacht der Schwergewichte. In den ersten Minuten des Matches kam es zu einem unerwarteten Dive des Warriors aus der Ringecke auf den draußen stehenden Destroyer. Hier wurden die Fans langsam wach und mit den ihnen größtenteils unbekannten Wrestlern des Abends warm. Ein weiterer Sprung vom Warrior vom Top Rope in den Ring wurde vom Destroyer in eine Powerbomb gekontert! Erstaunlich beweglich gab es in der weiteren Folge Aktionen wie Suplessen, German Suplexes und Würfe vom Top Rope in die Ringmitte. Als Ringrichter Signer abgelenkt war schlug Destroyer mit dem Title Belt dem Warrior ins Gesicht. Dieser kickte bei 2,9 aber aus! Wenige Momente später beendete der Warrior das Match zu seinen Gunsten, mit einem Reverse Package Piledriver auf den Nacken seines Gegners. Damit stand der nächste Halbfinalist fest und der faire Mann im Match hatte gewonnen.

Non Title´s: TKO (NEW Champion) vs Juvenile X (GWP Champion)

Im folgenden Match hatten wir es mit einem Gastmatch der Champions der bayerischen Promotions NEW und GWP zu tun. Die sich aktuell in einer Fehde befindlichen Champions der beiden Ligen sollten hier nun im Westen ihr Können bei CU aufblitzen lassen. Vor allem der von den Fans ausgebuhte Juvenile X konnte mit technischen Aktionen wie Dropkicks (u.a. vom Top Rope) und Spin Kicks überzeugen. TKO als Favorit der Fans setzte mit klassischen Aktionen und Kraft dagegen. Teilweise merkte man durch aufkommendes Brawling die Intensität der Fehde in Bayern. Ein netter Mix der verschiedenen Wrestling Stile endete leider abrupt durch einen Beltshot von Juvenile X an TKO, vor den Augen des Ringrichters. TKO gewann somit durch DQ. Das letzte Wort dieser Fehde scheint noch nicht gesprochen, gerne möchte man beide auch bei CU wiedersehen.

IPW Germany Heavyweight Championship (vakant)
Apu Singh vs Michael Schenkenberg


Noch bevor in diesem Jahr die neue Promotion IPW Germany im Norden ihre erste Show veranstalten wird, wurde hier ihr erster Heavyweight Champion gekrönt. Der Inder Apu Singh traf auf den Hamburger Jung´ Michael Schenkenberg. In einem Match zwischen dem Techniker und Ringer Schenkenberg gegen den großgewachsenen Singh bestand ein Großteil des Matches aus Haltegriffen und Aufgabegriffen. Trotz allem war es eine intensive Paarung in deren Verlauf sich die Fans eindeutig auf die Seite Apu´s schlugen, welcher sich u.a. ein geschwollenes Auge und eine blutige Nase durch den am Rande des Erlaubten kämpfenen Schenkenberg einfing. Nachdem Schenkenberg erst noch einen Figure Four Leglock konterte konnte, konnte letztendlich Singh mit einem weiteren Figure Four den Sieg einfahren und sich in die Geschichtsbücher als erster IPW Germany Champion eintragen.

Viertelfinale im CU Title Tournament:
Bragna vs Murat Bosporus


Der aus den Kellern Oberhausens auch als Carnage bekannte Bragna traf nun auf einen Gegner mit Vorgeschichte in Oberhausen: Murat Bosporus. Der hielt vor dem Match eine Promo gegen die Fans und eine andere Oberhausener Wrestlingliga, zu der er heutzutage nicht mehr den besten Kontakt zu haben scheint. Der verbale Konter des am Mikro versierten Bragna ließ nicht lange auf sich warten. Das Publikum wurde bei diesem Duell der Worte richtig laut. Der Kampf wurde die erwartete Schlacht mit Suplessen, Strikes und unglaublicher Intensität. Der härteste Kampf des Abends, wie von der Crowd erhofft. Ausserhalb des Ringes bewarf man sich gegenseitig mit vollen Bierbechern, im Ring sorgte ein GTS gefolgt von einem Superkick zum Kopf des knieenden Murat, zum Sieg von Bragna. Somit stand der dritte Halbfinalist im CU Turnier fest.

Viertelfinale im CU TitleTournament: 6 Man Hardcore Gauntlet
Zunächst zerstörte der mit 180kg massive (Demolition) Davies den maskierten und mit einem Schwert zum Ring kommenden „Horseman of War“ Abigor mit Poweraktionen wie einem Bodyslam, Big Splashes und einem Spike Slam, gefolgt von seinem nächsten Gegner: dem maskierten „Horseman of Pest“. Dieser wurde noch schneller als sein Stable Partner abgefertigt. Als Nächstes kam unter Jubel der Fans Hate zum Ring. Dieser lieferte sich eine Schlacht mit Davies im und vor dem Ring. Ein Stuhl, ein Serviertablett und ein Barbed Wire Bat wurden u.a. eingesetzt. Hate schaffte es dann doch schnell seinen Gegner im Ring zu pinnen. Im Anschluss wurde er von Davies aber bis zum Merchtable geschliffen und mit einem Bodyslam durch einen Tisch befördert. Zum Leidwesen Hate´s landete er auf Leuchtstoffröhren, als er durch den Tisch musste. Hate wurde nun vom Ringrichter als kampfunfähig erklärt. Nun machten die Nr. 5 im Kampf Bam und die Nr. 6, der „Horseman of Death“ Abbadon, den letzten Viertelfinalplatz untereinander aus. Abbadon setzte seine mit zm Ring gebrachte Sense nicht ein und wurde am Ende von Bam mit einem Death Valley Driver durch eine in der Ringecke angelehnte Spanplatte gehämmert und im Anschluss gepinnt.

Main Event:
Jonny Storm vs Jody Fleisch


Zwei Veteranen im Euro Wrestling aus Great Britain bestritten den Main Event. In den letzten 15 Jahren waren sich die zwei in unterschiedlichsten Ländern Europas schon unzählige Male gegenüber gestanden. Auch bereits mehrmals bei einer anderen Ligen unter Hate´s Führung. Man kannte sich also aus dem „Eff-Eff“. Nach einigen Minuten des Chain Wrestlings wurde das Publikum mit unglaublicher Akrobatik, Schnelligkeit und Spots bedient. Das Publikum ging gut mit, u.a. da solch ein Match eine Abwechslung zu allem sonstigen im Westen Deutschlands darstellt. Das Highlight war sicher der Moonsault von Fleisch auf den außerhalb des Ringes stehenden Storm. Dieser gewann am Ende das Match nach einer Huracanrana und mehreren Kicks zum Kopf seines Gegners. Ein Spotfest aller erster Güte.

Fazit:
Viele der Zuschauer waren wohl völlig Wrestling-fremd. Darunter litt im ersten Teil der Show die Stimmung. Das Einlassen auf neue Gesichter im Ring als auch auf das neue Konzept der Liga war hier leider schleppend vorhanden.
Beginnend mit zweiten Hälfte und dem Erscheinen des fast allen bekannten und geliebten Bragna/Carnage war die Stimmung entfachtet und der zweite Teil wusste im Ring vollends zu überzeugen. Im Halbfinale des Turniers stehen nun Bragna, der Warrior, Tenkgwa und Bam. Hier erwarten uns verschiedenste Stile und interessante Konstellationen.
Außerdem wird das letzte Worte zwischen Hate und Davies noch nicht gesprochen sein. Weitere Wrestler wie die Gäste der NEW/GWP, Apu Singh oder Drestroyer sieht man hoffentlich wieder. Sicherlich wird auch das Stable der 4 maskierten Horsemen als apokalyptische Reiter eine Rolle spielen und man würde sich über Tag Team Action freuen. Insgesamt ein solider Auftakt. NRW bzw. Oberhausen kann eine Alternative nur gut tun. Am 02.04.2016 geht es im Kulttempel Oberhausen weiter.

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