Bushwacker Luke im WrestlingFever.de Interview (04.01.2011)

Die Bushwackers konnten zwar nie WWE Tag Team Gold gewinnen, dennoch sammelten sie nicht wenige Titel-Erfolge auf der ganzen Welt. Die beiden gehörten zu den beliebtesten Tag Teams der WWE Geschichte und Luke ist heute immer noch bei einigen Veranstaltungen zu sehen, während sich Butch zurückgezogen hat. Wir haben am 04.01.2011 ein wirklich exklusives Interview mit ihm führen dürfen…

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WF: Hallo Luke, zuerst einmal vielen Dank, dass Du Dir Zeit für WrestlingFever.de genommen hast. Es ist uns eine Ehre und wir hoffen, dass es Dir gut geht?

Luke: Danke für das Interview, Kumpel!

WF: Seit 1964 stehst Du bereits im Wrestlingring. Nicht viel später warst Du bereits an der Seite Deines Freundes Butch bei Stu Harts „Stampede Wrestling“ zu sehen. Welche Erinnerungen hast Du an diese Zeit, speziell an Stu Hart?

Luke: 1972 kamen wir zum ersten Mal nach Nordamerika zum Grand Prix Office in Montreal (Kanada), die drei Shows pro Nacht in Quebec, Ontario und Burlington in den USA veranstalteten. Gegen Mitte des Jahres 1973 schafften wir es dann in Calgary, Kanada, zu Stu Hart und arbeiteten für seine Promotion Stampede Wrestling. Ich habe viele Geschichten über diese Promotion zu erzählen aber dieses Interview würde dann einer Bibel gleichkommen denn es war ein hartes Terretorium. Es sind wirklich berüchtigte Dinge, die man sich überall auf der Welt erzählt. Der Dungeon (Trainingskeller der Harts) war ebenso berüchtigt, brachte Stu die Jungs doch auf ihre Hände und Knie, brachte einen Griff an und sagte ihnen dann dass sie sich doch bitte daraus kämpfen mögen. Er war ein starker, bissiger Bastard aber Butch und ich liebten ihn. An vielen Sonntagen waren wir auch beim Dinner in seinem Haus.

WF: Als Australier hattet Ihr den Namen „The Kiwis“ bekommen. Wer war denn bitte so kreativ, Euch diesen Namen zu verpassen?

Luke: Wir sind aus Neuseeland und der Spitzname für Leute von dort lautet „KIWI’s“. Du musst es ungefähr so verstehen: Es gibt eine Vogelart, die für seine Größe die größten Eier legt und es gibt nicht mehr viele von ihnen.

WF: Mitte der 70er konntet Ihr als Team erstes Gold bei Stampede erringen, was Ihr bei WWE leider nie geschafft habt. Woran denkst Du, hatte das gelegen – beliebt wart Ihr schon sehr bei den Fans und zur WWE Zeit wäre es eigentlich möglich gewesen?

Luke: Bevor wir 1973 die Stampede World Championships gewannen hatten wir bereits viele Tag Team Title um unsere Hüften. Neuseeland, Australien, Singapur, Südostasien und so geht es weiter. 37 verschiedene Tag Titles. Nun zu deiner Frage. Wir waren Charaktere, die keine Titel brauchten um bei den Fans over zu sein. Die Titel sind für die Hüften der Wrestler, die sie zum Ergreifen des öffentlichen Auges brauchen, der ihnen dann auch einen extra Push gibt.

WF: Einige Zeit später also, so gegen 1989 konnte man Euch endlich bei WWE sehen. Dies bedeutete einen internationalen TV Spot und hohen Bekanntheitsgrad. Wie seid Ihr damals damit klar gekommen „berühmt“ zu sein?

Luke: Es war gegen September ’88 als wir unseren Wechsel von der NWA zur WWE (damals WWF) vollzogen. Wir waren auf Ted Turners Sattilite TV, TBS, seit ca. 1981 und so haben uns die meisten in den USA, die TBS empfangen konnten, schon als das Hardcore Heel Team „THE SHEEPHERDERS“ gesehen. Die NWA war eine Wrestlingfirma während Vince McMahon (WWE) einen zum Prominentenstatus verhilft. Es war eine monströse Veränderung für uns als wir uns von den bösen Buben in diese comicartigen Lieblinge verwandelten, die überall auf der Welt zu sehen waren. Wir zogen Nutzen daraus und kreierten ein neues Gimmick welches die Fans liebten und uns vorran bewegte. Viele der Fans in den USA nahmen uns zunächst nicht wahr weil sie uns als antiamerikanische Bösewichte sahen und nicht an die Veränderung unserer Persönlichkeit glaubten.

WF: In den 90ern hat man Euch in der WWE Midcard gefunden. So wart ihr kaum noch als Wrestler zu sehen, eher als Comedy Acts. Wie seid ihr damit umgegangen?

Luke: Eine gute Card erschließt sich aus vielen verschiedenen Charakteren. Du hast ein Titelmatch, ein grobes Match mit Hardcore-Elementen, deine extremen Wrestler, die etwas leichter sind und für die Highflying Action sorgen, ein eigenartiges Gimmick (ein Homosexueller oder die andere Extreme) wie Jim Duggan z.B., dein Divas Match und ein komödiantisches Match, wofür wir zuständig waren. Eine Card wie diese langweilt die Fans nicht.

WF: Hast Du Dir nicht gewünscht auch mal als Heel zu agieren?

Luke: Heels verkörperten wir am besten aber Vince hätte uns nicht mehr zu Bösewichten werden lassen.

WF: Hättest Du Dir nachträglich gewünscht, ernsthafte Fehden gehabt zu haben?

Luke: Wir hatten einen guten Lauf in der WWE mit dem was wir taten genau wie viele ernstere Wrestler und ich wäre nie so gut in Erinnerung geblieben. Das Tag Team das umherstiefelte und die Köpfe der Leute anrührte und Sardinen verspeiste.

WF: 1994 hat man Euch zuletzt bei WWE gesehen habt Ihr Euch einvernehmlich getrennt oder wurdet ihr entlassen?

Luke: Wir waren nicht mehr im Wwf-Fernsehen zu sehen und bereiteten uns auf internationale Touren vor für diese Company und tourten dann mit. Unsere letzten Matches für die WWE fanden 1996 – 1997 statt. Wir kehrten 2001 für die Gimmick Battle Royal zu Wrestlemania in Houston zurück.

WF: 2007 konnte man die Bushwackers noch mal im TV sehen, dieses mal bei TNA. Das Produkt existiert schon einige Jahre und wir würden gerne Deine Meinung zu TNA und die Zeit dort hören?!

Luke: Ich arbeitete für ein Weihnachts-Segment als Onkel von Eric Young. Ich hatte mir erhofft, dass diese Company einen ordentlichen Tritt in den Hintern erhält mit der Ankunft von Hulk Hogan aber es ist einfach verpufft. Die WWE bietet die größte Bühne in der Welt des Pro Wrestling und für mich und wohl die meisten Fans da draußen gehört schon ein ordentliches Disaster dazu um Vince von seiner Topposition auf dem Markt zu schlagen solange niemand auch nur in die Nähe seines Erfolges kommt.

WF: 2008 sah man dich bei einer der beliebtesten Indypromotions „Ring of Honor“ in einem Rumble, wo Du von Necro Butcher eliminiert wurdest. Welche Erinnerungen hast Du an diesen Event?

Luke: Ich habe einige Male zwischen 2008 und 2009 für diese Company gearbeitet und denke sie bieten ein großartiges Produkt für ihre Niche. Eine sehr aufregende Company, die eines Tages die Nummer 2 auf dem Markt darstellen wird. Wie Du sehen kannst, stammen die meisten TNA Stars von dort und auch die WWE greift nun Talente von dort ab. CM Punk, Bryan Danielson und Tyler Black. Bei dieser Battle Royal wurde ich von ihrem Hardcore Wrestler Necro Butcher eliminiert.

WF: Butch hat seine Stiefel aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel gehängt. Hast Du noch Kontakt zu ihm, weißt Du wie es ihm heute geht und was er macht?

Luke: Durch eine üble Staphylokokkeninfektion endete das Tag Team der Bushwhackers gegen Mitte des Jahres 2001. Butch trat vom Geschehen zurück und kehrte nach Neuseeland zurück um Zeit mit seinen Töchtern und Enkeln zu verbringen. Ich versuche jeden Monat, eigentlich jede Woche, mit ihm zu sprechen aber er ist zurückgetreten, erneut verheiratet und lebt nahe am Strand außerhalb der Hauptstadt Wellington, wo wir Beide geboren wurden.

WF: Gibt es etwas, was Du evtl. früher anders gemacht hättest oder würdest Du alles wieder so machen?

Luke: Man wird älter und weiser. Ich verstand den Wrestlingmarkt der USA nicht ganz, kam ich doch von einer kleinen Insel in der südlichen Region des Südpazifiks, die nur knapp 3 Millionen Menschen ihr Heim nennen und in der nächsten Minute lebte ich in den USA, wo 300 Millionen Menschen leben. Ich machte mit der Zeit viele Fehler. Zum Beispiel verließ ich 1981 das NWA Office in Charlotte nachdem ich nur 4 oder 5 Monate dort gewesen war und wir erhielten einen starken Push dort, nicht realisierend das wir im nationalen Fernsehen mit der TBS waren, was uns zu einer gefestigten Größe gemacht hätte. Aber wir waren grün hinter der Ohren wenn es um die Promoarbeiten des Geschäfts ging und so gingen wir nach Puerto Rico, wo wir an gerade Mal 4 Tagen in der Woche arbeiten konnten, was das 8-fache an Reisestress bedeutete. In der NWA arbeiteten wir 7 und manchmal 8 Mal pro Woche und hingen uns rein. 3.000 Meilen die Woche mit dem Auto.

WF: Erzähle uns bitte eine lustige Roadstory aus der Zeit von WWE, da gab es sicherlich einige?!

Luke: The Marble Rib, was wohl im Hart-Terretorium startete, passierte als ich dabei war. Ein Kerl kam in die Promotion und hatte seine ureigene Einstellung. Einer der Hartbrüder startete eine Party nach einer ihrer Shows auf Tour. Wir alle kamen in dieses Haus zurück, wo man überall Frauen antreffen konnte. Eine dieser charmanten Damen kam zu diesem erwähnten Kerl und wollte letztlich mit ihm ins Schlafzimmer verschwinden. Der Kerl dachte dass dies der Ritt seines Lebens wird und so stand er dann da wie Gott ihn schuf als ein Typ mit einer Knarre in der Hand hereinbrach und behauptete dass es sich bei der charmanten Dame um seine Frau handelte. Ein Schuss ging los und der Kerl verschwand direkt, wobei er den Großteil seiner Klamotten einfach dort ließ. Der Kerl wurde nie wieder in der Promotion gesehen und niemand hörte mehr etwas von ihm.

WF: Hier noch einige Kollegen, zu denen Du bitte einen kleinen Kommentar abgibst:

Roddy Piper: Großartiger Kerl mit dem wir über ein Jahr lang ein Programm absolvierten und dem wir in einigen Promotions wieder begegneten.

Jerry Lawler: Ich war mit ihm in Jerry Jarrets Mid South Promotion und wir haben gut zusammen gearbeitet. Ebenfalls in der WWE, wo er als Kommentator einen verdammt guten Job macht. Humorvoller und guter Worker.

Mean Gene Okerlund: Er ist der Beste in dem was er tut. Interviews und Segmente. Sehr originell und scharfsinnig. Wenn du nicht die richtigen Worte findest ist Gene sofort zur Stelle.

Bam Bam Bigelow: Hatte nie viel mit Bammer zu tun. R.I.P.! Er war einfach im Umgang, hat hart gearbeitet, war einfach einer von den Jungs und hatte ein großartiges Match gegen Football Star Lawrence Taylor bei einer Wrestlemania in New York City.

The Moondogs: Wir traten nur ein einziges Mal gegen sie an im Memphis Colisium und dies war eine wirkliche Hardcore-Schlacht.

Butch: Wir waren mehr als Brüder als wir Neuseeland erstmalig als Tag Team 1969 verließen. Ich würde sagen es waren insgesamt mehr als 25 Jahre, die wir umhertourten. Wir hatten unsere Differenzen hier und da aber im Ring arbeiteten wir stets als Team zusammen.

WF: Wir danken Dir für dieses Interview und wünschen Dir alles erdenklich Gute!

Luke: Ich bedanke mich.

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