Kolumne: “On the road mit Michael Kovac” #6 (26.10.2013)

ontheroadkovacGSW-Wochenende
9h morgens Treffpunkt Endstation U3 Ottakring mit meinem Schüler Moritz (Julian Nero), Mr. Tattoo sollte uns im Auto nach Linz mitnehmen. Ich bin zwar selber noch nicht ganz fit, weiß aber auf Hubsi kann man sich immer verlassen, was nach 10 Minuten ein wenig verschwimmt. Nach einer SMS und zwei unbeantworteten Anrufen, denk ich mir, der hat gestern mitm Saufn noch weitergemacht und wir schalten nach 20 Minuten auf Plan B und nehmen die Westbahn, die wir noch ohne Probleme kriegen. Erst im Zug meldet sich mein Kumpel, er hätte verschlafen, was aber für mich kein Problem ist, weil mit dem Zug sind wir genau so schnell in Linz.
Dort holt uns Chris Colen ab und meine erste Frage an ihn: „Hast du das Skript gelesen?“ Zur Info, GSW verschickt immer Skripts zum Showablauf, die die Österreicher aber NIE lesen, weil wir keinen Bock dazu haben. Selbst, wenn ich wollte, könnte ich nicht, weil das mein Computer eh nie aufmachen kann. Natürlich hat auch Colen keinen blassen Dunst und ich penn erstmal ne Zeit, weil der Vorabend mit den Dirty Brothers doch etwas länger ging. In Regensburg steigt der Weißwurscht-Phillip zu, (Johnny McRockfort) und darf auch gleich weiterfahren, beide GSW-Rookies mussten mir natürlich nen 6er-Träger Bier mitbringen, um dabei sein zu dürfen.
Am Schluss der über 6-stündigen Fahrt setz ich mich sogar hinters Lenkrad, krieg aber schon ziemlichen Durst und probier mal ein lecker Bayernbier, nachdem ich mir schon ein Notfallbier mit dem „Nasenbär“ geteilt habe. In Marburg angekommen, kurz mal das Büffet geplündert, dann schick ich schon einen Backstage-Heinzi ums Skript, um mal ne grobe Ahnung zu kriegen. Als ich erfahre dreimal raus zu müssen, einzugreifen, labern, 20-Minuten-Match und noch mal eingreifen, reiß ich mir mal ein Bier auf, um das zu verdauen.
Bei der GSW hat sich nix geändert, lieber mehr als zuwenig! Bones hat mir lecker Johannisbeer-Bier mitgebracht, bei jeder Show gibt es einen anderen Geschmack, hat zwar weniger Promille, hält aber meinen Flüssigkeitslevel auf sportlich! Das Match macht mir keine Sorgen, aber rechtzeitig Eingreifen und Labern, vor allem mit Absolute Andy, hat so seine Haken. Hab da immer dezent Bammel, dass ich grad nach einem Bier such oder grad pissen bin, wenn ich eingreifen soll. Und Andi improvisiert immer soviel Scheiß, dass man dabei nicht lachen darf. Die Show beginnt, wie immer mit einem Laber-Segment, Zeit für noch ein Bier, dann dürfen meine Rookies noch kurz ran und schon steh ich mit Andi im Ring und wir ziehen das Onkels-Ding durch. Ich muß dabei immer wieder auf seine Plauze schaun, der Gute hat ganz schön Hüftspeck zugelegt!
Dann bin ich mit Karsten Beck dran, Match läuft easy, bis der doch tatsächlich komplett meinen Bulldog verkackt, was die Fans mit „Beck fucked up!“ quittieren. Am Schluß greift noch Schock ein und nach einem Kuddelmuddel pinne ich Karsten mit dem Obermacker-DDT. Trotzdem werden Andi und ich laut Storyline gefeuert, was wir vorher nicht so genau mitgekriegt haben, wir haben ja das Skript nicht gelesen.

„Kauleistenreiniger“

Andi, Schock und ich flüchten in ein geheimes „Hauptquartier“ gleich ums Eck und sollen da bis ans Ende der Show bleiben, bis wir wieder eingreifen müssen, aber es war grad Pause und es hat dort was gefehlt -BIER! Aber es war dort auch ein Mädel am Start, das sich bereit erklärt hat, uns mit Gerstensaft zu versorgen, und das nicht zu knapp. Und wir langen auch nicht zu knapp zu, sind ja Profis! Wir sollen dann ne längere Promo zusammen halten, was gar nicht mal so einfach ist, weil Andi immer wieder soviel Müll quatscht, er ist zwar immer lustig, es ist aber mühsam, bist man das Gewollte im Kasten hat. Gott sei Dank helfen da die Flaschen Bier, die immer wieder unseren Elektrolyt-Haushalt auffüllen, man schwitzt ja noch vom Kampf her. Umso länger wir warten, werden wir natürlich umso lustiger und bald fragen sich Andi und ich, was wir eigentlich am Schluss noch zu tun haben. Scheißegal, einfach improvisieren, is ja unsere Stärke! Nebenan geht ne Studentenparty los und ich will Schneckenchecken, die schauen aber komisch als sie halbnackte Männer nachts draußen rumhuschen sehn. Hoffentlich ist die Show bald zu Ende, ich will schon feiern! Dann ist der Abschluß Angle, wo es nochmals kurz Action gibt und Pascal Spalter als neuer Held etabliert werden soll. Aber Andi und ich lassen sich auch einfach mitfeiern, wir kennen ja das Skript nicht so genau und Fans reichen mir schon im Ring ein Bier nach dem anderen – langsam werd ich zum „Sandman“ der GSW! Danach kurz duschen und noch mit den Fans in der Halle abhängen, die immer mehr Bier bringen, feine Sache!

„Mein neuer Bierhalter!“

Danach geht`s eigentlich zum wichtigsten Teil des Wochenendes, zur Aftershow-Party! Im angemieteten Keller steht ne Karaoke-Anlage und mir schwant Böses für später. Aber zuerst mal was inne Futterluke und zwischendurch immer wieder mit Familie Baumstark gescherzt, die am Nachbarstisch sitzt. Da Mädls technisch außer den üblichen Verdächtigen nix am Start war, konzentriere ich mehr auf den Alkohol-Aspekt und werde schon ans Karaoke-Mikro gebeten. Ich donnere den Klassiker: „Kovac & Indianer“ in die Runde und von da an war gleich alles noch lockerer drauf, kein Wunder bei Refrain:“ Komm, hol die Nudel raus……“ Danach geht`mit dem Cola-Tower-Trinken los, ich wusste zwar nie, welcher Alkohol drinnen war, aber Hauptsache es war genug drinnen! Und irgenwie hat mir immer ir gendwer ein Glas in die Hand gedrückt. Ein paar Songs später zeige ich schon den Spinnaroonie und noch später hat sich mein Arsch aus meiner Hose befreit, das ganze normale Programm halt. Cirka 5h morgens gut befüllt ins Bett gefallen und als ich nächsten Tag halbtot auf der Rückbank vom Auto liege frag ich mich noch, was jetzt eigentlich genau im Skript gestanden ist….

Michael Kovac
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Diese Kolumne spiegelt nicht unbedingt die Meinung von Wrestlingfever.de wieder, dennoch würden wir uns über Feedback zu dieser Ausgabe freuen! Vielen Dank!

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