Melanie Gray im WrestlingFever.de Interview (28.01.2016)

WF: Vielen Dank das Du Dir erneut die Zeit für uns genommen hast, unser letztes Interview ist mittlerweile fast genau ein Jahr her. Wie hast Du die letzten 12 Monate erlebt – Was hat sich getan?

MG: Es war, ehrlich gesagt, ein auf und ab. Mein Highlight war natürlich im Rahmen des 16 Carat im Ring stehen zu dürfen und auch gegen andere namenhafte Gegnerinnen antreten zu können. Auf der anderen Seite war Ladies Wrestling auf wXw Cards leider viel zu selten zu finden.

WF: Fehlt es generell an Gegnerinnen, hattest Du gesundheitliche Einschränkungen oder wurde bei wXw kaum mit Ladies Wrestling geplant?

MG: Durch den Ausstieg von Svetlana und die Verletzung von Alice sind nun einmal zwei mögliche dauerhafte Gegnerinnen weggefallen und dies ausschließlich durch Fly-Ins zu kompensieren ist natürlich auch für eine wXw unmöglich. Gesundheitlich gab es auch ein paar Kleinigkeiten, die aber kaum der Rede wert sind. Im Endeffekt ist es also eine Mischung aus allem.

WF: Du hattest 2015 zwei Matches gegen Nixon Newell, wie hat Dir die Arbeit mit ihr gefallen, wie stehst Du einem möglicherweise entscheidenden Fight gegenüber?

M: Wäre ich natürlich sofort dabei, dementsprechend kann man sich denken, dass ich viel Spaß mit ihr im Ring hatte.

WF: Die Academy eröffnete ihre Pforten. Wie gefällt dir das neue wXw Projekt und den dort angebotenen Trainingsmöglichkeiten?

M: Die Trainingsmöglichkeiten dort sind im Prinzip unendlich, da auch außerhalb der offiziellen Trainingszeiten der Ring steht und man als Fortgeschrittener im Prinzip fast rund um die Uhr trainieren kann. Zudem haben wir mit Walter, Toby, Kim und Jay vier sehr kompetente Trainer am Start, zu denen sich immer wieder angesehene Gasttrainer gesellen.

Ich würde mir natürlich wünschen, dass sich dort noch ein paar mehr Frauen sehen lassen würden, genauso wie vermehrt Wrestler von außerhalb, die sich einfach weiterbilden und diese Einrichtung nutzen möchten. Aber, da die Academy ja quasi noch immer in den Kinderschuhen steckt, kann dies ja noch kommen.

WF: Wie sieht Dein persönliches Trainingsprogramm aus?

MG: Ich habe mir erst vor Kurzem einen neuen Gym Trainingsplan von Kim erstellen lassen, der in Unterkörper, Oberkörper, Intervall Cardio und „normale“ Cardio unterteilt ist. Ansonsten gibt es je nach Möglichkeit 1-2 Mal die Woche Wrestling Training bzw. evtl. sogar öfter, je nachdem, ob an den Wochenenden Veranstaltungen sind oder nicht.

WF: Vor kurzem hattest Du ein Booking in der Schweiz angenommen. Was kannst Du uns darüber berichten?

MG: Es war super! Ich wurde sofort von allen freundlich begrüßt, es war eine angenehme Backstage Atmosphäre und am 26.3.2016 werde ich dort um den Ladies Title gegen Laura Wellings antreten und es fühlt sich einfach gut an im Titelrennen berücksichtigt zu werden.

Es wäre mein erster Titel überhaupt und dementsprechend überwältigt wäre ich, wenn ich das tatsächlich schaffen würde.

WF: England sehen viele Fans als DAS Land überhaupt wenn es um professionelles Damenwrestling geht. Teilst Du dieser Meinung und wo liegen die Unterschiede zu Deutschland?

MG: Absolut! Das ist quasi das Mekka (wenn man von den USA einmal absieht). Der Unterschied ist denke ich, dass Ladies Wrestling dort wesentlich mehr als Teil einer Wrestling Veranstaltung akzeptiert wird und ganz klar dazu gehört, quasi Standard ist. Die Damen auf der Insel haben also viel öfter die Möglichkeit im Ring zu stehen, wodurch natürlich auch die Fortschritte viel schneller zu sehen sind und die Damen dort wesentlich mehr Erfahrung haben.

WF: Würdest Du dich durch UK Touren fortbilden, sofern die Zeit und Dein Privatleben nicht dagegen sprechen?

MG: Ich hatte, ehrlich gesagt, schon überlegt das nicht diesen Sommer zu tun, wenn es Zeit und Budget zulassen.

WF: Es gibt immer noch kein Merchandise von Dir, obwohl die Anfragen sich mehren. Wie sieht es mittlerweile aus, wird es „demnächst“ etwas (Support) in dieser Richtung geben?

M: Ich denke nicht.

WF: Was „empfiehlst“ Du besonders jungen Frauen, die auch aktiv in den Ring steigen möchten?

M: Keine Angst zu haben und es einfach zu versuchen, egal was andere sagen.

WF: In zahlreichen Segmenten bei Shotgun zum Beispiel wurden die Zuschauer Zeuge Deines schauspielerischen Talentes. In der Vergangenheit konnte man Dich auch schon im TV sehen. Ist für die Zukunft wieder so etwas geplant?

MG: Darüber weiß ich leider nichts. Allerdings würde mich meine Schwester sehr gerne in einer eigenen Reality Show sehen. Ich bin ja ein mehr oder weniger heimlicher Fan von Realityformaten, wie „Keeping up with the Kardashians“ & Co. Und manchmal denke ich, dass meine eigene Familie ähnlich verrückt ist und das definitiv unterhaltsam sein könnte.

Gerade, wenn meine Schwester und ich und am besten noch mein Neffe zusammen sind, kommen fast immer nur Albernheiten heraus. Disney würde dabei natürlich eine große Rolle spielen, da wir alle Disnerds sind, aber das stünde vermutlich nicht allein im Vordergrund. Ich weiss nicht, ob die Zuschauer sich so etwas tatsächlich ansehen würden und den ganzen Tag eine Kamera um sich zu haben kann auch furchtbar stressig und nervig sein, von daher kann ich nicht sagen, ob es wirklich ein gutes Showkonzept wäre.

WF: Aktuelle Showelemente zeigen Dich mit Kevin, der mit Dir eine unheimliche, komödiantische Chemie hat. Ist „Comedy“ etwas, was Dir gefällt, bringt Ihr eigene Ideen ein?

MG: Es ist immer gut, wenn man mit Leuten arbeiten kann, mit denen man sich auch privat gut versteht. Das ist bei Kevin und mir, aber auch mit Marius und Karsten, definitiv der Fall. Comedy ist mir schon immer leicht gefallen, da ich mich selbst nicht allzu ernst nehme und im realen Leben auch gerne ziemlich albern bin.

Kevin und ich haben mittlerweile eine ganze Liste voller Ideen und hoffen, dass einige davon auch umgesetzt werden, damit die #alphalovers weiterhin reichlich air time bekommen, die einer Diva natürlich absolut wichtig ist und, von der ich in letzter Zeit deutlich zu wenig hatte.

WF: Wie stehst Du zu Intergender bzw. Mixed Tag Team Matches? Das „Royal Couple“ lässt grüßen…

MG: Das „Royal Couple“ wird es wohl in Zukunft eher nicht mehr geben, allerdings sind die „Alpha Lovers“ schwer auf dem Vormarsch. #bythepowerofgrayster. Im Zuge dessen könnte ich mir auch durchaus einmal Intergender Tag Matches vorstellen.

WF: Wie kam es denn zu den „Alpha Lovers“ wer hatte die Idee zu dieser „Paarung“ und diesem Teamnamen?

MG: Der Teamname ist zufällig entstanden, denn eigentlich waren Kevin und ich eher auf der Suche nach einem Namen à la Brangelina. Ich glaube, ich habe ein Bild gepostet und einfach den Hashtag verwendet. Kevin fand es gut, also ist es dabei geblieben. Auch die Paarung entstand ganz natürlich, denn zwischen Kevin und mir ist es nun mal die „ganz große Liebe“.

WF: Gegen wen bist Du bis jetzt am liebsten angetreten und wer steht in Deinem Fokus, gegen wen möchtest Du gerne ran?

MG: Kay Lee Ray ist da definitiv ganz vorne mit dabei, gegen sie würde ich jederzeit wieder antreten. Momentan hab ich, was „Stars“ angeht, Mickie James oder Leva Bates im Auge.

WF: Welche Ziele verfolgst Du 2016?

MG: Erstmal möchte ich wieder öfter auf den wXw Cards in ganz Deutschland vertreten sein. Ansonsten gibt es natürlich noch viele andere schöne Länder, in denen ich gern in den Ring steigen würde, England wäre da natürlich der Favorit. Mein Traum ist allerdings natürlich immer noch Amerika und dort selbstverständlich als das ultimative Ziel WWE/NXT. Die Damenligen, wie z.B. Shimmer wären allerdings schon ein „Anfang“.

WF: Gab es schon einmal die Chance für ein WWE Tryout oder hattest Du die Möglichkeit bei einem dabei zu sein?

MG: Leider nein

WF: Du bist als Fan natürlich schon in den USA gewesen, kannst Du diese Shows noch als Fan genießen oder achtest Du inzwischen auf andere Dinge, wie evtl. vor Deiner Karriere?

MG: Es ist tatsächlich schwerer geworden abzuschalten und auf gewisse Dinge zu achten. In den USA war das allerdings leichter, da mich dort ja keiner kennt.

WF: Du kommst viel rum, kannst Du uns möglicherweise eine tolle Roadstory erzählen?

M: Wir sind total übermüdet aus Rostock im 9-Sitzer zurückgefahren und es wurde lautstark Backstreet Boys gesungen und dazu im Auto getanzt. Davon existiert sogar ein Video, das war schon sehr witzig.

WF: Das Segment mit „Emma“ und Karsten Beck… Wie hat es Dir gefallen?

MG: Da war ich tatsächlich im Zwiespalt, wen ich da anfeuern soll, da ich einerseits dem König treu bin, aber auf der anderen Seite auch Emma Fan bin. Das Match zwischen den beiden hätte also am Besten unentschieden ausgehen sollen.

WF: Was siehst Du als ganz persönliches Highlight Deiner Karriere im Jahre 2015?

M: Definitiv der ME am 1. Tag des 16 Carat.

WF: Wen wünscht Du Dir als (mögliche) Gegnerin für Superstars of Wrestling 2016?

M: Mickie James, da sie kein kleines Püppchen ist und ich zu WWE Zeiten (und auch heute noch) ein großer Fan von ihr bin. Ein reines Ladies Tag Team Match, was es ja noch nie gegeben hat, fände ich dabei reizvoll, ein Single Match würde aber auch schon völlig reichen.

WF: Was wünscht Du Dir generell für Deine Karriere, auch im Bezug auf wXw?

MG: Viel Air time bei Shotgun, viele und regelmäßige Matches in vielen, verschiedenen Städten, keine Verletzungen, viel Spaß und, dass meine Karriere noch lange andauert.

WF: Zum Abschluss bitten wir Dich noch um an ein paar Worte an Deine Fans…

MG: Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die mich und Ladies Wrestling generell unterstützen und fest daran glauben, dass Frauen im Ring genauso einen Platz haben wie Männer. Ich weiß ja, ihr liebt mich.

WF: Danke für Deine Zeit!

MG: Bitte, immer gerne!

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