Uli Fesseler im WrestlingFever.de Interview (22.05.2016)

WF: Zuerst einmal vielen Dank für Deine Zusage, Uli. Ich weiß das in den letzten Jahren immer wieder Interviewanfragen rein kamen und danke dir, dass Du mir zugesagt hast. Was machst Du heute so?

UF: Gerne. Wie immer, mache ich eine Menge, LoL… ich habe einen 16 jährigen, wilden Teenager, der Musik macht wie ein Weltmeister, bin in der hiesigen Motorrad Szene als “Unrul1” etabliert, bin Photograph, Journalist, mache Videos, schreibe für Motorrad Zeitschriften. Bin mittendrin, eine eigene Zeitschrift aufzubauen (Aufruf an Webdesigner, Schreiber, Fotografen, wer mitmachen und/oder mit aufbauen möchte, melde sich).

Ich arbeite als Englisch – und Deutsch Lehrer für eine weltweit renommierte Sprachenschule, plane gerade, mich für “Einwanderungs-Klassen‘ mit der Einwanderungsbehörde zu qualifizieren. Schreibe und übersetze Legenden und altüberlieferte Geschichten und Fabeln für Cherokee, habe Kontakte zu Sioux (Lakota, Dakota) und anderen Stämmen und will eine Doku Sendereihe machen, per Motorrad auf den Spuren der “Indianer”- Mit anderen Worten: Ich habe Spaß, geniesse das Leben und fahre Motorrad – alles wie gehabt, also.

WF: 2012 hast Du einen schweren Unfall gehabt, was war passiert und wie geht es Dir heute?

UF: Jemand erlaubte sich einen „Scherz“ mit mir. Mitten in einer Menschenmenge nutzte dieser die Aufruhr und manövrierte (am 6.Mai 2012) unbemerkt einen Drogen Cocktail in mein Getränk. Ich erwachte Tage später aus einem Koma in Krankenhaus und hatte multiple Brüche in Ober-und Unterkiefer (links und rechts), Unterkiefer Gelenk rechts, Kinn zerschmettert, Nase, Nebenhoehlen, Augenhoehle rechts, Backen knochen rechts, Hirnblutung etc etc… „hübsch“.

Zwei Monate waren meine Kiefer (zum Jubel einiger) zugeschraubt (ha ha ha) und ein „ein Traum wurde wahr“… ich konnte trotzdem reden, auch wenn ich erst einmal nicht essen konnte. Die Flüssigkeitsnahrung ist hauptsaechlich suess, gräßlich (Wäre ne Niesche- Herstellung von schmackhafter Flüssignahrung …. bin an einem Petersilienfragment beinahe erstickt, ist also ne Kunst, das richtig zu machen, LoL.

Bereits einen Monat später konnte ich wieder Motorrad fahren. Hochgucken ist heute, besonders wenn der Kopf nicht kerzengerade ist, immer noch nicht möglich, ohne umzukippen – also tut man das halt eben nicht. Man ist ja lernfähig und -willig. Bin nun ein Cyborg, alles voller Metall (Ne, es gibt keinen Alarm am Flughafen, hab ich sofort ausprobiert, Titanium klingelt nicht). Die Chirurgen waren außerordentlich überrascht, als ich mich bedanken ging, Monate später erkannten sie mich nicht, man sieht fast nichts. Bin dadurch meine eigene „Wetterstation“ geworden, wenn’s umschlägt, dröhnt mir der Teutonenschädel.

Übrigens, dies als Caveat: „Nein, Drogen riecht, sieht oder schmeckt man“ stimmt NICHT. Also lasst bitte niemals ein Glas, eine Flasche aus den Augen und WENN Ihr so ein Gefühlt habt… kippt es weg und bestellt neu. Ein Leben ist mehr wert als die paar Mark/Euro – UND MAN SELBER MERKT NICHTS“

Und „Freunde”: Wenn jemand sich merkwürdig benimmt, ungewoehnlich den Kopf nach hinten kippt,wie bei mir, Augen rollt – nehmt die Schlüssel, lasst den Freund nicht alleine und bringt ihn/sie nach Hause. Fahrzeug kann jemand bringen.
Gebt nicht dem lachhaften “Oh Mann, hat wohl zu viel gehabt” nach. Selbst wenn – So lässt man Freunde nicht ein Fahrzeug bedienen. Lasst Euch nicht täuschen!

ICH schaffte es, trotz einen Drogencocktails der, laut Chirurgen, „einen Elefanten eingeschläfert hätte,“ mein Motorrad zu starten und zu einer anderen Örtlichkeit zu fahren. Laut derer, die ebenfalls dorthin fuhren, war meine Fahrweise ’normal‘, “Wie immer”- Ich erinnere mich bruchstückhaft. Mein Adrenalin Spiegel hatte den Kampf gegen die Drogen zu dem Zeitpunkt noch im Griff. Ich fühlte mich komisch, „nicht gut“, erinnere mich kaum (nur dass ich plötzlich ‚genug‘ von allem hatte und nach Hause wollte).. ich verabschiedete mich „französisch” (denn ich wollte keine Debatten, „Ach bleib doch noch ein bißchen“, denn ich hatte keine Kraft, fühlte mich als sei „die Batterie alle”). Ich erinnere mich, dass ich mich auf den Red Flyer schwang, Helm auf. Ja und dann —blablabla– dann wachte ich aus dem Koma auf.

In dem Krankenhaus ging’s zu wie im Taubenschlag, war richtig rührend, als ich, Monate später alles las.. die Intensiv Station war unter konstanter Belagerung von furchterregenden schwarzen Lederjacken Traegern ( Alles reizende, fabelhafte Leute, ganz ehrlich), Clubs, Independents, Military Vets – nur Familienmitglieder sind in der ICU (Intensive Care Unit) zugelassen und alle gaben an, ich sei „ihre Schwester“, hahahahaa… ich bin heute noch gerührt.. war schon toll – alle arbeiteten zusammen, damit mein Bub, mein Vater, die Hunde versorgt waren, der Rasen, das Haus, der Einkauf, die Fahrerei zur und von Bronson’s Schule, Vaterns Arztbesuche, selbst die Rechnungen wurden bezahlt – alles lief reibungslos… ich hätte eigentlich beruhigt sterben können, „ich Depp“. Nee, diese Genugtuung geben wir nicht kampflos! (Und die Teutonenherde in meinem Kopf brüllt wieder, wild und furchterregend, zu Pferde). Noch nicht, Uli, noch nicht 😉 🙂

WF: Der klassische Einstieg ist natürlich der, wie Du zum Wrestling gekommen bist, hattest Du bereits vor Deiner Kommentatoren Karriere das Wrestling verfolgt?

UF: Wie einige wissen, bin ich ja sporadisch, im Wechsel also, in USA aufgewachsen.. Mein Vater hatte mich immer wie einen Jungen behandelt, fand es toll, wenn ich mich nicht unterbuttern ließ und für mich oder schwächere einstand, ohne Furcht, auf Bäume kletterte, Mopeds, Motorräder und Pferde ritt.

Mein Großvater war von der selben Schule, Wrestlingfan und nahm mich zu Veranstaltungen mit, machte mich aufmersam auf Feinheiten und wer im Ring nun tatsächlich ein “Könner“ war und wer nicht.. was weh tut und was weniger, was Ernst war und was “Mache”… Peter war sehr ähnlich, ein fabelhafter Kollege… ich erinnere mich an eine Begegnung mit Curt Hennig, die für mich einschneidend und ausschlaggebend war für meine Leidenschaft für diese , wie meine Mutter es entsetzt nannte, “ProletenSport”.. muss jetzt richtig lachen darüber.

WF: Was passierte bei diesem Treffen mit Curt Hennig (Mr. Perfect)?

Oh Gott – Ich war damals ein Teenager und er wurde mir/ ich wurde ihm vorgestellt. Deutscher Name, blond und so un-deutsch, riesig – bestimmt mindestens 1.90m, ein Hühne … er war ausgeprochen nett, höflich, strahlendes Lächeln, ich war begeistert. Ich weiß nicht mehr genau, welcher Verbindung er zu meinem Großvater hatte, das ist zu lange her. Aber von diesem Moment an, jedesmal wenn er mich entdeckte, warf er mir ein strahlendes Lächeln zu und zwinkerte. Ich war tief beeindruckt, LoL…und Wrestling war von dem diesem Moment an „persönlich“.

WF: Wie bist Du dann zur WWE gekommen, Kommentatorin geworden?

UF: Wie „Maria zum Kind“, ich hatte Anfang der 80ger beim ersten Privatsender als Nachrichtensprecher, dann Sende-Host angefangen und bewarb mich bei anderen Sendern, die im Laufe von ein paar Jahren folgten.

Ich weiß nicht mehr ob es eine direkte Anzeige war, ob ein Freund mich empfahl oder was – jedenfalls bekam ich einen Anruf von „Malcolm Thompson“, damals ein Tele 5 Producer, der mir anbot, Skripte für USA Importe zu schreiben/übersetzen und zu vertonen. Alles mögliche… Musik Eurocharts und anderes von DeMol, Golf PGA Tour, Wild World of Sports, dann bekam er den Zuschlag für Kampfsport Arten wie – WW, Sumo und GLOW.

Inzwischen hatte er Carsten (Anm. der Redaktion: „Schaefer“) angeheuert, um das tägliche Pensum zu schaffen – Malcolm war ein Meister im “Aufträge-Fischen”- und teilte die Sendungen für die Skripte und Vertonung zwischen mir und Carsten… ich machte den Löwenanteil, da Carsten für „Philip Morris“ Übersetzungen machte…dann war noch die Vertonung für alles was anfiel in der Musik Redaktion, bei „BimBamBino“ und und.. ich machte ein, zweimal wöchentlich einen ‘Gang” durch den Sender, von ganz oben bis ganz unten und holte Projekte für die Woche ab.

Ich arbeitete eigentlich rund um die Uhr: Nachrichten um 5:30 Uhr, …auswählen, Skript schreiben, vertonen, Frühstücksfernsehen, LIVE Interviews (inklusive Simultan Übersetzungen für Live Gäste) und Award Shows aus den USA. Dazu kamen Segment Produktionen, Vertonung, zum Gym, zu den Pferden und wieder Skripte machen. Und ja, ich habe bestimmt einiges vergessen.

Wir hatten so viele verschiedene Sendungen – von Sport über Musik, Kultur (NonSoloModa war super, die Sendung liebte ich, toll gemacht – und italienisch – LOL). Ich heuerte einen (mir bekannten) Italiener an, um mir zu helfen (wenn ich steckenblieb beim Schreiben des Skripts). Wie ich das alles damals schaffte, mit so viel Elan und Begeisterung, Verantwortung, Verläßlichkeit, da ziehe ich heute noch meinen Hut.

Technisch lief das so ab: Wir bekamen von Malcolm die (damals VHS Tapes mit Timecode) Sendungen, die uns zugeteilt waren, setzten uns Zuhause vor den Computer (ne „olle Apple Kiste“ mit Floppy), warfen die Sendung in den VHS Player (Ich kaufte später einen mit Schuttle Feature) und machten:

„Play-Stop- Tipp/ Timecode, Sprecher und Text-Play-Stop-Tipp Timecode, Sprecher, Text etc-( sehr zeitraubend), dann auf Floppy kopiert, dann ausgedruckt, dann zum Kopierladen und, je nach Sendung (wir hatten 6 oder so andere Sprecher im Team, je nach Sendung), xmal kopiert und ab in’s Ton Studio…das selbe Studio und Sprecher Team für “seine” Sendungen und für “meine”.

WF: Wie bist Du mit Carsten Schaefer ausgekommen?

Anfangs war das alles toll und mit viel Spaß verbunden, aber mit dem Erfolg kommt ja immer ein wenig der Größenwahn durch und mit der Zeit wurde Carsten der „Zeigefingerdiktator“, bei „seinen“ Sendungen immer unerträglicher. Bei jedem Einstieg stach er ihn herrisch in die Luft und wehe, man atmete falsch oder ging mit der Stimme (nach seinen Vorstellungen) zu weit runter – Das gesamte Team hatte nach einer geraumen Zeit die Nase gestrichen voll. Auch verständlich. Also, zurück zu den Kampfsportarten – Malcolm schaffte an und Carsten machte mit mir die “Überarbeitung”.

WF: Wie ist (nach all den Jahren) der Kontakt zu Carsten Schaefer, er ist nach wie vor die deutsche WWE Stimme. Habt/ hattet ihr in der Zwischenzeit Kontakt?

UF: Null & Nein

WF: Wie hatte Dir „GLOW“ gefallen?

UF: Als Malcolm das neue Paket erobert hatte (Wrestling, Sumo, GLOW) war ich erst entsetzt, als er mir GLOW (alles Maedels, klar) zuteilte, es war doch ZU blöd für deutsche Geschmäcker und meine Großzügigkeit hatte auch damals schon Grenzen – aber ich überlegte fieberhaft, wie man GLOW ‘schmackhaft’ machen koennte…laut dem Motto “Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade daraus”. Sumo fand ich hoch interessant, zumal die Info umfangreich und detailliert, respektvoll war – ich schlug vor, einen maennlichen Sprecher/Kommentator zu nehmen, das Frauen im Sumo historisch nicht einmal am Ring als zuschauer erlaubt waren und ich empfand es als respektlos, das zu ignorieren.

WF: Wie kamt Ihr dann zu Pro Wrestling, sprich WWF (WWE)?

UF: Bezüglich WWF Wrestling streikte Carsten vorerst. Er war der Meinung, dass er sich und seine Reputation (??) nicht beschmutzen sollte, mit diesem Proleten Sport. Ich war begeistert, klar, man vergesse nicht meine Begegnung mit Curt Hennig! Und als ich bereit war, gegen mein Sumo zu tauschen, vielleicht etwas ZU euphorisch, war Wrestling plötzlich doch für ihn interessant, lol…menschlich.

Carsten machte also die WWF Übersetzung vom VHS Master, tippte die Skripte, kopierte und dann ab in’s Studio. Er hatte die Sendungen also nicht nur gesehen, sondern auch abgeschrieben, wusste also, wann die Einstiege sein würden (und auch da natürlich sprang der Napoleon-Zeigefinger in Action), na klar.

Das wird dann irgendwann “alt“. Irgendwann hatte er dann Leute in’s Studio eingeladen, die saßen plötzlich in der Regie, (ein professionelles “NONO”). Ich wurde weder gefragt, noch informiert, war natürlich stocksauer – auch wegen der offensichtlichen Nichtachtung. Sein Finger stach, wie zum Beweis seiner “Macht”, noch herrischer als sonst in die Luft. Ich weiß noch, dass ich irgendwann SO sauer war, dass ich die Vertonung abbrach und zum Luft holen raus ging. Von da an gings rauschend bergab, aber das ist eine ganz anderes Kapitel.

WF: Danach folgte WCW?

UF: Als Tele 5 an Herrn Kirch ging (ich hatte das alles gar nicht so mitgekriegt, ich war viel zu busy mit all meinen Projekten), wurde ich gefragt, ob ich Wrestling weiter machen wollte und welche “Liga“ ich vorschlage, keine Frage, natürlich WCW!

Ich bekam die VOLLE Postproduktion, also, nicht nur die Verantwortung über Skripte und Edit, sondern ALLES. Brilliant!!! Also, ging alles auf meine Kappe, auch finanziell, von dem Moment an… “FIIIIIIIIESIKOOO”!!! Ich war in meinem Element. Die Leitung vertraute mir total…zu dem Zeitpunkt waren es nicht ‘meine’ Tele5 Jungs, die kannten mich ja und wussten, auf mich is felsenfest Verlass… “mach nur mal’, hiess es … Die Masters wurden geschickt, ich ließ sie ‘wandeln, ging in’s Schnitt Studio und dann den “Ton”…. Endlich kein Zeigefinger! Keine “dicke Luft”….Dann suchte ich nach Kommentatoren Kollegen und heuerte “Joe Williams”, “Horst Brack” und Peter William an… wir hatten alle einen tierischen Spaß.

WF: Dann folgten auch WCW „News“ in den Sendungen…

UF: Endlich wieder Spaß, die Zusammenarbeit war ergötzlich- professionell, diszipliniert, ohne Stress. Wir hatten die Top Ratings, mit Riesen Abstand. Meine Bosse waren zufrieden– ich hatte dann die Idee, ein paar Minuten leer zu lassen (OH SCHRECK!!! GEFAEHRLICH!!!), um die neuesten Nachrichten inkl. Klatsch mit in die Sendung zu bauen. Ich flog ein paar mal nach Atlanta, traf die gesamte Besatzung incl. Turner und bekam das OK.

Mir wurde Footage zugesendet aus Atlanta, die Wrestler machten kleine ‘Bites’ mit “Here’s Uli with the NEWS” oder einfach nur “NEWS”… am Tag der Sendung machte ich einen telefonischen Rundschlag, sammelte Infos, machte ein “News” Skript, ging mit dem fertigen Master in’s Tonstudio und sprach die “News” – manchmal ging die Sendung noch ‘warm’ in die Senderegie… unsere Ratings schoßen noch mehr nach oben (inzwischen war WWF wieder auf Sendung) und „wir“ waren unerreichbar.

WF: Dann war da noch „GLOW“ und das Penthouse Magazin…

UF: Für GLOW hatte ich die brilliante Idee, ‘einfach’ alles umzuschreiben. Das Skript bestand hauptsächlich aus Witzen, Rapsongs, ‘humorigen Wortspielen’- alles Dinge, die nicht übersetzbar, nur ‘interpretierbar’ sind. Also gab es für GLOW (nach dem technischen Allerlei-Wandeln, Schnitt, Kommentar – OHNE Zeigefinger und kurze Skript Anleitungen für einen ‘freien’ Kommentar). ZWEI Stufen – das Skript für die Sprecher, Songs, Witzchen etc, alles neu geschrieben, frech, politisch, was mir gerade einfiel und der freie Kommentar.

Nach ein paar Wochen rief Penthouse an (Hallo: PENTHOUSE !!) für eine Story und teilte mir mit, GLOW sei eine Kult Sendung (KULT SENDUNG!!!). Das Interview und die Story waren sehr nett und ich war eine der wenigen weiblichen Perosnen, die völlig bekleidet in Penthouse erschienen. Eine Super Zeit.

WF: Wie erinnerst Du Dich an „Horst Brack“, „Joe Williams“ – warst Du an der „Erschaffung“ dieser Charaktere beteiligt?

Nein, ganz klar NICHT. „Horst Brack“ (der im richtigen Leben ein begnadeter Schreiber ist) und ich haben bei ein paar Projekten zusammen gearbeitet (sogar mit Christoph Treutwein). Er war neben Joe Williams (der jetzt bei CNN und mit dem Goethe Institut verbunden ist) ja damals bereits als die RTL Wrestling Kommentatoren bekannt.

WF: Du hattest im Wechsel DREI Co-Kommentatoren, wie kam das zustande und wie ging/lief das ab?

Ich traf Peter in Muenchen, ganz zwanglos und ohne Stress, fragte, ob er mit mir kommentieren wollte, er sagte ja und ich heuerte ihn an. Hab’s nie bereut.

Die Sendung war eingestellt worden, nicht lange vor dem Tele5/DSF Wechsel, also war für mich klar, dass diese beiden – Sofern wir uns alle gut verstehen sollten – perfekte Kommentatoren Partner sein würden. Ich hatte Peter William bereits vorher kontaktiert und er war fabelhaft, wir kommentierten ein paar Sendungen zusammen, verstanden uns prächtig (nicht schwer, ein wunderbarer Mensch).

Dann musste er ein paar Sendungen aussetzen, erstens wegen CWA und dann gab es leider gesundheitliche Probleme (noch eine Gemeinsamkeit – man hatte bei ihm Basaliome entdeckt, nicht viel später bei mir Melanome..egal die Prozedur ist die selbe: Weg damit! Also schnippelten die Chirurgen an Peter und an mir- wir witzelten noch, dass wir ein BBQ machen würden damit.. LoL) ich fuhr am selben Tag ins Studio und vertonte.

Betty Frank (ebenfalls eine fabelhafte Person, wir wurden schnell Freunde und sind es heute noch) gab mir damals die Idee, “einfach mal” ‚Horst Brack‘ und “Joe Williams” anzufunken um diese für den für den Co-Kommentatorenjob zu gewinnen. Genau das tat ich und “the rest is history”. LOL.

Von da an gab es den Kommentar im Wechsel mit mir und den 3 besten Kollegen, die man sich nur wünschen kann. Eine schöne Zeit. Friedlich, freundlich, fruchtbar. Einfach fantastisch.
Mit Peter war der Kommentar ruhig, gezielt, entspannt, Fakt geladen. Im Gegensatz zu ‚“früher“ gab es keine Skripte (ist ja auch lächerlich, reines “Egostreicheln” und verachtend für die Kollegen), sondern ich bereitete “Fahrpläne” vor – wer gegen wen, Vorgeschichte, Stichworte für die History…nur für den Fall, dass das Match “Längen“ haben sollte, oder – was oft vorkam, um “Neuigkeiten‘ zu erzählen und nichts zu vergessen.

Wie war die Zusammenarbeit mit Joe Williams?

Mit Joe Williams war es ähnlich, nur hatte er nicht die persönliche Wrestling Erfahrung im Ring, war aber gescheit und blitzschnell in der Auffassungsgabe und ausgesprochen witzig, steuerte viel zur Unterhaltung der Zuschauer bei.

WF: Und wie war „dieser“ Horst Brack?

UF: Ja, “Horst Brack”, lol…“Der Bestrafer”…hahahaha, was soll ich sagen… ein “Trip‘ der Mann… nicht für schwache Gemüter…witzig, polternd, laut, unberechenbar – aber nie, NIE respektlos, verletzend, arrogant oder ‚untragbar”…es war alles darauf angelegt, von der langweiligen “Golf Reportagen ”Atmosphäre“ so weit wie nur möglich entfernt zu sein und eine Art “Ping-Pong” zwischen den Kommentatoren zu kreieren. Und das gelang brillant. Ich bin mit ALLEN Kollegen aus der Zeit noch heute befreundet. Das sagt alles.

WF: Hast Du evtl. eine kleine, lustige „Road Story“ aus dieser Zeit für uns?

UF: Auf einer der Touren durch England, ich erinnere mich, in London, glaube ich – oh und ich hatte Betty Frank dabei – war das übliche “Gelage“ und Gedränge nach dem Event an der Hotel Bar… alle waren in Hochstimmung, ausgelassen, fröhlich. Ric Flair bahnte sich den Weg durch die quirlende Menge und stand plötzlich neben mir… er trug seinen glitzernden, pinkfarbenen Morgenmantel mit Federkragen ..nur ER konnte das abziehen und „normal‘ wirken… steht also neben mir, der Prachtkerl, sonnengebräunt, stahläugig, strahlende Krohnen (passend zum weissblonden Haar) und sagt “Hey, it was great today, right, you liked it?”… Ich stimmte zu und er sagt “You like what you see??” – „Eh, was?? Ich muss lachen und sage “Sure, of course, everybody does, no? You’re a legend, you did great!”… er informiert mich daraufhin, dass seine Penisgröße ebenso „great“ sei – Mir blieb die Spucke weg. Was sag ich jetzt? – Jetzt musste blitzschnell gedacht werden. Ich brachte es fertig, ein Pokergesicht zu behalten und, in der Annahme, dass dies, so in der Öffentlichkeit, vor und inmitten all der Leute, wohl nicht weiter gehen würde als bis dahin, „pokerte“ also und sagte, ruhig, klar und bestimmt: „Prove it”.

Daraufhin – Ich fasste es nicht – drehte er sich voll zu mir, den Bartresen zu seiner Rechten, griff in die Federn und, klassisch , wie ein Flitzer im Regenmantel entblösste seinen “Vollen Monty” als Superman zum “Beweis”. Pokerface.

“AND??” sagt er strahlend, erwartungsvoll, wie ein Kind zu Weihnachten ”Have you seen anything like THIS before” Pokerface. Yup. Hatte ich. Nichts Besonderes.

ER würde mir was “Besonders “ zeigen, meinte er… ich solle mit auf sein Zimmer kommen.
Ich gab vor, „begeistert” zu sein und stimmte zu (ich war ja ’sicher‘ in der Menschenmenge), konnte mir das Lachen kaum verkneifen, sagte aber, um die Klatschpresse nicht zu alarmieren, solle er voraus gehen , ich würde dann nachkommen. Er war begeistert, fand die Idee gut und steckte mir den “Key“ zu.

“Number 9999”, rief er mir zu und bahnte sich den Weg durch die Menge zum Lift in Sichtweite der Bar. Ich nickte und wiederholte die Nummer…(Was dachte er nur??? LOL!!!)…
“10 Minutes“ brüllte es aus dem Lift…”10 Minutes” brüllte ich zurück, ohne auch nur für eine Sekunde daran zu denken, ihm zu folgen …..als sich die Lift Türen schlossen. Ich bestellte einen Vodka Lemon. Betty guckte mich an wie ein Bus. Am nächsten Tag ging’s nach Dublin…St Patrick’s Day in Dublin… was für in Abenteuer!

WF: Liebe Uli, ich danke Dir für dieses unterhaltsame und informative Interview, es war mir ein Fest!

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