Scotty Saxxon im WrestlingFever.de Interview (06.03.2012)

Scotty Saxxon lebt seinen Traum: Der langhaarige Wrestler liebt harte Musik, hartes Wrestling und verbindet dies alles in einem Gimmick. In Hamburgs NFC trainiert das Kretschmer Talent und ist seit 2010 aktiver Pro Wrestler. Scotty erzählt die Geschichte zu seinem Namen, äußert sich zum Tabuthema Steroide, Verletzungen, Karriere Höhepunkte, Big Poppa Pump u.v.m.

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WF: Hallo Scotty, schön das wir Zeit für dieses Interview gefunden haben. Die erste Frage die ich Dir nach dem Unfall bei der letzten NEW Show am 15.02.2012 stellen möchte ist natürlich Deiner Gesundheit gewidmet. Wie geht es Dir aktuell?

Scotty: Als erstes möchte ich hier die Chance nutzen und mich für die vielen Genesungswünschen bedanken. Ich bin momentan auf dem Weg der Besserung und habe wieder mit dem Training begonnen. Die Verletzung ist „nur“ eine Gehirnerschütterung also nicht so schlimm wie erst vermutet.

WF: Für die Fans, die es nicht mitbekommen haben – was ist passiert?

Scotty: Ich bin am Anfang meines Matches mit Adrian Severe unglücklich auf den Kopf/Nackenbereich gefallen. Leider kann ich mich von da an nicht mehr an viel erinnern. Backstage wurde ich sofort versorgt und aus Sicherheitsgründen ins Krankenhaus gebracht. Wie sich raus stellte, habe ich mir eine Gehirnerschütterung zugezogen und nicht (wie von mir vermutet) etwas Ernstes im Nackenbereich. In diesem Bereich „nur“ eine Prellung.

WF: Das heißt für die Fans bei NEW und auch bei NFC, NCW etc., das man Dich schon bald wieder im Ring sehen kann?!

Scotty: Ich musste leider die NCW Veranstaltung in Rinteln am 3.3. absagen, aber ich trainiere momentan wieder im Fitnessstudio und ab nächster Woche geht das In- Ring Training wieder los. Also ja man wird mich bald wieder sehen.

WF: Viele Fans hatten sich große Sorgen gemacht, als man Dich auf einer Trage am ring vorbei aus der Halle fuhr. Wie hat Adrian Severe reagiert und auch die anderen Kollegen?

Scotty: Von Adrian habe ich nicht mehr viel gesehen, da er ja direkt danach gleich weiter In Action war. Die anderen Wrestler, die es mitbekommen haben, haben mir so gut sie konnten geholfen. Auch danach haben sich alle nach mir erkundigt und mir Genesungswünsche zukommen lassen. Dafür auch nochmals ein großes Dankeschön an ALLE.

WF: Im Dezember 2011 (NEW – Der Auftakt) hattest Du Deinen ersten Auftritt in Süddeutschland wenn ich Recht habe?

Scotty: Ja es war mein erster Auftritt in Süddeutschland, da ich ja aus dem Norden komme. Süddeutschland war cool, der NEW Hotspot ist eine super Location und ich verbinde Süddeutschland bis jetzt und in Zukunft bestimmt auch mit Erfolg. Ich konnte hier 2 Siege für mich verbuchen. Es war natürlich auch cool Alex Wright kennen zu lernen. Ich bin mit der WCW groß geworden, es war die erste Wrestling Liga, die ich im TV gesehen habe und natürlich auch Alex Wright. Die Stimmung in der Halle war klasse, vor allem weil es eine nicht so große Zahl an Zuschauer war. Ich muss hier auch noch erwähnen dass es eine große Ehre war Steve Wright kennen zu lernen.

WF: Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Scotty: Ich kann meinen Stil nicht wirklich mit einem Wort beschreiben. Hier kommen viel Faktoren mit hinein. Da ich bei Karsten gelernt habe, ist auch einiges hiervon dabei (alte englische Schule und harte Aktionen und Schläge). Da ich viel japanisches Wrestling schaue, speziell sind hier Kensuke Sasaki und Misawa zu nennen, versuche ich auch einiges davon zu übernehmen.

WF: Wie entstand Dein Ringname „Scotty Saxxon“ – ich vermute ja eine legendäre Musik Band dahinter…

Scotty: Da liegst du nicht ganz falsch. Der Name setzt sich aus 2 Geschichten zusammen. Die eine ist die Ähnlichkeit zu einem US Wrestler gegen den Karsten mal im Ring Stand und zwar „Scotty Riggs“ von den American Males oder dem Raven’s Flock. Zu Saxxon/Saxon kam es zufällig. Ich war bevor ich im Ring stand bei eine NFC Show Kommentator und habe mit Sir Jay kommentiert. Wir haben die ganze Zeit gerätselt wie er mich nun anspricht während der Veranstaltung. Ich hatte ein Saxon Shirt an (also von der Band) und Sir Jay entschloss sich einfach mich so zu nennen: „Scotty Saxon“. Bei meinem ersten Kampf wurde daraus „Saxxon“ damit nicht zuviel Gleichheit mit dem Bandnamen besteht. Leider hatte ich meinen Facebook Account schon früher, also musste ich die erste Version meines Namens „Saxon“ behalten, da mich FB lässt meinen Namen nicht mehr in den aktuellen „Saxxon“ also mit Doppel „X“ umbenennen lässt.

WF: Also hatte die Band doch damit zu tun 😉

Scotty: Ja sicher, ich bin auch Fan der Band und da ich, wie der Zufall es so wollte, das Band Shirt an dem Abend getragen habe wurde das zu meinem Namen.

WF: Du kommst, wie erwähnt, aus dem Norden, genau genommen aus der anerkannten Schule von Karsten Kretschmer, der im NFC (Nordisch Fight Club) neben vielen anderen Möglichkeiten auch das Wrestling Training anbietet. Karsten kommt aus der „alten Schule“, wie sehen Deine Erfahrungen aus?!

Scotty: Karsten hat früher in der CWA gekämpft, wie du schon sagst „Alte Schule“ – Das merkt man auch immer im Training, da Karsten viel Wert auf Chain Wrestling legt. Er ist im Training ein harter, aber auch verständnisvoller Trainer, der immer weiß wie er das Beste aus Dir herausbekommt. Karsten ist aber nicht zu „Old School“, er unterrichtet viele verschiedene Stile. Von Highflying bis wirklich „neue“ Sachen. Man sieht das auch seinen Schülern. Von Da Mack (der ein Highflyer ist) bis Demolition Davies.

WF: Gibt es Menschen, die Dich inspiriert haben, die es evtl. heute noch tun und auch Dein „Gimmick“ beeinflussen?

Scotty: Also wrestlerisch gibt es da einige: Kensuke Sasaki, Mitsuharu Misawa, Scott Steiner um mal ein paar zu nennen. Natürlich ist Karsten Kretschmer auch eine gewisse „Inspiration“, da er mir alles beigebracht hat. Mein Gimmick ist zu 100 % das was ich bin/war. Ich bin früher auf jedes Konzert von guten Heavy Metal Bands gegangen, habe Festivals besucht und mich 24/7 damit beschäftigt. Heutzutage schaffe ich das alles nicht mehr so regelmäßig, kann es aber durch das „Gimmick“ ausleben

WF: In wie weit hat Dich „Big Poppa Pump“ inspiriert?

Scotty: Als ich 7 oder 8 war hab ich zum ersten Mal Wrestling geschaut, das muss so um 1999/2000 gewesen sein. Ich habe damals nur WCW geschaut und das war meine richtige „Fan“ Zeit. Scott Steiner war zu der Zeit eben „der Wrestler“. Bis heute gucke ich mir gerne seine Matches an egal ob es aktuelle sind oder aus den 90gern. Er hat so viele tolle Matches gehabt. … Beim Krafttraining gibt es keine bessere Inspiration als den Wrestler mit einen der besten Körper im Wrestling. Ich kann jedem nur empfehlen die Scott Steiner Workout DVD zu schauen.

WF: Wobei nicht wenige Steroide hinter Scotty Steiners Muskeln vermuteten…

Scotty: Na ja, da könnte schon was Wahres dran sein. Aber man sollte sich Scott Steiner in all den Jahren seiner Karriere anschauen, er hatte immer einen gut durchtrainierten Körper. Kurz vor dem Gimmickwechsel zu „Big Poppa Pump“ legte er extrem zu.

WF: Steroide sind in Deutschland immer noch ein Tabuthema, gerade auch in der Deutschen Szene. Warum denkst Du ist das so und wie stehst Du zu „Aufbaupräparaten“?

Scotty: Solange sich für die Wrestler keine gesundheitlichen Probleme einstellen und alles seinen normalen Gang geht, wird es auch niemanden in Deutschland meiner Meinung nach interessieren. Ich habe mit Leuten, die Steroide nehmen kein Problem, es macht sie nicht zu schlechteren oder besseren Menschen, sie bleiben so wie sie waren. Ich persönlich mache mir da keine Gedanken drüber und habe auch nicht vor etwas zu nehmen da ich vollkommen zufrieden bin, mit dem was ich mit meinen 20 Jahren körperlich erreicht habe und noch erreichen kann. Da ich außerdem kein reiner Powerhouse Wrestler bin und auch kein „Big Poppa Pump“ oder sonstiges, finde ich es auch nicht notwendig. Ich habe für meinen Wrestling Stil genug Kraft und der Körper ist meiner Meinung nach auch dafür in Ordnung.

WF: Man muss dazu sagen, dass du erst seit 2010 aktiv bist und 2011 sozusagen dein „erstes Jahr“ war. Also ein Highlight war für Dich schon mal das Wacken Open Air. Hast Du die Möglichkeit gehabt einer Deiner Fave Bands zu hören? Wie hat es Karsten gefallen?

Scotty: Ich konnte alle Bands sehen die ich mir vorgenommen habe zu sehen das war großartig. Ozzy, Iced Earth , Morbid Angel, Sodom usw. usw. …. Karsten hat es gehasst und geliebt. Er hat den ständigen „Lärm“ gehasst und die grölenden und meistens leicht angetrunkenen Metalheads. Aber er hat es geliebt von denen gehasst zu werden und ist wirklich zu höchst form aufgelaufen, was das beleidigen des Publikums an geht.

WF: Dein erstes Match hattest Du damals gegen Kenny the Kid bestritten, viele Wrestler berichten vom ersten Match eher als Negativ Erfahrung. Wie blickst Du zurück?

Scotty: Ich schaue sehr positiv auf mein erstes Match zurück. Kenny kannte ich schon aus dem Training, konnte mich also auf ihn vorbereiten. Der Kampf war im alten NFC Dojo (das etwas kleiner ist als das heutige) und es war der Main Event einer NFC Rookie Show. Ich war nervös, aber als ich den ersten Schritt in den Ring gemacht habe, war die Nervosität weg. Ich musste mich dann Kenny nach einer Powerbomb geschlagen geben. Ich erinnere mich trotzdem gerne an meinen ersten Kampf.

WF: Die Frage die ich immer wieder Stelle ist, wie sich das Wrestling für Dich entwickelt hat, im Vergleich zu dem was Du vor Deiner Karriere davon erwartet hast?

Scotty: Ich muss sagen, dass sich das Wrestling in meiner persönlichen Karriere bis jetzt super entwickelt hat. Ich durfte in der kurzen Zeit in der ich jetzt aktiv bin an tollen Orten kämpfen und sogar schon im Ausland kämpfen. Speziell muss ich hier das Wacken Open Air nennen. Früher bin ich immer als Metal Fan in Wacken gewesen und 2011 als Wrestler dort zu kämpfen war ein Traum. Vor 2000 Metalheads zu kämpfen ist ein großartiges Gefühl! Außerdem habe ich in Wacken viele Top Wrestler kennen gelernt. Speziell muss ich hier Robbie Brookside nennen, der eine absolute Legende ist.

WF: Wäre ein „Hair vs. Hair“ Match eine Option, auch wenn Du verlierst?

Scotty: Also momentan wäre das keine Option für mich, da ich an meinen Haaren hänge. Ich hab die langen Haare seitdem ich 13 bin und will sie nach Möglichkeit solange behalten wie es geht. Aber man sagt ja so schön „Never say never“

WF: Vielen Dank für das Interview!

Scotty: Ich hab zu danken. Macht weiter so.

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