Big Nik im WrestlingFever.de Interview (04.05.2023)

WF: Ich freu mich, dass es geklappt hat, Nik. Los geht’s?

BN: BN: Ich freue mich riesig, dabei zu sein

WF: Als wir uns zuletzt gesehen haben, hatten wir natürlich Deine Basketball Vergangenheit angeschnitten. Lass uns zum Einstieg gerne da ansetzen: Wann ging es für Dich los mit dem Training und ab wann wurde es „professionell“?

BN: Mit dem Basketball fing das professionelle Umfeld bereits in der u16 an, als ich zu Alba Berlin gewechselt bin. Dort habe ich das erste Mal erlebt was es heißt, professionell zu trainieren. Ich habe in der Zeit 6–7-mal die Woche trainiert mit 2-3 Spielen am Wochenende was mir langfristig sehr dabei geholfen hat, Disziplin & Respekt auszubilden. Denn nur mit diesen zwei Dingen bleibt man im professionellen Sport langfristig und erfolgreich am Ball.

WF: Bist Du danach über die „U16“ hinaus auch in die Hauptmannschaft gekommen?

BN: Mit der Erstligamannschaft habe ich ein paar Male trainiert aber nie gespielt, da ich nach dem Abitur rüber nach Amerika wollte. Um dort für die Unimannschaft spielen zu dürfen musste man seinen Amateurstatus beibehalten. Heißt: weder durfte man je fürs Basketball spielen bezahlt worden sein, noch durfte man in einer Mannschaft mit Vollzeit-Profis spielen.

WF: Weißt Du noch wie das alles für Dich begann? Klar, die Größe hast du aber wann begann das alles für Dich? Warst Du davor privat auch am Spielen?

BN: Meine Eltern waren beide aktive Basketballer. Durch den Sport haben sie sich auch damals kennengelernt. Also sind sowohl ich, als auch mein älterer Bruder quasi in der Basketballhalle aufgewachsen. Zwar wurde uns der Sport nie auf erzwungen, aber bei dem Umfeld und der Körpergröße hat dann einfach eins zum anderen geführt.

WF: Damit ich das aber richtig verstehe: Du hast damit kein Geld verdient, bis es in die USA ging, richtig?

BN: Auch in den USA habe ich damit kein Geld verdient. Erst als ich 2016 nach Heidelberg ging, habe ich mit dem Sport mein erstes eigenes Geld verdient.

WF: Wie hast Du das dann alles finanziert? Ich meine den Flug, den Aufenthalt? Gibt es Sponsoren, Stipendium, ähnliches? Von was und wie lebst du da, beispielsweise in den Staaten?

BN: Für das Studium habe ich ein Sportstipendium bekommen. Studienplatz, Unterkunft im Studentenwohnheim, Verpflegung in der Cafeteria etc. wurden davon gecovert. Die Flüge haben meine Eltern bezahlt.

WF: 2016 ging es dann nach Heidelberg, verzeihe mir diese Frage als Laie: Du hast dann professionell in der Bundesliga (?) gespeilt und auch Dein Geld verdient. Irgendwann aber hast Du wohl aufgehört – Was ist passiert?

BN: Ich habe von 2016 bis 2019 bei Heidelberg in der Pro A (zweite Basketball-Bundesliga) gespielt und auch Geld damit verdient. Im Laufe dieser Zeit habe ich aber gemerkt, dass mir der professionelle Basketball nicht die erhoffte Erfüllung gab. Deshalb habe ich Ende 2019 dann die Entscheidung getroffen, aus dem professionellen Basketball auszusteigen und stattdessen zu Hause in Berlin mit dem Studium anzufangen.

WF: Was hast du studiert, wenn ich fragen darf. Also was machst Du, wenn Du nicht im Ring stehst?

BN: Ich studiere Sport & Englisch auf Lehramt. Zudem arbeite ich noch als privater Nachhilfslehrer und in einem Berliner Cafè. Diese Kombination gibt mir genug Flexibilität, um auch in einer gefüllten Semesterwoche genug zu verdienen und trotzdem mindestens 6 Tage die Woche Sport zu treiben.

WF: 2019 war dann Ende, obwohl ich aus sicherer Quelle weiß, dass du ab und zu noch gerne Bälle in den Korb wirfst – richtig?

BN: Ab und zu zieht es mich natürlich noch in die Halle. Letztens hat mich einer meiner ehemaligen Coaches angeheuert ein Spiel zu spielen, um sein Regionalliga-Team den Klassenerhalt zu sichern, was ich dann auch getan habe. Ich habe es also noch ganz GROß drauf.

WF: Respekt dafür und Gratulation. Aber so ganz ohne Sport geht es nicht bei Dir, sehen wir vom Lehramt ab. Wie kamst denn Du bitte auf die Idee, Wrestler zu werden?

BN: Wrestlingfan war ich schon mit etwa 12 Jahren. Damals haben mein Bruder und ich eines Abends Smackdown auf DSF geschaut und waren sofort hooked. Seitdem habe ich vor allem die WWE immer verfolgt während meiner Basketballkarriere. Als ich wieder nach Berlin gezogen bin und endlich mal freie Zeit hatte, wollte ich mal etwas Live-Wrestling schauen. Nach einer schnellen Google-Suche bin ich dann auf die GWF gestoßen und bin im November 2019 mit einem Kumpel zu „GWF Legacy“ gegangen. Einen Monat später war ich dann nochmal alleine bei GWF Final Countdown als Zuschauer dort. Nach der Show bin ich dann am Ausgang zufällig auf Slim Jim gestoßen. Wir sind ins Gespräch gekommen, wo er mich nach mehrmaligen auf- und abschauen fragte, ob ich Wrestling nicht mal selber ausprobieren möchte. Dieser Gedanke kam mir zuvor nie. Doch da ich ja kein Basketball mehr spielte, dachte ich mir: warum eigentlich nicht? Ich habe dann in der darauffolgenden Woche zum ersten Mal bei der GWF trainiert und seitdem bin ich dabei.

WF: Basketball kann auch gut körperlich sein – Erzähle von Deinem ersten Training, bitte…

BN: Ich weiß noch genau welche Sachen damals in meinem ersten Training rankamen: Fallschule, Rollen, Lockup und Wristlocks. Ich hatte schon immer ein relativ gutes Körpergefühl, weshalb ich die Fallschule und das Rollen mir relativ schnell gut aneignen konnte. Als es dann zu den mehr kampfbetonten Bewegungen kam, viel es mir schwerer da solche Bewegungen vor allem für Ballsportler sich äußerst fremd anfühlen. Meinen allerersten „Lockup“ hatte ich damals übrigens mit Danny Fray!

WF: Danny müsste ja so ziemlich Deine Größe haben und ist eigentlich bei wXw, oder?

BN: Danny ist zwar echt kein kleiner Mensch, aber ich glaube zwischen uns gibt es trotzdem noch etwa 15cm Unterschied. Ich hätte auf jeden Fall nichts gegen einen Riesenkampf zwischen uns bei der wXw!

WF: Ich meinte schon, dass er an die 2 Meter (195 cm) hat. Dann hast Du 2,10, ok! Beides große Typen. Wie kam es zu diesem „LockUp“?

BN: Ich glaube er war damals einfach zufällig in Berlin und hat mit trainiert. Und da sonst keiner in der Gruppe auch nur annähernd meiner Größe entsprach wurden wir einander zugeteilt.

WF: Ich habe gesehen das du und Sunshine Timothy O. einen „Stare Down“ hatten. Wie schwer ist es mit deutlich kleineren Worken zu arbeiten und wie siehst Du Dich als Wrestler?

BN: Das ist wahrscheinlich momentan der gewaltigste Größenunterschied im deutschen Wrestling. Eigentlich habe ich schon mehr Spaß mit kleineren Gegnern, da ich diese am weitesten rumschmeißen kann. Es ist einfach schon ein Spektakel, wenn jemand aus etwa 3 Metern Höhe einen Chokeslam kassiert. Dieser Aspekt hilft mir auch sehr dabei, dass meine Wrestling Karriere in so kurzer Zeit schon so groß geworden ist: Leute wollen beim Wrestling Menschen und Charaktere sehen, die sie sonst nicht alltäglich auf der Straße begegnen. Und mit meiner enormen Größe gebe ich ihnen genau das.

WF: War für Dich klar, dass du meist als Heel arbeiten möchtest?

BN: Für mich war relativ früh klar, dass ich aufgrund meiner Größe meistens das Größte Hindernis für den Face sein werde. Es ist halt schwer ein Underdog zu sein, wenn man aussieht als könnte man die meisten seiner Gegner als Frühstück verputzen.

WF: Gut, jeder fängt mal an und Deine Größe schützt vor Unwissenheit nicht, wie schwer ist es Dir zu Beginn gefallen zu arbeiten, auch vor Publikum und wie kamst Du bei Achmed und Mike an?

BN: Vor Publikum aufzutreten viel mir eigentlich relativ leicht. In der Pro A spielt man auch teilweise vor bis zu 4000 Zuschauern. Länger viel es mir mich selbstbewusst im Ring zu bewegen, da es ein völlig neues Umfeld war an das ich mich nur an GWF-Showtagen gewöhnen konnte. Damals wurde uns auch von Mike & Ahmed geraten, jedes Ringtraining wahrzunehmen, auch mal bei anderen Ligen. Generell habe ich mich schnell sehr gut mit Mike & Ahmed verstanden, da ihre Trainingsmethoden auch deckungsgleich mit Trainingsphilosophien sind die ich aus dem Basketball kenne.

WF: Beim Wrestling kommst Du aber alleine zum Ring und es wird auf Deine Aktionen direkt von den Fans reagiert. Hörst Du das, nimmst du das wahr?

BN: Am Anfang versucht man natürlich einfach ohne große Fehler durch das Match zu kommen. Dann mit der Zeit, wenn man mehr Ringerfahrung gesammelt hat, automatisiert man die Bewegungen und hat mehr Bewusstsein für Fanreaktionen und -interaktionen. An Anfang war ich eher immer in einem Tunnel, wo ich mich nur auf das Match konzentriert habe. Mittlerweile bin ich in der Lage ein gutes Match zu machen und währenddessen dem Publikum klarzumachen, wie klein ihr alle seid!

WF: Du bist aktuell auch gut unterwegs, bald auch bei GWP gegen Dani Psych, mit dem Du bei ACW schon im Ring gestanden bist. Der ist nicht so klein und auch „ganz gut“? Was dürfen wir erwarten? Warst Du schon bei GWP?

BN: Am kommenden Samstag den 6. Mai werde ich mein großes Debüt bei der GWP machen. Ich bereite mich auf einen großen Fight vor, während sich Dani Psych auf ein „Picknick“ vorbereitet. Was die Zuschauer erwarten dürfen ist mir deshalb selbst noch nicht so klar. Ich habe sogar versucht Dani persönlich aufzuklären, aber weder er noch sein Gehirn und er haben es kapieren wollen…

WF: Nik, wo möchtest Du gerne noch hin?

BN: Auf dem deutschen Markt würde ich natürlicherweise auch gerne für die wXw antreten. In Europa blicke ich durch meine irische Verlobte vor allem nach Irland zu OTT. Dort war ich im März bei Scrappermania vor Ort und dass ist nochmal eine ganz andere Hausnummer im Vergleich zu deutschen Wrestling Shows. Doch für die nahe Zukunft konzentriere ich mich hauptsächlich auf die GWF. Ich bin Besitzer eines Mystery Mayhem Umschlags, der mir am 7. Mai einen großen Titelkampf bescheren wird.

WF: Welcher Titel soll es genau sein?

BN: Für mich kommt nur der ganz große Titel infrage: der GWF World Championship! Nicht nur wegen meiner großen Ambitionen, sondern vor allem um Toni Harting zu rächen, dem der Titel von Pascal Spalter zu Unrecht gestohlen wurde.

WF: Bekommt Toni dann ein Titelmatch, solltest du jenen gewinnen?

BN: Diese Entscheidung liegt ganz alleine dann bei Toni. Es wäre mir jedenfalls eine große Ehre!

WF: Danke, für Deine Zeit!

BN: Es war mir eine große Freude. Jederzeit gerne wieder!

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