Slinky im WrestlingFever.de Interview (10.05.2014)

„Slinky“ gehört wohl zu den Schillernsten Persönlichkeiten der „German Wrestling Federation“ aus Berlin. Trainiert wird er von den (Euro) Urgesteinen Ahmed Chaer und Crazy Sexy Mike. Seit 2010 steht Slinky im Ring und versucht ernsthaft Fuß zu fassen. Leicht durchgeknallt aber mit Tiefsinn und geschichtlichem Hintergrund erzählt Robert etwas aus dem Nähkästchen – exklusiv auf WrestlingFever.de!

WF: Vielen Dank für Dein Interesse, wir hoffen Dir geht es aktuell gut und Du bist fit?

Slinky: Die Interviews und Nachrichten auf WrestlingFever.de lese ich sehr gerne. Ein Teil davon zu sein, das ist super. Dankeschön !! Ich bin gerade aus Frankreich wiedergekommen, und werde, neben dem Training, die nächsten Tage damit verbringen mich um weitere Bookings zu kümmern. Auch nach Merchandising und Sponsoren sehe ich mich zur Zeit um. Schließlich werde ich noch ein paar Promotion-Aufgaben übernehmen, und dann geht es schon wieder zurück nach Frankreich.

Eine gute körperliche Fitness aufrecht zu erhalten, das ist bei einen solchen Terminplan schon eine kleine Herausforderung. Meine Trainer Ahmed Chaer und Crazy Sexy Mike haben mir aber beigebracht, wie ich mich selbstständig fit halte. Besonders anspruchsvoll ist das auf Tour, wenn ich 12 Stunden im Auto sitze, danach sofort in den Ring muss, um dann sofort wieder ins Auto zu steigen – um 12 Stunden zurück zu fahren. Aber es finden sich immer die paar Minuten um ein kleines Workout zu machen. Sicher gibt es auch private Sachen oder Verletzungen, die an der Fitness und Motivation nagen können. Aber in der Berliner Wrestlingschule werde ich professionell ausgebildet. So habe ich dort gelernt Privates bis zu einen gewissen Grad auszublenden. Und an Verletzungen kann man drum herum arbeiten.

So was darf einfach nicht die Leistung im Ring beeinflussen. Aber körperliche Fitness ist nicht alles. Professionalität hat noch sehr viel mehr und weitaus wichtigere Facetten. Ich meine, das A und O im professionellen Wrestling ist der gute Wille. Ich will für meine Kollegen nur das Beste. Und dazu gehört auch ehrliche Anerkennung. Wer das nicht will, seine Kollegen schlecht behandelt, wird in einer Sackgasse landen. Auch andere Dinge gehören zu einem professionellen Auftreten. Ich werde hier nicht alles aufzählen. Wer die GWF-Shows besucht, wird erkennen was professionelle Standards sind. Schaut euch nur mein Outfit an: Dass „Slinky“ funktioniert ist kein Zufall. Das ist harte Arbeit. Selbst eine einfach erscheinende Sache, wie die Wahl des Outfits, ist mit Arbeit verbunden – die zu einem hochwertigen Produkt und somit zur Wiedererkennung führen soll.

WF: Warum „Pro-Wrestler“, hat es Dir nicht gereicht einfach Fan zu sein? Was machst Du außerhalb des Rings, wie steht die Familie und der Arbeitgeber (Kollegen) dazu?

Slinky: Abgesehen von meinen familiären Hintergrund hatte es für mich immer einen großen Reiz selbst im Ring, und somit im Mittelpunkt, zu stehen. Als Jugendlicher träumte ich davon, während der damalige WWF-Präsident Vince McMahon im Ring stand, wie es wäre, einfach mal rennen, ihn umzuhauen, und selbst im Rampenlicht zu stehen. Aber ohne eine stabile Basis, ohne einen riesigen Rückhalt, wird so was sicher nicht zu einer langen Karriere führen. Ich habe nach dem Abitur die Wege gefunden. Und um diese Wege zu beschreiten, ist es sehr sinnvoll in stabilen Verhältnissen zu leben.

Keine Frage, meine Geschwister und meine Eltern unterstützen mich sehr bei meiner Ausbildung in der German Wrestling Federation. Und sie werden mich auch weiterhin unterstützen. Ich habe diese stabile Basis und den riesigen Rückhalt, um einfach mal rein zu rennen und zu bleiben. Bezogen auf eine Partnerschaft ist Pro Wrestling aber ein ganz anderes Kaliber. Vielleicht sollte ich zu Eurer Frage aber die Ausbildungsverhältnisse im europäischen Pro Wrestling beschreiben, Es ist so, dass jeder Rookie mehrere Jahre braucht, um als Pro Wrestler anerkannt zu werden – um vernünftig Geld zu verdienen. In dieser Zeit müssen die Rookies extrem viel arbeiten, und dürfen dafür noch bezahlen.

Ich habe schon so viele Leute gesehen, die das Training und die Arbeit im Geschäft angefangen haben, das aber nicht durchhielten. Besonders in der Zeit als Rookie verzehrt der harte sportliche Alltag die ganze Energie, Als Rookie bietet man jederzeit den „Pros“ Hilfe an, baut den Ring auf und ab (lernt somit das eigene Arbeitsgerät und die Kollegen kennen), schläft sogar nach den Shows im Ring, macht Werbung für die Shows und meistert jede kleine Aufgabe, die die Trainer und (zukünftigen) Kollegen einen geben. Dazu ist die Ausbildung sehr kostenintensiv. Gute Trainer haben über Jahre und Jahrzehnte hinweg ihr Vermögen darin investiert gut zu werden, und müssen dementsprechend gut bezahlt werden. Das ist Teil der Anerkennung. Ein geeignetes Fitnesscenter muss bezahlt werden.

Daneben braucht der Arbeiter für das harte Training eine geeignete Ernährung. Das ist sehr kostenintensiv. In den ersten vier Jahren meiner Ausbildung zum Pro Wrestler habe ich jede kleine Arbeit gemacht, um Geld für die Trainingsschule zu haben, um mir eine gute Ernährung zu gewährleisten, und um alles zu lernen, was es in diesem Geschäft zu lernen gibt. Keine Arbeit war mir zu niedrig, Ich denke, jetzt könnt Ihr Euch vorstellen, was Pro Wrestling für eine Partnerschaft bedeutet: Ich bin ständig auf Tour, und durch die teure Ausbildung ist wenig Geld für die eigene kleine Familie da.

Und wenn ich zuhause bin, dann brauche ich die Zeit zur eigenen Regeneration und zum Training. Ohne eine Partnerin, die vollkommen hinter dem steht, diesen Beruf unterstützt, kann eine Beziehung nicht funktionieren. Und Pro Wrestling ist kein Hobby, sondern ein Beruf. Leute, die das anders sehen, können gerne im Hinterhof weiterspielen, aber ihnen fehlt etwas sehr wichtiges: Eine Vision !! Wrestling in Deutschland kann boomen. Ich bin mir sogar sehr sicher, dass es einen deutschen Fernsehsender gibt, der sehr daran interessiert war europäisches Catchen im Fernsehen zu bringen. Aber warum sollte ein Fernsehsender eine Show bringen, wenn die Arbeiter nicht visionär sind und sich nicht gegenseitig unterstützen?

Ich arbeite hart, und ich will von meiner Arbeit leben können. Ich will einer der besten Pro Wrestler im Geschäft werden, für die großen Ligen, wie beispielsweise WWE, antreten und im TV zu sehen sein. Obwohl ich noch selbst ein Rookie bin, beginne ich langsam gutes Geld zu verdienen. Und ich sehe hart arbeitende Leute, die nach mir gekommen sind. In der GWF haben wir zum Beispiel Brenda Star, Vanessa La Bestia und Svetlana Kalashnikova. Drei sehr junge und aufstrebende professionelle Wrestlerinnen !! Ich sehe in der GWF Rookies wie Slim Jim, Matze Danger und Blue Shadow, die vielleicht nicht die besten Voraussetzungen hatten, trotzdem präsent sind. Ich sehe wie hart sie arbeiten, wie viel sie einstecken können. Ich respektiere das, und werde sie in die richtige Richtung pushen. Das ist der gute Wille, der einigen neben und vor mir fehlt, und warum sie nicht weiterkommen. Sie stehen dem Boom im Weg. Ohne Loyalität und ein gutes Netzwerk geht aber nichts. Ohne Crazy Sexy Mike und Ahmed Chaer wäre ich nichts im Geschäft. Ich erinnere mich, wie mir die beiden meinen ersten bezahlten Job vermittelt haben. Dafür hatte ich so lange und so hart gearbeitet. Das werde ich nicht vergessen. Und was herum geht, kommt herum… Neben dem Wrestling schreibe ich an einem Abenteuer-Buch und beschäftige mich mit verschiedenen Comedy-Projekten.

Zur Zeit mache ich wirklich jede Arbeit, mit der sich Geld machen lässt, und investiere das in meine Wrestling-Ausbildung + Werbung für mich. Ich habe echt schon alles gemacht, von 3 Uhr morgens an der Tagelöhnerstelle stehen um dann bis Abends auf Baustelle zu arbeiten bis hin zur Servicekraft im Fitnesscenter.

WF: Du hast ein spezielles Outfit, kann man sagen. Im Ring trägst Du Facepaint und hast auch eine schwarze Zunge. Ab und zu läuft auch eine schwarze Flüssigkeit aus dem Mund. Wie entstand die Idee zu diesem Look und allem anderen, was damit zu tun hat?

Slinky: Für ein gutes Outfit brauchte ich jemand der wirklich gut zuhören, schneidern und meine Idee zu 100 Prozent umsetzen konnte. In der GWF Trainingsschule wurde mir eine solche Schneiderin vermittelt. Das Outfit sollte aus der Mainstream-Mode der Indypendent-Wrestlingwelt (Badehosen, Kickpads) hervorstechen und ganz bestimmte Eindrücke vermitteln. Die Farbe des Outfits orientierte sich zum einen an meiner Gesichtsbemalung, zum anderen symbolisierten diese Farben meine Zugehörigkeit zur German Wrestling Federation.

Es war ein kleines Augenzwinkern in Richtung „Corporate Design“ als ich zum ersten Mal als „Slinky“ im Ring auftauchte. Was in diesem Moment nicht passte, dadurch aber aufgefallen ist. Bei meinem Debüt trug ich exakt die gleichen Farben wie die „Decent Society“, also das gegnerische Team bestehend aus Crazy Sexy Mike, Ahmed Chaer und Salsakid Rambo. Diese Ehrerweisung an meine Trainer war so eindeutig wie die Ehrerweisung der Los Matadors (mit El Torito) an Tito Santana.

Im Ring schenken wir uns sicher nichts. Aber außerhalb des Rings bestehen zwischen vielen Arbeitern feste Bande. Und so beeinflussen wir uns gegenseitig, geben uns einander Rauchzeichen. Wir können das ruhig „Seele“ nennen, die sich von Generation zu Generation und über Ländergrenzen hinweg vererbt. Die Persönlichkeit „Slinky“ repräsentiert genau das. Sie ist eine Spirale durch Zeit und Raum. Ein Witz der nie erzählt wurde und trotzdem immer witzig ist. Ein roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Uralt und brandneu. „Slinky“ ist eine Person, die meine eigene Geschichte, die Geschichte meiner Familie und des Pro Wrestling widerspiegeln soll. Jeder liebt Slinky. Dieses Spielzeug, eine Feder mit der man spielen kann. Irgendwie dumm, wenn Du im Supermarkt eine verpackte Plastik-Feder siehst, und dort der Schriftzug „NEU“ dran klebt. Was verkaufen die da? Eine Feder gibt es schon seit der Erfindung der Klospülung in der Steinzeit. Halten die uns für debil? Und wenn man damit spielt sieht das aus, als ob man eine obszöne Geste macht. Ein sabbernder, debiler Typ. Und so sollte letztendlich auch der Figur „Slinky“ sein.

Die Idee zum Namen hatten meine Trainer. Um korrekt zu sein, war es Ibo Latino, der mir meine erste Fallübung beibrachte und mir den Namen gab. Besonders das Fallen aus dem Frontflip beherrschte ich von Anfang an sehr gut. Was wie die typische Bewegung des Spielzeug-Slinky aussieht. Ich weiss noch ganz genau, wie ich im Oktober 2009 zum ersten Mal in die Trainingshalle der German Wrestling Federation kam und Ibo Latino mich aufforderte zu fallen. Ich dachte mir: „Warum muss ich lernen, wie ich mich auf die Fresse packe?“ Und das ist es: Pro Wrestling ist mehr als austeilen zu können. Es kann immer jemand kommen, der größer, schneller und stärker ist – und mich besiegt. Und was mache ich dann? Wird jemand zahlen, um einen Verlierer zu sehen? Entweder Du bist raus, verdienst kein Geld mehr, oder Du schaffst es, dass das zahlende Publikum trotzdem wegen Dir zur Show kommt und von Dir begeistert ist.

Pro Wrestling ist der individuelle Fehler abseits der Perfektion. Einstecken zu können, und wieder aufstehen, ist im Geschäft des Pro Wrestling, sowie im echten Leben, von großer Bedeutung. Ich habe bewiesen, dass ich einstecken und wieder aufstehen kann. Und ich kann mich verkaufen, sodass mich die Leute wieder erkennen und wegen mir zur Show kommen. Ich merke, dass ich dieses gewisse „etwas“ habe. Es sind die kleinen Kinder, die mich sehen, und sofort riesige Augen bekommen. Es sind die Medienvertreter, bei denen es sofort „klick“ macht, wenn sie mich erblicken. Sports Entertainment steckt mir im Blut, was auch wörtlich zu verstehen ist. Meine Familie hatte schon sehr früh mit der modernen sportlichen Unterhaltung zu tun. Und genau das fließt auch in die Persönlichkeit „Slinky“ ein.

Diese Details sind es, die mich unverwechselbar machen. Es sind Details, die etwas aussprechen, ohne es zu sagen. Es ist universelle Sprache. Ein Beispiel dieser Sprache kann ich nennen: Der Circus Olympic in Berlin, einer der Entstehungsorte des modernen Pro Wrestling, wurde 1879 abgerissen, und dort der Bahnhof Berlin-Friedrichstrasse gebaut. Dort, wo in den 1840er Jahren die ersten Pro Wrestler der Moderne gegeneinander rangen, fuhr nun die Eisenbahn drüber. Diese Veränderung ist verrückt. Zumal, wenn man bedenkt, dass sich so das Pro Wrestling durch die europäische und amerikanische Wanderarbeiterbewegung und Urbanisierung der Unterhaltungsindustrie weiter ausbreitete.

Noch heute werden Begriffe und Regeln aus dieser Zeit im Pro Wrestling verwendet. Mir gefiel die Idee Aspekte der Geschichte des Sports Entertainment mit meine Wrestling-Persönlichkeit einfließen zu lassen. Einer meiner Vorfahren, Friedrich Gottlieb Großkopf, war Zirkusunternehmer und zeitweise Partner des Betreiber des Circus Olympic. Unter anderem engagierte er Tom Belling, der in Berlin, weltweit zum ersten Mal, als Weißclown auftrat. Mein weißes Make-up und somit Slinky ist also auch mit meiner Familiengeschichte verknüpft. Es ist eine Hommage, eine Erinnerung an das Engagement von Tom Belling, ein Verweis zu meinen Vorfahr und die Geschichte meiner Stadt. Es ist auch nicht zu schwer von einer Eisenbahn, die über ein Gleis fährt, auf „choo choo“ zu kommen. Manchmal ist Wrestling wie eine Kette von Ereignissen. Es ist einfache Assoziation. Und ihr kennt bestimmt die Geschichte von Phineas Taylor Barnum, der einen Bahnhof in die berühmteste Arena der Welt verwandelte. Und nein, meine Zunge ist nicht nur schwarz. Manchmal auch grün, blau, lila, und vielleicht bald orange und silber. Als Kind sah ich viele Matches von Akihisa Mera (The Great Kabuki) und Keiji Mutoh (The Great Muta). Ich liebte ihren Stil und ihr Auftreten. Sie spuckten ihrem Gegenüber Giftnebel ins Gesicht und ihre Zungen waren verschieden gefärbt. Ich hätte es gerne von ihnen persönlich gelernt, aber ich musste selbst herausfinden wie „Poison Mist“ funktioniert und wie sich die Zungen färbten.

Dabei wuchs mir tatsächlich mehr als ein Giftzahn. (lacht) Die schwarz gefärbten Zähne passten dazu wie die Faust aufs Auge. Sie sind einer japanischen Mode entlehnt: Dem Ohaguro. Viele Samurai und Ninjas färbten sich die Zähne schwarz. In meiner Jugend lernte ich echtes Ninjutsu, und durch das Schwärzen der Zähne konnte ich einen Teil meiner eigenen Vergangenheit ins Catchen einbringen. Die gefärbten Zähne machten mich auch einmalig. Zwar hatte Snitsky auch gefärbte Zähne, und es gab auch eine japanische Ringbegleitung mit schwarzen Zähnen, aber so hatte das noch niemand gebracht. Man muss einfach zweimal hinschauen, wenn man so was sieht. Neben meiner Masse, im Moment fast 112 Kilo, und meiner Größe ist das sehr beeindruckend.

WF: Du bist ein sehr großer Typ. Bist Du, neben Cash Money Erkan, schon einer der Größten? Oder gibt es bei der GWF noch Wrestler, die größer sind?

Slinky: Murat AK fällt mir spontan ein. Er ist ein Riese, gegen den ich schon in Lübeck gekämpft habe. Mir gefällt auch, dass er viel Masse aufgebaut hat. Ich gehöre zu den Leuten, die große Schwergewichte gerne sehen. Typen mit 80, 90 oder 100 Kilo sind zu gewöhnlich. Ich will Freaks im Ring sehen. Besondere Akteure: Giganten, Zwerge, Elefantenmenschen, Muskelberge und Frauen mit Bärten. Und mysteriöse Typen, die Feuerbälle verschießen können. Aber wie gesagt, das ist nicht alles. Wenn ich mir die WWE anschaue, die ein fantastisches Produkt haben, dann sehe ich im TV ausgearbeitete Konzepte. Und ich will dort auch hin. Ich habe die Möglichkeit vieles über die Logik des Sports Entertainment in der GWF und auf Touren zu lernen.

WF: Wie begegnest Du Kritikern und wie siehst Du Deine wrestlerischen Fähigkeiten?

Slinky: Positive und negative Kritiken sind immer ein gute Faktoren, um sich selbst weiterentwickeln zu können. Ich lese und höre annähernd jede Kritik, die es zu meinen Kämpfen gibt. Trotzdem gibt es einige Unterschiede. Es gibt Personen, die fachlich qualifiziert sind – und deren Kritik ich uneingeschränkt annehme. Das sind vor allem meine Trainer. Ich bezahle nicht ohne Grund viel Geld für meine Ausbildung, denn meine Trainer haben sich fachliche Anerkennung erworben. Und ihr könnt davon ausgehen, dass wenn ich Kritik brauche, ich die richtigen Leute danach fragen werde. Aber nur meine Trainer oder (nachrangig) sehr erfahrene Profis, die ich auch als solche anerkenne. Es würde wenig Sinn machen, auf jemanden zu hören, der vom Geschäft kaum Ahnung hat. Letztens hatte ich zum Beispiel eine Show, bei der auch Michael Kovac mit auf der Card stand. Er ist mehr als 20 Jahre im Geschäft, hatte große internationale Erfolge, kennt wirklich alle im Business.

Wenn ich Kritik bräuchte, würde ich ihn ohne Probleme danach fragen. Und wenn er es für richtig hält, kann solch ein Profi auch ungefragt mir gegenüber Kritik äußern. Wenn aber jemand erst zwei Jahre im Geschäft ist, und ungefragt Backstage Kritik äußert, würde das den Status der langjährigen Profis herabsetzen. Und so was hat Konsequenzen. Dass Fans im Internet Kritik äußern, auf die Shows und Wrestler reagieren, ist super!! Konstruktive Kritik, aber manchmal auch destruktive Kritik, und Analysen im Internet können eine Inspiration sein. Aber viele Sachen können Fans einfach nicht erkennen. (Und selbst vielen Leuten, die schon im Ring stehen, fällt das schwer.) Es ist in jedem Fall gut, wenn Fans ihre Meinung äußern.

Meine eigenen wrestlerischen Fähigkeiten halte ich für ausbaufähig. Die Basis beherrsche ich, keine Frage. Aber ich bin am Anfang meiner Karriere, stehe erst seit wenigen Jahren aktiv im Ring. Ich werde noch sehr viel lernen, bis ich mit meinen wrestlerischen Fähigkeiten zufrieden bin. Allerdings habe ich schon jetzt ein sehr gutes Verständnis der Logik im Geschäft. Aber auch hier kann ich noch viel an mir arbeiten und sehr viel lernen. Es gibt so viele unterschiedliche Techniken und Stile…

WF: Du scheinst durch Deine Vorfahren der ideale Mensch für einen Zirkus zu sein. Man unterhält die Zuschauer über Stunden mit. versch. Attraktionen. Wie stehst Du zum Einsatz von Tieren in der Unterhaltungsbranche?

Slinky: Ich habe zeitweise sogar im Zirkus gearbeitet und mich dort auch um Tiere gekümmert. Ich liebe Tiere, und ich weiß, dass in vielen Zirkus-Gesellschaften verantwortungsvoll mit den Tieren umgegangen wird. Das wird, zumindest in den westlichen Staaten, auch streng kontrolliert. Und die Tiere können ja auch mitteilen, ob es ihnen gut geht. Man kann sehr schnell sehen, wenn etwas nicht in Ordnung ist, bspw. an dem Glanz des Felles oder der Vitalität des Tieres. Tiere in der Unterhaltungsbranche verantwortungsvoll einzusetzen, ist in Ordnung. Im Pro Wrestling gab es unter anderem schon Schlangen, Spinnen, Bären, Löwen, Vögel, Elefanten und Pferde. Ich sehe da keine Probleme., solange es den Tieren nicht schadet.

WF: Deine Frisur ist auch „selten“. Wie kam es zu diesem Stil?

Slinky: Ich wollte einfach eine Frisur haben, die in den Shows und auf Plakaten auffällt. Ich wollte, dass die Fans denken: „So kann er doch nicht privat rumlaufen.“ Aber die Wahrheit ist, dass ich mit dieser ungewöhnlichen Frisur auch privat rumlaufen muss. Ich denke, ich bin in dieser Richtung eher ein konservativer Typ, der gerne einen gut gepflegten Fassonschnitt trägt.
Dass ich die letzten drei oder vier Jahre mit einer solchen Frisur rumlaufe, die eher nach einem Unfall aussieht – eine typische Clownfrisur – zeigt, wie viel Herzblut ich in das Pro Wrestling hineinstecke. Ich muss aber zugeben, dass ich daran auch meinen Spaß habe. Beispielsweise amüsiert es mich sehr, wenn ich so ins Fitnesscenter gehe…

WF: Wie würde Deine Zukunft für Dich Idealerweise aussehen?

Slinky: Ich möchte rund um die Uhr als Pro Wrestler beschäftigt sein, im Fernsehen auftreten und mit dem Wrestling mich und meine Familie ernähren können. Zur Zeit habe ich ein bis zwei Shows jedes Wochenende, was in Ordnung ist. Aber fünfzehn bis zwanzig Shows jeden Monat sind ganz nach meinen Geschmack. Ein Vertrag mit einer der großen Promotions (WWE, TNAW, CMLL, AAA, NJPW) wäre dafür sicher ideal. World Wrestling Entertainment hat meine Nummer, und wenn sie mich wollen und mich angemessen bezahlen, stehe ich ihnen sofort zur Verfügung. Und wer mich für eine Wrestling-Show buchen will, findet meine Kontaktdaten auf meiner Homepage „pro-wrestling.biz“, und kann mich bei Interesse sofort kontaktieren.

Auftritte in Werbespots, Spielfilmen und Musikvideos sind, neben reinen Wrestlingshows, auch immer eine gute Arbeit für Pro Wrestler. Ich selbst habe u.a. schon im Musikvideo „Die Atzen – Party (ich will abgehen)“ mitgewirkt. Das war eine großartige Erfahrung, wodurch auch mein Bekanntheitsgrad stieg. Wrestler wie Pascal Spalter oder Eddy Steinblock sind nicht ohne Grund so populär. Sie haben es geschafft sich mit ihrem Stil einzigartig zu machen und sich im Unterhaltungsbereich auch außerhalb des Pro Wrestling zu etablieren. Ganz sicher darf man auch ihre enorme Statur nicht vergessen.

Und auf WrestlingFever.de sage ich das gerne exklusiv: Im Ring zu stehen ist nicht die einzige gute Arbeit im Wrestling-Geschäft. In einem Unternehmen wie WWE würde mir zum Beispiel auch die Arbeit im Kreativteam sehr gut gefallen. Und auch das promoten gefällt mir sehr. In der German Wrestling Federation schaue ich mir an, wie das funktioniert – und lerne sehr schnell.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit und alles gute!

Slinky: Ja, sehr gerne !! Danke auch für Eure Mühe !

Wir würden uns über Dein Feedback zu diesem Interview freuen!

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