Fabio Ferrari im WrestlingFever.de Interview (Deutsch – 28.10.2017)

WF: Danke für Deine Zusage Fabio, es freut uns immer den Fans neue bzw. internationale Talente vorzustellen. Wie geht es Dir aktuell?

FF: Hallo Markus, und Hallo an alle Wrestlingfever.de Fans! Danke dass Ihr mich auf Eurer Webseite vorstellt, es ist eine wahre Ehre.

WF: Du stehst inzwischen schon mehr als 15 Jahre im Ring, dennoch bist Du für die meisten Fans hier ein noch relativ Unbekannter. Aber beginnen wir von vorne…wie hast Du zum Pro Wrestling gefunden?

FF: Ich habe mit 17 mit dem Wrestling angefangen als es noch keine Wrestlingschulen in Italien gab, man kann sagen ich habe als Backyarder angefangen weil es keine andere Gelegenheit gab.
2001, die einzige Truppe die ernsthaft etwas in Italien aufbauen wollte war die originale ICW, gegründet von 10 Jungs über den Norden Italiens verteilt, welche sich in schäbigen Studios trafen um etwas zu tun… aber wie schon gesagt war es backyard.
Nach ein paar Jahren hatte ich dann die Möglichkeit eines professionellen Trainings im UK bei der Dropkixx Academy mit Frank Rimer und Tony Scarlo und bei der FWA Academy in Portsmouth mit Mark Sloan.
Zwischenzeitlich wurde Wrestling in Italien sehr populär und mit nur 20 fand ich mich vor 11.000 Menschen wieder, aber um ehrlich zu sein war ich weder wrestlerisch noch körperlich bereit dafür.

WF: Was hat Dich dann dazu bewegt, selbst Pro Wrestler zu werden?

FF: Ich habe mich in dieses Spiel verliebt als ich 6 war, Hulk Hogan gegen Earthquake beim Summerslam. Es war Liebe auf den ersten Blick, aber ehrlich gesagt habe ich jahrelang gedacht Wrestling sei nur ein amerikanisches und japanisches Ding. Ich wusste nichts von anderen Ligen da es in Italien kein Wrestling gab. Auch beim Rest von Europa hatte ich keine Ahnung.

Mit 17 spielte ich um den nationalen Basketball Titel und war auch voll dabei, aber ein enger Freund stellte mich einer italienischen Liga vor die in dem Business wirklich was auf die Beine stellen wollte. Als ich dann zum ersten Mal in den Ring stieg, wusste ich sofort dass es das ist was ich machen will.

WF: Einer Deiner Trainer war unter anderem Ares, welcher in Deutschland natürlich sehr bekannt ist. Wer hat Dich noch trainiert, um Dir die Grundkenntnisse beizubringen und wie erinnerst Du Dich an die ersten Trainingsstunden?

FF: Mein allererstes Training war mit einem Mann aus Santo Domingo welcher in seiner Jugend etwas gewrestlet hat allerdings erinnere ich mich nur noch an einen Back Body Drop auf den Fußboden. Ich bin da für ein paar Minuten gestorben. Sobald ich wieder stand, ging ich um nie wieder zu kommen.
Mein erstes richtiges Training war im UK wo ich erst einmal die Grundlagen lernte. Danach machte ich jedes Seminar mit bei dem ich teilnehmen konnte mit Leuten wie Ares, Nigel McGuinnes, Cesaro, Chris Hero, Johnny Saint und vielen mehr.
Der Trainer den ich heutzutage als meinen Mentor ansehe ist Marty Jones, der mir in den letzten Jahren auf großartige Weise geholfen hat.

WF: Wie lange dauerte es letztendlich, bis Du Dein Debüt bestritten hast und wie blickst Du darauf zurück?

FF: Wie schon gesagt waren meine ersten Jahre Backyard Wrestling mit Ring. Mein erstes Match war 2001 aber ich kann mich an kaum etwas erinnern: ich hatte bisher einfach kein echtes Training gehabt. Ich war nur ein dürrer Junge mit einer gewissen Gewandtheit aufgrund meiner Basketball Jahre

WF: Bevor Du zu „Fabio Ferrari“ wurdest, bist Du als „Red Devil“ angetreten, welcher rotes Face Paint trug. Gehe ich recht in der Annahme, das der Warrior ein Vorbild von Dir war – Wer hat Dir als Fan damals imponiert, wer konnte Dich am meisten beeindrucken?

FF: Red Devil war ein Gimmick dass ich über Jahre nutzte, das kam mal von Fanseite als ich noch kein richtiges Training hatte. Passte sehr gut für ein paar Jahre in Italien da unsere Zuschauer meist Kinder waren, also war ich der coole, glitzernde Typ mit dem coolen Facepaint der die ganzen Überschläge machte. Und, ja, du hast Recht, Warrior plus Sting plus Great Muta haben mich inspiriert. Wrestlerisch himmelte ich Hayabusa an.

WF: Wie entstand der Name „Red Devil“ und warum nennst Du Dich heute „Fabio Ferrari“ – Italienisches Klischee?

FF: Über die Jahre haben immer mehr Kollegen gemeint ich sollte doch meinen richtigen Namen benutzen, da es für den internationalen Markt interessanter klingt. Nachdem ich im UK für Brian Dixon gearbeitet hab, brauchte ich einen Namen der außerhalb Italiens zieht, daher kam es ganz natürlich meinen Namen zu benutzen. Die Klischee-Person kam dann durch den Nachnamen. Es ging ins Blut über ein Nachfolger der Ferrari Autofamilie zu sein. Ich wurde zu dem Typen der immer Geld hat und doch nie auch nur einen Tag gearbeitet hat und sich trotzdem für besser hält als alle Anderen. Als ich das Gimmick zum ersten mal ausprobierte hatte ich dabei so viel Spaß und entdeckte eine völlig neue Welt. Ich wirkte so toll vor dem Publikum dass innerhalb weniger Monate das Gimmick Red Devil, obwohl recht populär, vergessen wurde.

WF: Nicht selten bist Du im Laufe Deiner Karriere auf den Bambikiller getroffen, zuletzt bei den CWE Events. Wie hat Dir dieser „Catch Grand Prix“ gefallen und wie stehst Du zu Wrestling Turnieren generell – und zum Bambikiller?

FF: Chris gab mir so viele Gelegenheiten in professionellen Ligen anzutreten, dass ich ihm nie genug danken könnte. Er ist einer der cleversten Worker die ich in Europa kenne.
Ich habe jede Sekunde des Catch Wrestling World Grand Prix genossen. Alles war großartig und ich hatte so viel Spaß für vier Shows mit einem solchen Top Team zu arbeiten. Es fühlte sich an wie die alten CWA Tage die ich auf Aufnahmen gesehen habe und ich hoffe sehr dass dies nur der Beginn einer Wiederkehr des Catch Wrestlings in Österreich ist.

WF: Italien galt in den 90ern, neben Deutschland, als Wrestling (Fan) Hochburg – Wie ist die Szene dort aktuell? Wie hat sich da alles entwickelt?

FF: Italien ist das Land des Fußballs, da bleibt nicht viel Platz für anderen Sport in den Herzen unserer Leute. Die italienische Denkweise ist sehr geradlinig, jeder denkt er wisse es besser. Wenn man Montag morgens in eine Bar geht hat man dort nur allwissende Fußballtrainer. Deshalb kann das Wrestling keinen rechtmäßigen Platz einnehmen da jeder denkt ‚das ist Schwachsinn‘ anstatt einfach eine gute Show zu genießen
Wrestling ist eher eine Modeerscheinung hier: es gab zwei große Booms, einen ende der 80er und einen in 2004.
Es gibt ein paar ernsthafte Promotions die versuchen gutes Wrestling rüberzubringen, allerdings ist das schwer wenn es nur sehr wenig Geld von nur wenigen bis keinen Investoren gibt.
Ich weiß mit Bestimmheit dass wenn man das Produkt Wrestling richtig vermarkten und präsentieren würde, es in Italien ein großes Potential hätte. Vielleicht in den nächsten Jahren, mit den richtigen Leuten, wird etwas hervorsteigen.

WF: Du bist auch schon mit großen Namen der Szene im Ring gestanden, zum Beispiel Austin Aries. Wie erinnerst Du Dich an dieses Match (EPW) und den Menschen an sich?

FF: In der selben Nacht hatte ich auch sowas wie ein Qualifikationsmatch gegen Adrian Severe um einen Platz im MainEvent (einem ‚Four Way Dance‘ mit Austin Aries, Eddie Edwards und MVP) und ich erinnere mich dass Austin der jenige war der uns auseinandernahm und Ratschläge verteilte sobald wir Backstage waren. Es ist immer eine großartige Lernerfahrung wenn man Möglichkeiten wie diese bekommt.

WF: Hast Du persönliche Highlights Deiner Karriere, welche Du mit uns teilen möchtest, Matches, Augenblicke, Titelgewinne?

FF: Als ich angefangen habe, hatte ich so viele tolle Gelegenheiten mit einigen der größten Darstellern in Europa zu arbeiten und sie haben mir auf großartige Weise geholfen zu lernen und das Geschäft zu verstehen obwohl ich nur ein Backyarder war. Ich glaube sie verstanden einfach die Situation da drüben.
Für ein paar Jahre fühlte ich mich in einer Blase gefangen die nirgendwo hin zu rollen schien doch alles veränderte sich als ich anfing mit Marty Jones zu trainieren welcher mir die Gelegenheit gab in England zu arbeiten und das für einige Zeit bei dem Promoter Brian Dixon, wo ich sehr viel gelernt habe.
Die Karibik Tour mit Frankreichs Wrestling Stars machte viel Spaß: Strand am Tag mit Team Rudo (Heimo aus Finnland und Kodiak aus Holland) und Matches am Nachmittag. Tolle Zeiten trotz harter Arbeit – ich wrestelte 11 Kämpfe in drei Shows in einem Boxring.
Die Pakistan Tour mit PWE war großartig. Wir wurden von den Promotern wunderbar behandelt und es ist ein herrlicher Ort an dem man gewesen sein muss. Ich freue mich auf ein nächstes Mal!

WF: Früher warst Du eher schmächtig, in den letzten Jahren scheinst Du ordentlich zugelegt zu haben. Hast Du Dein Training und Deine Ernährung geändert?

FF: Im Grunde hab ich angefangen härter zu trainieren und besser zu essen. Ich habe inzwischen 30kg, im Vergleich um Anfang, zugenommen und mich nie besser gefühlt. Im Fitnessstudio trainieren, Gewicht zulegen und Muskeln formen ist ein Muss in dem Business, nicht nur wegen dem Aussehen dass man im Ring haben sollte auch um gesund und trainiert zu bleiben.

WF: Welche Ziele hast Du Dir für Deine Karriere noch gesetzt? Gibt es noch Wunschgegner, Länder wo Du als Wrestler arbeiten möchtest?

FF: Meine Ziele haben keine Limits. Ich möchte mich verbessern und soviel lernen wie ich kann. Ich liebe dieses Geschäft und ich möchte einfach Spaß dabei haben, auf den höchstmöglichen Leveln.

WF: Danke für Deine Zeit, Fabio 🙂

FF: Vielen Dank für die Einladung mich auf Eurer Webseite vorzustellen und danke an alle die sich die Zeit genommen haben das zu lesen.
Wenn ich um einen Gefallen bitten darf … schaut doch mal auf meinen Seiten vorbei:

www.facebook.com/devilprowrestling
www.instagram.com/fabioferrari.reddevil

Und abschließend möchte ich die deutschen Fans einladen mich in Aktion zu sehen, bei der nächsten POW Power of Wrestling Show in Hildesheim am 2. Dezember 2017 und in Rostock am 15. Dezember 2017. Verpasst es nicht und sprecht mich ruhig an um „Hallo“ zu sagen!!

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