Chris Colen im WrestlingFever.de Interview (21.03.2014)

Der Österreicher Chris Colen steigt nun schon fast 10 Jahre in den Ring und hat bei den Besten gelernt. Viele bezeichnen ihn als perfekten Heel und unterbewertet. Der ehem. GSW Breaktrough Champion hat sich exklusiv für WrestlingFever.de Zeit genommen, um dieses interessante Interview zu führen.

WF: Schön das es geklappt hat, wie geht es Dir aktuell?

CC: Hallo freut mich auch, dass wir zusammen ein Interview machen. Momentan geht es mir richtig gut, ich habe gerade ein Wahnsinns Wochenende in Berlin bei der GWF hinter mir.

WF: Wie bist Du zu Deinen Ringnamen „Colen“ gekommen?

CC: Ach, der Name „Colen“… angefangen hat das ganze mit einem WCW Playstation 1 Spiel, wo ich meinen Wrestler selber zusammengestellt hatte und nichts besseres als „Colen“ einfiel. Marc Landauer hat dann das „Cardinal Colen“ Gimmick erschaffen .

WF: Du stehst in diesem Jahr bereits 10 Jahre aktiv m Ring, hättest Du Dir das am Anfang Deiner Karriere träumen lassen?

CC: Nein, nicht wirklich. Eigentlich bin ich ja ein recht fauler Typ , aber Wrestling und Krafttraining sind die einzigen Bereiche in meinem Leben wo mein Ehrgeiz und Herzblut überhand nehmen . Ich war eigentlich lange richtig schlecht im Wrestling aber ich danke Michael Kovac, der sicher am Anfang nur einen Ringaufbauer in mir gesehen hatte, dass er mir soviel beigebracht hat. Jetzt stehe ich da und habe 10 Jahre Wrestling in den Knochen – Hammer.

WF: Du hast, wie soll es anders sein, bei Michael Kovac trainiert. Kovac ist, sagen wir mal, sehr „Oldschool“. Wie sehr hat das den Anfang Deiner Karriere und Dein Training beeinflusst und wie ist Deine Einstellung?

CC: Bei Kovac war das Training immer hart, er hat mir nichts geschenkt! Das macht er heute auch noch so. Mein komplettes Wrestling wurde durch Michael Kovac beeinflusst und er hat mich auch mit Mr. Tattoo (Hubert Fritz) bekannt gemacht. Der ist von der Einstellung noch mehr „Oldschool“ wie Kovac, meine ich. Diese zwei Männer haben mich am meisten geprägt . Meine Einstellung hat sich natürlich weiter entwickelt ich versuche meine Oldschool-Ausbildung mit der modernen Art des Wrestling zu verbinden .

WF: Wie bist Du zum Kovac gekommen und erinnerst Du Dich an das erste Aufeinandertreffen?

CC: Ich fand seine Schule über eine Anzeige im Power Wrestling Magazin. Wow, das ist schon lange her ich kann mich noch an seinen austrainierten Körper erinnern, da ich noch ein untrainierter Haufen war, war das sehr imposant.

WF: Ich kann mir vorstellen, dass Dir nahe gelegt wurde erst mal Masse aufzubauen, oder?

CC: Ich hatte bei Kovac ein „lecker hartes“ one2one Training und für meine körperliche Entwicklung war Hubert Fritz (Mr. Tattoo) zuständig. Das war ein schönes 80er Jahre Oldschool Training. Na ja, ich war eigentlich immer schon ein wenig fester, aber mit durch gutes Training, viel Kohlenhydrate und Vitaminen konnte ich mein Körpergewicht auf 115 kg hochschrauben.

WF: Wie wichtig war die GSW für deine Karriere in Deutschland?

CC: Sehr, sehr wichtig! Ich habe es geliebt in den GSW Ring zu steigen und ich freue mich immer noch, wenn ich für die GSW kämpfen darf . Die GSW ist ein Teil meines Wrestling Lebens und ich bin ein stolzer Teil der GSW . Es ist immer noch ein Privileg für die GSW zu kämpfen und Ausschlag gebend für meine Karriere in Deutschland .

WF: Ich erinnere mich an eine Show, wo Dich vermutlich böse an der Hand verletzt hattest, was war da los?

CC: Oh ja das war übel. Das war in der GSW in Marburg gegen Kovac bei einem fliegenden Kopfstoss vom dritten Seil bin ich so ungünstig mit der Hand gelandet, so dass ich mir alle Bänder gerissen habe. Im Schock habe ich das Match noch fertig gemacht. Bin aber im Lockerroom fast zusammengebrochen (ich kann mich noch an Bones erinnern der nicht von meiner Seite gewichen ist). Im Spital (wo Gott sei dank Kovac und Mexx bei mir waren), bekam ich erst mal ne fette Spritze in mein Gelenk . Dann musste mir der anwesende Doc zweimal die Gelenksknochen in die richtige Position einrichten und das war echt das Schlimmste, ich habe anhand des Gesichtsausdruck von Mexx und Kovac gesehen, dass das echt übel ausgesehen hat. Damit war ich erstmal sechs Monate außer Gefecht gesetzt aber ich kann soweit meine Hand wieder beanspruchen.

WF: Du warst lange Teil der GSW und es sieht ganz danach aus als würde sich in diesem Jahr wieder viel in Marburg tun. Hast Du persönliche GSW Highlights und wie hat Dir Courage gefallen?

CC: Also ich bin immer noch ein Teil der GSW und im März rocken wir wieder Marburg. Wow, wo fang ich da an, meine Highlights waren meine ersten Roadtrips mit Absolute Andy quer durch Deutschland, dann auch meine Fehde mit Andy, mein Tag Team Kämpfe mit Robert Ray (wir waren ein gutes Team und sogar Tag Team Champions). Mein Kampf um den Breakthrough Titel gegen Andy und Murat sowie mein „Oldschool Fight gegen Steve Corino. Natürlich muss ich auch die Kämpfe gegen Kovac nennen, die für mich bis heute etwas besonderes sind. Eigentlich ist die ganze GSW Familie ein Highlight. Courage hat mir sehr gut gefallen und ich war stolz ein Teil davon zu sein.

WF: Sicherlich war es auch für Dich als Pro toll, den ein oder anderen US Wrestler zu treffen oder bleibst Du da eher cool?

CC: Auf jedenfall, bis auf Mick Foley bei dem mir die Sprache wegblieb sind es doch auch nur Jungs, die dasselbe lieben wie ich – da ist man schon auch Profi.

Das mit Mick Foley war bei GSW. „Cactus Kovax“ und ich arbeiteten bei der Ringcrew und hatten keinen Kampf! Wir beide waren riesengroße Foley Fans ich hatte gerade über Umwege seine Japan Hardcore Tapes bekommen. Diese hatten mich aus den Socken gehauen und dann steht der Mann vor uns… WOW! Wir bekamen kein Wort heraus und waren da richtig kleine Marks.

WF: Gibt es so was wie einen Lieblingskampf, den Du bist jetzt hattest! Ich bin mir sicher dass gerade ein Kampf gegen Corino unvergesslich ist. Welchen Eindruck hat Corino auf Dich machen können, auch Backstage?

CC: Der Kampf gegen Corino war jetzt nicht unbedingt mein bester Kampf aber wir hatten (einen mir gut in Erinnerung gebliebenen) guten klassischen Ringkampf. Corino hat schon mit Kovac und mir das eine und andere Bier getrunken. Hatte aber nie irgendwelche Starallüren .

Einen Lieblingskampf? Einen gibt es nicht aber mir sind einige in Erinnerung geblieben. Mein erster Kampf gegen „Cactus Kovax“ war schon was besonderes. Ich war der totale körperlose Rookie und richtig nervös, hatte keinen Plan – das ist aber schon lange her.

Mein Kampf gegen Robert Ray in Bremen wo Peter William zu uns nachher in die Umkleide Kabine kam und sagte, das war für ihn der beste Kampf der letzten Jahre. Auch ein Kampf in Bremen war ein richtig harter Kampf gegen Cannonball Grizzly und Mr. Tattoo .

Dann hatte ich einen hammerharten Kampf gegen Damon Brix irgendwo in Ostdeutschland. In Bruck in Österreich gegen Alofa, wo wir mit Live Music zum Ring kamen und die Halle zum kochen brachten! Ich hatte auch richtige geile Matches gegen Kovac wo wir auf einem hohen technischen Level kämpften .

WF: Wer hat Chris Colen beeindrucken können, ich meine – Gab es Vorbilder oder Wrestler zu denen du auf siehst oder die Dich inspiriert haben?

CC: Also obligatorisch sicher Bret Hart, Benoit und Hayabusa – aber die sind nur aus dem TV also für mich nicht greifbar. Als erster möchte ich Franz „Der Söldner“ Schlederer und Hubsi Mr. Tattoo erwähnen . Die zwei haben soviel Leidenschaft, Liebe, Herz und Kampfgeist das ich jedes Mal einen Inspirationsschub bekomme.

Letztes Jahr hatten Robert Dreissker und ich einen Tag Team Kampf gegen die beiden und laut Franz wollte er eine Schlacht… was soll ich sagen?! Es war eine Schlacht, denn wir vier haben uns nichts geschenkt. Die „alten Herren“ haben locker mit uns mithalten können, beide sind in und außerhalb des Rings wahre Vorbilder.

Nicht vergessen möchte ich Absolute Andy, der einer der besten Entertainer in Europa ist und immer neuen Ideen hat. Er kann aus wenig soviel machen, so dass ich fast ein bisschen neidisch bin ich auf meinen deutschen Bruder. Aber er ist immer eine Inspiration . Wie auch unser Ringsprecher Hr. Edelhauser immer so treffend ankündigt „last but not least“ Michael Kovac – Ohne den ich (und auch kein anderer junger Österreichischer Catcher) dort wäre, wo wir heute stehen.

WF: Hab es mal einen Fly-In der sich auch bei Dir unbeliebt gemacht hatte? Kovac nannte uns da sofort Big Vito….

CC: Eigentlich hatte ich nie Jungs mir denen ich mich nicht verstanden habe.

WF: Du hast ein großes Tattoo kannst du uns etwas dazu erzählen?

CC: Ich bin im Sternzeichen Zwilling und habe mir deshalb Maya Masken und einen Spruch der mir wichtig ist „Never forget the Pain, the Pride and the Brothers“ stechen lassen. Dazu habe ich alles mit ein paar Totenköpfe verziert.

WF: Aktuell kann man Dich im Musikvideo von DJ Fäbs (Partyrockers) als Security sehen. Wie kam es dazu und ist die Schauspielerei etwas, was Dir liegen würde?

CC: Durch Zufall! Im Gym wissen alle, dass ich Catcher bin und ein Typ (der wiederum einen Typ kennt) hat mich weiter vermittelt! Ne, ich bleibe lieber beim catchen das kann ich wenigstens.

WF: War dies Deine erste Rolle als „Schauspieler“ oder gab es schon andere Clips, Videos oder sogar Filme wo Du mitgewirkt hast?

CC: Ich habe mal in einigen Wrestling Dokus mitgewirkt, kann aber nicht sagen ob die jemals fertig gestellt worden sind.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit und alles erdenklich gute!

CC: Danke, immer wieder gerne!

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