Bobby Gunns im WrestlingFever.de Interview (17.01.2016)

WF: Danke für Deine Interviewzusage, Bobby – wir hoffen Dir geht es gut?

BG: Mir geht’s 1a. Ich freu mich Mega auf die anstehende Tour.

WF: Du trittst nun als „rauchender Bobby“ an, der kürzlich noch als Robert in den Ring stieg. Wie kam es zur Veränderung Deines Charakters, wer hatte die Idee und Einfluss darauf?

BG: Die Charakterliche Entwicklung war notwendig da mein Bruder und ich mittel- bzw. Langfristig Heels sein wollten. Einfach um die Ideen die wir hatten einbringen zu können und freier agieren zu können. Im September 2014 hatte ich dann zum ersten Mal die Möglichkeit dazu; in einem Match gegen Axel Dieter Jr., was gut ankam. Die Idee mit der Kippe kam mir dann im Oktober auf dem Roadtrip nach Chemnitz. Das ist einfach viel natürlicher und viel mehr wie wir eigentlich sind. Einfluss auf den Charakter hat aber auf jeden Fall auch der Charakter Johnny aus der „Sin City“ Reihe. Die meisten sehen auf den ersten Blick wahrscheinlich keinen Zusammenhang, erst bei genauerem hinschauen.

WF: Wie würdest Du Deinen Charakter beschreiben, für Fans, die diesen noch nicht sehen konnten?

BG: Bobby Gunns ist ein Paradebeispiel für ein „Good Kid“ turned „Bad Ass“. Einer der alles sagt was er will, teilweise mit den heftigsten Sprüchen 🙂
Ich bin ein Raucher aber das ist nur die erste, ganz offensichtliche Facette. Die Kippe ist sowohl Style Element als teilweise auf Hilfsmittel/ „Foreign Object“ im Match. Da hat sich schon der ein oder andere dran verbrannt. Ich bin das „Brain“ im Team „Die Schilds“ und mein Bruder Vincent „The Beast“ ist fürs Grobe zuständig!

WF: Generell scheinen einige wXw Charaktere in der letzten Zeit einen Feinschliff bekommen zu haben. Schränkt Dich der Auftritt mit Zigarette aufgrund der deutschen Bürokratie auch mal ein, oder ist ein Auftritt (Gang zum Ring mit Zigarette) immer ohne Probleme?

BG: Die Kippe ist immer dabei. Egal wo wir Shows haben. Ich bin Performer und da die Kippe teil der Performance ist, rauche ich in der Halle auch wenn den anderen Rauchern das Wasser im Mund zusammen läuft ^^

WF: Bis zu „Bobby Gunns“ war es ein langer Weg, wie und wo startete Deine Wrestling Karriere, wer trainierte Dich?

BG: Angefangen habe ich 2011 im Westside Dojo nachdem ich im Sommer das Tryout unter Tommy End bestanden hatte. Die ersten Trainings fanden noch in Bottrop statt bis wir dann nach Oberhausen gegangen sind. Toby Blunt, Kim Ray, Karsten Beck und Christian Jakobi waren in der Zeit bis zu meinem Debüt hauptsächlich die Trainer. Erst später ging das los, dass Big Daddy Walter und Axel Tischer an den Wochenenden die Trainings gegeben haben.

WF: Wie lange musstest Du warten, bis Du endlich in den Ring durftest?

BG: Nachdem ich im Dojo angefangen hab, hat es dann ein gutes Jahr bis zu meinem ersten Match gedauert. Noch als „Good Guy“ und „green as hell“ hatte ich mein erstes Match gegen Karsten Beck. Der hat alles getan, um das bestmögliche aus meinem damaligen Trainingszustand rauszuholen, haha. war eine unfassbar geile Erfahrung die ausschlaggebend dafür war, dass ich weiter am Ball geblieben bin.

WF: Generell scheint man sich innerhalb der wXw gerne zu helfen. Gibt es auch heute noch Tipps & Kritik von Deinen Kollegen und ehem. Trainern wie Walter oder Beck?

BG: Ja das stimmt. Wir quatschen immer über alles. Tipps und Kritik gibt’s nonstop. Und das ist auch gut so. Wir wollen uns alle weiter entwickeln und was die Kreativität und Möglichkeiten angeht gibt’s da kein Limit. Wir helfen uns gegenseitig um als Team auf die nächste Stufe zu kommen

WF: Du warst vor dem Pro-Wrestling Debüt schon Ringer, richtig?

BG: Ich bin seit dem 11. Lebensjahr Wrestling Fan. Hab eines Abends Kurt Angle auf Tele5 gesehen als ein Kollege sagte, das Ringen im TV läuft. War natürlich Pro Wrestling. Und ich hab es direkt geliebt! Ich bin dann knapp 1-2 Jahre später auf NJPW hängen geblieben und wollte selbst Catcher werden. Ganz wichtig waren dafür Hiroshi Tanahashi, Tatsumi Fujinami in den ersten paar Jahren als Fan. Puroresu war absolut mein Ding…bin eher zufällig durch irgendeinen Online Shop darauf gestoßen. Liebe auf den ersten Blick^^

Zu wXw kamen mein Bruder und ich, als wir zusammen 2008 das Carat besuchten und ab da regelmäßig bei den Shows waren. Während der gesamten Zeit waren mein Bro und ich weiterhin als griechisch-römisch Ringer aktiv!

WF: Japan sollte später eine wichtige Station sein….

BG: Nach Japan kamen wir über die Verbindung von wXw zu BJW Wrestling. Als das BIG Japan Team dann in Deutschland war haben wir da einen „Japan Urlaub“ im Dojo Hotel „klar gemacht“. Wir waren circa ein Jahr im Training kurz vor unserem eigenen Debüt. Und dann kamen wir zu BJW und haben zum ersten mal japanisches Professional Wrestling erlebt, wie man es sich vorstellt.

Die ganze Woche fuhren wir mit dem Bus durchs und hatten jeden Tag Shows, wo wir zuvor Training und auch Dark Matches hatten. Entweder haben wir in Hotels oder im direkt im Dojo in Yokohama geschlafen. Sehr rustikal…quasi ein großes GYM mit Ring Küche und Schlafraum.
Wenn du so willst, haben wir in Japan unser Debüt in Osaka gegeben. Im Dojo wurde auch gekocht…Reis gab’s im Überfluss…nicht für jeden was aber ich liebe die japanische Küche.

WF: Wie erinnerst Du Dich an das Training?

BG: Training gab’s mit allen BJW Students und Wrestlern im Dojo auch immer vor den Shows. Da die Sprachbarriere groß ist, haben wir viel mit den Amis, sprich Sami Callihan und Drake Younger trainiert…zumindest am Anfang. wXw selber hat viel vom japanischen Training übernommen…also auch in der Academy heute beispielsweise die Drills etc. Das ist sehr hart aber macht einen sehr sehr fit. Immer wieder wurden im Dojo die Basics geübt, bis danach einzelne Sachen trainiert wurden.

WF: Gab oder gibt es so etwas wie Vorbilder, Ikonen oder Menschen die in diesem Sport auch einen Bobby Gunns beeindrucken?

BG: Vorbilder gab’s und gibt’s natürlich. Es sind zu viele Un sie aufzuzählen. Besonders wenn man intern arbeitet und performt versucht man bei jedem etwas aufzuschnappen. Einige sind zack sabre jr und Jonathan gresham. Minoru suzuki aber auch Ricky Steamboat oder Chael Sonnen. Ganz abseits vom Sport geht für mich kein Weg an Kanye West vorbei. Genius.

WF: So ist also MMA auch interessant für Dich – Hast Du das auch einmal selbst schon einmal versucht?

BG: MMA ist definitiv geil! Habe während meiner aktiven Ringerzeit auch BJJ trainiert und ein bisschen Kickboxen. Auf MMA Turnieren war ich aber nie. Ringen hat tu viel zeit dafür in Anspruch genommen

WF: Wo liegt der Unterschied zwischen dem ehem. wXw Dojo und der heutigen Wrestling Academy?

BG: Der Unterschied zwischen Dojo und Academy ist ja ganz klar erstmal das Umfeld…früher war es eine Turnhalle heute haben wir eine komplett ausgerüstete Trainingsschule. Außerdem gibt’s die ganze Woche über Training…man kommt jetzt viel schneller voran. Von der Ausrüstung bis hin zum Training und Lehrmethoden wurde alles optimiert. Wenn ich noch immer im Pott wohnen würde wäre ich fast jeden Tag da um zu trainieren! Einfach Hammer!

WF: Wie oft trainierst Du und achtest Du streng auf Ernährung?

BG: Ich trainiere 3-4x mal in der Woche. Meistens früh morgens. An der Wochenenden vor den Shows geht es dann weiter. Mein Bruder und ich sind absolute „Maschinen“. Ich hab die letzten Jahre damit verbracht mich abzuhärten. An uns kommt keiner vorbei! Sich clean zu ernähren ist wichtig aber hin und wieder darf man sich auch ein „Cheat Meal“ gönnen.

WF: Wie sehen Deine Ziele im Pro Wrestling aus, außer gesund zu bleiben?

BG: Mein Ziel im Pro Wrestling ist es, so gut wie mir möglich zu werden und zusammen mit Vince einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

WF: Vielen Dank für Deine Zeit!

BG: Bitte gerne. #NurDerTodKannMichStoppen #smokeordie

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